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"Man kann das Geld auch dümmer anlegen": Sammler Carl Schlettwein

Afrika liegt keiner Schweizer Stadt so nah wie Basel

Von der Schlettwein-Saga zum ersten schweizerischen Lehrstuhl für Afrikanistik in Basel - Personalentscheid noch diesen Monat


Von Ruedi Suter


In Basel wird demnächst der erste schweizerische Lehrstuhl für Afrikanische Geschichte eingerichtet – finanziert von der Basler Stiftung Carl Schlettwein. Dieser hat auch die "Basler Afrika Bibliographien" (BAB) zu einer international anerkannten Institution aufgebaut. Vom 12. bis 14. Mai feierte die Stiftung in Basel mit einem prominent besetzten Symposium den 75. Geburtstag des Einwanderers Schlettwein und seine faszinierende Lebensgeschichte.


Noch diesen Monat soll entschieden werden, wer auf dem ersten schweizerischen Lehrstuhl für Afrikanistik Platz nehmen darf. Dass dieser Stuhl an der Universität Basel eingerichtet wird, dafür kämpfen jene Leute schon lange, die dem riesigen, wissenschaftlich vernachlässigten und häufig missverstandenen Kontinent die notwendige Aufmerksamkeit schenken möchten. Doch bereits sind es wieder Jahre her, als am 9. Oktober 1995 Professor Hartwig Isernhagen als Vertreter der Basler Alma Mater im Museum der Kulturen von der IG Afrikanische Geschichte die vieldeutige Zahl von 1001 Unterschriften entgegennahm – in einem aus Altblech gefertigten Köfferchen, "made in Africa".

Die Petition forderte die Gründung des vermissten Lehrstuhls, für den der in Harvard lehrende Ghanese E. Akyeampong und der Schotte T. McCaskie von der Uni Birmingham als Erstunterzeichnet extra ans Rheinknie gereist waren. Basel mit seinen in der Schweiz einzigartig vielfältigen Bindungen zu Afrika (Basler Mission, Schweizerisches Tropeninstitut, BAB, Museum der Kulturen, Ethnologisches und Historisches Seminar, Afrika-Komitee usw.) sei für die Afrikanistik "ein idealer Standort mit den besten Bedingungen" lobten die beiden Afrikaspezialisten unisono. Doch auch dieser Umstand vermochte die notwendigen Summen nicht locker zu machen, zumal das Ansinnen in die Strukturreform der Universität fiel und andere Projekte den Entscheidenden näher lagen als das ferne Afrika.

Vielkönner in der Schweizer Afrika-Lobby

Besonders ein Vertreter der Afrika-Lobby aber wollte sich partout nicht zufrieden geben: Carl Schlettwein, ein beruflicher Vielkönner, der ab 1971 am Klosterberg in Basel mit immenser Energie, Ausdauer und einer gut gefüllten Familenschatulle ab 1971 eine Bibliothek mit Schwerpunkt Namibia und südliches Afrika aufbaute, wie sie weder auf dem afrikanischen Kontinent noch in London oder Paris anzutreffen ist: Die Basler Afrika-Bibliographien.

Diese wird seit dem 1. September 1994 von der damals gegründeten Carl Schlettwein-Stiftung getragen. Sie greift nun auch der Uni Basel unter die Arme: Die Stiftung übernimmt die Kosten einer fünfjährigen Professur für afrikanische Geschichte mit Schwerpunkt südliches Afrika und finanziert auch gleich noch eine Assistentenstelle. Bis Ende Mai sollte klar sein, wer von den acht in die engere Auswahl gekommenen Fachkräften die Lehrstelle besetzen wird.

Fundgrube mit einmaligen Schätzen


Jedenfalls soll der oder die Gewählte der Schweiz den "Schwarzen Kontinent" auf eine faire und das Verständnis fördernde Weise näherbringen. Ein Ziel, das sich der einstige Deutsche, Südafrikaner und heutige Schweizer Schlettwein vorab auf der akademischen Ebene schon früh gesteckt hatte, beispielsweise als Mitbegründer der Schweizerischen Afrika-Gesellschaft (SAG) und als Architekt der BAB. Diese strahlt heute mit ihren rund acht Mitarbeitern am Klosterberg 21-23 in die ganze Welt aus.

