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Das Aus: Die "Tageswoche" stellt ihren Betrieb ein

Sieben Jahre nach ihrem ersten Erscheinen stellt die Basler "Tageswoche" ihren Betrieb ein. Weder Printausgabe noch die Online-Plattform erwiesen sich als marktfähig.
Basel, 5. November 2018

Die "Stiftung für Medienvielfalt" als Herausgeberin der "Tageswoche" gab den Schliessungs-Entscheid heute Montagabend bekannt. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse werden aufgehoben. Betroffen sind 30 Mitarbeitende. Ein "grosszügiger Sozialplan" soll die Härten abfedern. Die Betreiberin der TagesWoche, die "Neue Medien Basel AG", wird liquidiert.

Die Online-Plattform verschwindet im Lauf dieses Monats, während die Printausgabe am 16. November zum letzten Mal erscheint.

Defizit immer noch weit über einer Million

Zum Start im Oktober 2011 war die "Tageswoche" von der Stiftung mit mindestens vier Millionen Franken – genaue Zahlen wurden nie genannt – unterstützt worden. 2016 reduzierte die Stiftung ihre Unterstützung auf jährlich eine Million Franken, "da sie nicht auf Dauer die bisherige Finanzierung aufrechterhalten kann", wie es in der Medienmitteilung heisst.

Doch den Betreibern gelang es trotz Stellenabbau, neuem Businessplan, nur noch zweiwöchigem Erscheinen der Printausgabe und abgespecktem Online-Auftritt nicht, innerhalb von drei Jahren neue Einnahmequellen zu finden und letztlich eine langfristige marktwirtschaftliche Finanzierung zu schaffen. Noch immer bleibt ein Defizit, das eine Million Franken "bei weitem übersteigt". Somit sei die Schliessung "unvermeidlich" geworden.

Ein neues Medienprojekt in der Pipeline

Die Stiftung für Medienvielfalt möchte zudem im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten eine neue Initiative unterstützen mit dem Ziel, dass im besten Fall schon im Jahre 2019 ein neues Medienprodukt für die Region Basel lanciert werden kann. Zurzeit werden verschiedene Optionen näher geprüft.

Die "Tageswoche", lanciert als Antwort auf die BaZ-Übernahme durch Christoph Blocher,  hatte mehrere Geburtsfehler. Das von den Redaktoren der ersten Stunde euphorisch gefeierte "Hybrid-Modell" – die Tagesaktualitäten online, die Hintergründe dazu in der wöchentlichen Printausgabe – war eine Fantasterei, die weder formal noch inhaltlich und finanziell Früchte tragen konnte.

Die Publikation war eine Fehlkonstruktion, die Personalpolitik teilweise verheerend: Kein Chefredaktor war angesichts der vielen Wechsel in der Lage, das Projekt zu stabilisieren. Den grössten Glaubwürdigkeitverlust erlitt die "Tageswoche" durch die mit an Flughäfen aufliegenden Gratisexemplaren geschönten Auflagezahlen. "Telebasel" hatte die Trickserei aufgedeckt. Die BaZ-gegnerische Aktion "Rettet Basel!" mit ihren urspränglich rund 18'000 Sympathisanten vermochte nichts zum Überleben der "Tageswoche" beizutragen. Der Niedergang war seit längerem absehbar.

Unsichere Basler Medienvielfalt

Ohne Zweifel hat die zugesicherte grösszügige Finanzierung durch die Mäzenin Beatrice Oeri zu einem gewissen Realitätsverlust geführt, der das absehbare Ende der Anfangsfinanzierung nicht wahrhaben wollte. Vor allem in der Anfangsphase war eine Vollmundigkeit in der Ansage nicht zu übersehen. Teilweise gute journalistische Einzelleistungen konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Inhalte insgesamt eher beliebig blieben. Dank generösen Finanzspritzen war die Belegschaft mit 30 Mitarbeitenden beachtlich ausgestattet. Zum Vergleich: OnlineReports verfügt über einen Festangestellten.

Der Verlust der "Tageswoche" ist nach der Pleite von "Barfi.ch" dennoch zu bedauern: Er bestätigt die instabile Basler Medienvielfalt, nachdem auch die "Basler Zeitung" ihre Souveränität an den Zürcher "Tamedia"-Verlag abgegeben hat.




