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Sicherheitsdirektor Dürr verliess Grossrats-Saal aus Protest

Basel, 1. Dezember 2017

Kleiner Eklat heute Freitagnachmittag während einer hochkarätig besetzten privaten Fach-Veranstaltung zum Abschied der langjährigen Ombudsfrau Beatrice Inglin im Basler Grossrats-Saal: Regierungsrat Baschi Dürr (Bild links) verliess während eines Vortrags des emeritierten Basler Soziologie-Professors Ueli Mäder (Bild rechts) für alle sichtbar den vollbesetzten Parlaments-Saal.

Eine mit dem politischen Betrieb in Basel bestens vertraute bürgerliche Quelle sagte zu OnlineReports: "Er schoss auf und verliess wie fluchtartig durch den nächsten Ausgang den Raum."

Erwähnung der "braunen Vergangenheit"

Zum Abgang des freisinnigen Sicherheitsdirektors kam es in jener Phase des Vortrags, in der Mäder in einem Nebensatz an die "braune Vergangenheit" der Zeitschrift "Schweizer Monat" erinnerte, in der Rechtsprofessor David Dürr, der Vater des Sicherheitsdirektors, regelmässig schreibt. Die Publikation ist heute pluralistisch-liberal, SP-Nationalrat Tim Guldimann figuriert dort als aktueller Autor – und selbst Ueli Mäder publizierte darin schon über Verdingkinder.

"Ich meinte, ich sei eher moderat gewesen", meinte Mäder heute Freitagabend zu OnlineReports, "und ich stehe zu meiner Aussage". Das Wesentliche sei aber gewesen, "wie ausgrenzend finanzliberale Haltungen sein können. Darüber hätte ich gern mit Baschi diskutiert." Mäders Vortrag handelte unter dem Titel "Ist ein Recht auf soziale Ungleichheit ungerecht?" unter anderem von der Stabilität egalitärer Gesellschaften. Der Wissenschafter war einer von mehreren hochkarätigen Rednern am dreieinhalbstündigen Anlass.

Mäders Nebenbemerkung störte Dürr

Während eine rechtsbürgerliche Quelle, die für Dürrs Reaktion ein gewisses Verständnis zeigt, Mäders Ausführungen als "wahnsinnig weit her geholt" bezeichnete, hatte ein Angehöriger des linken Lagers mit der dünnhäutigen Reaktion des Regierungsmitglieds Mühe: "Seine Wut war zu spüren. Viele hatten den Eindruck, es sei Protest."

Auf die Frage, was ihn zum Verlassen des Saals bewogen habe, bestätigte Dürr, es habe ihn "tatsächlich sehr gestört, dass Professor Mäder den 'Schweizer Monat', die publizistische Stimme des Liberalismus im Land, mit einer unnötigen und unkontextualisierten Nebenbemerkung, am Thema vorbei in die braune Ecke stellte". Ausserdem, so Dürr weiter, hätte er ohnehin wegen eines anderen Termins "allerspätestens in der nächsten Pause gehen" müssen.

Roche-Kadermann lobte Mäder

Pikant: Roche-Kommunikations-Chef Stephan Feldhaus, einer der nachfolgenden Redner, nahm mehrfach im positiven Sinn Bezug auf Mäders Vortrag und bedauerte, dass der Sicherheitsdirektor seine Ausführungen nun nicht mehr mitbekomme.

Ueli Mäder nahm Baschi Dürrs Abgang so wahr, "als ob er noch einen Termin hatte". Das hatte er tatsächlich auch – die Wehrmänner-Entlassung, aber erst am frühen Abend.



"Schweizer Monatshefte"


wa. Die "Schweizer Monatshefte" (heute "Schweizer Monat") hatten um 1933 eine frontistische Phase. Redaktor und Mitbegründer Hans Oehler (1888-1967) öffnete die "Monatshefte" frontistischen Akteuren wie Robert Tobler von der "Nationalen Front". Im März 1934 wurde Oehler vom Vorstand entlassen, worauf er die Zeitschrift "Nationale Hefte" gründete. Oehler entwickelte sich dann zum echten Nazi und wurde nach dem Krieg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt.


(Quellen: G. Waeger, Die Sündenböcke der Schweiz, Historisches Lexikon der Schweiz-online)


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"Harsch, unverständlich und deplaziert"

Die Ausführungen von Herrn Professor Mäder mögen etwas weit her geholt gewesen sein, die Reaktion von Regierungsrat Dürr auf die Bemerkung mit der "braunen Vergangenheit" des "Schweizer Monats" war harsch, unverständlich und deplaziert. Denn in der Sache lag Professor Mäder an dieser vollkommen Stelle nachweislich vollkommen richtig. Niemandem, der heute im Umfeld dieser elitären liberalen Zeitschrift tätig ist, ist deswegen heute ein Vorwurf zu machen.

