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"Kultur und Kontext": Vor Umbau geräumtes Basler Museum der Kulturen

Gesucht: Eine neue visuelle Rhetorik

Das Museum der Kulturen in Basel wird sich bis in drei Jahren völlig neu präsentieren


Von Aurel Schmidt


In diesen Tagen hat das Museum Rietberg in Zürich nach einem Umbau neue Räume in Betrieb genommen, in denen es ab jetzt einen viel grösseren Teil als bisher ihrer erlesenen Sammlung aussereuropäischer Kunst permanent präsentieren kann. Was Zürich im Augenblick voraus hat, wird Basel mit dem Museum der Kulturen bis zum Jahr 2010 nachholen.

Bis zu jenem Zeitpunkt werden die Umbauarbeiten, die in einem Jahr beginnen sollen, abgeschlossen sein. Das Museum der Kulturen (früher "Völkerkundemuseum", neuer Name seit 1996) hat unlängst einen neuen eigenen Eingang vom Münsterplatz her erhalten und muss ihn nicht mehr mit dem Naturhistorischen Museum an der Augustinergasse 2 teilen, was offenbar häufig zu Verwirrungen geführt hat. Der Eingang, so wenig daran gelegen sein mag, ist ein deutliches Signal für ein autonomes und selbstsicheres Auftreten des Museums und eine Manifestation für seine Stellung in der Stadt.

"Am 28. März 2008 kann der Umbau beginnen."



Nur wird der neue Eingang kaum lange benützt werden. Jetzt schon ist das Museum ausgeräumt und machen die Säle einen ungewohnten Eindruck. Vor allem, weil die Fenster, die bisher hinter den Ausstellungseinrichtungen versteckt waren, zum Beispiel hinter den Tikal-Tafeln, viel Licht hereinlassen. Nach der Ausstellung "König, Katz & Bär" über den Zeichner Mario Grasso (bis 25. März) sowie einigen Museumsveranstaltungen wird am 30. August die Ausstellung über die Farbe "Rot" in verschiedenen Kulturen in den jetzt geleerten Räumlichkeiten eröffnet. Nach deren Abschluss am 2. März 2008 kann dann der Umbau beginnen.

Das Museum an der Augustinergasse wurde von Melchior Berri an Stelle der oberen Kollegiums erbaut und 1849 eröffnet. Es war als "Tempel der Wissenschaft" (Projektwettbewerb) gedacht und gilt als Hauptwerk des Klassizismus in Basel. Beim Bezug des Baus umfasste es alles, was im Lauf der Zeit in Basel gesammelt worden war: Kunst und Kuriositäten, naturwissenschaftliche Sammlungsgegenstände, völkerkundliche Objekte. Auch die Öffentliche Bibliothek war hier untergebracht.

Durch die Vermehrung der Bestände wurde der Platz bald knapp, was dazu führte, dass durch den Bezug der Barfüsserkirche für die historische Sammlung (1890), den Bau der neuen Universitätsbibliothek an der Schönbeinstrasse (1896, Erweiterung 1968) und des Kunstmuseums am St. Alban-Graben (1936, ursprünglich auf der Elisabethenschanze und auf der Schützenmatte gegenüber dem Schützenhaus vorgesehen) wichtige Teilbestände disloziert wurden.

"Heute ist die Raumnot wieder so gross
wie eh und je."




Auch die völkerkundliche Sammlung nahm an Umfang zu. 1917 wurde ein von den Architekten E. Vischer & Söhne errichteter Erweiterungsbau, der sich vom alten Haus an der Augustinergasse bis zum Schlüsselberg erstreckt, in Betrieb genommen.

Heute ist die Raumnot im Museum der Kulturen wieder so gross wie eh und je. Sie wird wohl auch nie kleiner werden. Gelöst werden soll das Platzproblem durch den Umbau des sogenannten Vischer-Baus. Nachdem eine Beschwerde gegen das Projekt der Architekten Herzog & de Meuron vom Bundesgericht am 9. November 2006 abgewiesen wurde, kann das Bauvorhaben jetzt weiterverfolgt werden.

