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"Zerbrechliches Netzwerk": Analoge und digitale Bücher

Wissenschaftliche Forschung soll allen Interessierten zugänglich sein

Der Schweizerische Nationalfonds will in Zukunft nur Publikationen in digitaler Form und open access unterstützen


Von Aurel Schmidt


"Publish oder perish", heisst die Losung in der wissenschaftlichen Community. Auf deutsch könnte man sagen: Publiziere oder vegetiere. Wer nichts zu veröffentlichen hat, ist inexistent. Das persönliche Ansehen leitet sich von der Liste der Veröffentlichungen ab. Eine wissenschaftliche Erkenntnis muss veröffentlicht und verbreitet, das heisst breit zur Kenntnis genommen werden. Nur so wird sie sanktioniert.

Geschehen ist das in der Vergangenheit in gedruckter Form, meistens in einem Buch, auch in einer Zeitschrift von allgemeinem oder wissenschaftlichem Interesse, vor allem printed. Mit den heutigen neuen Kommunikations- und Verbreitungsmaschinen steht an oberster Stelle das Internet zur Verfügung, das ursprünglich für die Verbreitung militärischer Kommandos auf einem Netz von Übermittlungskanälen gedacht war, falls ein Teilstück einmal zerstört worden sein sollte. Längst aber ist das Internet zum universalen Kommunikationsmittel aufgestiegen, zu dem laufend neue Geräte laufend hinzukommen (Tablets, E-Books). Wir profitieren alle jeden Tag davon.

Ohne Internet hätte die Fülle der Publikationen und die steigende Menge der zirkulierenden Botschaften und messages niemals den erforderlichen Platz in den alten Bibliotheken und Archiven gefunden, die jeden Tag ein Stück mehr an ihre Kapazitätsgrenzen stossen. Wir haben es also mit einer eigentümlichen Situation zu tun bekommen, in der die inhaltliche Tiefe der Publikation bei beschränkter Zahl ersetzt worden ist durch eine flache Publikation bei enormer Zahl und Verbreitung.

"Anders als literarische Werke können sich wissenschaftliche kaum selber tragen."



Wir nehmen uns hier die wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor und lassen den belletristisch, sogenannten schöngeistigen Bereich beiseite. Während Literatur in gedruckter Form von einem grösseren Publikum gelesen wird, was grössere Auflagen erlaubt, womit sich diese Bücher durch den Verkauf selber tragen können und für die Verlage ein Geschäft sind, wenn auch meistens ein wenig rentables, liegen die Dinge bei den wissenschaftlichen Werken anders. Das dafür in Frage kommende Publikum ist meistens klein, wenn auch kompetent, notwendigerweise auch interessiert, was wiederum (oder trotzdem) die sinnvolle Höhe der Auflage einschränkt. Die Zahl der Abnehmer ist begrenzt.
 
Mit dem Ergebnis: wissenschaftliche Bücher, um die es hier geht, sowie zum Teil Zeitschriften müssen oft vorfinanziert werden, etwa durch wissenschaftliche Institutionen. Ihre Veröffentlichung, egal ob in Print- oder digitaler Form, wird ausserdem durch wissenschaftliche Bibliotheken und andere Institutionen mit gleicher Zielsetzung gefördert. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat bisher durch Zuschüsse die Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke aus gutem Grund unterstützt.
 
Das wird er auch weiterhin tun, nur auf einer neuen Grundlage. Gedruckte Bücher sollen finanziell nicht mehr gefördert werden beziehungsweise nur solche und nur dann, wenn sie öffentlich zugänglich gemacht werden, digital und im Sinn des open access, das heisst, in einem allgemeinen Sinn verstanden, entgeltfrei.

Der wissenschaftliche Autor stellt sein Werk im Internet für alle Interessierten zur Verfügung und verzichtet auf ein Honorar oder erhält ein solches nur in einem genau festgelegten Rahmen. (Printmedien fallen definitionsgemäss nicht unter den Begriff des open access, weil sie verkauft und gekauft werden müssen, gewissermassen privatisiert werden, beziehungsweise fallen doch darunter, weil sie ja manchmal in Bibliotheken stehen und dort ausgeliehen werden können.)

"Open Access Policy strebt optimale
Zugänglichkeit der Forschungsergebnisse an."



Bei der Vergabe von Beiträgen zur Veröffentlichung und Verbreitung wissenschaftlicher Werke will der SNF im Unterschied zur bisherigen Praxis neue Wege gehen – neben einer Anpassung der Beitragshöhe (nun ja, nach unten).