Weiterführende Links:
- "TagesWoche": Die Nicht-Anti-BaZ ist da!
- U-Abo ist für Basel-Stadt ein Fünf-Millionen-Geschäft
- Beatrice Oeri: Spekulationsverbot per "Kantonsbeschluss"
- BaZ droht "TagesWoche" mit rechtlichen Schritten
- Beilagen-Streit mit BaZ: "TagesWoche" krebst zurück
- Weiterer Aderlass bei der "TagesWoche": Loser zum "Tagi"
- "TagesWoche": Probleme mit BaZ wegen Verlinkung
- TeleBasel: "TagesWoche" soll Auflage frisiert haben
- "TagesWoche": Staatsanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf
- Die Basler "TagesWoche" kommt nicht vom Fleck
- "TagesWoche": Ex-Chef Buess geht definitiv von Bord
- Abgänge bei der "Basler Zeitung" und der "TagesWoche"
- "Rettet Basel": Lauter BaZ-Protest vor kleinem Publikum
- Auflage-Trick: Verfahren gegen "TagesWoche" eingestellt
- Bahnerth vs. Buess: Der Showdown am Aeschenplatz
- Abgänge bei der "TagesWoche": Raz, Jäggi, Stöckli
- Der Fall von Sibel Arslan – SRG-konform gewichtet
- TagesWoche: Winter und Faust per sofort freigestellt
- BaZ-, BZ- und Tawo-Zahlen: Schwere Zeiten für Zeitungen
- Frehner, "Tageswoche", Gericht: Es hagelt Strafanzeigen
- Von der tatsächlichen und der fiktiven Basler Medienvielfalt
- Medien Region Basel: "TagesWoche" ist Abo-Zeitung Nummer zwei
- "TagesWoche": Das Whiskas-Syndrom an der Grünpfahlgassse
- Fallende Blätter: Die ungewisse Zukunft der Basler Medien-Vielfalt
- 20 Jahre OnlineReports: Ein Bildschirm, ein Logo und sonst nichts
- "Barfi.ch" ist pleite: Minus ein Basler Online-Medium
- "Prime News": Eine neue Internet-Zeitung ist online
- "Barfi.ch" offenbar in ernsthaften Finanz-Schwierigkeiten


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"Sinnlose Verschleuderung von Ressourcen"

Auch ein mit Idealismus gegründetes Medienprojekt kommt eben nicht drumherum, sich an markwirtschaftlichen Verhältnissen zu orientieren. Bei allen guten Absichten der Stifterin: Weniger Geld und mehr knallharte Vorgaben, innert nützlicher Frist selbsttragend zu werden, wären besser gewesen. Das Projekt hätte durchaus vom Anti-Blocher-BaZ-Momentum profitieren können, wenn ein vernünftiges Konzept bestanden hätte. Stattdessen haben sich die Macher vollmundig selbst gefeiert und in personellen Grabenkämpfen verzettelt.

Ich habe mein TagesWoche-Abo gekündigt, als zu Werbezwecken grüne Minifähnchen mit Bleifuss verschickt wurden - eine total sinnlose Verschleuderung von Ressourcen! Dazu ein Brief mit Ansprache auf Pfadfinderniveau, passend zum Pfadi-Fähnchen. Wobei ich nichts gegen Pfadi sagen will, aber die sind nun mal kein Medienunternehmen. Auch inhaltlich hat mich die TagesWoche nicht überzeugt, eine klare Linie war nicht erkennbar.

Wenn nun tatsächlich ein neues Medienprojekt in der Pipeline ist, kann frau nur hoffen, dass es die Fehler der TagesWoche nicht wiederholt, sondern sich von Anfang an auf die schwierigen Gegebenheiten des Medienmarktes einstellt. Realismus in der Finanzierung, Idealismus und Kompetenz in der redaktionellen Leistung – das wäre vielleicht eine gangbare Leitlinie.


Esther Murbach, Basel



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"... oder man sucht Nebenflüsse, auf denen man noch fahren kann, wie die Donau oder auf der Mosel"

Regionaljournal Basel
Basler Schifffahrts-Sprecher
André Auderset
am 22. Oktober 2018
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Aus Urkleinbasler Optik ist die Donau als Nebenfluss des Rheins durchaus denkbar.

RückSpiegel


Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Der Basler Zeitung fiel in einem Leserbrief in OnlineReports auf, dass der frühere Baselbieter Polizeisprecher auf der SVP-Liste für den Landrat kandidiert.

Telebasel, nau.ch und 20 Minuten bezogen sich in ihren Beiträgen über Sachbeschädigungen gegen die Jüdische Genossenschafts-Metzgerei auf OnlineReports.

Im Interview mit Claudia Sigel geht die Basler Zeitung auf eine Aussage der Baselbieter CVP-Präsidentin Brigitte Müller in einem OnlineReports-Interview ein.

In ihrem Bericht über das Ja der Wettbewerbs-Kommission zur Übernahme der "Basler Zeitung" durch Tamedia erwähnt die NZZ auch OnlineReports.

Die BZ Basel, Telebasel und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-Nachricht vom Tod der FCB-Legende Peter Ramseier auf.

Prime News geht in ihrem Überblick über die Perspektiven des Medienplatzes Basel auch auf OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

persoenlich.com erwähnte OnlineReports und seine frühere Praktikantin Valerie Zaslawsky im Zusammenhang mit ihrem Weggang bei der NZZ und ihrem Umzug nach Berlin, wo sie als Freie Journalistin arbeitet.

In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.

Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.