Tod wegen Handy: Urteil gegen Haupttäter verschoben

Gutachten soll die Schuldfähigkeit des Haupttäters abklären / Mittäter erhielt dreieinhalb Jahre


Von Peter Knechtli


Im Fall der tödlichen Schläge vom Rheinufer hat das Basler Strafgericht seinen Entscheid über den 29-jährigen Haupttäter ausgesetzt. Der 19-jährige Mittäter erhielt eine Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren und acht Jahre Landesverweisung.


Der junge Spanier, der sich letzten Juli grundlos in die brutale Attacke des Slowenen auf einen 41-jährigen Portugiese am Rheinbord einmischte, muss die Strafe aber nicht im Gefängnis absitzen. Vielmehr wird der Vollzug aufgeschoben zugunsten eines in der Regel vierjährigen Aufenthalts in einer Massnahmen-Einrichtung für junge Erwachsene wie beispielsweise dem Arxhof.

Dort wird er eine Ausbildung absolvieren können. Erst im Anschluss daran erfolgt die achtjährige Landesverweisung. Entschädigungsforderungen des Bruders des Opfers wurden abgewiesen.

Tatbestände "rechtswidrig erfüllt"

Das Fünfer-Strafgericht unter Präsident Lucius Hagemann sah es heute Donnerstagmorgen als erwiesen an, dass der Täter seinem Opfer einen schweren Schlag gegen den Kopf des Portugiesen versetzt hatte, und verurteilte ihn wegen schwerer Körperverletzung. Mit seinem Schlag habe er eine "lebensgefährliche Verletzung in Kauf genommen". Zwar habe er Reue gezeigt, aber seine Prognosen seien insgesamt ungünstig. Das Strafmass habe die durch seinen Stiefvater verursachten posttraumatischen Belastungsstörungen berücksichtigt, die zu einem Kontrollverlust geführt haben.

Im Falle des hauptverantwortlichen 29-jährigen Slowenen sah sich das Gericht ausserstande, ein Urteil zu fällen. Es stellte aber fest, dass der Täter die Straftatbestände der vorsätzlichen Tötung, der Nötigung und der Verletzung des Betäubungsmittelgesetzes "rechtswidrig erfüllt" habe.

Gutachten soll Schuldfähigkeit klären

Wie der Verteidiger beantragt hatte, wird nun ein Gutachten bezüglich seiner Schuldfähigkeit eingeholt. Über Schuldfähigkeit, Strafe, Landesverweisung und weitere Fragen soll in einer zweiten Hauptverhandlung entschieden werden, die laut dem Präsidenten in rund vier Monaten stattfinden soll. Das Gericht erkannte, dass der Slowene in zwei Etappen mindestens je zweimal heftig gegen sein Opfer eingeschlagen hat.

Für das Gericht stellt sich die Frage der Schuldfähigkeit des Haupttäters, weil er zur Tatzeit unter dem Einfluss von ärztlich verschriebenem Testosteron, Schmerzmitteln sowie Drogen und Alkohol gestanden habe.

Handy kam nicht zum Vorschein

Der 29-Jährige war in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli davon ausgegangen, dass ihm der Portugiese das Handy gestohlen hatte. Anschliessend machte er sich auf die Suche nach dem vermuteten Dieb und schlug dann sofort auf den Wehrlosen ein. Sein Handy kam dabei nicht zum Vorschein. Welcher Schlag der beiden Täter tödliche Folgen hatte, konnte das Gericht nicht feststellen.

18. April 2019

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"Sind Täter bloss bedauernswerte Opfer?"

Es macht den Eindruck, dass man heute jemanden mitten in der Stadt zu Tode prügeln kann und das Gericht und ein ganzes behördlich bestelltes Team Gründe und Wege sucht, warum die Täter nicht zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Es scheint auch, dass es aus Sicht der Justiz keine böse Menschen gibt, sondern dass die Täter und Täterinnen vielmehr selber bedauernswerte Opfer ihrer unglücklichen Vergangenheit und ihrer Umstände sind. Mit diesem Blickwinkel kann für schwere Gewaltverbrechen letztlich niemand mehr zur Verantwortung gezogen werden. Ich frage mich, ob das der richtige Weg ist.


Stephan Kalt, Basel


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Nicht nur "fräch und härzig"
RückSpiegel


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Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

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In einem Satz


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• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.