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"Keine Grenzen gesetzt": Friesen-Verliebte Saladin

Kein Witz, aber witzig: Die Botschafterin ohne Diplomatenpass

Die Baselbieter Medien-Frau Barbara Saladin war ostfriesische Tourismus-Botschafterin in der Schweiz und schrieb einen animierenden PR-Krimi


Von Peter Knechtli


Die in Gelterkinden aufgewachsene Filmautorin und Journalistin Barbara Saladin war ein Jahr lang Tourismus-Botschafterin von Ostfriesland. Jetzt hat sie sieben Krimis und sieben Porträts über die sieben Nordseeinseln veröffentlicht. Kein Witz!


Sie hat keine diplomatische Ausbildung, stand noch nie im Staatsdienst und dennoch ist Barbara Saladin (33) Botschafterin geworden – präziser: "Botschafterin der Ostfriesischen Inseln in der Schweiz". Allerdings musste sich die frühere Anwaltssekretärin nie mit bockigen Unterhändlern herumschlagen und über umständliche Vertragswerke verhandeln: Ihre Aufgabe bestand darin, die sieben ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge als Tourismus-Standort in der Schweiz bekannt zu machen.

Angefixt durch ein Krimi-Stipendium

Die Bekanntschaft mit der Inselgruppe, die wir Eidgenossen fast ausschliesslich mit Witzen und "Otto" assoziieren, nahm vor gut zwei Jahren ihren Anfang, als ein Kurzkrimi-Stipendium ("Tot auf Töwerland") Barbara Saladin nach der Insel Juist an die nordwestlichsten Ecke Deutschlands führte. Ausgeschrieben wurde das Stipendium durch den dortigen Buchhändler, die Kurverwaltung und die deutschsprachige Krimiautorenvereinigung. "Herkommen und schreiben, egal was", habe der Auftrag gelautet.

Kaum wieder zu Hause suchte die "Werbegemeinschaft Ostfriesische Inseln" im Internet in den 16 deutschen Bundesländern, in der Schweiz und in Österreich Tourismus-Botschafter mit der Herausforderung, während eines Jahres das Insel-Septett am Wattenmeer als attraktive Urlaubsdestination zu bewerben.

Staatsmännischer Kick-off

Die Idee der Ostfriesen war so clever, dass sie mit einem deutschen Tourismuspreis ausgezeichnet wurde: 1'500 Bewerbungen trafen ein, 18 davon wurden ausgewählt – darunter auch Barbara Saladin, die ihre spätere Auftraggeberin als "recht innovativ" lobt und gesamthaft von einer "Win-win-Situation" schwärmt.

Im Februar letzten Jahres war offizieller Startschuss in Hannover: Ganz staatsmännisch im Beisein des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff wurde die Botschafterschar von den ostfriesischen Auftraggebern auf ihren Jahres-Job eingeschworen.

Der Juister Kurzkrimi kam ihr bei ihrer PR-Aufgabe in der Schweiz zupass. Denn in der Definition der Botschafter-Tätigkeit in der Schweiz waren ihr "keine Grenzen gesetzt". Erwünscht war hingegen Kreativität. So nutzte sie ihren Arbeitsplatz als Redaktorin mit einem 60 Prozent-Pensum bei der in Sissach erscheinenden "Volksstimme", um die Oberbaselbieter Leserschaft serienweise über die Inseln am Wattenmeer aufzuklären. Ausserdem zeigte sie einen Wattenmeerfilm an einer Basler Schule, las an verschiedenen Orten der Schweiz aus ihrem Juist-Kurzkrimi und rührte im Bekanntenkreis kräftig – und scheinbar nicht ganz erfolglos – die Ostfriesen-Werbetrommel.

