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Gemeinden können Websites künftig selbst aktualisieren

Der Kanton Baselland bietet den Gemeinden ein neues Hosting-Modell für ihre Websites an. Nicht alle bisherigen Kommunen machen mit: Einige sprangen ab, aber es kamen auch neue hinzu.
Liestal/Oltingen, 30. Dezember 2017

Grössere Baselbieter Gemeinden oder solche, die Wert auf einen gepflegten Aussenautritt legen, betrieben schon bisher ihre eigene Website.

24 Gemeinden aber schlüpften beim Kanton unter: In der einheitlichen Layout-Maske des kantonalen Auftritts präsentieren sie sich voneinander kaum unterscheidbar, inhaltlich lieblos auf das Nötigste beschränkt – und erst noch in einer Aufmachung, die an die Anfänge des Internets erinnert. In den Tabs erscheint nicht einmal zuerst der Name der Gemeinde, sondern jener des Kantons.

Zum Preis von jährlich 950 Franken – äusserst günstig für die Gemeinden – hostet der Kanton die Gemeinde-Websites bisher nicht nur, er aktualisiert sie auch: Die Gemeindeverwaltungen liefern neue Inhalte, das Webteam der Landeskanzlei pflegt sie in die Seite ein.

Aktualisierung Sache der Gemeinden

Vor Jahresfrist unterzog der Kanton seine Plattform einer grundlegenden Auffrischung, die sowohl durch eine bessere Benutzerführung als auch durch ein frischeres Erscheinungsbild besticht.

Im Zuge dieser Renovation wird nun auch das Hosting-Modell einer grundlegenden Änderung unterzogen, wie "Liestal" vor einem halben Jahr informierte: Auch das Gemeinde-Modul wurde dem kantonalen Gestaltungsmuster angepasst und die Kommunen können ihre Webseiten weiterhin beim Kanton hosten lassen. Der entscheidende Unterschied aber: Künftig müssen die Gemeinden ihre Auftritte selbst aktualisieren.

Dies hat für sie den Vorteil, dass sie bei Bedarf schneller und flexibler reagieren können. Anderseits fällt der Aktualisierungsaufwand künftig bei den Gemeinden an, während er die Ressourcen der Landeskanzlei entlastet. Die jährlichen Kosten sinken auf 750 Franken jährlich; die einmalige Einrichtungsgebühr beträgt 1'500 Franken. Als erste und bisher einzige neue Website ist jene von Oltingen (Bild) online.

Vier sprangen ab, vier kamen dazu

20 der 24 Gemeinden machen auch beim neuen Kantons-Angebot mit. Vier Gemeinden – unter ihnen Gelterkinden, Bubendorf und Niederdorf – sind abgesprungen, um künftig auch mit eigenen Auftritten zu glänzen. Gelterkinden, dessen Status-Konkurrent Sissach bereits eine nette eigene Website führt, hat den Auftrag dazu an die Firma Talus Informatik AG in Wiler bei Seedorf BE vergeben.

"Gleichzeitig kamen vier neue Gemeinden hinzu", sagte der Zweite Landschreiber Nic Kaufmann am Freitag gegenüber OnlineReports.ch. Am 26. Januar werden die Gemeinde-Verantwortlichen geschult, im Verlauf des Monats März gehen die neu gestalteten Gemeinde-Sites online.

Wie Kaufmann weiter erklärte, haben beim Kanton auch Bürgergemeinden angefragt, ob sie sich dem Modell anschliessen könnten. "Wir lehnten dies aber ab, weil wir den privaten Markt nicht konkurrenzieren wollen."

Schmucke Frontseite braucht auch Inhalte

Dass sich die Gemeinden um eigene unverwechselbare Web-Auftritte bemühen, ist erfreulich, da diese mehr und mehr zu einem wichtigen Aushängeschild werden. Allerdings ist es mit der schmucken Visitenkarte nicht getan: Enthält die kommunale Website nicht bürgernah und übersichtlich die relevanten Informationen, fehlen Links, Mail-Adressen und Telefonnummern, und enthält sie veraltete Informationen, dann kann sich der Eindruck schnell ins Gegenteil verkehren.

Auch am Beispiel der aufgefrischten Website von Oltingen sind Mängel erkennbar. Im Tab erscheint nicht das Oltinger Wappen, sondern der Baselbieterstab. Ausserdem wechseln die animierten Bilder auf der Frontseite zu schnell. Auch hat dort unter dem Titel "Aktuelles aus Oltingen" die Einbruch-Prävention der Polizei Basel-Landschaft nichts zu suchen. Dass der Kanton hingegen am Fuss der Seite mit einigen wichtigen Links diskret präsent ist, ist in dieser Form sinnvoll und mit der Auftritts-Autonomie der Gemeinde vereinbar.



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