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"Mit Kleinbasel sehr gut verträglich": Jazz Campus-Planer Buol, Schmidt, Hubmann, Ley

Ein musikalisches Labor bringt Leben ins Herz des Kleinbasel

Um einen ehemals gewerblichen Innenhof an der Utengasse erhält die Jazzschule Basel einen Campus


Von Peter Knechtli


Im Innenhof an der Utengasse 15/17 im Kleinbasel herrscht derzeit sowohl Abbruch- wie Aufbruchstimmung: Hier entsteht in den nächsten zweieinhalb Jahren ein Jazz-Campus der Musikakademie. Bauherrin die Stiftung Habitat. Die Jazzschule soll zur Belebung des Kleinbasel beitragen und überregional ausstrahlen.


"Wir reden nicht so gern über Zahlen, sondern lieber über Inhalte", hielt sich Klaus Hubmann, Geschäftsführer der Stiftung Habitat, heute Montagmorgen an einer Medienkonferenz zurück. Es dürfte eine zweistellige Millionensumme sein, die die Stiftung der Mäzenin und Jazzfördererin Beatrice Oeri ("Bird's Eye") in die Erneuerung der Liegenschaften an der Utengasse 15/17 investiert.

Vor mehr als zwei Jahren erwarb die Stiftung das Grundstück von der Maschinenfabrik Willy A. Bachofen, die mehr Raumbedarf hatte und nach Muttenz zog. Im Innenhof (Bild oben) herrscht derzeit Abbruchstimmung: Ende April erhielt die "Habitat" die Baubewilligung.

Ein Jazz-Dorf im Kleinbasel

Auf diesem eng scheinenden Grundstück soll in den nächsten zweieinhalb Jahren ein eigentliches Jazz-Dorf entstehen: Der professionelle Abteilung der Musikakademie mit 60 bis 80 Studenten und der Laienabteilung mit 230 Schülern soll hier ein "offenes Labor" geboten werden, "das seinesgleichen in Europa sucht", wie Bernhard Ley fast schon ins Schwärmen geriet.

Der Leiter der Abteilung Jazz der Musik-Hochschule Basel ist inhaltlich die treibende Kraft dieses Projekts, und die historisch dominierende Figur der Jazz-Ausbildung in Basel. Vor 25 Jahren gründete er in den Räumen des "Sommer-Casinos" das "Jazz-Casino Basel", wie die erste Jazzschule auf Vereinsbasis damals hiess. Das Angebot stiess auf so viel Anklang, dass die mittlerweile zur Stiftung mutierte Jazzschule 1996 an die Reinacherstrasse 105 umzog. Es folgte die Integration der erst der Berufsabteilung und später auch der allgemeinen Abteilung als "Abteilung Jazz" in die Musikhochschule.

35 Räume und ein Jazzclub

Der Standort an der Peripherie erwies sich indes nicht als optimal. Auf der Suche nach einer idealen Bleibe sei Ley von den Stiftungen Habitat und Levedo (auch sie ist im Besitz Beatrice Oeris) darauf angesprochen worden, "ob das nicht eine Chance wäre". Gemeint waren die frei werdenden Räume an der Utengasse, wo im 14. Jahrhundert eine Ziegelei und später eine Seidenband-Färberei betrieben wurde.

Laut Katharina Schmidt, Leiterin Bau und Unterhalt der "Habitat", wird seit zwei Jahren an einem Projekt geplant, das auf einer Fläche von 5'800 Quadratmetern 16 grössere und 13 kleinere Unterrichtsräume sowie sieben "Übungszellen" enthält. Zum Raumangebot (Bild, unten links die Utengasse) gehört auch ein Jazzclub, der tagsüber von Schülern und abends als öffentlich zugängliches Lokal mit Bar benutzt werden kann. Gebaut werden soll bis zu einer Höhe von vier Geschossen und einer Tiefe von zwei Untergeschossen. Unter dem Hof, in dem eine gemütliche Feuerstelle eingerichtet werden soll, ist eine wettergeschützte Halle vorgesehen, über die die Räume erhöhter Lautstärke erschlossen werden sollen.

Auch ein Campus der Selbstvermarktung

Das Raumkonzept, zu der auch zwei Performance-Räume für grössere Ensembles, Aufnahmeräume und spezielle Räume für verstärkte Musik  gehören, soll eine Symbiose von musikalisch-kreativer Bildung unter einem möglichst starken Einbezug des öffentlichen Lebens gewährleisten. Als einen der "Hot Spots" kann sich Bernhard Ley Clubkonzerte des Jazzfestivals Basel vorstellen. Während seiner eigenen Ausbildung in Graz habe er "festgestellt, wie belebend eine Jazzschule in einer Stadt wirken kann" (Ley).

Im neuen Basler Jazz-Campus sollen die angehenden Berufsmusiker nicht nur Theorie und Praxis büffeln, sondern auch "lernen, sich zu präsentieren und ihre Musik zu vermarkten". Dazu sollen Kenntnisse in Licht- und Multimedia-Effekten, aber auch in Aufnahmetechnik und Produktion vermittelt werden. Ebenso soll die Möglichkeit bestehen, die Improvisation speziell zu fördern oder elektronische Instrumente mit klassischer Musik zu verbinden. Geplante Eröffnung: Im Spätherbst 2013.

Industrielle Romantik soll spürbar bleiben

Dreh- und Angelpunkt des Jazz-Zentrums ist der Innenhof, über den die Schule via Utengasse erschlossen wird. Mit seiner "Körnigkeit", mit der sich "verschiedene Situationen bespielen und erleben lassen", sei der Bau "städtebaulich sehr gut mit dem Kleinbasel verträglich", sagte Architekt Lukas Buol vom Büro Buol&Zünd. Seine Absicht sei es, die traditionelle industrielle Romantik in den Neubau zu transformieren. Katharina Schmidt versprach "eine gute Atmosphäre, eine gute Aufenthaltsqualität und eine gute Raum-Akustik".

Wenn nicht alles täuscht, dürfen sich Jazzmusiker und Jazzfans mit dem Campus auf ein einzigartiges Szene-Bijou im Herzen Kleinbasels freuen.

16. Mai 2011


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"Rentenmassaker auf Kosten der Staatsangestellten"

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Betreff einer Medienmitteilung
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