Unter anderem mit 20'000 einschlägigen Büchern, Schriften, Zeitungen, Katalogen, Plakaten und mindestens 17'000 historischen Fotos zum südlichen Afrika, mit eigenen Forschungsarbeiten, Publikationen (Monographien, Bibliographien etc.), mit jährlich gegen zehn Afrikakolloquien und einem weiten Netz an Kontakten zu Universitäten, Bibliotheken, Instituten und Organisationen in Europa, Afrika und Nordamerika. Sie führt ein Buchantiquariat, unterstützt junge und begabte AfrikanerInnen in Windhoeck (Namibia) und Kapstadt (Südafrika) mit Ausbildungsstipendien und hilft dort auch bei der Organisation von Geschichtskonferenzen. So kann die Institution BAB als ein "Gedächtnis" bezeichnet werden, das mit AfrikanerInnen für AfrikanerInnen Wissen sammelt, aufbewahrt, vermittelt, weiterleitet – und zurückgibt.

"Den Namen Basel in die Welt hinausgetragen"

"Wir sind heute wohl die grösste Sammlung dieser Art", sagt Carl Schlettwein, der beim Gespräch stets die Wir-Form bevorzugt und dem ein trockener Humor eigen ist. Dieser mag ihm – den in Basel einst misstrauisch gemusterten Einwanderer – wohl auch über die Tatsache hinweggeholfen haben, dass seine aus dem Familienvermögen seiner Frau finanzierte Institution am Rheinknie trotz der internationalen Ausstrahlung kaum wahrgenommen wurde. Doch dies hat sich unterdessen gründlich geändert. Schlettwein ist heute Ehrendoktor der Basler Universität, was er selbst aber nicht erwähnenswert findet.

Bescheidenheit und Diskretion sind ihm und seiner ihn kräftig unterstützenden Gattin Daniela weit lieber. Was nicht heisst, dass bei einem würdigen Anlass auch einmal gefeiert werden darf. Wie an diesem Freitag, dem 12. Mai 2000, wo die BAB im Klingental-Museum zu einem grossen "Dinner in Honour of Carl Schlettwein" lud. Geladen waren neben Freunden und Freundinnen auch Minister, Diplomaten, Wissenschafter, Uni-Rektor Ulrich Gäbler und Regierungsrätin Barbara Schneider. Letztere freute sich, "dass wir Sie in der Stadt haben" und dankte ihm warmherzig, dass er "den Namen Basels in die ganze Welt" getragen und "uns Afrika nähergebracht hat". Keine andere Schweizer Stadt habe derart vielfältige Beziehungen zu Afrika wie Basel, verglich Schneider.

"Afrika-Forschung auf ein neues Niveau gehoben"

Rektor Gäbler lobte Carl Schlettwein für sein finanzielles Engagement zum Wohle der Universität (z. B. Unterstützung von Forschungsvorhaben oder neuer Lehrstuhl) und für das wissenschaftliches Engagement, welches hierzulande die Beschäftigung mit dem südlichen Afrika "auf ein neues Niveau" gehoben habe. Damit sei das "nötige Verständnis" für den Kontinent gewachsen. Beat Sottas, Präsident der Schweizerischen Afrika-Gesellschaft, erklärte: "Carl Schlettwein hat durch seine Untersuchungen zu den afrikakundlichen Vorlesungen Anfang der siebziger Jahre in der Schweiz als erster eine pluri-disziplinäre Beschäftigung mit Afrika postuliert und dadurch das Konzept der 'aera studies' populär gemacht, welches heute als Grundlage für den Vorschlag eines gesamtschweizerisch koordinierten pluri-disziplinären Studienganges ist." Namibias Erziehungsminister Nahas Angula betonte mit Witz die Wichtigkeit der BAB für sein Land und dankte dem Jubilar für seine "Solidarität mit Afrika". Dann überreichte ihm der Namibier ein Buch und, als Fruchtbarkeitssymbol, ein Straussenei.

