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"Dynamik und Tempo": Company-Leitung Brunet, Wherlock, Olza

Basle Ballet goes East – Seoul Ballet Theatre goes West

Die Ballett-Kompanien von Basel und Seoul liefern sich gegenseitige Heimspiele – zum 15-jährigen Jubiläum von Richard Wherlock ist nächstes Jahr Basel dran


Von Jürg Erni


Noch vor drei Jahren war es ein Versuch, sich gegenseitig schweizerisch-koreanisch von Tanz-Ideen anregen zu lassen. Daraus ist ein interkontinentales Austauschprojekt geworden: Basel tanzt nach James Jeon, Seoul tanzt nach Richard Wherlock. Eine Erfolgsgeschichte, die sich im 15. Jahr des Basler Ballett-Chefs wiederholt.


Richard Wherlock trägt die Tricolore "Italia" stolz auf der Brust seines Leibchens. Tanz wie Fussball entfachen seine Leidenschaft. Seit 15 Jahren sitzt er im bescheidenen Chefbüro mit dem spärlichen Oberlicht gleich neben dem Ballettsaal. Der 57-jährige gebürtige Ballett-Chef aus Bristol hat sich in Basel bis zum "Ehrenspalebärglemer" integriert. Mit seinem spitzbübisch britischen Humor ist er die inkarnierte Fröhlichkeit und trägt mit seinem Haarstüber die Leichtigkeit der Sinne auf die Tanzbühne.

An Londons Rambert Ballet geschult, hat er sich schon früh dem Modern Dance und seinen Entwicklungen zum freien Körperausdruck verschrieben. So führt er seine Tänzer von der französischen Klassik auf Spitze galant leichtfüssig über die Stile der Moderne bis zum stampfend erdigen Hip Hop mit seinen Breaking-, Locking- und Popping-Verrenkungen.

Tanz-Austausch der besonderen Art

Seit drei Jahren unterhält der rastlose Chef-Choreograph einen Tanz-Austausch der besonderen Art: eine Zusammenarbeit mit dem Seoul Ballet Theatre und seinem in Seoul gebürtigen Choreografen James Jeon, der sich an New Yorks Kunst-Kaderschmiede, der Juilliard School, ausbilden liess.

In Meisterklassen schauten Jeon und Wherlock einander von Kopf bis Fuss über die Schultern und liessen sich inspirieren von ihren ganz unterschiedlichen Kreationen und Stilen.

"The strengts of the two companies working together will create between the two choreographers". Jeons Bekenntnis zum kreativen Zusammenschluss der Kräfte, die die Choreographen beflügeln, kontert Wherlock mit dem natürlichen Dreh: "I enjoy giving ballet a natural twist".

"Voice in the wind" versus "Snip Shot"

15 Jahre Ballett Basel – 20 Jahre Seoul Ballet Theatre. Die Jubiläen sind Anlass genug, um die Austausch-Choreographien unter dem Titel "moves" den heimischen Publika zu zeigen. Die Gala in Seoul hat bereits anfangs Oktober am "National Theatre of Korea" stattgefunden. In Basel steht sie mit Vorstellungen Ende März/Anfang April kommenden Jahres noch bevor.

Sechs Tänzer aus fünf Nationen des 31-köpfigen Basler Balletts durften nach Seoul fliegen, um dort James Leons "Voice in the wind" aufzuführen. Seine Deutung: "Listen to the sounds of the soul as it moves with the wind."

Übersetzung in eine andere Körpersprache

Im Austausch tanzten sechs Koreaner "Snip Shot" von Richard Wherlock zu Musik von Johann Sebastian Bach. Die Antwort auf seine Fragen: Is there the right moment for a nip? When is the time to stop or start a movement, a shot? Zu Snip Shot die Gegenfrage des Google-Portals: "What do people see when they google You?

Als die Basler sahen, wie die Seouler ihr Schnipp-Schnapp-Spiel tanzten, staunten sie Bauklötze. Über die Distanz von 8'800 Kilometern hinweg erhielt die west-östliche Übersetzung der Körpersprache eine ganz neue Bedeutung.  

Choreographien, die atmen lassen

Zurück in die Kammer des Basler Ballettdirektors. Beim Gespräch dabei ist seine Managerin Catherine Brunet. Ausgebildet in La Rochelle an der Atlantikküste tanzte sie noch unter Heinz Spoerli 17 Jahre lang in Basel. Sie ist stolze Trägerin eines "Chevalier dans l’ordre des Arts et de Lettres".

Sie übernimmt spontan die Beantwortung der Frage nach Wherlocks Entwicklung in den 15 Jahren: "Er behält Dynamik und Tempo, nimmt sich aber Zeit, um seine Choreographien atmen zu lassen." Der Meister atmet tief durch. Balsam für seine Tanzseele.

