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"Ganz klar auf den Tisch": Basler CVP-Präsidentin Strahm

"Ein solcher Zickenkrieg schadet natürlich einer Partei"

Die Basler CVP-Präsidentin Andrea Strahm über den überraschenden Partei-Austritt des Riehener Gemeinderates Daniel Albietz


Von Peter Knechtli


Der Riehener CVP-Gemeinderat Daniel Albietz hat gestern Dienstag aus heiterem Himmel den Partei-Austritt erklärt. Die Basler CVP-Präsidentin Andrea Strahm wirft dem Abtrünnigen jetzt vor, die Partei schwächen zu wollen im Interesse seiner eigenen politischen Zukunft.


OnlineReports: Wie haben Sie in der Nacht auf heute geschlafen?

Andrea Strahm: Gut. Ich habe zum Glück einen guten Schlaf.

OnlineReports: Für wie gravierend halten Sie den Partei-Austritt von Daniel Albietz?

Strahm: Ich finde die Art und Weise schade, wie er seinen Austritt nach aussen kommuniziert hat, wenn es um interne Probleme geht. Ein solcher Zickenkrieg schadet natürlich einer Partei.

OnlineReports: Wurden Sie von Daniel Albietz zuvor über seinen Austritt regulär informiert?

Strahm: Kurzfristig, nämlich am gleichen Morgen wie die Medien am Nachmittag.

OnlineReports: Hat Daniel Albietz das Gespräch mit der Parteileitung gesucht?

Strahm: Nein, nie.

OnlineReports: Das heisst, die Parteileitung und Sie als Präsidentin sind von seinem Austritt überrascht worden?

Strahm: Ja. In Gesprächen mit Parteileitungs-Mitgliedern konnte mir niemand sagen, wo an den relativ unspezifiziert ausgesprochenen Vorwürfen von Daniel Albietz Fleisch am Knochen ist.

OnlineReports: Herrscht in der CVP Basel-Stadt ein Links-Rechts-Konflikt?

Strahm: Nein, eigentlich nicht. Fraktion und Parteileitung sassen kürzlich zusammen, um grundsätzlich eine bürgerliche Zusammenarbeit für die Regierungsratswahlen anzustreben. Da fand eine einhellige Meinungsbildung statt, an der Daniel Albietz auch dabei war. Ich sehe nicht, wo die Probleme liegen sollen in jener Thematik, die er anspricht.

OnlineReports: Das heisst, es kommt zu einer bürgerlichen Zusammenarbeit, SVP inbegriffen?

Strahm: Die SVP ist die grösste bürgerliche Partei. Wir können und wollen die SVP nicht übergehen. Aber der Entscheid liegt bei der Parteiversammlung.


"Daniel Albietz betreibt ein Scheingefecht,
er will die CVP schwächen."



OnlineReports: Ist der Albietz-Entscheid eine singuläre Aktion oder symptomatisch für einen Richtungs-Konflikt innerhalb der Basler CVP?

Strahm: Ich sehe dies als singuläre Aktion von Daniel Albietz. Er hat dafür sicher seine Gründe. Aber die kennen wir im Moment nicht.

OnlineReports: Erwarten Sie weitere Austritte?

Strahm: Nein.

OnlineReports: Wie gut können Sie persönlich mit andern Meinungen umgehen?

Strahm: Ich versuche innerhalb der Partei wirklich jeden ernst zu nehmen und für jeden zur Verfügung zu stehen. Aber Parteiführung im demnächst dritten Wahljahr in Folge ist harte Knochenarbeit. Da bin ich natürlich gefordert.

OnlineReports: Albietz warf Ihnen indirekt vor, für seine Anliegen kein Gehör gehabt zu haben.

Strahm: Das kann ich nicht nachvollziehen, ebenso wenig andere Parteileitungsmitglieder, die erreichbar waren. Tatsächlich gab es bei der Fassung der Parole zur Präimplantations-Diagnostik nur eine Information und keine kontradiktorische Diskussion – wie übrigens aus Zeitgründen immer wieder bei Parolenfassungen. Da hat aber jeder die Möglichkeit, sich zu melden und seiner Meinung Ausdruck zu verleihen.

OnlineReports: Was könnte sein Motiv sein?

Strahm: Daniel Albietz betreibt hier ein Scheingefecht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er andere Ziele verfolgt, und dass es ihm darum geht, die CVP zu schwächen, um seine Schachfiguren für seine politische Zukunft optimal aufzustellen.

OnlineReports: Woran denken Sie dabei?

Strahm: Wenn es Daniel Albietz wirklich um die Problematik geht, die er anspricht, hätte er sie intern lösen und eine Aussprache mit dem Vorstand verlangen können. Das machte er nicht. Er ging mit einem Paukenschlag in die Öffentlichkeit und schwächt damit vor allem die CVP und nicht mich. Das muss seinen Grund haben. Er taktiert ...

OnlineReports: ... mit welchem Ziel?

Strahm: Sich zu seinem Vorteil politisch anders aufzustellen.

OnlineReports: Albietz machte gewisse Positionen der CVP Schweiz wie jene zur Präimplantations-Diagnostik geltend und stört sich daran, dass die CVP Basel-Stadt ihnen nicht folgt. Wie weit fühlt sich die Basler CVP an die Haltung der CVP Schweiz gebunden?

Strahm: Wir sind grundsätzlich frei. Es ist in dieser Frage ein Meinungswechsel in Richtung Menschlichkeit und Toleranz in der ganzen CVP spürbar – nicht nur in Basel-Stadt. Wir machen ja Sachpolitik und nicht Ideologie-Politik. Ich sage immer wieder: Wir sind eine Partei und keine Religionsgemeinschaft. Dabei haben wir nach wie vor die christlichen Werte als Basis und gedenken nicht, sie aufzugeben.

