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"Terrain nicht kampflos abtreten": Basler Jazzlokal "Sperber"

Basler Innenstadt bleibt ein Jazz-Lokal erhalten

Im "Sperber" dürfen jährlich noch 15 Jazz-Konzerte steigen - mit Einschränkungen


Von Peter Knechtli


Weil sich ein Anwohner des Basler Spalenbergs an Jazzkonzerten im angrenzenden Restaurant "Sperber" störte, musste der Hotelier Raeto Steiger nach jahrelangem Streit eigens eine Betriebsbewilligung einholen. Jetzt hat er den Kampf gewonnen: Der Nachbar verzichtete auf eine erneute Beschwerde.


Raeto Steiger, dem Direktor des "Hotels Basel" und damit Betreiber des ihm angeschlossenen Restaurants "Sperber", war es in den letzten Monaten trotz guten Geschäftsgangs nicht immer nur wohl zu Mute. Ein Anwohner des angrenzenden Spalenbergs fühlte sich durch die regelmässigen Freitags-Jazzkonzerte im "Sperber" in seiner Ruhe gestört und forderte vehement Abhilfe dessen, was er als "Lärm" empfand: Seine Wohn- und Schlafräume liegen auf der Strassen-Seite und sind damit den Immissionen weit stärker ausgesetzt als seine übrigen Gemächer.

Jahrelanger Streit um Dezibel

Der Streit zog sich über mehrere Jahre hin. Polizei, staatliche Ämter, Immissionsfachstellen und Lärmingenieure beschäftigen sich mit den rechtlichen und akustischen Aspekten des ungezwungenen Jazzens und Jammens in der gemütlichen Bar. Folge: Auf dem Höhepunkt des Dezibel-Duells musste Steiger ernsthaft damit rechnen, künftig auf die Jazzkonzerte verzichten zu müssen und damit zwangsweise "unsere Gäste zu strafen" (Steiger zu OnlineReports). Doch: "Wir kamen aber zum Schluss, dass es nicht sein kann, dass wir das Terrain kampflos abtreten."

Schliesslich verlangte das Bauinspektorat den Weg der "vereinfachten Baugenehmigung": Steiger musste seine "Sperber"-Bar Anfang Oktober formell als "Musiklokal in Speiserestaurant" im Amtsblatt ausschreiben lassen. Doch gegen die Funktionsänderung erhob der Anwohner Einsprache, die vom Bauinspektorat im Dezember abgelehnt wurde. Eine (kostenpflichtige) Beschwerde gegen den ablehnenden Entscheid reichte der Einsprecher jedoch nicht ein. Somit ist die vom Bauinspektorat erteilte Bewilligung rechtskräftig.

Nur noch "kleiner Verstärkeranlage"

Raeto Steiger (58), seit 14 Jahren "Hotel Basel"-Direktor, ist genauso Jazzfan wie sein Vorgänger Otto Baeriswyl, der seinen Gästen schon vor mindestens dreissig Jahren Jazz anbot - und das nicht in bescheidenem Mass: Unter seiner Ägide stiegen jährlich noch 40 Konzerte im "Sperber" und die dauerten bis Mitternacht und länger, wenn die Post abging.

Bevor der Lärm-Streit begann, organisierte Steiger jährlich zwischen 20 und 25 Konzerte zwischen Mitte August und Mitte Mai. Gemäss der jetzt gültigen Bewilligung darf der "Sperber"-Chef nun zwischen Mitte September und Mitte April maximal 15 Jazzkonzerte von 20 bis 23 Uhr abhalten. Überdies muss er Vorhänge, Läden und Türe schliessen und die Anwohnenden eine Woche vorher informieren. Zudem dürfen nur Stimme und Bass akustisch verstärkt werden. Wenn Gastgewerbler Steiger die Konzert-Kadenz dereinst je wieder erhöhen will, muss er um eine neue Bewilligung nachsuchen.

1. Januar 2008


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