News

© Grafk by IWB


Wende: Baselbieter sollen für Basler Erdgasnetz zahlen

Wer soll für das Basler Erdgasnetz zahlen, wenn es wegen des Ausstiegs nicht mehr benötigt wird? Eine Basler SP-Grossrätin will die finanzielle Einbindung ausserkantonaler Erdgas-Gemeinden prüfen lassen.
Basel, 6. September 2019

Für anhaltende Unruhe sorgt der Gedanke, dass Basel aus der Erdgas-Versorgung zwar aussteigt, dass die städtischen Industriellen Werke (IWB) aber für Baselland, Aargau und Solothurn das Erdgasnetz weiterhin betreiben müssen (siehe Grafik oben).

SP-Grossrätin Lisa Mathys verlangt nun in einem Anzug von der Regierung das "finanzielle Risiko des IWB-Erdgas-Netzes" zu prüfen. "Es droht ein grosser finanzieller Schaden zu Lasten der IWB und damit des Kantons Basel-Stadt aufgrund von Verträgen mit Gemeinden", schreibt die Parlamentarierin in ihrem Vorstoss, der kommenden Mittwoch eingereicht wird.

Wachsender Anreiz zum Umstieg

Die SP-Grossrätin bringt eine neue Variante der Risikotragung ins Spiel. Die versorgten Gemeinden in den Kantonen Baselland, Aargau und Solothurn sollen für das Netz und dessen Betrieb mit in die finanzielle Verantwortung gezogen werden. Damit würde für diese Kommunen – wie in Basel-Stadt – der Anreiz wachsen, ihren Einwohnern den Weg in eine erneuerbare Heiz-Zukunft zu eröffnen.

Genau genommen schlägt Mathys die Prüfung vor, ob "eine Übertragung des finanziellen Risikos für neu errichtete und erneuerte Erdgas-Leitungen" möglich sei. Sie führt in ihrem Vorstoss aus: "So erhöht sich auch der Anreiz der belieferten Gemeinden, nachhaltige, nicht-fossile Lösungen zu priorisieren".

"Klimanotstand" und Erdgas-Expansion?

Die IWB betreiben in der Nordwestschweiz eines der grössten Erdgasnetze der Schweiz. Mit 1'526 Kilometer Hoch- und Niederdruckleitungen ist es auf den Territorien von Aargau, Baselland und Solothurn deutlich umfangreicher als in der Stadt selbst, wo es "nur" 1'056 Kilometer misst. Mit 1'642 Gigawattstunden in der Stadt und 2009 Gigawattstunden Absatz in der Region ist der ausserkantonale Vertrieb beachtlich.

Um ihre Position als Energieversorger zu halten, bewilligte der Grosse Rat im Februar den IWB durch eine neue Leistungsvereinbarung in den nächsten vier Jahren insgesamt 10 Millionen Franken für die weitere Expansion sowie 50 Millionen Franken für den Netzunterhalt.

Gegen diesen Entscheid hatten sich im Grossen Rat einzig die Grünliberalen gewehrt. Ihr Sprecher David Wüest-Rudin geisselte das Verhalten insbesondere der Linken und Grünen Ratsmehrheit als "absurd" – unmittelbar zuvor wurde nämlich der "Klimanotstand" ausgerufen.

Energiepolitischer Positionswechsel

Nach dem Entscheid im Februar ging die Debatte über die "absurde" Basler IWB-Politik in Fachkreisen weiter. In den Monaten seither hat auch Lisa Mathys das Thema keine Ruhe gelassen. Hatte sie sich im Februar noch auf die Seite derjenigen gestellt, die die Leistungsvereinbarung der IWB gegen die Forderungen der Grünliberalen verteidigten, so zeigt sie sich heute nachdenklich.

Zu OnlineReports sagte sie: "Nach der Debatte blieb bei mir eine Frustration, dass Basel-Stadt für die energiepolitische Langsamkeit der von ihr versorgten Gemeinden ausserhalb Basels ein unbekanntes finanzielles Risiko auf sich nehmen muss." Deshalb fordere sie, dass diese Frage genauer geprüft wird. "Wir brauchen eine Auslegeordnung zu den Konsequenzen der vertraglichen Verpflichtungen der IWB. Es kann nicht sein, dass die IWB in ihrem rascheren Tempo beim Gasausstieg von klimapolitisch hinterherhinkenden Kantonen ausgebremst wird."




Weiterführende Links:
- Erdgas birgt Zunder in der Basler Energiewende
- IWB-Erdgas-Gewinne spülen mehr Geld in Baselbieter Gemeindekassen
- "Wir überlegen uns, im Solar-Bereich Generalunternehmer zu werden"
- IWB erhöhen Preise für Erdgas und Fernwärme
- IWB will in schrumpfenden Märkten auf Kurs bleiben
- Erdgas verliert in Basel an Boden: Klimapolitik befeuert Ausstieg


 Ihre Meinung zu dieser News
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"In den meisten Gemeinden des Kantons Basel erhalten Sie die Basler Zeitung bis 6.30 Uhr per Frühzustellung durch einen Verträger."

Basler Zeitung
Abo-Dienst aus Zürich
in seinen "Antworten
auf häufig gestellte Fragen"
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Die BaZ scheint entweder 186 Jahre hinten drein oder einige Jahre voraus zu sein.

RückSpiegel


Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).