© Fotos by Peter Achten
"Lieferung per Dreirad-Lieferwägelchen": Betreiber Troesch, Küchenchef Krasser

Wurstsalat und Poulet im Chörbli im Pekinger Geschäftsviertel

Wie ein Schweizer Gastronom erfolgreich die Gelüste von Schweizer China-Reisenden befriedigt


Von Peter Achten


China ist, wer will daran noch zweifeln, die Krone der Koch-Schöpfung. Doch trotz weltweiter Präsenz von McDonald's and Kentucky Fried Chicken wollen Chinesinnen und Chinesen, kaum im Ausland, Nudeln "made in China". In Peking bedient jetzt ein Schweizer Gastronom einheimische Gelüste von Schweizer China-Reisenden.


Das Essen in der Kindheit prägt fürs Leben. In China vermutlich mehr als anderswo. Denn: Essen ist viel wichtiger als irgendwo auf der Welt. Das kollektive Bewusstsein nämlich wird bestimmt über die Jahrhunderte von einer langen Reihe von Hungersnöten, die letzte während des "Grossen Sprungs nach vorn".

Zwischen 25 bis 40 Millionen Menschen starben damals Hungers. Noch heute erzählen einige meiner chinesischen Freunde und Bekannten, wie sie damals als Kinder buchstäblich Baumrinden und Gras "gefressen" haben. Essen, auch gut Essen und satt werden ist und bleibt so denn ein stets beherrschendes Thema im Reich der Mitte.

Klobige Essgeräte

Heute sind es nicht die nach allgemeiner chinesischen Ansicht klobigen Essgeräte wie Messer, Löffel und Gabel, die Chinesen im Ausland abschrecken. Nein, es ist schlicht das westliche Essen. Auch die französische Nobelküche. Sie liegt vielleicht etwas schwer auf dem chinesischen Magen.

Mit italienischer Pasta können sich Touristen und Geschäftsleute selbst ohne Essstäbchen zur Not gerade noch abfinden, zumal ihrer historisch falschen Ansicht nach ja Marco Polo im 13. Jahrhundert Nudeln und Teigtaschen mit nach Italien gebracht haben soll, wo dann Spaghetti und Ravioli ihren Siegeszug um die Welt angetreten haben. Drei, vier Tage ohne chinesisches Essen jedenfalls ist für Chinesinnen und Chinesen im Ausland schon ziemlich happig wenn nicht gar unzumutbar. Bei Herr und Frau Schweizer geht es dann schon ein wenig länger.

Heimische Kost

Dennoch, der Wunsch und der Hunger nach heimischer Kost ist auch den Eidgenossen nicht fremd. Nach einer selbstverständlich nicht repräsentativen Umfrage Ihres Korrespondenten unter Schweizer Ferienreisenden und Geschäftsleuten in Asien wird die Lust nach – in dieser Reihenfolge – einem Wurstsalat spezial, einer St. Galler Bratwurst, einer Berner Rösti aus Truebschachen, einem Fondue aus Fribourg oder einem Raclette samt einem Glas Weissen aus dem Wallis mit zunehmender Aufenthaltsdauer im Ausland gross und grösser.

Vor zwanzig Jahren schon betrieb deshalb in Hong Kong ein rühriger Schweizer Restaurateur ein Swiss Chalet. Mit grossem Erfolg, auch und gerade unter Chinesen. In der chinesischen Hauptstadt wird seit Jahren in einem Hotel mit dem Namen Swiss, das aber überhaupt nicht mehr in Swiss-Besitz ist, auch schweizerisch gekocht. Doch echter Swisstaste wollte nicht aufkommen.

Fondue, Raclette, Flammekueche

Das hat sich nun geändert. Peter Troesch, Absolvent der "Ecole Hôtelière de Lausanne", und dessen chinesische Frau betreiben seit einem Jahr erfolgreich in Pekings "Zentralem Geschäftsviertel" – Neudeutsch: Central Business District (CBC) – ein Restaurant unter dem logischen Markennamen "Swisstaste".