Schwierig wird es, wenn man mit dieser Seite der Vergangenheit der eigenen Zeitschrift einen schönfärberischen Umgang betreibt und nicht zur kritischen Reflektion bereit und fähig ist.

Leider gibt es beim "Schweizer Monat" zum Teil eine solche Tendenz (siehe https://www.woz.ch/-1b53). Im übrigen waren alle Referate am Anlass zur Verabschiedung von Frau Inglin-Buomberger hochinteressant. Regierungsräte und andere, die nicht da waren, haben definitiv etwas verpasst.


Tim Cuénod, SP-Grossrat, Basel




"Bild in der Zeitung garantiert"

Man muss Prioriäten setzen. Ein Strassenschild und drei Regierungsräte garantieren ein Bild in der Zeitung. Bei einer Verabschiedung ist dies eben nicht garantiert ...


Max Pusterla, Basel




"Drei Würdenträger mit Strassenschild"

Liebe Frau Isler, Regierungsräte setzen eben eigene Prioritäten: Bei der Verabschiedung der Ombudsfrau erscheint für kurze Zeit Baschi Dürr, zur Einweihung eines Strassenschildes (de Wette) marschieren drei Würdenträger auf.


Roland Stark, Basel




"Wo blieben Dürrs Regierungs-KollegInnen?"

Mich störte vielmehr die Absenz der Kolleginnen und Kollegen von Baschi Dürr. An dieser hochkarätigen, zu Ehren der abtretenden Ombudsfrau Beatrice Inglin-Buomberger durchgeführten Schlussveranstaltung zu ihrem langjährigen professionellen Wirken hätte es den einen oder anderen RR-KollegInnen gut angestanden, dabei zu sein. Immerhin war die Tagung im August angekündigt worden.


Beatrice Isler, Grossrätin CVP, Basel




"Eine WG mit Frau Schutzbach"

Es ist wohl am besten, Herr Augustin führt nur noch Selbstgespräche. Dann kommt er nicht mit anderen Meinungen in Kontakt und sein Weltbild bleibt unbeschädigt. Vielleicht sollte er mit Frau Schutzbach eine WG aufmachen.


Roland Stark, Basel




"Schon gar nicht anhören"

Ich würde mir einen Vortrag von Ueli Mäder, Prof. em. schon gar nicht anhören!


Albert Augustin, Gelterkinden



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"Zeichen deuten auf grosse Kualition"

BZ Basel online
Titel vom
25. November 2017
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Kühe aller Fraktionen vereinigt euch!

"Und übrigens ..."

Weihnachts-Geschichte aus Israel
RückSpiegel


In seinem Bericht über die Gefährlichkeit des Basler Centralbahnplatzes geht Barfi auf einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2001 ein, der damals schon die Probleme thematisierte.

Blick, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung, BZ Basel, 20 Minuten und Barfi bezogen sich in ihren Artikeln über die Schüsse einen Mann in der Basler Innenstadt auf einen News-Promeur von OnlineReports.

Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

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Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

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Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Elisabeth Pestalozzi, seit August 2016 stellvertretende Chefredaktorin von Radio SRF, wird im zweiten Quartal 2018 neue Kommunikationsleiterin der Christoph Merian Stiftung.

• Über tausend Personen verlangen in einer Petition der SP Gelterkinden die Einführung von Tempo 30.

• Im zweiten Wahlgang der Liestaler Stadtrats-Ersatzwahl vom 14. Januar 2018 treten Marie-Theres Beeler (geboren 1959, Grüne) und Karin Jeitziner (geboren 1961, FDP) an.

Marco Greiner, Regierungssprecher und Vizestaatsschreiber von Basel-Stadt, ist neuer Präsident der Schweizerischen Informations-Konferenz öffentlicher Verwaltungen.

• Die Basler CVP hat ihre mit 3'910 Unterschriften versehene Krankenkassen-Initiative eingereicht, die verlangt, dass selbstbezahlte Prämien für die obligatorische Krankenpflege-Versicherung vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können

• Mit der Jus-Studentin Laetitia Block als Nachfolgerin von Pascal Messerli steht erstmals eine Frau an der Spitze der Jungen SVP Basel-Stadt.

• Das Basler Ristorante Cibo Mediterraneo ist der künftige Betreiber der neuen Buvette am St. Alban-Rheinweg.

Reto Meyer, Inhaber und Geschäftsführer der WS Kommunikation in Basel, kauft per Jahreswechsel sämliche Anteile der BSSM Werbeagentur von Urs Schneider und Hannes Müller.

Jana Wachtl (38) wird als Nachfolgerin von Sabine Kubli auf Jahresbeginn neue Leiterin der Baselbieter Fachstelle "Gleichstellung für Frauen und Männer".

• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.