Unerschrockene "Bastards im Hülfskorps" der deutschen Schutztruppe

Wer sich von den gesammelten Schriften der BAB in die afrikanische Vergangenheit entführen lässt, stösst auf vielsagende Schilderungen wie diese: "Mit einem Bastardsoldaten fühlte ich mich sicher auf Patrouille. Sie haben vorzügliche Augen und verstehen es meisterhaft, Spuren zu lesen. Gute Schützen sind sie und tüchtige Kämpfer im Busch. Es sind Leute, auf die ich mich verlassen kann." Der Begeisterte hiess Böttlin, war Soldat in der deutschen Schutztruppe in Südwestafrika (heute Namibia) und ein glücklicher Schütze, wie ein Foto aus dem Jahre 1903 beweist: Hauptmann Böttlin, gross und breitbeinig, in der Rechten den Mauser-Karabiner, hinter einem erlegten Zebra posierend. Schätzen gelernt hat der Schutztrüppler die Bastards, "ein Mischvolk von Buren und Hottentotten", weil sie sich im "Hülfskorps" unerschrocken den aufständischen Hereros entgegenstellten. "Auch die Disziplin liess nichts zu wünschen übrig und versagte selbst nicht in Kampf und Todesgefahr."

Ein kurioses Thema heute, gewiss, aber 1906 war es hochaktuell und füllte die deutsche "Zeitschrift für Kolonialpolitik, Kolonialrecht und Kolonialwirtschaft". Dass dieser Bericht über die "Nation der Bastards" in einer nachgedruckten Broschüre überhaupt noch nachgelesen werden kann, ist – wie so viele andere historischen Ereignisse bis in die Jetztzeit – der Sammel-, Registrier- und Publikationstätigkeit der Basler Afrika-Bibliographien zu verdanken

Panzersoldat, Verwundeter, Gefangener, Kulturschaffender

Dahinter steckte jahrelang nur ein einziger Mann – Schlettwein, Carl. Zwar tauchten auch immer wieder die Namen K. Peter Johansen und Martin Vogt in den Publikationen des Instituts auf, aber das waren nur Pseudonyme, die sich der  Vielschreiber zugelegt hatte. So sollte weniger auffallen, dass er alles allein machte. Dies ist heute aber nicht mehr so. Zwar hält der 75-Jährige immer noch alle Zügel in der Hand, doch die wissenschaftliche Leitung wird von dem in Namibia aufgewachsenen Historiker Dag Henrichsen wahrgenommen und die viele Arbeit von den qualifizierten MitarbeiterInnen mitgetragen.

Als Carl Schlettwein am 5. Februar 1925 an der Ostsee auf die Welt kam, schien seine Zukunft zunächst kein derartiges Lebenswerk zuzulassen. In einem früheren Interview mit der "Basler Zeitung" skizzierte er seine Jungmann-Zeit so: "Ich war mit 18 Soldat, kam als Panzermann an die Front in Italien, wurde dreimal verwundet und im April 1945 gefangengenommen, lag bis zum November bei Rimini in einem offenen Gefangenenlager, wurde nach Graz verlegt, riss 1946 mit vier Kameraden aus, um über Berge und Grenzen und in Eisenbahnen versteckt nach Hause in die DDR zu kommen. Sollte dort gleich nach Sibirien zwangsverpflichtet werden, habe das vermieden, wurde Schauspieler und Kulturschaffender. Gastierte als Charakterdarsteller, hatte kleine Gesangsrollen und riss wieder aus: 1947 schwarz über die Grenze in den Westen, nach Kiel."

Nationalökonom, Scheuermann, Zeitungsherausgeber, Verliebter

"Dort Studium der Nationalökonomie, das ich selbst berappen musste. Habe im Bremer Hafen als Scheuermann gearbeitet, war Weihnachtsmann, Spediteur und noch vieles andere, ah ja, war auch schon Herausgeber der Zeitschrift 'Der Kieler Student' und Senior eines internationalen Studentenheims, wo ich 1950 die Medizinstudentin Daniela Gsell kennenlernte."

Die junge Frau, Tochter eines Generaldirektors des Basler Chemieunternehmens Hoffmann-La Roche, ist in Basel aufgewachsen. 1963 wurde sie Carls Gattin, aber erst in Südafrika, wohin ihr Zukünftiger 1952 auf der "Groote Beer", einem Auswanderungsschiff mit 800 Passagieren, ausgewandert war, um in Kapstadt in einer Speditionsfirma zu arbeiten. Von Südafrika hatte der 27-jährige Schlettwein zunächst "keine Ahnung": "Also kaufte ich mir zuerst einmal einen Fremdenführer, für two Shillings and six Pence. Das war der Anfang. Ich fing an, Bücher über das Land zu kaufen, es wurden immer mehr, und ich erhielt bald den Eindruck, dass die Bücher, die sich mit den politischen Problemen Südafrikas auseinandersetzten, sehr dünn gesät waren."