Die Speisekarte lässt nichts zu wünschen übrig. Vom Wurstsalat, der Bratwurst und dem Poulet im Chörbli über die Rösti und Züri-Gschnätzletem bis hin zu Risotto, Fondue, Raclette oder dem Flammekueche aus der Romandie fehlt nichts. Auch Schoggi-Mousse und Schoggi-Kueche sind natürlich auf der Karte. Brot und Kuchen werden im eigenen Betrieb gebacken. Alles ist derart gut zubereitet, dass es schmeckt wie in der Schweiz. "Swisstaste" eben. Nicht zu vergessen der Wein, meist von Walliser Provenienz.

Quirliger Gastronom

Für den quirligen Gastronomen Troesch, zuvor in internationalen Hotels in Osaka, Manila und Shanghai tätig, ist sein in Peking wahr gewordener Restaurant-Traum – ein analoges Start-up im digitalen Zeitalter sozusagen –, aber erst der Anfang. Bei Bedarf und Chance will er weiter wachsen. Bereits angeschlossen ist eine Kochschule mit Räumen für Anlässe von Firmen und Privaten. Auch im Catering ist die "Swisstaste"-Equipe tätig, unter anderem in diplomatische Botschaften. Ebenso gibt es ein Deli, wo von hausgemachter Wurst über Bündnerfleich und knuspriges Brot alles eingekauft werden kann, was das Herz, die Esslust und der Magen begehrt.

Die neueste Kreation ist ein Ravioli-Service unter dem Namen "Downstairs Neighbours". Hier wird an eine alte Pekinger Tradition angeknüpft, Jiaozi, die köstlichen Pekinger Teigtaschen. Mit chinesischer oder westlicher Füllung können sie bestellt werden. Im elektrisch betriebenen "Swisstaste"-Dreirad-Lieferwägelchen werden sie dann in die Nachbarschaft, eben nach Hause geliefert.

Der krasse Alfred

An "Swisstaste" ist alles Swiss. Fast alles, jedenfalls. Der Küchenbrigade nämlich steht – nein, nicht ein Chinese – aber immerhin ein Österreicher vor. Küchenchef Alfred Krasser – unter kulinarischen Kennern auch "krasser Alfred" genannt – schwingt den Kochlöffel schon echt schweizerisch. Sogar das Heidi oder Peter Fondue lässt er traumwandlerisch ins Caquelon fliessen.

Ihr Korrespondent jedenfalls findet nach einem vollmundigen Test, dass im Pekinger "Swisstaste" weltweit das beste Fondue östlich von Estavayer-le-Lac zubereitet wird. Kurz: Es schmeckt krass gut oder Krasser gehts nimmer. Das finden auch viele chinesische Gäste, die essen im "Swisstaste", so unglaublich das für Westler anmuten mag, auch gerne Käse, Fondue und Raclette.

Für Chinesinnen und Chinesen ist europäisches Essen etwa so exotisch wie für Schweizerinen und Amerikaner die chinesische Küche. Und deshalb hin und wieder begehrenswert. Der Gault&Millau-besternte Chef de Cuisine kann aber noch mehr. Die Menu-Karte zeigt es. Oder nach einem alten chinesischen Sprichwort: Probieren geht über studieren.

3. Mai 2016


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"Im abdenbdlichen Feierabendstau nutz manch ein Autofahrer die gesperrte rechte Spur in Fahrtrichtung Basel ...".

BaZ online
vom 2. Februar 2017
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... vielleicht, weil er mit der deutschsprachigen Tastatur nicht zurecht kommt.

RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


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• Der 44-jährige Chemiker Alexander Schocker wird neuer Leiter Forensik bei der Polizei Basel-Landschaft als Nachfolge von Markus Looser, der letzten Herbst zur Kriminalpolizei Basel-Stadt wechselte.

• Die Oberwiler Bevölkerung hat in einer Referendums-Abstimmung den Beschluss über den Kredit für die Planung Eisweiherplus mit 1'072 Ja zu 2'820 Nein aufgehoben und damit die Planung beendet.

