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"Aktuell wie Machtspiele": Neue Basler Theaterleitung*

Spartenübergreifend, dreidimensional, ausufernd

Der neue Basler Theaterdirektor präsentiert seinen ersten Spielplan mit einer ausgewechselten künstlerischen Crew


Von Jürg Erni


Im stolzen Moderatorenjargon ("Schön, dass sie da sind") begrüsste Intendant Andreas Beck heute Donnerstagmorgen die zahlreichen Medienvertreter im Foyer des Theaters Basel. Im Zeitungsformat und in grossen Lettern präsentiert sich der Spielplan 2015/16: von einer Russenoper bis zum "Kommissär Hunkeler" als Krimi an Tatorten und einer Stockhausen-Oper "aus einem Guss".


Der Überblick ist raumgreifend, erschlagend; Titel sprechen Bände: "Chowanschtschina", "Engel in Amerika", "Schlafgänger", "LSD Sorgenkind". "Tewje", "Das Sparschwein", "Die Zauberflöte", "Jesus Christ Superstar", "Antigone", "Die Bacchen" und "Oedipus" als Griechenstücke, "Sleeping Beauty" vom Gastchoreographen Alejandro Cerrudo, "Macbeth" unter dem neuen Chefdirigenten Erik Nielsen oder "Bound to Hurt" als Szenisches Konzert .

Neualte "Basler Dramaturgie"

Die neue Crew hat sich kundig gemacht auf den Brettern, die die Welt bedeuten: im Schau-Spiel, wie im Musik- und im Tanztheater. Stücke auch für Kinder und Jugendliche, Märchen und Mythen, Klassiker neu übersetzt und bearbeitet. Die "Basler Dramaturgie", wie sie einst Friedrich Dürrenmatt installiert hat, lebt wieder auf. Als Hausregisseure sind Julia Hölscher, Nora Schlocker, Thom Luz und Simon Stone engagiert. Sie suchen nach aktuellen Stücken, bearbeiten ältere Stücke und setzen sie auch gleich in Szene. So wagt sich Julia Hölscher an Mozarts opus summum "Die Zauberflöte", deren Arien schon ihre Mutter morgendlich geträllert hat.

Auch die anvisierten Themen sind vielfältig, gehen unter die Haut, sind aktuell wie Machtspiele, politische Instabilität, Neoliberalismus, Gemeinschaftsstiftungen, jüdische Themen ("Tweje"-Ballett in Anlehnung an "Fiddler on the Roof" zur Musik vom "Kol Simcha"-Pianisten Olivier Truan), die Krux mit der Basisdemokratie (Vaudeville "Das Sparschwein); Desorientierung der Jugend; Wissenschaftswahn, Entfremdung, Bankenwelten, Schuld ohne Sühne, Massaker ohne Ende, Abrechnung des Bösen, Trug und Fälschung.

Fast nur neue Gesichter

Eine embarras de richesse schüttet die neue Intendanz über Basels Theater-Welt aus und macht neugierig, wie sie mit den jungen, auch den bewährten Kräften die Stücke querbeet und crossover auf die Bühnen bringt, wie sie die Grosse Bühne mit Schau-Spielen füllt, die Kleine Bühne zum Zentrum des Kammerspiels, das Schauspielhaus zur neuen Tanzstätte macht. Viele Ur- und Erstaufführungen bestärken den Eindruck des Aufbruchs.

Bei den Personalien gibt es neu eine Position "Castingdirektor Oper" (Christian Carlstedt). Die Positionen Korrepetition und Dirigieren sind ganz neu besetzt. Neue Gesichter auch beim Schauspiel; wenig bekannte Gesichter bei der Oper. Doch Andreas Beck will ein festes Ensemble aufbauen und die Kräfte ans Haus binden.

Eine erfreuliche Konstante ist die Zusammenarbeit mit dem "La Cetra"-Orchester. Dessen Dirigent Andrea Marcon, der Regisseur Sebastian Nübling und der belgische Choreograph Ives Thuwis planen einen Tanz-Theater-Abend mit alter Musik und jungen Sängern des "Avenir"-Projekts zum vieldeutigen Titel "Melancholia".

Eintrittspreise: kein Klacks

Wegen der Renovationen im Stadttheater wird die neue Saison erst nach den Herbstferien am 22. Oktober mit Mussorgskis Volksdrama "Chowanschtschian" eröffnet. Eine Hundertschaft von Sängern wirkt nebst dem Sinfonieorchester mit. Sie werden von den Russen Vasily Barkhatov und Kirill Karabits szenisch und musikalisch betreut.

Nicht zum Nulltarif werden die Events auf den drei Bühnen geboten: Die Eintrittspreise reichen bis zu stolzen 181 Franken für eine Premierenkarte im Parkett.


* Ingrid Trobitz (Kommunikationsdirektorin), Almut Wagner (Chefdramaturgin Schauspiel), Andreas Beck (Intendant), Laura Berman (Operndirektorin), Richard Wherlock (Ballettdirektor)

7. Mai 2015

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"Verkehrssicherheitsplan droht zum Papiertiger"

CVP Basel-Stadt
Zwischentitel in der
Medienmitteilung
vom 29. Januar 2019
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Schreibsicherheitsplan revisionsbedürftig.

In einem Satz


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