© Fotos by Monika Jäggi, OnlineReports.ch
"Very moving": Knabenkantorei Basel in der St. James Cathedral Toronto

Die Knabenkantorei Basel rührt Kanada zu Tränen

Das Singen stand auf der Tournee im Vordergrund, aber auch Einblicke in andere Lebenswelten


Von Monika Jäggi


Jung, musikalisch und mit unheimlich viel Energie: Die Knabenkantorei Basel gab das Abschlusskonzert ihrer Kanada-Tournee in Toronto. Die "Basel Boys" stiessen bei ihren acht Konzerten auf Begeisterung.


"I am very impressed, it was very moving" – "ich bin sehr beeindruckt, es war sehr berührend", sagt die kanadische Musik-Publizistin Linda Litwack spontan. "Beim Lied 'Schönster Abestärn' hatte ich Tränen in den Augen, so gefühlvoll haben die Jungs das Lied gesungen." Soeben hat die Knabenkantorei  Basel in der St. James Cathedral an der King und Church Street in Toronto ihr letztes Kanada-Konzert mit Kirchen- und Schweizern Volksliedern beendet.

Auch mein Sitznachbar – seine Familie beherbergt vier Jung-Sänger aus Basel – wirkt emotional: "Als die Knaben angefangen haben zu singen, bekam ich Gänsehaut".

Sieben Konzerte, zwei Gottesdienste und rund tausend im Bus zurückgelegte Kilometer später bildete das Konzert den Abschluss einer 12-tägigen Kanada-Tournee, die den Chor von Quebec City in der Provinz Quebec über Montreal, Ottawa, London und Niagara-on-the-Lake nach Toronto führte. Ein dichtes Programm für die Truppe mit ihren 59 Mitgliedern – den zwischen 9 und 23 Jahre alten Chorsängern.

Sprung ins eisige Wasser

"Alles ist super gelaufen, aber es war anstrengend!", sagt denn auch ein etwas müder, aber erleichtert wirkender Raphael Müller (25). Zusammen mit David Rossel (26) – beide sind Alumni-Sänger der Knabenkantorei Basel – hat er die Reise organisiert: "Wir sind noch immer verbunden mit dem Chor, wir wollten ihm etwas zurückgeben", erklären sie ihre Motivation.

Die Knabenkantorei Basel tritt nicht zum ersten Mal im Ausland auf: Frankreich, Belgien, Holland, England, Deutschland, Polen, Russland, USA und Ungarn gehören zu den Stationen. 2012 war der Chor in der Ukraine, 2013 reiste er nach Rom. Und im Herbst desselben Jahres kam in Zusammenarbeit mit "Culturescapes", dem spartenübergreifenden Kunst- und Kultur-Festival der Schweiz, eine Konzertreise in den Balkan zustande.

Auftritte im Ausland gehören sich für erfolgreiche Chöre. "Oft werden wir von befreundeten Chören eingeladen", erklärt Rossel. "Dieses Mal haben wir die Tour jedoch nicht auf Einladung, sondern auf eigene Initiative organisiert."

Es war sozusagen ein Sprung ins Eiswasser: Um die Programm-Details zu organisieren, flogen die beiden Akteure bereits im März dieses Jahres in den Osten Kanadas, wo sie eine Woche bei  minus 20 Grad Celsius, bei Eis und Schnee die Gast-Städte vor Ort besuchten. "Das eisige Klima war eine spezielle Erfahrung", erinnert sich Müller.

Aufwändige Organisation

Bereits vor zwei Jahren hätten sie mit dem Fundraising und dem Anschreiben von Chören begonnen, erklärt Müller. Doch bevor die Reise losging, harzte es zuerst mächtig, weil sich anfänglich nur wenige kanadische Chöre meldeten, die ihre Basler Kollegen beherbergen wollten. Unterstützt wurde die Tournee dann durch die Schweizer Botschaft in Ottawa, die weitere Kontakte herstellte. Und auch der aus Frick nach Edmonton (Alberta) ausgewanderte Schweiz-Kanadier und Dirigent Michael Zaugg unterstützte die Knabenkantorei mit seinem Beziehungsnetz. Endlich kam die Sache doch noch ins Rollen.

Eine Zusage für Auftritte und Unterkünfte gab es unter anderem von der Canadian Childern's Opera Company in Toronto und dem Amabile Choir in der westlich von Toronto gelegen Stadt London. Der Amabili Choir war im Juni dieses Jahres im Rahmen seiner Europa-Tournee bereits in Basel und wurde von den Familien der Sänger der Knabenkantorei beherbergt. Jetzt kam der Austausch andersherum auch in Kanada zustande.

Bedeutende Eigenleistungen

Ein Ziel solcher Ausland-Reisen ist laut Knabenkantorei-Dirigent Markus Teutschbein auch die Erfahrung, dass das Leben nicht überall so ist, wie in der Schweiz oder bei ihnen zu Hause. "Das Schöne ist es, dass die Knaben jeweils privat bei Gastfamilien untergebracht sind und so diese Erfahrungen machen könen."