Vorgesehen ist, vom Schürhof aus, den man vom Münsterplatz her betritt, in das Untergeschoss des Vischer-Baus zu gelangen und sich von dort weiter in die verschiedenen Gebäudeteile, die dem Museum der Kulturen zur Verfügung stehen, zu begeben. Markant ist der unregelmässig gefaltete und weit über den Bau hinauskragende Dachstock mit farbig reflektierender Keramik und einem "hängenden, kletternden und blühenden" (so die Architekten) Pflanzenvorhang.

Das Museum der Kulturen ist heute auf verschiedene Gebäude rund um vier Innenhöfe verteilt: Schürhof, Klosterhof, Augustinerhof und Rollerhof (oder sogar fünf Höfe, wenn man den winzigen Taubenhof dazu nimmt). Die Anlage ist labyrinthisch verwinkelt, verschachtelt und alles andere als befriedigend. Am besten wäre es vielleicht gewesen, etwas von Grund auf Neues zu wagen, so wie die Architekten F. Stehlin, E. La Roche und A. Staehelin schon 1913, als der Erweiterungsbau des Museum zur Diskussion stand, den Vorschlag machten, auf dem gesamten Rollerhof-Areal zwischen Augustinergasse und Schlüsselberg einen Bau mit einer einheitlichen Fassade und regelmässigen Flucht zu errichten. Aber das Projekt der Architekten Vischer & Söhne erhielt damals den Zuschlag.

"Ein leeres Haus zum Bespielen.
Es herrscht Aufbruchstimmung."




Die Situation mag heute so unbefriedigend sein wie vor 80 Jahren - Anna Schmid, die neue Direktorin des Museums, ist entschlossen, das Beste daraus zu machen. Nur muss eine falsche Harmonisierung vermieden werden. Mit einer guten Signalisation lassen sich die verstreuten Lokalitäten (Vischer-Bau, sogenannter Neubau, Rollerhof) in ein Verhältnis zueinander bringen und für die Besucher leicht auffindbar machen. Vor allem ist die Lage am Münsterplatz, mitten in der Stadt, einzigartig. Dafür nimmt Anna Schmid gern die umständliche Raumanordnung in Kauf.

"Wir bekommen ein leeres Haus, das wir von Grund auf neu einrichten und bespielen können", sagt sie. Das ist eine einmalige Ausgangslage. Es herrscht Aufbruchstimmung.

Die Schwerpunkte des Museums der Kulturen liegen in Melanesien, Indonesien, Tibet, Afrika, Europa (Fasnachtssammlung) sowie bei den Textilien, was auf die prägende Tätigkeit des ersten vollamtlichen Direktors des Museums, Alfred Bühler, zurückgeht. 300'000 Objekte hat das Museum katalogisiert. Der neue Dachstock des Vischer-Baus wird übrigens 2010 für eine grosse China-Wechselausstellung gebraucht.

"Das Museum wird
neue Formen der Präsentation suchen."




Anders als das Museum Rietberg in Zürich, das sich als Kunstmuseum versteht, denkt Anna Schmid für das Museum der Kulturen, das als klassisches "Völkerkundemuseum" mehr auf Kultur und Kontext ausgerichtet ist, an eine häufigere Veränderung der Ausstellungen, auch der permanenten. Länger als fünfzehn Jahre kann eine Dauerausstellung heute nicht im gleichen Zustand bleiben. Statt an Vitrinen wird eher an eine variable, dynamische Präsentation gedacht, ebenso an eine thematische anstelle einer regionalen und geografischen Anordnung.

"Vor allem müssen wir Abschied nehmen von der Idee, das Leben anderer Kulturen zu zeigen", bemerkt Anna Schmid. Das Museum ist eine Abstraktion und darf nicht dem Fehler der Imitation verfallen. Wissenschaftliche Objektivität ist problematisch. Was das Museum tun kann, ist das Vermitteln von Einsichten. Den Besuchern darf dabei zugemutet werden, sich selbst eine Vorstellung zu machen.

Das Museum wird also neue Möglichkeiten der Präsentation suchen und Überlegungen anstellen, wie eine "visuelle Rhetorik des Museums" (Anna Schmid) heute aussehen könnte.

Dafür stehen drei Jahre der Evaluation zur Verfügung. Im Jahr 2010 werden wir mehr sehen - im buchstäblichen Sinn.

21. Februar 2007

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In einem Satz


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Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

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• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

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• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

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