News

© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


"Die Welt in Flammen – Basel strotzt vor Energie"

Am Neujahrs-Empfang der Basler Regierung machte Regierungspräsident Guy Morin heute Montagabend 550 Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft Mut – mit einer prononciert grünen Rede.
Basel, 4. Januar 2016

"Basel geht es gut, die Arbeitsplätze nehmen zu, die Bevölkerung wächst", sagte Morin in seinem Votum im "Volkshaus" über diesen "diesem wunderbaren, vor Energie und Wirtschaftskraft strotzenden Kanton". Der Regierungspräsident spannte den Bogen von Basels Präsenz an internationalen Konferenzen über Klimagipfel bis hin zum Terrorismus in einer "Welt in Flammen".

Bezug nehmend auf die jüngsten Anschläge in Paris mahnte er aber: "Was wir bei all der Grausamkeit dieses Terroraktes im Namen einer Religion unter keinen Umständen zulassen dürfen ist: Angst, die lähmt."

Was ist eine "Popelstadt"?

Weiter ging der Vorsteher des Präsidialdepartements auf die wichtige Rolle der Städte bei der Lösung der wichtigsten "Probleme der modernen Welt" ein. "Nichts anfangen" kann Morin denn auch mit der Behauptung, Basel sei "eine Provinzstadt", oder gar eine "Popelstadt", wobei er dieses wenig schmeichelhafte Prädikat mit "armselig, schäbig, ganz gewöhnlich" umschrieb. (Uns hätte interessiert, welcher Urheber diese Popel-Formulierung für Basel zur Anwendung gebracht hat.)

"Sind wir so vernachlässigbar klein und unbedeutend, dass grosse Lifescience-Firmen einfach weil's so lauschig ist, bei uns bleiben und ausbauen, Milliarden in diesen Kanton stecken?", fragte der Politiker ironisch, um gleich die gegenteilige Antwort zu liefern: "Hören wir doch auf mit den Verkleinerungen, sondern gehen wir die realen Aufgaben, die sich uns zahlreich stellen, mit Entschlossenheit und selbstbewusst an." Basel habe Grund, "stolz auf das Erreichte und den äusserst gesunden Finanzhaushalt" zu sein.

Basel-Stadt "in einem erfreulichen Hoch"

Der Kanton biete gute Arbeitsplätze und eine ausgezeichnete Lebensqualität – fuhr der Sprecher fort –, investiere in Bildung, Kultur, Innovation und in die Wirtschaft. Auch habe der Kanton die Umsetzung der Frauenquote in Angriff genommen, er gebe gratis Deutschkurse für alle Migrantinnen und Migranten, baue den ÖV kontinuierlich aus und entlaste damit die Innenstadt vom Verkehr. Die Stadt ist als Lebensraum beliebt wie lange nicht mehr. Im letzten Jahr seien "diese Lebenslust und das pulsierende Stadtleben" im Sommer bestens zu spüren gewesen – "und zwar bis hinunter zum Hafen". Morin: "Wir befinden uns in einem erfreulichen Hoch."

Allerdings drückte der Basler Repräsentant auch sein Bedauern darüber aus, dass die meisten Wohnbauprojekte kontrovers sind, weil sich die verschiedenen Interessensgruppen nicht einigen können. Zum Schluss seines Votums ging Morin auf die "boomende trinationale Region" ein.

Gäste aus der Nachbarschaft

Deren Infrastruktur für Verkehr, Bildung und Gesundheitsversorgung – so Morin weiter – könne "nur gemeinsam entwickelt und gestaltet werden". Als Beispiel solcher Kooperationen nannte er das Herzstück der Regio-S-Bahn, einen trimodalen Containerterminal Basel-Nord, die Tramlinie 3 nach St. Louis, einen Schienenanschluss zum EuroAirport, den Betrieb der gemeinsamen Universität, des Innovationsparks und des Tropeninstituts sowie der Gesundheitspolitik. Dann stiess Morin auf ein erfolgreiches 2016 an – mit kristallklarem Mineralwasser.

Zu Beginn begrüsste die Basler Regierung in corpore die geladenen Gäste, unter ihnen auch den Baselbieter Regierungspräsidenten Anton Lauber und Bildungsdirektorin Monica Gschwind sowie politische Exponenten aus der badischen und elsässischen Nachbarschaft.

