Tanners magischer Zauber

Im vierten Krimi des Basler Autors Urs Schaub ist sein romantischer Kommissar Simon Tanner definitiv bei sich selbst angekommen


Von Anna Wegelin


Krimis handeln bekanntlich von Mord und Totschlag. Doch was nach der Lektüre von Urs Schaubs viertem Tanner-Roman "Der Salamander" hängen bleibt, ist nicht Sex and Crime: Wir erliegen doch tatsächlich dem feinen Zauber um seinen charmanten Ermittler Simon Tanner, der uns in Schaubs Erstling "Tanner" von 2005 noch gehörig auf den Wecker ging, weil er derart selbstverliebt und schwärmerisch drauf war. Zu jung halt.

Doch jetzt hat er das reife Alter erreicht: Simon Tanner, der ungefähr so alt ist wie sein 1951 geborener Schöpfer, kehrt an einem nebligen Novembertag – Achtung Allerseelen – in sein Dorf in der schweizerischen Drei-Seen-Landschaft zurück. Mit dabei hat er den "Idiot" von Dostojewski, ein Abschiedsgeschenk seiner Geliebten "aus dem hohen Norden". Fast ein Jahr ist er bei Solveig in den schwedischen Schären gewesen. Sie, die er sehnsüchtig seine "Seejungfrau" nennt und Meeresbiologin ist, hatte einen Sommer lang im Dorf serviert.


"Der Salamander" lesen ist,
zur Ruhe kommen."




Kurz vor seiner Ankunft in der Schweiz begegnet Tanner im Zug einem schmalen stotternden Jüngling, den eine mysteriöse Aura umgibt und der einen Koffer umklammert hält. Als wir erfahren, was das Gepäckstück beinhaltet – ein rotes fleckiges Frauenkleid mit zwei Löchern und darin eingewickelt ein goldener Anhänger in der Form eines Salamanders mit kyrillischer Inschrift –, haben die Dinge längst ihren Lauf genommen.

Wir folgen Simon Tanner, dem gebildeten, menschlichen, sanftmütigen, geniesserischen, naturverbundenen und unaufgeregten inoffiziellen "Berater" seines Compagnons Serge Michel von der "Abteilung Leib und Leben", ein deftiger Charakter mit einer grossen inneren Unruhe, auf verschlungenen Ermittlungspfaden. Und stören uns eher an der Dritten im Bunde, der attraktiven Ermittlerin-auf-Probezeit Lara Wille, welche die traute Harmonie zwischen den beiden Männern immer wieder unnötig aufbricht und die als Figur flach bleibt.

Die Spuren führen zu einer sektiererischen Gemeinschaft in der Umgebung, in Tanners Worten "eine Art grosse, familiäre Kommune auf biblischer Grundlage", und ihrem charismatisch-diabolischen Führer. Es gibt einen erhängten Pseudo-Pfarrer und eine erschossene Russin – eine Referenz an den Dostojewski-Roman. Ein fast dreissig Jahre zurückliegender ungelöster Fall wird wiederaufgenommen, die französische Fremdenlegion und das Treiben der Missionare in Afrika kommen ins Spiel. Und das Ganze ist gewürzt mit illegalem Drogenhandel, einer alchemistischen Skulptur, die mit Hilfe des Weltalls Strom erzeugen soll und einem unterirdischen Höhlensystem mit Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg – Schaub geht aufs Ganze und fährt ordentlich Geschütz auf.

Als der verschlungene Fall gelöst ist und die Vergangenheit ruhen kann, hört auch all das Verhexte und Verwunschene auf, das Tanner gefährlich reale Träume bescherte und den langen Schlaf raubte. Die Landschaft um sein Haus – es heisst "Maison Blanche" – liegt unter einer dicken Schneedecke und Simon Tanner kann endlich durchatmen: "Es schien ihm, als habe er seit seiner Kindheit dieses Gefühl nie mehr erlebt. Es war Sonntag, und man musste nichts machen, gar nichts. Man durfte einfach sein."

"Der Salamander" lesen ist, zur Ruhe kommen. Urs Schaubs magische Welt zwischen zwei Buchdeckeln macht's möglich.

Info
Urs Schaub: "Der Salamander", Ein Tanner-Kriminalroman. Limmat Verlag, Zürich. Reihe "Tatort Schweiz". 360 Seiten, gebunden. 36.80 Franken.

Buchvernissage am Donnerstag, 13. September, 19 Uhr im Literaturhaus Basel. Moderation: Katrin Eckert

19. August 2012


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"Die Basler Stadtgärtnerei behauptet, dass es mit den Wegwerfgrills besser geworden sei."

BZ Basel
Newsletter vom
15. Mai 2018
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Eine höchst interessante Aussage. Sie braucht nur noch in den Verständlichkeits-Modus transferiert zu werden.

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