Im Dienst der Tourismus-Branche

Jetzt legt das "bekennende Land-Ei" (Saladin über Saladin), als direkte Folge der Botschafterinnen-Tätigkeit, eine weitere Promotions-Leistung vor: Ein Buch in einer Auflage von 3'000 Exemplaren mit sieben Kurz-Krimis und Porträts über jede der sieben Inseln. Die Autorin, die sich schon mit ihrem Oberbaselbieter Mythen-Film "Welthund" einen Namen machte, ging im Frühling letzten Jahres während zweieinhalb Wochen auf Recherche, liess sich in tobenden Winden von Insel zu Insel fliegen, war zu Fuss und mit dem Fahrrad unterwegs, notierte, fotografierte Schauplätze in Dörfern und Dünen und sprach liess sich in Gesprächen mit Inselbewohnern die Würze des Lokalkolorits vermitteln.

Es ist zumindest sehr verpönt, wenn sich Medienschaffende in den Dienst von Fremdenverkehrs-Organisationen stellen, wenn sie sich Reisen und Hotel bezahlen lassen und dafür nett schreiben. Im Fall von Barbara Saladins Ostfriesen-Einsatz ist diesbezüglich doch sehr zu relativieren. Zwar wurden auch ihr die Flüge und Unterkünfte während der Recherche-Reise offeriert, doch aus den Insel-Beschreibungen sind keine Jubel-Porträts geworden, sondern wertfrei gehaltene Basis-Informationen ganz im Sinne eines Reiseführers oder zumindest eines Reiseappetit-Anregers.

Der Charme der Ostfriesen-Werbung

Kommt dazu, dass Werbung für Ostfriesland aus mehreren Gründen einen besonderen Charme für sich in Anspruch nehmen darf. Zum einen bringt sie dem Publikum die Identität eines Insel-Volks mit seinen Traditionen bis hin zum Walfang nahe, das uns als Protagonisten für Deppen-Witze dient. Zum andern haben es die Ostfriesen, die sich "sehr weit weg von Deutschland fühlen" (Saladin), intelligenterweise darauf angelegt, den Tourismus rund um das Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer und die wilde Schönheit der Dünen-Vegetation sanft und gemütlich zu entwickeln, was allein schon eine Leistung ist. Das Auto hat auf den Inseln mit ihrem eigenen Rhythmus wenig zu suchen.

Auf 192 reichhaltig illustrierten Seiten gelingt es der Autorin, den ganz besonderen Reiz des flachen ostfriesischen Insel-Konglomerats mit seinen bunten Strandkörben, vorgelagerten Riffs, Leuchttürmen und seinen ebenso aus- wie einladenden Stränden mit ihren intensiven Ebbe- und Fluterlebnissen zu veranschaulichen. Unterhaltsam zu lesen sind diese hübschen autonomen Kurz-Krimis zu jeder Insel, die ihre eigenen Akteure – fiktiv auch mal die Autorin selbst –, Schauplätze  und formalen Abläufe haben. Da überkommt einem schon mal das Gruseln, wenn sich die Story um einen Fahrradverleih namens "Up Moord un Doodslag" dreht, wenn die sich balgenden Norderney-Touristen Harry und Heinrich in der Schiffschraube enden oder wenn ein brutaler Unternehmer durch Selbstmord ermordet wird.

Verlag redete nicht drein

Obschon es diesem Krimi/Porträt-Buch immer wieder recht deftig zur Sache geht, habe ihr der Verlag keine inhaltlichen Auflagen gemacht. Um allfällige Missverständnisse auszuräumen, hält die Autorin fest, das "Ähnlichkeiten mit Lebenden oder Toten oder real existierenden Einrichtungen nicht beabsichtigt" seien.

Dass ausgerechnet eine Frau aus der Alpenrepublik zur Botschafterin der norddeutschen Flach-Inseln erkoren wurde, fanden die deutschen Medien so exotisch, dass sie reihenweise um Interviews nachsuchten. Der NDR strahlte gar ein TV-Porträt aus, als die Baselbieterin in Baltrum auf Lesereise unterwegs war. Inzwischen hat sich Barbara Saladin längst in die Ostfriesischen Inseln und die eigene Art des dortigen Teetrinkens ("rühren ist verboten") verliebt.