Im Small Talk aufgeschnappt

Für Medienschaffende ist es immer auch lohnenswert, die Ohren im Small Talk steif zu halten. So werfen die Basler Wahlen vom Herbst ihre Schatten voraus. Einige fragten sich, ob sich Guy Morin mit seiner Erfolgsbilanz eventuell doch noch – und entgegen verschiedenen Gerüchten – für eine erneute Kandidatur empfohlen hat. Aus freisinniger Quelle war zu erfahren, dass die Partei vermutlich das Referendum ergreifen wird, falls der Grosse Rat kommenden Mittwoch dem Neubau für das Amt für Umwelt und Energie zustimmen wird.



 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Provinziell wäre höchstens ..."

Basel eine "Popelstadt" oder "Provinzstadt"? Empfinde ich überhaupt nicht so, weil sonst könnte ich hier nicht leben. Mir gefällt es in Basel ausgesprochen gut. Stammt diese Bezeichnung von Baslern selbst – oder kommt sie von ausserhalb? Nun gut, Zürich hat den Vorteil, seine gefühlten 100 Vorortsgemeinden in die Stadt eingemeindet zu haben. Auch liegt es generell in der Natur der Bewohner dieser Stadt am See, sich grösser zu erleben, als man wirklich ist. Dies im Gegensatz zu Basel, das, zumindest früher noch, oder eben vielleicht auch jetzt wieder, sich selbst gerne dann und wann kleinredet. Dabei ist Basel (wirklich) "nur" Kernstadt, nämlich Kernstadt einer fast 1 Mio.-Agglomeration.

Man stelle sich vor, nur schon Allschwil oder Muttenz oder Binningen, die mit Basel nicht nur geographisch, sondern auch kulturell, wirtschaftlich eng zusammengewachsen sind, wären politischer Teil der Stadt Basel.

Wo ich selber Basel einen "provinziellen" Zug zuschreiben würde, ist höchstens, dass es zum Beispiel bei Abstimmungen wie "Überbauung Basel Ost" gegen seine eigenen Interessen stimmt. Oder Gefahr läuft, das Potential einer Klybeck-Insel-Überbauung gänzlich aus der Hand zu geben. Oder dass es sich nicht daran stört, als zweitgrösste Agglomeration und Wirtschaftskraft des Landes kein eigenes SFR-Fernsehen zu besitzen. Auch dass sich, wie oben erwähnt, die mit Basel zusammengewachsenen Vorortsgemeinden politisch nicht mit Basel vereinen wollen.

"Provinziell" fände ich es auch, wenn das "Herzstück" der Basler S-Bahn vom Bund nicht genehmigt würde, dafür aber in Zürich (oder auch an anderen Orten) umso mehr weiter an der Bahninfrastruktur geklotzt werden kann.


Pirmin A. Breig, Basel



www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Trotzdem erliess nun die Bundesanwaltschaft Straffbefehl."

Impressum
Schweizer Journalisten-Organisation in einem Communiqué vom 4. Dezember 2016 über die Verurteilung eines Journalisten
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Seine Berichterstattung hatte zuviele Rümpfe.

RückSpiegel


In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

SRF online bezog sich in ihrem Bericht über den ASE-Prozess auf OnlineReports.

Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über Platzprobleme des neuen BVB-"Flexity"-Trams am Basler Aeschenplatz auf.

In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über dubioses Geld aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB an Leonardo DiCaprio auf.

Die TagesWoche bezog sich in einem Artikel über Umbau-Probleme im Theater Basel auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen die OnlineReports-Recherche über verschlampte Lohnausweise im Basler Justiz- und Sicherheitsdepartement auf.

Die Basler Zeitung verwies in ihren Zusatz-Recherchen über den inhaftierten Basler Dschihadisten A.J. auf die Erstmeldung in OnlineReports.

Die NZZ am Sonntag zitierte OnlineReports in ihrem Artikel über den Tod des Basler Buchhändlers und Verlegers Dieter Hagenbach.

Die Basler Zeitung ging auf das Komfort-Reisli der landrätlichen Personalkommission des Baselbieter ein, die OnlineReports publik gemacht hatte.

Das Radio-Regionaljournal von SRF befragte OnlineReports in seiner Analyse zu den politischen Mehrheits-Verhältnissen in Basel im Vorfeld der Gesamterneuerungs-Wahlen.