• Der Baselbieter Landrat hat einen Kredit von 14 Millionen Franken zum Bau der Tramlinie Margarethenstich bewilligt.

• Das Referendum gegen die unbegrenzte Alkohol-Abgabemöglichkeit in baselstädtischen Jugendzentren wurde mit 4’600 Unterschriften eingereicht.

• Der 53-jährige Patrick Dill wird ab 1. April neuer Leiter der Gemeindeverwaltung Allschwil.

• Der Kanton Baselland beteiligt sich an der "Berufsschau 2017" in Pratteln mit einem finanziellen Beitrag aus den Mitteln des Wirtschaftsförderungs-Fonds in der Höhe von 900'000 Franken (bisher 950'000 Franken).

• Der Basler "Mittelstand" hat seit Anfang dieses Jahres mit Remo Ley, der Paul Rüst ablöst, einen neuen Präsidenten.

• Mit 7,3 Millionen Passagieren verzeichnete der EuroAirport im Jahr 2016 mit einer Zunahme von knapp vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord.

• Nach dem Rücktritt von Elisabeth Ackermann als Co-Präsidentin der Basler Grünen als Folge ihrer Wahl in die Kantonsregierung führen interimistisch Harald Friedl und Barbara Wegmann die Partei.

Tobias Brenk ist als Nachfolger der abtretenden "Kaserne"-Chefin Carena Schlewitt neuer künstlerischer Leiter des Theaterfestival Basel.

Gerhard Schafroth, Gründungsmitglied und Gründungspräsident der Baselbieter Grünliberalen, tritt nach fast zehn Jahren aus dem Parteivorstand zurück und überlässt seinen Posten dem 26-jährigen Frenkendörfer Wirtschaftsstudenten Patrick Wolfgang.

• Die Augenkliniken des Kantonsspitals Baselland und des Universitätsspitals Basel arbeiten künftig so eng zusammen, dass sie ihre Angebote miteinander abstimmen und medizinisches Personal austauschen.

• In Liestal werden die Gasstrasse (Abschnitt Rheinstrasse bis Weierweg), der Weierweg und die Rosenstrasse vom Gemeinde- ins Kantonsstrassennetz integriert und umgebaut werden.

Beat Lüthy (54), dreifacher Vater aus Sissach, wird neuer Leiter des Baselbieter Amts für Volksschulen.

• Der ACS beider Basel will gegen die Einführung von "Tempo 30" auf Basler Hauptverkehrsachsen weiter zu kämpfen und den Fall am Beispiel der Sevogelstrasse vor Bundesgericht bringen.

• Mit dem Ziel, dass Basler Jugendzentren alkoholfrei bleiben, hat ein Komitee aus gesundheits- und jugendschutzorientierten Kreisen das Referendum gegen das revidierte Gastgewerbegesetz ergriffen.

• Im Rahmen ihrer Aktion "Noël" hat die Basler Kantonspolizei 36 Langfinger verhaftet.

• Zur Unternehmenssteuer-Reform III haben die Basler SP-Delegierten mit 84 zu 47 Stimmen bei 3 Enthaltungen die Nein-Parole beschlossen.

• In zwei von 27 Enkelbetrugs-Fällen konnten Gangster im Baselbiet gesamthaft 16'000 Franken ergaunern.

• Entgegen der ursprünglichen Absicht bleibt der Polizeiposten Waldenburg aus "regionalpolitischen Gründen" bis auf Weiteres bestehen, wie die Baselbieter Regierung schreibt.

• Die beiden Basler Parteien CVP und EVP führen ihre seit vier Jahren bestehende Fraktionsgemeinschaft im Grossen Rat weiter.

Leila Straumann, die Leiterin der baselstädtischen Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern, übernimmt ab 1. Dezember 2017 das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (SKG).

• Die Stimmberechtigten von Sissach haben sich mit 1‘583 Ja- gegen 985 Nein-Stimmen für den Ausbau der Kunsteisbahn zur geschlossenen Eishalle ausgesprochen.