© Foto by Peter Knechtli, OnlineReports.ch
"Aktualisierung einer Magie": Opern-Regisseur Schlömer, Reporter Erni

"The Indian Queen": Eine Barock-Oper in Pastetenform

Der Rheinländer Regisseur Joachim Schlömer zeigt am Theater Basel eine eigene Version der Barock-Oper von Henry Purcell


Von Jürg Erni


Eine Oper, keine Oper, eine Masque, doch eher ein "Pasticcio", eine Pastete mit musikalisch-szenischen Ingredienzien aus verschiedenen Quellen? Ein Zwitter ist diese vertonte Indische Königin, in Mexiko und Peru bei den Azteken und Inkas angesiedelt. Zwei Reiche, die sich bekriegen und deren Regenten um eine Königstochter kämpfen. Regisseur Joachim Schlömer kehrt mit "Indian Queen" erneut ans Basler Theater zurück.


Er hat die fünfzig überschritten und schaut noch immer so spitzbübisch wie neugierig in die Welt, als hätte ihn seine erste Tanzmeisterin Pina Bausch zur Darstellung seines Lebens in der Sprache des Körpers engagiert.

Die Liste seiner Aktivitäten im Laufe einer 30-jährigen Künstlerlaufbahn ist imponierend. Sie reicht von der Gründung einer eigenen Kompanie über die Leitung der Sparte Ballett am Theater Basel (1996 bis 2001), da der Spitzentanz am Boden blieb, bis zum Festspielleiter zu St. Pölten.

Vom Tanz hat Joachim Schlömer endgültig auf die Schauspiel- und Opernbühne gezügelt. In Stuttgart hat er "Das Rheingold" und "Les Troyens" inszeniert, in Salzburg bei den Festspielen eine Mozart-Trilogie aus dem Fundus gehoben, beim Lucerne Festival eine Konstanze aus dem Serail entführt, in Mannheim eine Flöte auf die Opernbühne gezaubert. Ein Zauberer, ein Magier fast schon.

Privat Freund, politisch Feind

Was hat sich im Laufe seiner Karriere verändert, frage ich Schlömer auf der noch leeren, Grossen Bühne unumwunden. Die Antwort kommt prägnant: "Mein vierjähriges Kind". Manchmal staunt man, wie eine Vaterschaft selbst eine leidenschaftliche Künstlerschaft verändert.   

Gefesselt hat ihn auch die Indische Königin, die mexikanische Queen Zempoalla mit ihrem Sohn Acacis und seinem Freund Montezuma, Perus General, der die Mexikaner besiegte. Privat Freund, politisch Feind. Das muss man erst aushalten, gehört aber zu den Widersprüchen einer Opernhandlung.

Acacis schlägt die angebotene Freiheit aus und bevorzugt die Königstochter Orazia, die auch Montezuma begehrt. Im klassischen Dreieck und mit einer mächtigen Königin im Nacken ist der Konflikt programmiert. Zempoalla nimmt Orazia samt ihren Vater, den König Ynca, gefangen. Das Ende ist dramatisch.  

Modernes Drama auf Video

Von diesem politisch-privaten Konflikt bleibt in der jüngsten Version der "Indian Queen" nicht viel übrig. Montezuma tritt erst gar nicht auf. Das Trio Orazia, Zempoalla, Acacis bleibt unter sich. Einzig eine personifizierte Sonne überstrahlt das Drama.

Joachim Schlömer setzt eins drauf, indem er das alte mit einem modernen Drama konfrontiert. Auf einem eigens für die Basler Inszenierung gedrehten Video lernt die junge Tänzerin Marie (Zoe Hutmacher) im peruanischen Acapulco einen gewissen Henry kennen. Auf Dschungelpfaden fallen sie in ein Loch und begegnen in einer Höhle der alten Welt der Konquistadore, der Eroberer aus der Zeit der Inkas. Auf einer Polizeistation wird Marie als vermeintliche Mörderin verhört. Es stellt sich die Frage von Opfer oder Täterin.

