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"Wir hören nichts und wissen nichts": Vom Bau Betroffene Schneider, Siegrist

Die neue WB und der Strassenplan mitten durch die Tankstelle

Hölsteiner Garage-Besitzer Kurt Schneider ist erbost über Planung bei Erneuerung der Waldenburgerbahn


Von Peter Knechtli


Ende 2022 soll die neue Waldenburgerbahn (WB) eröffnet werden. Linien-Verlegungen tangieren auch Liegenschafts-Besitzer, was bisher kein öffentliches Thema war. Jetzt meldet sich der Hölsteiner Gewerbetreibende Kurt Schneider (86) zu Wort: Er befürchtet, er müsse seine Tankstelle aufgeben. Die Bahnbesitzerin dementiert und beruft sich auf neuste Pläne.


Es geht laut zu und her, oben im Büro an der Hauptstrasse 15 in Hölstein. Kurt Schneider ist der Senior-Chef der Firma Auto Schneider, zu der eine Garage und eine Tankstelle gehört. Der rüstige Rentner ist immer noch aktiv und kümmert sich um die Interessen seines Betriebs, der von seinem Sohn geführt wird. Er holt Akten aus dem Ordnerschrank, zieht einen Plan und wenig Papier hervor. "Du, Deine Tankstelle kommt dann weg", habe ihm ein Bekannter gesagt, der erste Pläne gesehen hatte, was drohen könnte.

Ein Strich quer über die Tankstelle

"Ich kann aber nichts unternehmen, solange ich nichts weiss", entfährt es dem alteingesessenen Dorfbewohner. Nur so viel weiss er: Seine Liegenschaft liegt direkt an der WB-Haltestelle "Hölstein", in deren Bereich beim Neubau der von 75 Zentimetern auf einen Meter verbreiterten Linienführung auch die angrenzende Strasse verschoben werden muss. Kurt Schneider (Bild) zeigt mir einen Plan, auf dem die Strasse quer über den Vorplatz seiner Tankstelle führt.

Am 9. August letzten Jahres war er mit der Projektleitung der Bauherrin Baselland Transport AG (BLT) zusammengesessen, wobei es generell um "Informationen betreffend Landerwerb" (so das Protokoll) ging. Einen guten Monat später fand in der dörflichen Mehrzweckhalle eine Informationsveranstaltung über das insgesamt 300 Millionen Franken teure Bauprojekt in der Talschaft statt. Die Auswirkungen des Bauwerks auf Land- und Hauseigentümer seien "kein Thema" gewesen.

"Hintendruch erfahren"

Vergangenen Juli erhielt Schneider einen Brief von der BLT, der die WB seit kurzem gehört. Darin kündigt sie an, sie sei "weiterhin darauf bedacht, nur die zwingend notwendigen Flächen für die Erneuerung der Waldenburgerbahn zu beanspruchen". Diesen September oder Oktober werde ein neuer Termin zur Besprechung der aktualisierten Pläne vereinbart.

Seither herrscht wieder Stille, ein Termin ist derzeit noch nicht vereinbart. Und Kurt Schneider sitzt auf Nadeln. Auch sein Nachbar, der Holzbau-Unternehmer Paul Wysler, dessen Geschäft auch an die Hauptstrasse grenzt, weiss noch nichts Verbindliches über die möglichen Veränderungen auf seiner Parzelle. Urspüngliche Pläne zeigten eine neue Strassenlinien-Führung, die über eine Ecke seiner Liegenschaft führt. "Hintendurch, nicht offiziell" habe er aber inzwischen erfahren, dass diese Pläne nicht mehr gültig seien und "die Hausecke nicht mehr angerührt" werde.

Zur Enteignung bereit

Auch der Hölsteiner Gartenbauer Christian Siegrist, der sich im Gespräch mit OnlineReports ebenfalls in Schneiders Büro aufhält, wird plötzlich auch phonstark. Je nach Ausführung der mit einem Aufwand von 300 Millionen Franken erneuerten, 13 Kilometer langen Bahnstrecke im Bereich der neuen Haltestelle "Unterfeld", die die bisherigen Stationen "Hölstein Süd" und "Weidbächli" ersetzen soll, müsste er seinen Firmenparkplatz aufgeben. Der gelernte Geleisemonteur rechnet schon mal seinen Zeitverlust auf der Strasse vor, wenn Lastwagen grosse Mengen Schotter verschieben.

