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Initiative gegen Pauschal-Besteuerung im Baselbiet

Die Debatte um die Pauschalbesteuerung superreicher ausländischer Bürgerinnen und Bürger erreicht jetzt auch das Baselbiet: Die SP lanciert eine Initiative, mit der die Pauschalbesteuerung abgeschafft werden soll.
Liestal, 4. Februar 2010

"Schluss mit den Steuerprivilegien", ist die Initiative unterschrieben, die die SP heute Donnerstagnachmittag in Liestal vorstellte. Geplant ist eine formulierte Gesetzesinitiative, die eine "Gleichbehandlung von schweizerischen und ausländischen Steuerzahlenden verlangt.

Gesetzesabschnitt ersatzlos streichen

Laut heutiger Version des Steuergesetzes haben natürliche Personen, die erstmals oder nach mindestens zehnjähriger Landesabwesenheit steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz nehmen und hier keine Erwerbstätigkeit ausüben, "das Recht, bis zum Ende der laufenden Steuerperiode anstelle der Einkommens- und Vermögenssteuer eine Steuer nach dem Aufwand zu entrichten". Umstritten ist der nun folgende Absatz: "Haben diese Personen nicht das Schweizer Bürgerrecht, so steht ihnen das Recht auf Entrichtung der Steuer nach dem Aufwand auch weiterhin zu." Dieser Satz soll nach dem Willen des Volksbegehrens ersatzlos gestrichen werden.

Das bedeutet: Reiche Ausländer sollen das Privileg der (günstigen) Pauschalbesteuerung verlieren. Laut dem SP-Kantonalpräsidenten und Gelterkinder Landrat  Martin Rüegg (Bild) ist die Finanz- und Steuerpolitik der vergangenen Jahre "mitverantwortlich" für das zunehmende Auseinanderklaffen der schweizerischen Gesellschaft. Eine auf Ausgleich bedachte Finanz- und Steuerpolitik wäre aber "ein gutes Mittel, die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter öffnen zu lassen". Die Initiative der Baselbieter SP liege "ganz auf der Linie der Mutterpartei und ihrer Steuergerechtigkeitspolitik", die einen "fairen Mindeststeuersatz" für hohe Einkommen und grosse Vermögen und die Abschaffung "degressiver Steuermodelle".

Brassel: Ballmers Argument "absurd"

Dem Ziel der Baselbieter Initiative ist der Kanton Zürich mit der Abschaffung der Pauschalbesteuerung schon vorausgegangen. Im Baselbiet ist das Problem an sich nicht dringend: Von den 170'000 Steuerzahlenden profitieren derzeit nur sieben superreiche Ausländer von der Pauschalbesteuerung.

Der Prattler Landrat Ruedi Brassel sagte gegenüber OnlineReports, die angestrebte Baselbieter Regelung solle mithelfen zu verhindern, dass beispielsweise bisher im Kanton Zürich Pauschalbesteuerte einfach in einen andern Kanton ausweichen, der dieses Steuerprivileg noch pflegt. Das Argument des freisinnigen Finanzdirektors Adrian Ballmer, die Abschaffung der Pauschalbesteuerung wäre "ein Nachteil im Standortwettbewerb", sei absurd. Denn "vermutlich wäre gar mit Mehreinnahmen zu rechnen, wenn nur eine der heute pauschalbesteuerten Personen im Baselbiet bliebe", sagte Brassel.

Neu ist der Inhalt der Initiative nicht. Schon im März letzten Jahres hatte Brassel im Landrat eine parlamentarische Initiative für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung eingereicht. Doch die bürgerliche Mehrheit lehnte den Vorstoss Ende Oktober ab. Anders die Entwicklung im Kanton Basel-Stadt: Dort wurde eine analoge Motion an die Regierung überwiesen.



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Andrea Strahm

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"FÜR ONLINEREPORTS RECHERCHIERFONDS, ALS
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