Public Private Partnership

Eine unerlässliche Stütze, wenn es um internationale Beziehungen und Organisation geht, ist der Genfer Philippe Olza. Der am Dimitri Teatro ausgebildete Schauspieler ist von Nord bis Süd, von Avignon bis Afrika, mit dabei, wenn es gilt, die Fäden in der Tanzszene zu spinnen, so als Promotor von "Tanzfaktor", einer Vereinigung der zeitgenössischen Tanzszene Schweiz. Auch "moves" beförderte der umtriebige Consultant mit Rat und Tat und mittels Fundraising.

Beim "Public Private Partnership" spielt die Ballettsparte am Theater Basel eine Vorreiterrolle. Für "moves" konnte der in Basel domizilierte Implantate-Hersteller Straumann als Sponsor gewonnen werden, während die Basellandschaftliche Kantonalbank das Hauptsponsoring innehält.

Der private Support ermöglicht eine Aufstockung der Company um die Hälfte der Positionen. So werden zehn Gehälter aus der privaten Schatulle bezahlt. Das Ballett erweist sich als ideales Sponsoringobjekt, repräsentiert es doch die Dynamik des Aufbruchs und der ungebrochenen Jugendlichkeit.

31 Tänzer aus 13 Nationen

Seit 2001 ist das Ballett Basel fest in britischer Hand. Richard Wherlock hat die Company mit ihren 31 Tänzerinnen und Tänzern aus 13 Ländern stilistisch breit aufgestellt. Er fördert ihre Eigenständigkeit und lässt begabte Tänzer auch eigene Choreographien aufführen.

Nach dem Gespräch rappelt sich der Ballettchef im Sessel hoch, bringt den Haarbüschel ins Lot und seine Tanzerfahrung auf den Punkt: "The proof is in the pudding". Die Prüfung steckt im Pudding. Oder: Erst die eigene Erfahrung beweist die Qualität des Produkts.


Dieser Beitrag war dank des OnlineReports-Recherchierfonds möglich.

9. Dezember 2015

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"Im abdenbdlichen Feierabendstau nutz manch ein Autofahrer die gesperrte rechte Spur in Fahrtrichtung Basel ...".

BaZ online
vom 2. Februar 2017
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... vielleicht, weil er mit der deutschsprachigen Tastatur nicht zurecht kommt.

RückSpiegel


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Die NZZ zitierte aus dem OnlineReports-Kommentar zu den Basler Regierungsrats-Wahlen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Weil im Gelterkinder Kindergarten "Staffelen" die defekte Ölheizung nicht durch eine "einigermassen kostenattraktive und baulich auch realisierbare Alternative zu Öl ersetzt werden kann", beschloss der Gemeinderat "den Ersatz der alten Anlage durch einen neuen Öl-Brennwertkessel".

• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).

• Der Basler "Mittelstand" hat seit Anfang dieses Jahres mit Remo Ley, der Paul Rüst ablöst, einen neuen Präsidenten.

• Mit 7,3 Millionen Passagieren verzeichnete der EuroAirport im Jahr 2016 mit einer Zunahme von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord.

• Nach dem Rücktritt von Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentin der Basler Grünen als Folge ihrer Wahl in die Kantonsregierung führen interimistisch Harald Friedl und Barbara Wegmann die Partei.

Tobias Brenk ist als Nachfolger der abtretenden "Kaserne"-Chefin Carena Schlewitt neuer künstlerischer Leiter des Theaterfestival Basel.

Gerhard Schafroth, Gründungsmitglied und Gründungspräsident der Baselbieter Grünliberalen, tritt nach fast zehn Jahren aus dem Parteivorstand zurück und überlässt seinen Posten dem 26-jährigen Frenkendörfer Wirtschaftsstudenten Patrick Wolfgang.

• Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig so eng zusammen, dass sie ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen.

• In Liestal werden die Gasstrasse (Abschnitt Rheinstrasse bis Weierweg), der Weierweg und die Rosenstrasse vom Gemeinde- ins Kantonsstrassennetz integriert und umgebaut werden.

Beat Lüthy (54), dreifacher Vater aus Sissach, wird neuer Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen.

• Der ACS beider Basel will gegen die Einführung von "Tempo 30" auf Basler Hauptverkehrsachsen weiter zu kämpfen und den Fall am Beispiel der Sevogelstrasse vor Bundesgericht bringen.

• Mit dem Ziel, dass Basler Jugendzentren alkoholfrei bleiben, hat ein Komitee aus gesundheits- und jugendschutzorientierten Kreisen das Referendum gegen das revidierte Gastgewerbegesetz ergriffen.

• Im Rahmen ihrer Aktion "Noël" hat die Basler Kantonspolizei 36 Langfinger verhaftet.

• Zur Unternehmenssteuer-Reform III haben die Basler SP-Delegierten mit 84 zu 47 Stimmen bei 3 Enthaltungen die Nein-Parole beschlossen.

• In zwei von 27 Enkelbetrugs-Fällen konnten Gangster im Baselbiet gesamthaft 16'000 Franken ergaunern.

• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.