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© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch


Das Aus: Die "Tageswoche" stellt ihren Betrieb ein

Sieben Jahre nach ihrem ersten Erscheinen stellt die Basler "Tageswoche" ihren Betrieb ein. Weder Printausgabe noch die Online-Plattform erwiesen sich als marktfähig.
Basel, 5. November 2018

Die "Stiftung für Medienvielfalt" als Herausgeberin der "Tageswoche" gab den Schliessungs-Entscheid heute Montagabend bekannt. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse werden aufgehoben. Betroffen sind 30 Mitarbeitende. Ein "grosszügiger Sozialplan" soll die Härten abfedern. Die Betreiberin der TagesWoche, die "Neue Medien Basel AG", wird liquidiert.

Die Online-Plattform verschwindet im Lauf dieses Monats, während die Printausgabe am 16. November zum letzten Mal erscheint.

Defizit immer noch weit über einer Million

Zum Start im Oktober 2011 war die "Tageswoche" von der Stiftung mit mindestens vier Millionen Franken – genaue Zahlen wurden nie genannt – unterstützt worden. 2016 reduzierte die Stiftung ihre Unterstützung auf jährlich eine Million Franken, "da sie nicht auf Dauer die bisherige Finanzierung aufrechterhalten kann", wie es in der Medienmitteilung heisst.

Doch den Betreibern gelang es trotz Stellenabbau, neuem Businessplan, nur noch zweiwöchigem Erscheinen der Printausgabe und abgespecktem Online-Auftritt nicht, innerhalb von drei Jahren neue Einnahmequellen zu finden und letztlich eine langfristige marktwirtschaftliche Finanzierung zu schaffen. Noch immer bleibt ein Defizit, das eine Million Franken "bei weitem übersteigt". Somit sei die Schliessung "unvermeidlich" geworden.

Ein neues Medienprojekt in der Pipeline

Die Stiftung für Medienvielfalt möchte zudem im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten eine neue Initiative unterstützen mit dem Ziel, dass im besten Fall schon im Jahre 2019 ein neues Medienprodukt für die Region Basel lanciert werden kann. Zurzeit werden verschiedene Optionen näher geprüft.

Die "Tageswoche", lanciert als Antwort auf die BaZ-Übernahme durch Christoph Blocher,  hatte mehrere Geburtsfehler. Das von den Redaktoren der ersten Stunde euphorisch gefeierte "Hybrid-Modell" – die Tagesaktualitäten online, die Hintergründe dazu in der wöchentlichen Printausgabe – war eine Fantasterei, die weder formal noch inhaltlich und finanziell Früchte tragen konnte.

Die Publikation war eine Fehlkonstruktion, die Personalpolitik teilweise verheerend: Kein Chefredaktor war angesichts der vielen Wechsel in der Lage, das Projekt zu stabilisieren. Den grössten Glaubwürdigkeitverlust erlitt die "Tageswoche" durch die mit an Flughäfen aufliegenden Gratisexemplaren geschönten Auflagezahlen. "Telebasel" hatte die Trickserei aufgedeckt. Die BaZ-gegnerische Aktion "Rettet Basel!" mit ihren urspränglich rund 18'000 Sympathisanten vermochte nichts zum Überleben der "Tageswoche" beizutragen. Der Niedergang war seit längerem absehbar.

Unsichere Basler Medienvielfalt

Ohne Zweifel hat die zugesicherte grösszügige Finanzierung durch die Mäzenin Beatrice Oeri zu einem gewissen Realitätsverlust geführt, der das absehbare Ende der Anfangsfinanzierung nicht wahrhaben wollte. Vor allem in der Anfangsphase war eine Vollmundigkeit in der Ansage nicht zu übersehen. Teilweise gute journalistische Einzelleistungen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inhalte insgesamt eher beliebig blieben. Dank generösen Finanzspritzen war die Belegschaft mit 30 Mitarbeitenden beachtlich ausgestattet. Zum Vergleich: OnlineReports verfügt über einen Festangestellten.

Der Verlust der "Tageswoche" ist nach der Pleite von "Barfi.ch" dennoch zu bedauern: Er bestätigt die instabile Basler Medienvielfalt, nachdem auch die "Basler Zeitung" ihre Souveränität an den Zürcher "Tamedia"-Verlag abgegeben hat.




