Max Kaufmann: Frisch pubertiert

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Durch das Minnesota des Leimentals

Kürzlich lernte eine Kollegin in der Mittagspause last minute für ihre theoretische Autoprüfung am Nachmittag. Während sie ihr Tupperware auslöffelte, arbeitete sie sich durch die Karteikärtchen mit den Übungsaufgaben. Als sie nicht mehr weiter wusste, mischte sich die ganze Klasse ein. Ob sie diese Radfahrerin jetzt bereits auf Höhe der Abzweigung oder erst danach überholen dürfe, wurde zum Gesprächsthema für den Rest der Pause.

Alle werden 18 und wollen sofort Auto fahren. Wie im Mittleren Westen der USA, wo Jugendliche ohne Auto aufgeschmissen sind und es weder BVB noch BLT gibt.

Meine Grosseltern, Tanten und Onkel freuen sich, dass zurzeit so viele ihrer Enkelinnen und Neffen volljährig werden. Dieses Jahr muss sich niemand um Geschenk-Ideen sorgen. Zum Geburtstag schenken alle Geld für Fahrstunden und fühlen sich unglaublich kreativ, wenn sie die Glückwünsche direkt mit Silberstift auf die blauen Fahrschüler-"L"’s schreiben.


"Es beginnt mit einem Kameraschwenk
auf Boy- oder Girlfriend am Steuer."



I
ch bin aber noch nicht soweit, dass ich in der Schulkantine auf die Theorieprüfung lernen muss. Was neue Verkehrsmittel betrifft, liegt mein letzter Meilenstein in der Zeit der ersten Meter ohne Stützrädli.
Gar nicht schlimm, denn nach der frisch bestandenen Autoprüfung brennen meine Freunde so darauf, ihr Können unter Beweis zu stellen, dass sie am Wochenende Taxidienst spielen und überall hin fahren. Ausser an die Klimademo.

Inzwischen ohne Stützrädli unterwegs, nehme ich eigentlich lieber das Velo. Nur wenn es manchmal am Wochenende aufs Land zu Freunden nach Burg geht, wo abends die BLT und auch das Postauto versagen, lasse ich mich doch gerne mitnehmen. Vor allem im Winter.

Auf dieser Strecke wurde mir schon schmerzlich bewusst, dass der Vergleich zum Mittleren Westen eben doch passt: Die Felder zwischen Therwil und Witterswil sind das Minnesota des Leimentals.

In der Beifahrrerrolle fühlen sich auch andere wohl. Instastories aus dem fahrenden Auto häufen sich. Sie beginnen meist mit einem Kameraschwenk über die Frontscheibe auf Boy- oder Girlfriend am Steuer, wo in der Postproduktion noch ein Emoji-Herzchen platziert wird. Zum Schluss folgt ein schneller Wechsel auf die Selfie-Kamera: Kurz das eigene Gesicht zeigen und zu von "Spotify" bereitgestellten Playlists mit Namen wie "Hot Road Trip" oder "California Rock State" lipsyncen.

Meine Kollegin hat die Theorieprüfung übrigens bestanden – bald ein Beifahrersitz mehr, auf dem ich kurzzeitig Roadtrip-Stimmung erleben darf. Ohne Instastory.

11. Februar 2019
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Max Kaufmann, geboren 2001, wohnt in Allschwil und besucht zurzeit das Gymnasium Oberwil mit Schwerpunkt Mathematik/Physik. Seit er vierzehn Jahre alt ist, tritt Max Kaufmann regelmässig an Poetry Slams auf. Im März 2018 wurde er in Winterthur Poetry Slam-Schweizermeister in der Kategorie "u20".

max.kaufmann@gmx.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Nicht alle wollen Auto fahren"

Nicht alle Leimentaler Jungen wollen eine Autoprüfung machen. Meine zwei Enkel gehören dazu, beide wohnen in Oberwil. Der Älteste hat vor drei Jahren im Oberwiler Gymi die Matur gemacht, nun ist er auf der Uni. Der Mittlere Enkel hat letztes Jahr die Matur gemacht, er auch in Oberwil, auch er geht dieses Jahr auf die Uni, beide haben ihren Zivildienst geleistet.

Die beiden Boys haben nicht die geringste Lust, den Fahrausweis zu machen. Ihre Argumente: Erstens haben wir in der Nordwestschweiz einen sehr guten ÖV, zweitens sind die Kosten überschaubar, drittens kostet das weniger Nerven und viertens haben sie die Tram- wie auch die Bus-Haltestelle fast vor dem Haus. Und wenn mal ein Fahrzeug gebraucht wird, ist der Grossvater zu haben. Dessen Auto teilt sich übrigens die ganze Familie.

Wie gesagt, nicht alle Jugendliche sind geil auf den Fahrausweis. Und einige ihrer Freunde haben die gleiche Einstellung. Übrigens, der jüngste Enkel "experimentierte" und fuhr kurz ein Moped, nach den ersten Rendezvous mit den Gesetzeshütern und den Kosten der Ersatzteile stellte er es in den Keller und fährt nun auch ÖV.


Bruno Heuberger, Oberwil


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BZ Basel
vom 17. April 2019
über Regula Rytz
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Sie regularisiert einfach zuviel.

RückSpiegel


Die Nachrichtenagentur SDA nahm die OnlineReports-News über die Berufung im Fall des pädophilen Sekundarlehrers auf.

Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

Die BZ Basel, Telebasel, das Regionaljournal, die SDA und die Basler Zeitung zogen die OnlineReports-Recherche über den Verzicht auf den Bau eines Forschungszentrums beim Basler Augenspital nach.

Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.