In ihrer Meldung über den Brand des denkmalgeschützten Hauses an der Gundeldingerstrsasse in Basel bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über das bedrohte Eglin-Werk im Basler Sandgruben-Schulhaus nach.

20 Minuten
und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-Recherche über den Basler Dschihadisten im Ausschaffungs-Gefängnis aufgenommen.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung zogen die OnlineReports-News über Dieter Leutwyler als neuer Schlosswart von Wildenstein nach.

Die OnlineReports-News über das Konkursverfahren gegen die Oliver Kreuzer GmbH in Muttenz des ehemaligen FC Basel-Verteidigers wurde von der Basellandschaftlichen Zeitung aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.

• Grossrätin Beatrice Isler übernimmt den Vorsitz der CVP-Frauen Basel-Stadt als Nachfolgerin der langjährigen Präsidentin Jenny Ch. Wüst.

• Das Budget 2017 von Riehen lässt bei Ausgaben von 112 Millionen Franken einen Überschuss von rund 0,7 Millionen Franken erwarten.

• Weiterhin gleich bleibende Konditionen für Baselbieter Steuerzahlende: Der Vergütungszins für das Jahr 2017 bleibt bei 0,2 Prozent, der Verzugszins bei 6 Prozent.

• Das aus Vertretern von BDP, FDP, LDP und SVP bestehende überparteiliche Komitee "Nein zum überteuerten Kasernen-Umbau" hat mit knapp 2'900 Unterschriften das Referendum gegen das vom Grossen Rat beschlossene Projekt eingereicht.

Markus Balmer wird neues Mitglied der IWB-Geschäftsleitung und neuer Leiter des Geschäftsbereichs Vertrieb als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Patrick Schünemann.

• Die Reinacher Gemeinderätin Bianca Maag-Streit wird ab 1. Januar 2017 Präsidentin des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG) und damit Nachfolgerin von Peter Vogt, Gemeindepräsident von Muttenz.

• Die Stadt Liestal budgetiert für das Jahr 2017 ein Defizit von 610'000 Franken.

• Die Starke Schule Baselland zieht die Initiative "Ausstieg aus dem überteuerten und gescheiterten Harmos-Konkordat" zurück und reicht im Gegenzug die Initiative "Ja zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen" ein.

• Knapp zwölf Wochen nach Start der Arbeiten ist die Basler Klybeckstrasse ab 29. Oktober für den Tram- und Individualverkehr wieder geöffnet, nachdem die Gleise zwischen Klingentalgraben und Amerbachstrasse ersetzt und die Tramlinien 8 und 17 umgeleitet wurden.

• Der Physiker Martin Eschle (50) wird per 1. Dezember dieses Jahres Mitglied der IWB-Geschäftsleitung und neuer Leiter des Geschäftsbereichs Beschaffung gewählt – als Nachfolger von Bernhard Brodbeck, der die IWB Ende Oktober auf eigenen Wunsch verlässt.

• Der Basler Grosse Rat hat einem Staatsbeitrag von 4,4 Millionen Franken an eine neue Basler Stadtgeschichte mit 70 zu 11 Stimmen (8 Enthaltungen) zugestimmt.

Markus Sennhauser (51) leitet seit Anfang Oktober den Dienst für Prävention der Kantonspolizei Basel-Stadt als Nachfolger von Stefan Gasser, der seit Anfang Juli den Bezirk Kleinbasel der Sicherheitspolizei leitet.

• Die Basler SVP hat mit über 4'800 Unterschiften ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern (Einbürgerungsinitiative)" eingereicht, die unter anderem verlangt, dass keine Kriminellen und Sozialhilfeempfänger eingebürgert werden können und dass kein Rechtsanspruch auf eine Einbürgerung besteht.

• Die Basler Jungsozialisten (Juso) haben ihre kantonale Initiative "Topverdienersteuer – Für gerechte Einkommenssteuern in Basel" bei der Staatskanzlei eingereicht.

• Die "Bau- und Umweltzeitung" der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion erscheint aus Spargründen nur noch in elektronischer Form.

Novartis schenkt dem Kanton Basel-Stadt einen Hafenkran, der bis 2010 im ehemaligen Hafen St. Johann in Betrieb stand.