Weiterführende Links:
- "TagesWoche": Die Nicht-Anti-BaZ ist da!
- U-Abo ist für Basel-Stadt ein Fünf-Millionen-Geschäft
- Beatrice Oeri: Spekulationsverbot per "Kantonsbeschluss"
- BaZ droht "TagesWoche" mit rechtlichen Schritten
- Beilagen-Streit mit BaZ: "TagesWoche" krebst zurück
- Weiterer Aderlass bei der "TagesWoche": Loser zum "Tagi"
- "TagesWoche": Probleme mit BaZ wegen Verlinkung
- TeleBasel: "TagesWoche" soll Auflage frisiert haben
- "TagesWoche": Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf
- Die Basler "TagesWoche" kommt nicht vom Fleck
- "TagesWoche": Ex-Chef Buess geht definitiv von Bord
- Abgänge bei der "Basler Zeitung" und der "TagesWoche"
- "Rettet Basel": Lauter BaZ-Protest vor kleinem Publikum
- Auflage-Trick: Verfahren gegen "TagesWoche" eingestellt
- Bahnerth vs. Buess: Der Showdown am Aeschenplatz
- Abgänge bei der "TagesWoche": Raz, Jäggi, Stöckli
- Der Fall von Sibel Arslan – SRG-konform gewichtet
- TagesWoche: Winter und Faust per sofort freigestellt
- BaZ-, BZ- und Tawo-Zahlen: Schwere Zeiten für Zeitungen
- Frehner, "Tageswoche", Gericht: Es hagelt Strafanzeigen
- Von der tatsächlichen und der fiktiven Basler Medienvielfalt
- Medien Region Basel: "TagesWoche" ist Abo-Zeitung Nummer zwei
- "TagesWoche": Das Whiskas-Syndrom an der Grünpfahlgassse
- Fallende Blätter: Die ungewisse Zukunft der Basler Medien-Vielfalt
- 20 Jahre OnlineReports: Ein Bildschirm, ein Logo und sonst nichts
- "Barfi.ch" ist pleite: Minus ein Basler Online-Medium
- "Prime News": Eine neue Internet-Zeitung ist online
- "Barfi.ch" offenbar in ernsthaften Finanz-Schwierigkeiten


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"Sinnlose Verschleuderung von Ressourcen"

Auch ein mit Idealismus gegründetes Medienprojekt kommt eben nicht drumherum, sich an markwirtschaftlichen Verhältnissen zu orientieren. Bei allen guten Absichten der Stifterin: Weniger Geld und mehr knallharte Vorgaben, innert nützlicher Frist selbsttragend zu werden, wären besser gewesen. Das Projekt hätte durchaus vom Anti-Blocher-BaZ-Momentum profitieren können, wenn ein vernünftiges Konzept bestanden hätte. Stattdessen haben sich die Macher vollmundig selbst gefeiert und in personellen Grabenkämpfen verzettelt.

Ich habe mein TagesWoche-Abo gekündigt, als zu Werbezwecken grüne Minifähnchen mit Bleifuss verschickt wurden - eine total sinnlose Verschleuderung von Ressourcen! Dazu ein Brief mit Ansprache auf Pfadfinderniveau, passend zum Pfadi-Fähnchen. Wobei ich nichts gegen Pfadi sagen will, aber die sind nun mal kein Medienunternehmen. Auch inhaltlich hat mich die TagesWoche nicht überzeugt, eine klare Linie war nicht erkennbar.

Wenn nun tatsächlich ein neues Medienprojekt in der Pipeline ist, kann frau nur hoffen, dass es die Fehler der TagesWoche nicht wiederholt, sondern sich von Anfang an auf die schwierigen Gegebenheiten des Medienmarktes einstellt. Realismus in der Finanzierung, Idealismus und Kompetenz in der redaktionellen Leistung – das wäre vielleicht eine gangbare Leitlinie.


Esther Murbach, Basel



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Frisch pubertiert

Nicht nur "fräch und härzig"
RückSpiegel


Die Basler Zeitung äusserte sich in einer Gerichtsberichterstattung über einen "Sexverbrecher" (so die BaZ) kritisch über OnlineReports.

Telebasel und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über das Bordell in der Schillerstrasse auf einen OnlineReports-Bericht.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung, 20 Minuten, die Nachrichtenagentur SDA, das SRF-Regionaljournal und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Unfall an der Parking-Baustelle beim Kunstmuseum auf.

Die OnlineReports-Recherche über die Zukunft des Basler "Viertel-Kreis" wurde von der Gundeldinger Zeitung aufgenommen.

Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.