Uns bleibt nicht erschlossen, wie real Kurt Schneiders Ängste begründet sind, oder ob er schlicht pokert, um möglichst günstige Konditionen herauszuholen. Schon vor zwei Jahrzehnten, bei einer damaligen Korrektion der Hauptstrasse, musste er Land abtreten. "Ich will einfach mein Land und den Wert meiner Liegenschaft erhalten", sagt er in Rage und fügt als Ausdruck seiner Entschlossenheit an: "Ich liesse es auf eine Enteignung ankommen."

BLT gibt positive Signale

Vermutlich wird es gar nie so weit kommen. Denn seine Befürchtungen beruhen auf der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016. Basierend darauf sei die Planung weitergeführt und optimiert worden, wie Alfred Schödler, der Betriebs- und Technik-Chef der BLT gegenüber OnlineReports erklärte. Der aktuelle Planungsstand wird in den nächsten Tagen mit den Gemeindebehörden besprochen.

Danach seien "keine Einschränkungen des Tankstellenbetriebes" erforderlich. Die BLT kämpfe um "jeden Quadratzentimeter, der nicht zusätzlich gebraucht wird" und werde mit den Liegenschaftsbesitzern einen "offenen Dialog" führen. Im Fall der Garage Schneider werde es vermutlich "zu einem Nullsummenspiel kommen".

Anerkennung für saubere Züge

Ebenso bestätigte Schödler, dass im Falle der Liegenschaft Holzbau Wysler die Haus-Ecke nicht tangiert werde. Im Falle von Gartenbauer Siegrist sei zutreffend, dass der heutige Firmenplatz "für den Neubau der Haltestelle 'Hölstein Unterfeld' benötigt" werde.

So wie die aktuelle Recherche von OnlineReports ergibt, dürften die Anrainer Schneider und Wysler aufatmen können. "Wenigstens eines" attestiert Kurt Schneider der Bauherrin schon heute: "Seit die Waldenburgerbahn der BLT gehört, sind die Züge hell und sauber, die Scheiben geputzt und man sieht, wer drin ist."

11. Oktober 2017

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Weitere RückSpiegel

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"In der Elsässerstrasse kam es zu einem Unfall mit Salzsäufer."

BaZ online
vom 20. Februar 2018
über einen Salzsäure-Unfall
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Vielleicht hat auch der Redaktor Salz gesoffen.

In einem Satz


• Der Frauenanteil in den Aufsichtsgremien von staatsnahen baselstädtischen Betrieben liegt per 1. Januar 2018 bei 40,9 Prozent und übertrifft somit die geforderten 33,3 Prozent deutlich.

• Da SP-Landrat Hannes Schweizer per 31. März als Präsident der Bau- und Planungskommission zurückritt, schlägt die SP-Fraktion als seinen Nachfolger den Frenkendörfer Urs Kaufmann vor.

• Die SP Pratteln-Augst-Giebenach lanciert eine Petition zur Erhaltung des Schalters der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) in Pratteln.

BaselArea.swiss wird ab März im Mandat die Geschäftsführung des Switzerland Innovation Park Basel Area AG übernehmen.

Thomas Kessler, der frühere Basler Stadt- und Kantonsentwickler, wird Leiter eines von den AZ Medien für die "BZ Basel" ins Leben gerufenen Publizistischen Beirats.

• Nach Vandalenakten und einer Einbruchserie fordert die Riehener CVP von den Behörden "endlich die wirksame Umsetzung längst bekannter Forderungen" zur Erhöhung der Sicherheit.

• Der Münchensteiner Gemeinderat hat die Durchführung des "Tension Festivals" vom 31. Juli im Gartenbad St. Jakob sowie auf den angrenzenden Volleyball-Feldern unter Lärmauflagen bewilligt, nachdem letztes Jahr zahlreiche Beschwerden eingegangen waren.

Hans-Peter Ulmann, seit 1996 CEO von Psychiatrie Baselland, tritt auf 30. Juni 2019 in den Ruhestand.

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• Die Gemeinde Allschwil plant eine Erneuerung und Erweiterung der Parkanlage sowie rund 140 Wohnungen auf dem Areal Wegmatten zwischen Baselmattweg und Bachgraben.

Thomas Bretscher wird ab 1. Februar neuer Geschäftsführer des "Business Park Laufental & Thierstein" und damit Nachfolger von Daniel Fiechter.

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