Strumpfvertreter, Fleischmanager, Büchersammler


Der junge Deutsche übte hier wiederum verschiedene Tätigkeiten aus. Er war unter anderem Verkaufsleiter einer Strumpffabrik und bemühte sich, "aus politischen und menschlichen Gründen" seinen deutschen Pass in einen südafrikanischen umzutauschen – mit Erfolg. "Dann zog ich nach Namibia, wo sich lange vorher schon Verwandte niedergelassen hatten. Auch hier wieder die verschiedensten Jobs: Verkäufer von Autos, Werkzeugen, Geschirr, dann Verkaufsmanager und später Leiter einer Fleischfabrik, dann Übernahme von Überseevertretungen für Bademäntel, Stoffe, Souvenirs und anderes mehr - ein fürchterliches Sammelsurium, das ich mit einem Chevrolet kreuz und quer durchs Land fuhr." Doch die Fahrerei lohnte sich: Schlettwein lernte Land und Leute gut kennen – und wurde dabei immer wieder fündig: Bücher oder alte Karten, die ihn sogar einmal in einem verlassenen Stollen Halbedelsteine finden liessen. Der Wert? "Nichts Weltbewegendes."

Basel jagt seinen zukünftigen Ehrendoktor zum Teufel

Als sich ein Jahr nach der Heirat die Tochter Pierrette (heute Historikerin und Verlegerin mit Flair für Afrika) ankündigte, zog die Familie von Südafrika in die Schweiz. Basel empfing Daniela Schlettwein-Gsell wie eine verlorene Tochter. Ihren Mann aber ereilte das Schicksal des ungeliebten Ausländers. Er musste, auf Geheiss des damaligen Regierungsrates Franz Hauser, das Land wieder verlassen. Dies wäre wohl nicht passiert, hätte Hauser einen Blick in die Basler Geschichte des 18. Jahrhunderts geworfen. Denn 1776 sorgte der bekannte Basler Philosoph, Philantrop und langjährige Ratsschreiber Isaac Iselin dafür, dass einer der bedeutendesten deutschen Nationalökonomen nach Basel zog und an der Universität Vorlesungen hielt. Sein Name: Johann August Schlettwein.

Doch dies half dessen Nachfahre Carl zunächst gar nichts und wurde in der Rheinstadt erst zur Kenntnis genommen, als die Schweizer "Märchentante" und Basler Politikerin Trudi Gerster den Zusammenhang zum berühmten Vorfahren herstellte. So durfte der Südafrikaner Schlettwein  erst viel später in Basel arbeiten – zunächst als Repräsentant der Stadt im Verkehrsverein: "Ich lernte Basel und seine Persönlichkeiten bald besser kennen als so mancher Basler."

Als dann Carl Schlettwein 1971 bei einem Besuch in London am International African Institute feststellte, dass das Wissen über die Literatur aus Namibia äusserst dürftig war, wollte ihm dies die zuständige Bibliothekarin Ruth Jones nicht glauben. Er versprach Beweise, gründete in Basel zwecks Legitimation und besserer Repräsentation mit einem Briefkopf rasch eine Institution, die Basler Afrika-Bibliographien, und schickte fortan der dankbaren Ruth Jones jährlich 100 bibliographische Angaben über Namibia. Das gelang ihm nur dank seinen "Fischzügen" und weitverzweigten Beziehungen zu Verwandten und Bekannten in Namibia und Südafrika. Diese halfen ihm bei der weiteren Suche und beim Kauf von Literatur, und die Buchhändler schickten ihm die neusten Erscheinungen und Angaben.

Carlo wird Eidgenosse und sammelt neutral weiter

Den Deutschen, der er einmal war, oder den Südafrikaner, der er später wurde, verrät sein nicht ganz rundes Schweizerdeutsch wohl immer noch – aber "Carlo", wie ihn seine Freunde heissen, ist heute Schweizer. Doch nicht nur deswegen verhielt er sich bei seiner Sammlertätigkeit im damals von Rassenhass und Apartheid gebeutelten Namibia und Südafrika politisch neutral. So sammelte er Publikationen von Regierung und Opposition, was ihm Kritik von beiden Seiten eintrug. Persönlich war er schon vor der Unabhängigkeit Namibias (1990) der Meinung, Namibia müsse "so rasch als möglich frei werden".