Ingredienzien der Barock-Oper

Auf Bühne und Leinwand prallen die Welten von damals und heute aufeinander. Die "Masque", wie ein Stück aus Szene, Tanz, Dialog und Musik zu Purcells Zeiten bezeichnet wurde, wird modern aufgemischt. Schlömer nennt es die "Aktualisierung einer Magie", eines Exotismus, wie er schon damals in der Oper ausgelebt wurde. Die Mixtur könnte auch nach dem italienischen Vorbild der Mischung von Gattung und Stile als "Pasticcio", als Pastete, bezeichnet werden. Die Butter schaumig gerührt, die Ingredienzien abgeschmeckt. Musik, Tanz, Artistik zu einem Teig geknetet. Das ist der Stoff, aus dem diese Barock-Oper gemacht ist.

Dazu die wohlgefällige Musik des "Orpheus Britannicus", wie man Henry Purcell als Pendant zum Italiener Claudio Monteverdi bezeichnet. Dessen erste Oper "Orfeo" hat die Basler begeistert. Die Tradition der von Andrea Marcon mit seinem "La Cetra-Orchester einstudierten Barockopern wird nach vier Jahren unterbrochen. Er hätte für die "Indian Queen" lieber ein eigenes Vokalensemble aufgestellt.      

"La Cetra" mit David Cowan

In der Basler Neuinszenierung mit der Bühne von Jens Kilian und in den Kostümen von Marie-Therese Jossen dirigiert Studienleiter David Cowan das Barock-Orchester "La Cetra" und den Theaterchor im Orchestergraben. Die Solopartien sind besetzt mit der Schweizer Sopranistin Kim-Lillian Strebel (Orazia), der kanadischen Mezzosopranistin Mireille Lebel (Zempoalla), dem schwedischen Tenor Anders J. Dahlin (Acacis) und dem finnischen Tenor Markus Nykänen (Sonne).

Info
Premiere von "The Indian Queen" von Henry Purcell auf der Grossen Bühne des Theaters Basel it am 30. April. Weitere elf Vorstellungen im Mai und Juni bis Saisonschluss am 27. Juni.

25. April 2014


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

Frisch pubertiert

Die Leute auf dem Hügel
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"In den fast 600 Briefen von Elias Canetti wimmelt es von Anektoten ..."

Schweiz am Wochenende
vom 22. September 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Sie befassen sich allesamt mit Leblosem.

Veranstaltungs-Hinweis


GEHIRN-TRAINING
Kommen Sie mit, zum "Bewegten Brain-Training" mit René Häfliger und Nadin Anthamatten. Ein moderierter, spielerischer Spaziergang um die Leistungsfähigkeit Ihres Gehirns zu trainieren.

16. Oktober
Start um 12.15 bis 13.45 Uhr


beim der Haltestelle "Messeplatz". Unkostenbeitrag 25 Franken inkl. Snack und Getränk. Eine Begleitperson ist gratis!
Detaillierte Informationen

RückSpiegel


Die Basler Zeitung geht in ihrem Bericht über den "Spagat der CVP-Präsidentin" Brigitte Müller auf ihre Aussagen im OnlineReports-Interview ein.

Die Basler Zeitung, die Basellandschaftliche Zeitung, Prime News und Telebasel zitierten in ihren Berichten zur Baselbieter CVP aus dem OnlineReports-Interview mit Parteipräsidentin Brigitte Müller.

persoenlich.com erwähnte OnlineReports und seine frühere Praktikantin Valerie Zaslawsky im Zusammenhang mit ihrem Weggang bei der NZZ und ihrem Umzug nach Berlin, wo sie als Freie Journalistin arbeitet.

In seinem Artikel über medienpolitische Entscheide der Wettbewerbskommission erwähnt Rainer Stadler in der NZZ auch OnlineReports.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

• Der 33-jährige FCB-Mittelfeldspieler Geoffroy Serey Die hat den bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert.

• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.