Obwohl die Tournee durch Pro Helvetia Stiftung, von verschiedenen Basler Stiftungen und der Canadian Swiss Cultural Association in Toronto teilfinanziert wurde, wäre die Reise ohne Eigenleistungen nicht zustande gekommen. Die Eltern der Sänger bezahlten den Flug, sechs weitere Betreuungspersonen – die Chormütter – reisten mit. Neben dem Austausch mit anderen Chören und dem Erweitern des individuellen Erfahrungshorizontes fördern solche Reisen den Zusammenhalt im Ensemble und zwischen den Sänger-Generationen: Jeder ältere Sänger nimmt zwei jüngere Sänger unter seine Fittiche und betreut sie während der Tournee.

Von Riesen-Seen und chlorhaltigem Wasser

Tobias Stückelberger, (21) aus Therwil betreute während der Reise zwei junge Sänger als ihr Ansprechpartner. "Die Tour schweisst den Chor zusammen", so sein positives Fazit. Wie hat er die Kanadier erlebt? "Die Leute sind viel emotionaler, wenn es um die Musik geht, als bei uns in der Schweiz. Sie können ihre Gefühle besser ausdrücken." Zwar seien die Kanadier oft weniger gut organisiert als Schweizer, dafür seien sie unkomplizierter, spontaner und sehr hilfsbereit. "Man kommt gut mit ihnen ins Gespräch."

Wir sitzen nach der Stellprobe am Samstagnachmittag und vor dem Konzert am Abend in den bequemen, rotgepolsterten Kirchenbänken der St. James Cathedral noch zusammen. Mit dabei sind auch seine zwei Schützlinge Titzian (13) und Landelin (10). Titzian ist der andere Geschmack des Trinkwassers aufgefallen: "Es hat zu viel Chlor im Wasser!" Auch die in den Läden angeschriebenen Preise stimmten nicht. Immer werde noch die Mehrwertsteuer draufgeschlagen, nervt er sich. Landelin wiederum hatte sich sich vor dem Trip nicht vorstellen können, dass es – wie der Lake Ontario – einen See gibt, der grösser ist als die Schweiz. Auch gäbe es im Land keine Altstädte, wie er sie von Basel kenne, war eine gemeinsame Beobachtung.

Einblick in den kanadischen Alltag

Ein kultureller Höhepunkt war die privat geführte Backstage-Tour durch das Four Seasons Center, dem neuen Opernhaus in Toronto, ermöglicht durch den Gastgeber-Chor. Auch der zweitägige Aufenthalt in London sei speziell gewesen, erzählt Mitorganisator Müller: Der Empfang sehr herzlich, das Begleitprogram kanadisch spontan, eine Einladung für alle in ein Holzhaus am See sowie ein Empfang in der lokalen High School mit einem ungeplanten Konzert für die Schüler. Besonders beeindruckend sei gewesen, dass die Schüler Uniformen getragen hätten – und dass vor Schulbeginn jeweils die Nationalhymne gesungen wurde.   

Mittlerweile ist der Chor wieder zurück in Basel. "Stressig war es", kommentiert Müller kurz und knapp nach seiner Rückkehr via Skype die Rückreise: Die Subway sei auf der ganzen Strecke zum Flughafen blockiert gewesen – "auf unbestimmte Zeit", wie es in der  Ansage hiess. Die Organisatoren mussten für die Truppe kreativ-spontan und ganz kanadisch eine andere Route finden. Endlich noch rechtzeitig am Flughafen angekommen – ging auch dort nichts. Die Rückreise begann wegen eines Flugzeug-Defekts zwei Stunden Verspätung.

Die nächste Auslandreise ist übrigens schon in Planung. Im Juni 2015 fährt der Chor auf Einladung des Estonian National Opera Boys’ Choir nach Tallinn, um am International Boys Choir Festival teilzunehmen.



Info
Abschlusskonzert Mittwoch 17. September 2014, 7 Uhr Peterskirche Basel

www.knabenkantorei.ch

16. September 2014


Knabenkantorei Basel


mj. Die Knabenkantorei Basel wurde 1927 gegründet. Der Chor ist konfessionell neutral, gesungen werden geistliche und weltliche Werke. Im Grundkurs absolvieren sieben- bis neunjährige Knaben die musikalische und sängerische Grundausbildung für das spätere Chorsingen. Der Chor, der aus rund 45 Knaben- und 35 Männerstimmen besteht, probt zweimal wöchentlich zwei Stunden im Bischofshof auf dem Münsterplatz.


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"Rundum gelungener Artikel"

Der Artikel über die Konzerttournee der Knabenkantorei Basel hat mich begeistert. Ich muss sagen, fantastisch geschrieben! So informativ, unterhaltsam, exzellent recherchiert und umfassend, alle Achtung! Wir waren einen Monat vor der Tournee in Kanada und konnten die Route lesend absolut mit verfolgen. Ebenso die geschilderten Eindrücke der jungen Sänger von Land und Leuten. Zu guter Letzt wird noch auf das Abschluss-Konzert in der Peterskirche hingewiesen, was will man mehr! Alles in Allem ein rundum gelungener Artikel. Bravo!


Dominique Behounek-Aebi, Riehen


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Dominik Straumann
Angaben auf der Website
gesehen am 14. August 2018
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Endete die Gemeinderats-Wahl 2016 für Dominik Straumann nicht etwas unerfreulich?

Veranstaltungs-Hinweis


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In einem Satz


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• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.