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"Gutes für die Region": Gemeinnutz-Stifter Oberlin, Faesch, Erdin

CMS gründet neue Stiftung mit Kantonalbanken beider Basel

Die "Christoph Merian Kantonalbanken Stiftung" will gemeinnützige Tätigkeit in die Region Basel ausdehnen


Von Peter Knechtli


Die Christoph Merian Stiftung (CMS) weitet ihre gemeinnützige Tätigkeit in die Region Basel aus: Zusammen mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank und der Basler Kantonalbank gründete sie die "Christoph Merian Kantonalbanken Stiftung", mit der nachhaltige Non-Profit-Projekte finanziert werden sollen.


Die Tätigkeit der CMS ist nach dem Willen ihres Stifters Christoph Merian auf seine "Vaterstadt Basel" beschränkt. Um über die engen Kantonsgrenzen hinaus aktiv werden zu können, gründete die CMS nun zusammen mit der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) und der Basler Kantonalbank (BKB) die neue "Christoph Merian Kantonalbanken Stiftung". Die drei Partner teilen sich paritätisch in das Stiftungskapital von 300'000 Franken.

Motiv der Gründung: Die neue Stiftung habe "immer mehr Menschen" identifiziert, die das "Bedürfnis haben, Lebensräume aktiv mitzugestalten oder einen sinnstiftenden Beitrag für die Weiterentwicklung der Gesellschaft zu leisten".

"Ideales Gefäss" für vermögende Kunden

Laut CMS-Präsident Lukas Faesch, der auch die neue Stiftung präsidiert, soll sich das neue Konstrukt auf drei Förderschwerpunkte "Soziales und Stadtentwicklung", "Kultur" sowie "Natur, Landwirtschaft und Umwelt" beschränken. Faesch unterstrich, dass die tripartite Stiftung Projekte in der Region Basel und durchaus auch im grenznahen Ausland – beispielsweise zum Schutz der "Petite Camargue Alsacienne" – unterstützen will. Allerdings verlangt die Unterstützung einen hohen Anspruch: Bedingung sei, dass die Projekte konkret, modellhaft, in sich abgeschlossen, nachhaltig und auf auf Breitenwirkung angelegt sind.

Das Konzept sieht grob gesagt vor, dass die CMS ihr Stiftungs-Knowhow in die neue Körperschaft einbringt und die beiden Kantonalbanken Geld von Kunden. Laut Beat Oberlin, dem Präsidenten der BLKB-Geschäftsleitung ("Wir ziehen keine Wand an der Kantonsgrenze hoch"), unterstützt die Staatsbank mit Sitz in Liestal bereits verschiedene kulturelle, soziale und breitensportliche Aktivitäten ausserdhalb des Baselbiets. Mit dem Beitritt zur neuen Stiftung "können unsere Kundinnen und Kunden jetzt auch ihr Vermögen oder einen Teil davon für die Weiterentwicklung unserer Region einsetzen". Die Stiftung sei "für manche Kunden das ideale Gefäss, um mit ihrem Vermögen nachhaltig Gutes für die Region zu tun".

Ehrenamtlicher Stiftungsrat

Reto Erdin, Leiter Privatkunden und Private Banking der BKB, betonte, dass der Stiftungsrat ehrenamtlich arbeite und kein Honorar beziehe, sondern die Tätigkeit für die Stiftung "als Engagement für die Region Basel" betrachte. Die gemeinsame Stiftung biete den Kunden Gewähr für eine schlanke und kostengünstige Organisation. In der Vergangenheit habe der Wunsch von Kunden, in Form einer Stiftung "Gutes und Bleibendes" zu schaffen, aus Kostengründen verworfen werden müssen.

Dem Stiftungsrat gehören Lukas Faesch (Präsident), Othmar Cueni, Mitglied der BLKB-Geschäftsleitung, Reto Erdin, Mitglied der BKB-Geschäftsleitung und CMS-Direktor Christian Felber an. Geschäftsführerin der Stiftung ist Anna Bonacci (Bild), Projektleiterin der CMS-Abteilung Kultur. Die CMS hat darin also ein relativ starkes Gewicht. Sitz der Stiftung ist auch am CMS-Sitz an der St. Alban Vorstadt in Basel.

CMS suchte Gespräch mit Banken

In allen drei Förderbereichen sind "Startprojekte" geplant und bereits im Gang: Ein Angebot für medizinische Grundversorgung für randständige und obdachlose Menschen, ein Jungdesignermarkt in der Dreispitzhalle und die Organisation von Naturferien und Camps, die Kindern und Jugendlichen die Landwirtschaft und die Kreisläufe der Natur näher bringen sollen. Noch vor den Sommerferien soll über die Konkretisierung der Projekte berichtet werden.

Auf die Frage, von wem die Idee einer CMS/Banken-Stiftung ausgegangen sei, antwortete Faesch, die Christoph Merian Stiftung habe sich "schon seit Jahren mit diesem Gedanken auseinander gesetzt" und dann "das Gepräch mit den Banken gesucht". Nach "ein paar Runden" sei es dann so weit gewesen. Auf eine Prognose, wie viel Geld jährlich vor allem von kinderlosen Ehepaaren in die neue Stiftung fliessen könnten, wollte sich BLKB-Chef Oberlin nicht einlassen. Der Wunsch, gemeinnützig zu investieren, sei aber vorhanden. Den möglichen Einbezug weiterer Kantonalbanken der Nordwestschweizer Kantone schätzten die Stifter indes als "schwierig" ein, weil sich das Engagement dann rasch auf das Mittelland erstreckte.

23. März 2009

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