OnlineReports: Fühlen Sie sich vom Vorstand und der Basis der Kantonalsektion getragen?

Strahm: Von der Basis sicherlich, da ich ja von einer grossen Mehrheit gewählt wurde. Den Vorstand werde ich jetzt begrüssen, um zu vermeiden, dass sich solches wiederholt. Ich muss wissen, ob hier wirklich noch jemand die Faust im Sack macht und nicht mit mir redet. Es muss hier alles ganz klar auf den Tisch, das noch motten könnte.

30. Dezember 2015

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"Auf Fahrt ins Depot: Tram fuhr plötzlich auf zwei Schienen"

OnlineReports.ch
Schlagzeile vom
14. März 2017
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... nachdem in Basel bekanntlich Monorail gefahren wurde.

"Und übrigens ..."

Gegen Eliten und Sunniten
RückSpiegel


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Die Nachricht über den Abbruch der Gelterkinder Rahmtäfeli-Fabrik wurde von der Volksstimme aufgenommen.

Die Sissacher Volksstimme, die Basler Zeitung und 20 Minuten nahmen die OnlineReports-News über den Bolzenschuss im Gelterkinder Ortskern auf.

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Die Basellandschaftliche Zeitung griff die OnlineReports-News über den Sammelerfolg des Referendums gegen Alkohol in Jugendzentren auf.

Die OnlineReports-Story über Andrea Strahm und die Präsidiums-Suche der Basler CVP nahmen das SRF-Regionaljournal, die TagesWoche, die Basler Zeitung und die BZ Basel auf.

Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ online nahmen die OnlineReports-News über den Austritt Daniel Goepferts aus dem Basler Grossen Rat auf.

In ihrem Kommentar über "Die Arroganz der Basler Regierung" (Schlagzeile) nahm die Basler Zeitung Bezug auf eine Schilderung in OnlineReports.

SRF online bezog sich in ihrem Bericht über den ASE-Prozess auf OnlineReports.

Für ihre Sendungen "10vor10" und "Schweiz aktuell" holte das Schweizer Fernsehen Statements bei OnlineReports ein.

Die BZ Basel und 20 Minuten online bezogen sich in ihren Artikel über die Basler CVP-Präsidentin Adrea Strahm auf ihre Kolumnen in OnlineReports.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht über Platzprobleme des neuen BVB-"Flexity"-Trams am Basler Aeschenplatz auf.

In seinem Bericht über den Anlage-Skandal der ASE Investment ging die Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens auf die Rolle von OnlineReports bei der Enthüllung des Schwndels ein.

In seinem Bericht über das von Handwerker-Autos besetzte Trottoir in der Basler Centralbahnstrasse nahm das SRF-Regionaljournal auf einen früheren OnlineReports-Artikel Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, das SRF-Regionaljournal, 20 Minuten online und die SDA nahmen den OnlineReports-Bericht über die Verurteilung des Rappers Ensy auf.

Die Volksstimme beschrieb, wie Peter Knechtli vor 30 Jahren die Brand-Katastrophe von Schweizerhalle erlebte.

Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Ivo Corvini-Mohn wird neuer Präsident des Personal-Verbandes Polizei Basel-Landschaft (PVPBL) als Nachfolger von Sven Oppliger.

• Der Basler Gewerbeverband hat die beiden Initiativen "Zämme fahre mir besser" mit 3'811 Unterschriften und "Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer" mit 3'917 Unterschriften im Rathaus eingereicht.

Riehen muss den Kunstrasen auf der Grendelmatte ersetzen, wofür dem Einwohnerrat ein Kredit von 520’000 Franken beantragt wird.

• Die frühere Baselbieter Juso-Copräsidentin Samira Marti (Ziefen) wird Vizepräsidentin der SP-Kantonalpartei, wobei sie den ehemaligen Juso-Präsidenten Florian Schreier (Birsfelden) ersetzt.

• Die Kantonstierärzte der beiden Basel haben die regionalen Verfügungen über die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe als abgeschlossen erklärt.

Thomas Mächler wird Anfang April neuer Bereichsleiter Jugend, Familie und Sport (JFS) im Basler Erziehungsdepartement als Nachfolger von Hansjörg Lüking, der das Departement im Januar verlassen hat.

• Weil für sie keine Ersatzteile mehr verfügbar sind, treten demnächst 111 Betten aus dem Rehab Basel, die 2002 beschafft wurden, ihre Reise in die Slowakei an.

Stephan Wetterwald wird neuer Vorsitzender der Geschäftsleitung der Baselbieter Pensionskasse und damit Nachfolger von Hans Peter Simeon, der Ende November in den Ruhestand tritt.

• Die Stadt Basel hat den Zuschlag für die Durchführung des Eidgenössischen Jodlerfestes im Jahr 2020 erhalten, wodurch sich vom 26. bis 28. Juni jenes Jahres rund 12'000 aktive Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger treffen werden.

• Der FC Basel hat mit seinem 32-jährigen Mittelfeldspieler Davide Callà den ursprünglich bis zum 30. Juni 2017 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Die Baselbieter Jungsozialisten (Juso) haben Ronja Jansen (21) und Nils Jocher (20), beide aus Frenkendorf, einstimmig als ihr Co-Präsidium gewählt.

• Der Leiter der Basler Stadtreinigung, Peter Schär (47), hat seine Stelle beim Tiefbauamt auf 1. März gekündigt, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen.

• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).