Kein Wunder, veröffentlicht sie noch diesen August ein weiteres Buch, das diesmal ganz der Insel Baltrum gewidmet ist. 14 Porträts von Inselbewohnenden stehen im Zentrum, daneben enthält es Wissenswertes über Geschichte und Entwicklung sowie einen Serviceteil mit allerlei nützlichen Adressen. Barbara Saladin wird, wenn auch a. D., wohl zeitlebens ostfriesische Botschafterin bleiben.

Barbara Saladin: "Sieben Inseln - Sieben Krimis". 192 Seiten. Premium-Taschenbuch, Verlag Soltau-Kurier-Norden.

12. August 2010


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Kein gutes Omen, wenn die Vorlage schon zur Alge mutiert ist.

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Die Bau- und Raumplanungs-Kommission des Basler Grossen Rates spricht sich für den Neubau von Staatsarchiv und Naturhistorischem Museum im St. Johann-Quartier aus.

Matthias Gysin, heute Verwaltungsleiter in der Gemeinde Aesch, wird ab 1. April 2019 neuer Geschäftsführer des "Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden" (VBLG) und Nachfolger von Ueli O. Kräuchi.

• Das Projekt eines Ozeaniums des Basler Zoos hat mit starkem Wellengang zu kämpfen: Das gegnerische Komitee reichte fast 5'000 Referendums-Unterschriften ein, wodurch es zu einer Volksabstimmung kommen wird.

Yvette Harder wird per 18. März 2019 neue Generalsekretärin des Basler Finanzdepartements und damit Nachfolgerin von Alexandra Schilling, die in die Kommandoabteilung der Kantonspolizei wechselte.

• Der frühere Baselbieter SP-Regierungsrat Urs Wüthrich-Pelloli übernahm an der ordentlichen Mitgliederversammlung des Fördervereins Universität Basel von Jean-Luc Nordmann das Präsidium.

• In weniger als sieben Wochen sammelte das parteiunabhängige Komitee "Kein Parkhaus unter dem Tschudi-Park" mehr als 3500 Unterschrift'en für seine Petition.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal für das Jahr 2019 einen Teuerungsausgleich von 1,4 Prozent auszurichten.

Elena Hermann wird neue Leiterin der Staatlichen Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten Basel-Stadt und löst Ernst Jost ab, der per Ende Jahr in Pension gehen wird.

• Das Basler Komitee gegen die kantonale Vorlage zur "Steuervorlage 17", das sich aus linken Parteien und Gewerkschaften rekrutiert, hat 3'300 Unterschriften für das Referendum gesammelt.

Andreas Häner, von 2009 bis 2015 schon Vorstandsmitglied, wird neuer Geschäftsführer des Basler Heimatschutzes und damit Nachfolger von Paul Dilitz, der nach elfjähriger Tätigkeit in den Ruhestand tritt.

Daniel Roth (61) wird im Baselbiet neuer Leiter des Rechtsdienstes von Regierung und Landrat, als Nachfolger von Hans Jakob Speich, der sich vorzeitig pensionieren lässt.

Irene Heinimann wird neue Baselbieter Kantonsapothekerin und folgt als bisherige Stellvertreterin auf Hans-Martin Grünig, der Ende Dezember in Pension geht.

• Vertiefte Kostenkontrollen zum Umbau der Kunsteisbahn Sissach zur geschlossenen Halle zeigen, dass der Bau bis zu zehn Prozent teurer wird als vorgesehen.

• Der Baselbieter alt Landratspräsident Jürg Degen und der Läufelfinger Gemeindepräsident Dieter Forter sind von "Pro Bahn Schweiz" für ihr Engagement zur Erhaltung des "Läufelfingerlis" mit dem Preis "Premio Pro Spez 2018" ausgezeichnet worden.

Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

• Aufgrund einer umfassenden Kontrolle der Stadtgärtnerei müssen im Kanton Basel-Stadt 229 Bäume zum grössten Teil aus Sicherheitsgründen gefällt und ersetzt werden; die Liste der betroffenen Bäume wird im Kantonsblatt vom 10. Oktober publiziert.

Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.