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"In einer kulturell fremden Welt": basel sinfonietta bei "Odna"-Probe

basel sinfonietta und die Rekonstruktion eines filmischen Meisterwerks

"Odna" von Grigorij Kosinzew, Leonid Trauberg und Dmitri Schostakowitsch auf DVD erhältlich


Von Aurel Schmidt


Am 4. April 2004 war das Schauspielhaus Basel um 16.00 und um 20.00 Uhr bis auf den letzten Platz besetzt. Es war ein strahlender Sonntag. Aufgeführt wurde der Film "Odna" (Allein) des russischen Regisseur-Duos Grigorij Kosinzew und Leonid Trauberg aus dem Jahr 1931. Die Film-Musik von Dmitri Schostakowitsch wurde als Begleitung live gespielt. Über der Bühne hing die Leinwand, auf die der Film projiziert wurde, darunter sassen die Musiker und Musikerinnen der basel sinfonietta. Der Dirigent Mark Fitz-Gerald koordinierte das Orchester mit dem Ablauf des Films, den er vor sich sah.

Erzählt wird in "Odna" das Schicksal der jungen russischen Lehrerin Jelena (von Jelena Kuzmina dargestellt), die das angenehme Leben in Leningrad aufgibt und beschliesst, in einer primitiven Schule im Altai-Gebirge die Kinder zu unterrichten. Sie will auf diese Weise zum Aufbau des Sozialismus beitragen.
 
Jelena muss sich allein in einer kulturell fremden Welt doppelt einsetzen: gegen den örtlichen Bey, der seine Schafe schlachtet und sich auf diese Weise am "Volkseigentum" vergreift, wie gegen den örtlichen Dorfsowjet, der es versäumt, zum Rechten zu sehen. Der Bey richtet es so ein, dass Jelena in einem Schneesturm beinahe ums Leben kommt. Im letzten Moment kann sie gerettet werden, aber sie trägt schwere Erfrierungen davon. In Leningrad erregt ihr Schicksal Aufsehen. Eine Solidaritätsbewegung bildet sich und ermöglicht es, dass Jelena mit dem Flugzeug  abgeholt werden kann.

Die Handlung ist nur verständlich, wenn man berücksichtigt, welche Bedeutung dem Film 1930 in Russland als Propagandamittel zukam. "Der Mensch erschafft neues Leben", lautet die Schluss-Erkenntnis des Streifens, der übrigens kurz nach Erscheinen von den Leinwänden verschwand, weil seine Autoren es gewagt hatte, den Dorfsowjet in einem fragwürdigen Licht zu zeigen. Der propagandistische Idealismus des Films, der den Machthabern in Russland ungenügend erschien, hat etwas Naives, auch wenn wir heute an der Zerstörung der autochthonen Kultur der Altai-Bevölkerung durch die sowjetische Planökonomie Anstoss nehmen.

"Es sieht aus, als hätten Kosinzew
und Trauberg soeben den Film erfunden."




Zur Wirkung des Films tragen auch die schlichten, fast unbeholfenen und doch einfallsreichen Stilmittel bei. Es sieht so aus, als hätten Kosinzew und Trauberg soeben den Film erfunden.

Bemerkenswert ist die Filmmusik von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975), der, gerade 24 Jahre alt, als der Film entstand, für den Schaufensterbummel und die Tramfahrt, die Jelena und ihr Freund Petja in Leningrad unternehmen, und für den Teil im Altai-Gebirge zwei ganz verschiedene musikalische Stile und Ausdrucksformen gefunden hat: Bruitistische Elemente für die turbulente Grossstadt-Atmosphäre, langgezogene Fagottmelodien zur Charakterisierung der mongolischen Landschaft. Der Jubel am Schluss des Films, wenn das Flugzeug mit Jelena abhebt, steigert sich zu einem gewaltigen Hymnus.
 
Der Film, jahrzehntelang verschollen beziehungsweise in die Archive abgeschoben und gar nicht mehr vollständig erhalten, konnte 1966 restauriert werden. Die fehlenden Partien wurden durch Textfenster ersetzt. An der Präsentation des Films 2004 in Basel musizierte die basel sinfonietta im Dunkeln.

Auch die Filmmusik existierte nur noch in Fragmenten und wurde 2004 von Mark Fitz-Gerald wiederhergestellt, unter anderem an Hand der Tonspur der einzig noch existierenden Filmkopie.

So konnten der Film und die Musik 2004 in restaurierter Form vor- und aufgeführt werden. An der Koproduktion beteiligten sich basel sinfonietta, das Schweizer Fernsehen, Radio DRS, ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE sowie die Foundation "Film in Concert". Neuerdings ist "Odna" auch als DVD erhältlich. Wer mag, kann den Film darauf auch mit der historischen Musikaufnahme der Uraufführungsversion sehen und hören. In einem Bonus-Track werden Geschichte und politischer Hintergrund des Films dokumentiert.

Grigorij Kosinzew, Leonid Trauberg: "Odna".  Musik Dmitri Schostakowitsch. absolut MEDIEN. Bezug u.a. bei basel sinfonietta für 35 Franken: www.baselsinfonietta.ch, mail@basel-sinfonietta.ch

6. Februar 2008


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"Steuervoralge 17"

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Communiqué vom
11. Dezember 2018
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Kein gutes Omen, wenn die Vorlage schon zur Alge mutiert ist.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

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Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

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Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

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• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.