Oberste Überlegung soll dabei die Open Access Policy sein, um "die optimale Zugänglichkeit der Forschungsresultate" zu gewährleisten, wie Ingrid Kissling-Näf, zuständig für Geistes- und Sozialwissenschaften, in ihrem Blog des SNF schreibt. Sie sollen einfach und schnell verfügbar sein, was "zentral für den Wissensfortschritt und das eigentliche Fundament der Forschung" ist. Ergebnisse und Erkenntnisse sollen also im Internet unentgeltlich abrufbar sein und für einen Download zur Verfügung stehen. Der freie Zugang zur wissenschaftlichen Information ist damit zu einer unumgehbaren Bedingung für das Bestehen und Überleben der modernen Wissensgesellschaft geworden.

Wissenschaftliche Buchpublikationen sollen vom SNF also nur noch dann unterstützt werden, wenn sie neben der gedruckten Fassung zusätzlich auch in digitaler Form vorgelegt werden.

In dieser Neuorientierung der Politik der Publikationsbeiträge liegt natürlich, leicht zu erkennen, eine neue Einschätzung der Bedeutung des Buchs als Medium. Die Schweizer Verlage im Bereich der Geistes- und Sozial- sowie Rechtswissenschaft sind daher aufgeschreckt und haben eine Petition beim SNF eingereicht. Darin machen sie geltend, dass die vom SNF vorgeschlagene radikale Änderung der bisherigen Praxis eine kostendeckende Publikation in Buchform zukünftig verunmöglicht, bestimmt aber erschwert. Unter den gegebenen Umständen bedrohe die Entscheidung des SNF "ein zerbrechliches Netzwerk an technischem, kulturellem, und elektronischem Know-how. Dies ist einer der paradoxen Effekte des Open Access", schreiben die Verlage in einer Erklärung.

"Der wissenschaftliche Fortschritt liegt
im Interesse aller."



Als ferne Vision am Horizont sahen sie sogar die Beerdigung des gedruckten Buchs. Es wäre falsch, meinen sie, Sinn und Bedeutung der Verlagsarbeit und von open access zu verwechseln. Auf jeden Fall soll ihnen eine genügend grosse Zeitspanne eingeräumt werden, wenn sie zur Printversion eines Buch auch eine solche in elektronischer Form herausgeben. Nach der Vorstellung des SNF wären dies 24 Monate.

Tatsächlich liegt hier ein Konflikt vor. Das gedruckte Buch leistet ebenso einen Beitrag an die Verbreitung wissenschaftlicher Arbeit wie der Zugang open access. Andererseits ist die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft bei den heutigen immer tiefer sinkenden Halbwertzeiten der Forschungsergebnisse auf die schnellstmögliche Verbreitung und Zugänglichkeit der Ergebnisse und neuen Erkenntnisse angewiesen. Der SNF weiss sich mit seinen Überlegungen in Übereinstimmung mit den Absichten und Zielen, die auch von anderen, ähnlichen Institutionen verfolgt werden.

Eine Rolle spielt dabei auch die Überlegung, dass der wissenschaftliche Fortschritt allen gehört und alle in der Lage sein sollen, daran zu partizipieren, im Interesse einer Verbesserung der weiteren Forschung und wissenschaftlichen Arbeit, weil deren Resultate am Ende der Allgemeinheit in der einen oder anderen Form zugute kommt. In diesem Sinn hat das Internet das bisherige Urheberrecht und die Verbreitungskanäle in einem tiefgreifenden Sinn verändert, mit Auswirkungen, die heute noch gar nicht richtig abgesehen werden können.

Dass damit aber auf keinen Fall die Praxis der grossen, marktbeherrschenden Kommunikationsunternehmen (Google & Co) gemeint ist, die beim Umgang mit fremdem geistigem Eigentum einen ziemlich lockereren und liederlichen Umgang haben, versteht sich von selbst.

27. Mai 2014


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"Urheberrecht, wo gehst Du hin?"

Der langen Rede kurzer Sinn: Urheberrecht, wo gehst Du hin?


Beatrice Alder, Basel


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Dominik Straumann
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gesehen am 14. August 2018
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Endete die Gemeinderats-Wahl 2016 für Dominik Straumann nicht etwas unerfreulich?

Veranstaltungs-Hinweis


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Die Bürgergemeinde der Stadt Basel lädt zum Bürgergemeinde-Tag: Besuchen Sie die Ausstellung zum Wettbewerb «Innovation Basel» und verweilen Sie bei Speis, Trank und Sound von u.a. «Flagstaff» im schönen Innenhof.
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Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.