Dennoch wurde alles gesammelt, egal, ob aus der Feder eines konservativen Buren oder einer SWAPO-Revolutionärin. Gesammelt wurden und werden weiterhin aber auch allgemeine Nachschlagewerke und die wichtigsten Publikationen sowie historische und neuzeitliche Bücher aus den anderen Ländern des südlichen Afrikas.

Von Scheich Ibrahim über Doktor David bis zu David Livingstone

In den nun erweiterten BAB-Räumen sind aber auch noch ganz andere Themen zu finden: Beispielsweise die Beschreibungen verstorbener Schweizer, die sich besonders mit Afrika auseinandersetzten, wie die Basler Johann Burckhardt (Scheich Ibrahim), Doktor David und Sir Hanns Vischer. Des weiteren Bände wie die "Völkerkundlichen Aufzeichnungen aus dem Notizbuch eines Kamerun-Missionars 1890-1914", "Schweizer im einstigen Rhodesien", "Africans in Europe" (die Geschichte von Afrikanern in Europa vor 1918), "Schweizer am Kap der guten Hoffnung", "Afrika macht oder bricht einen Mann" (Schweizer in Ghana) sowie verschiedenste Beiträge zur Afrikakunde oder gar Kostbarkeiten wie die "Missionary Travels" mit dem Original-Autogramm seines Verfassers: "David Livingstone, Nov. 29. 1857".

"Man kann das Geld auch noch dümmer anlegen"

Auch den Vereinigten Nationen ist die BAB längst schon ein Begriff. Die UNO wollte Carl Schlettwein die Bibliographien sogar abkaufen. Das Angebot, 21'700 Franken, war nett gemeint, aber wohl etwas zu mager für einen Idealisten, der mehr Geld in sein Unternehmen hineinsteckt, als dieses je abwerfen dürfte. Natürlich werden die BAB nicht verkauft, und der Stiftungsrat hat entschieden, diese nicht in ein wissenschaftliches Institut zu verwandeln. Sie soll eine hochkarätige Bibliothek und ein Archiv bleiben, weiter ausgebaut werden und der Wissenschaft als Fundgrube und Ideenlieferantin dienen.

Auch wird der Sammler Carl Schlettwein, dem noch keine Spur von Altersmüdigkeit anzumerken ist, und den Mitarbeitern der BAB die Arbeit so rasch nicht ausgehen. Eben wurde der Umfang der mit gegen 20'000 historischen Bildern bestückten Fotosammlung erfasst. "Herrje, da kommen Kosten auf uns zu, nur schon um diese Aufnahmen zu konservieren!", jammert Schlettwein frohgemut. "Aber", meint er pfiffig, "man kann das Geld ja auch noch dümmer anlegen."

14. Mai 2000

Weiterführende Links:


Magazin zu Basel und Afrika

Wen die Beziehungen zwischen der Stadt Basel und Afrika interessieren, erhält eine nützliche Übersicht mit dem im Juli 1999 erschienenen Wissenschaftsmagazin der Universität Basel "Afrika in Basel - Basel in Afrika. Die Wissenschaft vor dem Schwarzen Kontinent" (uni nova 85). Aus dem Inhalt: Christentum als afrikanische Religion; Afrika am Historischen Seminar; Anglo-baslerische Gedanken über Afrikastudien im deutschschweizerischen Kontext; David Asante. Ein einheimischer Missionar zwischen Christianisierung und Konflikt; Wie Inder zu einer "asiatischen Rasse" wurden.

Zur Geschichte der Apartheid-Ideologie; Afrika im Museum der Kulturen, Basel; Politische Plakate aus dem südlichen Afrika als zeitgeschichtliche Quellen; Malaria. Forschung für Afrika in Basel; Afrika-Pionier des Schweizerischen Tropeninstituts Basel; Auf dem Weg zu einem zukunftsweisenden Studienangebot in Afrika; Gesundheit. Zusammenarbeit mit Afrika; Afrika am Ethnologischen Seminar; "Blyb gsund" in Dar es Salaam; Schwarze Wunden - weisse Wunder?; Ouagadougou - Basel: Netzwerke; Frauenbefreiung und Nationalismus. Frauen im Befreiungskampf Zimbabwes; Afrikanische Philosophie und der Bumerangblick.

Zu beziehen: uni nova, Postfach, 4003 Basel. Telefon: (0041 61) 267 30 15. Fax 267 30 13.


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