Max Kaufmann: Frisch pubertiert

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Klimastreik und "Junge SVP"-Kandidaten

Seit einigen Wochen hängen bereits die Wahlplakate an der Einfahrt des Gymnasiums Oberwil.

Jeden Morgen scheinen sie mich daran zu erinnern, meine Wahlliste rechtzeitig einzuwerfen. Diese Erinnerung wäre aber gar nicht nötig. Das übernehmen bereits Freundinnen und Freunde über soziale Medien wie "Snapchat" und Co.

Die Wahlen sind auf unseren Social Media-Kanälen hauptsächlich ein Thema, weil wir uns darüber aufregen, dass zwei Jungs aus der Parallel-Klasse für die Junge SVP kandidieren. Ehrlich gesagt: Mich überrascht es nicht, dass es gerade diese beiden sind.

Genau diese Jungs machen sich bösartig über die Klimabewegung oder Mitschülerinnnen lustig, die sich am Frauenstreik engagierten. Laut meinen "Snapchat"-Nachrichten werden die beiden keine Stimmen aus meinem Feundeskreis bekommen. Von mir auch nicht.


"Strenge Absenzenregeln verunmöglichen
es, an den Klimademos teilzunehmen."



A
n unserer Schule haben sie trotzdem potentielle Unterstützer. Wenn ich das Verhalten einiger (zum Glück weniger) Männer in den Wirtschaftsklassen sehe, kommt die Junge SVP bei denen wahscheinlich gut an.

Einer dieser Wirtschaftsschüler rief mir beispielsweise, als meine Freundin und ich uns beim Tschüss-Sagen kurz küssten, zu: "Wäh Alte, no nie so öbbis schwuls gseh." Ernsthaft jetzt.

Immerhin löst die Kandidatur dieser Beiden Diskussionen aus. Unsere Schule will das ja auch. Das Gymnasium möchte mit Unterricht in politischer Bildung und mit Mittagsforen unser Interesse an Politik fördern. Das ist sicher wichtig.

Trotzdem denke ich, dass Grossteil dieses Interesses durch die Klimastreiks ausgelöst werden. Verhandlungen über einen Flugverzicht bei Schulreisen sind das Politischste, das ich an meiner Schule bisher erlebt habe. Mit den Klimastreiks kommen auch Kolleginnen und Kollegen, die man sonst schnell in  die Ecke "Mathe-Nerd und politisch uninteressiert" stellen würde, auf die Idee, zum ersten Mal im Leben an eine Demo zu gehen. Ich finde das stark.

Nur ist es so, dass es unser Gymnasium mit extrem strengen Absenzenregeln verunmöglicht, an den Klimademos teilzunehmen, ohne dass unentschuldigte Absenzen im Maturzeugnis stehen. Wer unbedingt an die Demos gehen möchte, geht trotzdem – klar.

Doch mit diesem Druckmittel werden genau diejenigen abgeschreckt, die sich gerade, so wie es unsere Schule ja will, für Politik zu interessieren beginnen. Ist doch schade, oder?

7. Oktober 2019
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Max Kaufmann, geboren 2001, wohnt in Allschwil und besucht zurzeit das Gymnasium Oberwil mit Schwerpunkt Mathematik/Physik. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry Slam-Schweizermeister in der Kategorie "u20".

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Ein kleines Demokratie-Erlebnis"

Es ist eben so, dass unsere so genannten "demokratischen Regeln", auch jene von Schulabsenzen, eben auch von den "Oberen" gemacht werden, die wir ja früher mal gewählt haben. Ein kleines Beispiel, wie wir Bürger diese Demokratie erleben dürfen. Es ist und war schon immer so, jedes Land hat die Regierung, die es ja selbst gewählt hat. In Deinem Fall ein kleines Beispiel, wie solche Dinge zusammen hängen.


Bruno Heuberger, Oberwil


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Frisch pubertiert

Luxusproblem "Motz-Kultur"
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"Regula Rytz ist somit der*die einzige Bundesratskandidat*in, welche sich klar hinter die Forderungen der Klimastreik-Bewegung stellt."

Dominik Waser
Zürcher Klimaaktivist
in einem Communiqué
vom 6. Dezember 2019
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Es *weih*nach*tet s*e*h*r*.

RückSpiegel


Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Das Theater Basel konnte im Jahr 2018/2019 die Anzahl der Besuchenden zum vierten Mal in Folge auf 183'705 Personen (+1,6 Prozent) erhöhen, während jedoch die Besucher-Einnahmen um 1,7 Prozent sanken.

Die neue grüne Baselbieter Landrätin Laura Grazioli übernimmt von der frisch gewählten Nationalrätin Florence Brenzikofer das freiwerdende Präsidium der Finanzkommission.

Paola Gallo, die ehemalige Geschäftsleiterin von "Surprise", übernimmt per 1. Oktober 2019 die Geschäftsführung der Job Factory Basel AG und der Stiftung Job Training.

Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.