© Foto by Maja Preiswerk
"Eine grosse Kiste": Opern-Regisseurin Vansk

Wie im Märchen mit menschlichen Wesen

Mit Dvoraks "Rusalka" wagt die litauische Jung-Regisseurin Jurate Vansk in Basel den Sprung auf die grosse Opernbühne


Von Jürg Erni


Die litauische Jung-Regisseurin Jurate Vansk inszeniert am Theater Basel die romantische Märchenoper "Rusalka" von Antonin Dvorak. Die Arbeit des jungen Regie-Teams auf der grossen Basler Bühne ist ebenso eine Herausforderung wie ein Wagnis.


Das Opernhaus der Vorjahre setzt nicht nur auf bewährte Kräfte und grosse Namen. Bevor sich der Skandalregisseur Calixto Bieito in Bizets Torero-Oper "Carmen" austoben darf, überlässt der scheidende Opernchef Dietmar Schwarz die Grosse Bühne einem jungen Regie- und Sängerteam für die Neuinszenierung von Antonin Dvoraks Märchenoper "Rusalka".

Eine unsterbliche Nixe und Meerjungfrau Ruslaka entsteigt den Wellen und verliebt sich mit Haut und Haaren in einen Prinzen. Selbst der Wassermann kann sie vor ihrer Verwandlung in ein menschliches Wesen nicht abhalten. Die Hexe Jezibaba soll ihr zum Glück verhelfen; doch der Preis der Liebe ist hoch: ihrer Stimme beraubt, vermag sie den Prinzen nicht zu verführen, stattdessen erobert eine zungenfertige Fürstin sein Herz.

Aufgewühlt und todestrunken

Das Los ist hart, Rusalka wird von ihren Schwestern verstossen. Da hilft ihr auch der brutale Rat der Hexe nicht: Das zum Mord anstachelnde Messer wirft sie ins Meer. Das fahle "Lied an den Mond" ist ein kleiner Trost. Zu spät für den reumütigen Prinzen: Ihr Kuss reisst ihn in den Tod, während sie in den Fluten untergeht.

Ein Märchen ohne versöhnlichen Schluss. Entsprechend aufgewühlt und todestrunken klingt die Musik des Tschechen Antonin Dvorak. Die Melancholie des Gesangs beherrscht die dreistündige Oper, die am 22. Oktober auf der Grossen Bühne des Theaters Basel Premiere hat. Am Regiepult steht die junge Litauerin Jurate Vansk.

Handwerk bei Hollmann und Marthaler gelernt  

Nach der Einführungsmatinee mit dem Dramaturgen Christopher Baumann und dem Dirigenten Giuliano Betta gibt sie freimütig Auskunft über ihre aufstrebende Karriere. In Litauens zweitgrösster Stadt Kaunas geboren, kennt sie als Tochter eines Schauspielers seit Kindsbeinen die Bretter, die die Welt bedeuten. Doch erst über die Musik wendet sie sich der Bühne zu. Sie studiert Querflöte und absolviert das Diplom, bevor sie der Enge ihrer Heimat nach Frankfurt entflieht. Am Main nimmt sie Regieunterricht beim früheren Basler Theaterdirektor Hans Hollmann und beim Sonderling Christoph Marthaler.

Bei Hollmann bekommt sie etwas von der strengen Hand eines Regisseurs zu spüren, der nichts dem Zufall überlässt und vielmehr unerbittlich die Fäden seiner Figuren zieht. Bei Marthaler lernt sie in seinem "Wüstenbuch" als Regieassistentin den menschlichen Umgang mit Künstlern kennen, auch seine starke Intuition und seine grosse Einfühlung. "Er ist ein lieber Mensch, der weiss, was er will, und der die Ideen und Gefühle seiner Leute ins Spiel einfliessen lässt. Das macht ihn so einzigartig", schwärmt Jurate Vansk.

"Rusalka" als grosse Kiste

Am Theater Basel hat sie ihre ersten Regie-Erfahrungen auf der Kleinen Bühne mit "Wertherfieber" und "Motel Giovanni" in Produktionen des OperAvenir-Studios gemacht. Die "Rusalka" ist für sie ein hoher Sprung, "eine grosse Kiste, die mich seit Wochen total in Anspruch nimmt", wie sie mit einem leichten Seufzer bekennt.

Als Vorbereitung hat sie vor allem die antiken Sagen studiert, worin die Fantasiefiguren noch eine archaische Bedeutung haben. In der Märchenoper interessiert sie vor allem die menschliche Konstellation beim Aufeinanderprallen der fantastischen und realen Welten Rusalka-Hexe-Wassermann respektive Prinz-Fürstin-Förster. Fasziniert ist sie auch von der fremden Sprache wie der Mentalität des Tschechischen, in die sich die Sängerinnen und Sänger erst einfühlen und die sie im harten Sprachtraining lernen müssen.

Aufbruch zu neuen Ufern

Die Welt des Wassers hat den Romantiker Dvorak auf der Fahrt über den Ozean schon zur Schöpfung seiner Neue Welt-Sinfonie angeregt. Zu neuen Ufern bricht auch Jungregisseurin Jurate Vansk auf. In ihrer Heimat Litauen vermisste sie die klassische Musiktradition vom Barock bis in die Spätromantik. Nun holt sie das Versäumnis emsigen Schrittes nach und geht das Wagnis ein, ihr erstes grosses Bühnenprojekt einer tschechischen Nationaloper mit den prägenden Vorbildern von Prag bis New York messen zu lassen. Die Wesensverwandtschaften sind schon stark, ist doch der litauische Vorname Jurate aus Meer und Meerfrau zusammengesetzt.

Erstbesetzung der Neuinszenierung: Svetlana Ignatovich (Rusalka), Maxim Aksenov (Prinz), Ursula Füri-Bernhard (Fürstin), Liang Li (Wassermann). Musikalische Leitung: Giuliano Betta
Weitere Vorstellungen: 28./30. Oktober – 5./7./12./19./27./29. November

12. Oktober 2011


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"Die Basler Stadtgärtnerei behauptet, dass es mit den Wegwerfgrills besser geworden sei."

BZ Basel
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Eine höchst interessante Aussage. Sie braucht nur noch in den Verständlichkeits-Modus transferiert zu werden.

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