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"Big Star"-Gründer wegen Urkundenfälschung verurteilt

Das Baselbieter Strafgericht verurteilte heute Montagmorgen den Allschwiler Unternehmer Laurin Fäh (64) wegen Urkundenfälschung und Erschleichens einer Falschbeurkundung zu einer saftigen bedingten Geldstrafe. Sein ehemaliger Geschäftspartner Maurizio Montellese hatte gegen ihn geklagt.
Allschwil/Muttenz, 7. August 2017

Das Gericht unter dem Vorsitz von Andreas Schröder verurteilte Laurin Fäh, der vor der Jahrtausend-Wende als Gründer der populären Jeans-Marke "Big Star" mindestens nationale Bekanntschaft erlangt hatte, zu 90 Tagessätzen à 2'200 Franken (knapp 200'000 Franken) bedingt auf zwei Jahre.

Es erhöhte damit deutlich den Tagessatz, den die Staatsanwaltschaft in ihrem Strafbefehl auf 1'300 Franken festgelegt hatte. Dafür verzichtete es auf die Busse von 10'000 Franken, den die Vorinstanz gesprochen hatte. Zahlen muss der Beschuldigte, der ein Jahres-Einkommen von 900'000 Franken angab, jedoch Gerichts- und Verfahrenskosten in Höhe von rund 4'500 Franken.  

Krach wegen "Swiss Indoors" nach Aktienteilung

Am 25. März 2011 hatten sich Laurin Fäh als Präsident und Maurizio Montellese als Mitglied des Verwaltungsrates der "Prime Energy Schweiz AG" mit Sitz in Allschwil im Handelsregister eintragen lassen. Fäh übertrug seinem Partner die Hälfte seines Aktienkapitals von 250'000 Franken und liess ihn im Aktienbuch eintragen. Das Solarenergie-Unternehmen ist inzwischen Konkurs. Auf seiner Facebook-Seite sind vor allem noch Fotos und Videos der "Swiss Indoors" aus dem Jahr 2013 zu finden. Mit dem Tennis-Veranstalter hatte Kläger Montellese einen Sponsoring-Vertrag über 600'000 Franken abgeschlossen, den Betrag aber nie bezahlt, was Betreibungen zur Folge hatte.

In jenem Jahr hatte die Partnerschaft zwischen den beiden Firmen-Besitzern so viel Schaden genommen, dass sie sich in einer rudimentären "Saldo-Vereinbarung" vom 29. Mai 2013 schriftlich darauf einigten, sämtliche Rechnungen "auf null" zu setzen. Die Zahlung von Forderungen durch Fäh seien die Bedingung gewesen, dass Montellese aus dem Verwaltungsrat austrete, heisst es m Strafbefehl.

Generalversammlung ohne Mit-Aktionär

Am 1. Oktober 2013 fand in Allschwil eine ausserordentliche Generalversammlung statt, an der Montelleses Rücktritt einziges Traktandum war. Obschon daran nur Fäh und seine Sekretärin teilnahmen, hiess es im Protokoll wahrheitswidrig, Montellese sei anwesend und die Versammlung mit der Präsenz sämtlicher 250 Namenaktien-Inhaber "beschlussfähig" gewesen.

Einen guten Monat später meldete Fäh das nur von ihm beschlossene Ausscheiden Montelleses beim Baselbieter Handelsregisteramt an, worauf die Mutation in Register eingetragen wurde. Montellese selbst will erst zwei Jahre später von seiner formellen Kaltstellung erfahren haben. Indes liess er schon im Juni 2013 in St. Gallen eine "Prime Energy Solution AG" eintragen, die mittlerweile ebenfalls zusammengekracht ist.

An der heutigen Gerichtsverhandlung hob der Beschuldigte hervor, Montellese sei gar nicht wirklich im Besitz der 125 Aktien gewesen, da er dafür nie Geld an Fäh bezahlt habe: "Er war für mich nie ein richtiger Aktionär. Er machte nur Spesen."

Juristisches "immer nur eine Nebenschiene"

Die "Swiss Indoors"-Verträge habe Montellese "hinter meinem Rücken abgeschlossen", führte Fäh weiter aus. Obschon in den Gerichtsakten Mails vorliegen, in denen Montellese als "CEO" der "Prime Energy Schweiz AG" signierte, sei dieser auch "gar nie CEO gewesen". Deshalb habe Fäh an der ausserordentlichen Generalversammlung reinen Tisch machen und die Firma wieder allein führen wollen, um zu verhindern, dass sein damaliger Geschäftspartner weitere Verpflichtungen einging, mit denen er nicht einverstanden war.

Fäh betonte, er habe "ausser einer" alle vereinbarten Forderungen erfüllt, Montellese aber habe hinterher Lohnforderungen von über einer halben Million Franken gestellt, die vom Zivilgericht jedoch abgelehnt wurden. Das rechtlich relevante und von ihm und seiner Sekretärin unterzeichnete GV-Protokoll stufte Fäh als "etwas Buchhalterisches" ein, weil "Juristisches für mich immer nur eine Nebenschiene war".

Gericht: "Ein Stück Selbstjustiz"

Das wurde dem Unternehmer nun zum Verhängnis. Obschon Fähs Verteidiger die Falschbeurkundung bestritt und auf vollumfänglichen Freispruch plädierte, blieb das Strafgericht bei einer Verurteilung. Für Richter Schröder war die Frage zentral, "ob das Protokoll richtig ist oder nicht" und der Schluss offensichtlich: Es war falsch. Montellese sei klarerweise Aktionär gewesen, da der Eintrag im Aktienbuch "die Anerkennung als Aktionär voraussetzt". Dass Montellese den Kaufpreis der Aktien nicht bezahlt habe, ändere an seinem Aktionärsstatus nichts.

Das Gericht gestand dem Handschlag-Entscheid gewohnten Unternehmer Fäh zu, dass er "nicht böse gehandelt" und "keine Schädigung" seines damaligen Geschäftspartners beabsichtigt habe. Dennoch habe er "ein Stück weit zur Selbstjustiz gegriffen", um "Verhältnisse zu schaffen, die für Sie richtig waren". Das Verschulden könne als "leicht" bezeichnet werden.

Fäh nickte im Verlaufe der Urteilsbegründung immer wieder bestätigend mit dem Kopf, kündigte aber noch im Gerichtssaal an, den Entscheid vor Kantonsgericht anzufechten.




Weiterführende Links:
- "Ende Juni werden wir Big Star kontrollieren"
- "Wir stehen vor einem Ergebnissprung"
- Jeans-Hersteller Big Star mit Millionen-Verlust: "Einmalig"
- Feindliche Uebernahme der Big Star: BL-Pensionskasse dabei
- Big Star legt im ersten Quartal kräftig zu: Reingewinn +27 Prozent
- Perplex schauen viele aus der Wäsche


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"Die Sprecherin der Swiss Indoors antwortete nicht auf die Anfrage dieser Zeitung."

BZ Basel
vom 27. November 2017
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Auf unsere Medienanfrage zu einem Gerichtsfall hat die Sprecherin auch nicht geantwortet. Die Swiss Indoors-Schweigerin.

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


In ihrem Artikel über die "Berlusconisierung von links" zitiert die Weltwoche aus dem "dem gutinformierten Basler Internetdienst OnlineReports".

In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Promeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

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Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

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Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

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Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.