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"Ein Versuch mit Risiko": Pianist Marino Formenti, Initiatorin Monika Gelzer

Münsterplatz erhält ein Musik-Haus mitten im Kastanienhain

Unstörend, konsumfrei, meditativ: Während zwei Wochen performen der Pianist Marino Formenti und weitere Künstler von 10 bis 22 Uhr


Von Peter Knechtli


Doch, das gibt's: Ein passendes Happening in einer städtebaulich hochsensiblen Zone. Kommenden Mai in einem temporären Haus mitten im Kastanienhain des Basler Münsterplatzes. Im Zentrum darin: ein Konzertflügel. "Reinhören", heisst das verheissungsvolle Projekt, das täglich während zehn Stunden non-stop Musik und Interaktion bietet.


Marino Formenti, 48-jährig, gebürtiger Italiener, hat die Hälfte seines Lebens in der Nähe von Mailand und in Wien verbracht. Er ist international renommierter Konzertpianist und Dirigent, der sich als Schubert-Interpret sich genauso einen Namen gemacht hat wie in der Modernen und Zeitgenössischen Musik. Zahlreiche Auftritte in den international respektierten Konzerthäusern von Salzburg über Berlin, Tokio bis New York zieren seine reichhaltige Biografie, sowohl als Solist und Dirigent als auch als Begleiter und Performer.

"Cage, Nirvana oder Celentano"

Er steht im Mittelpunkt des Projekts "Reinhören", das sich vom 11. bis 25. Mai auf dem Müsterplatz abspielt. Mitten im Kastanienhain wird vorübergehend ein kubischer Pavillon gebaut (Modell unten, Visualisierung hier), das in seiner Form sofort an den berühmten Bau von Frank Gehry im Novartis Campus erinnert und von den Architektur-Studenten Stefan Waser und Adrian Beerli entworfen wurde. Von oben fällt das natürliche Hauptlicht ins Zentrum, wo ein Konzertflügel steht.

Die ersten fünf Tage wird Meister Formenti persönlich bestreiten: Musik non-stop von 14 bis 22 Uhr. Er wird spielen – was genau, weiss er noch nicht. Schubert wird es sein, aber auch von Cage, Meldau, Nirvana oder gar Adriano Celentano könnte er sich inspirieren lassen und seine Musik mit der modernen Architektur des interimistischen Konzertsaals verbinden ("ich arbeite auch mit dem Statement der Architekten"). Einen ähnlichen Anspruch erheben die Musikerinnen und Musiker, die die weiteren neun Tage des Happenings bestreiten.

Musikalische Interaktion auf Augenhöhe

Im Gespräch mit dem emotional sprühenden Marino Formenti wird rasch klar deutlich, dass er sich während seinem Mammut-Programm mit allen seinen Sinnen am Hier und Jetzt ausrichten, den Dialog mit seinem Publikum suchen und das Feedback verarbeiten wird. Der Protagonist sagt: "Ich experimentiere damit, dass man Musik auch anders empfinden kann als im klassischen Konzertsaal, in dem das Publikum andächtig an die Künstler hinaufschaut." Er aber wolle in Basel eine "Beziehung auf Augenhöhe" mit seinem Publikum pflegen und zusammen mit ihm "die Zeit wachküssen", wie er betont.

Das Publikum? Das sind Sie und ich und alle, die Lust haben, sich auf die Klang-Begegnung im Musik-Haus einzulassen. Man kann kostenlos reingehen, reinhören, bei der Musik lesen, liegen, schlafen oder meditieren. Treppen und auch eine schiefe Ebene ermöglichen Verweilplätze individueller Art. Das musikalisch-poetische Gesamtkunstwerk verzichtet auf jeglichen Kommerz- und Konsumzwang ebenso wie auf beigestellte Imbiss- und Bierbuden. Das Gewerbe wird nicht konkurrenziert. Zu hören ist authentischer Instrumenten-Klang; es werden auch keine Verstärkeranlagen zum Einsatz kommen.

Angepasste Bespielungs-Möglichkeit

Träger des musikalischen Zwei-Wochen-Experiments ist der im Jahr 2012 gegründete Verein "Pro Münsterplatz", dessen Ziel es ist, "den typischen Charakter des denkmalgeschützten Platzes als einem Ort der Musse und Beschaulichkeit zu bewahren". Diesem Vereinszweck soll das Projekt "Reinhören" in idealtypischer Weise entsprechen. "Wir wollen im Dialog mit den Behörden andere Bespielungsmöglichkeiten des Münsterplatzes aufzeigen", sagt "Pro Münsterplatz"-Vorstandsmitglied Monika Gelzer. Die frisch gepflästerte Weite soll Bummel- statt Rummelplatz werden. Darum soll kontemporäre Musik die kontemplative Stimmung des Münsterhügels aufnehmen.

Monika Gelzer war es, die Formenti im Oktober 2012 in einem Langzeitprojekt an den Berliner Festspielen erlebte. Drei Wochen später gab er ein Konzert im Basler Stadtcasino. Gelzer fing ihn nach dem Auftritt ab und fragte ihn spontan, ob er auch in Basel für ein Langzeitprojekt zu häben wäre. Der Künstler sagte sofort zu. Während der Verein das Projekt im Kastanienhain vorbereitete und im Kantonsblatt ausschreiben liess, hatte diese Woche der Film "Schubert und ich" von Bruno Moll mit Marino Formenti an den Solothurner Filmtagen Premiere. Monika Gelzer möchte diesen Film, in dem der Pianist Schubert-Lieder mit "gewöhnlichen Menschen" einstudiert, im Vorfeld des "Reinhören"-Projekts in einem Basler Kino zeigen.

Nicht ohne Risiko

Im behördlichen Bewilligungsverfahren stehen die Chancen nicht schlecht. Bisher ist laut Tiefbauamts-Sprecher André Frauchiger keine Einsprache eingegangen. Dass der Verein "Pro Münsterplatz" Veranstalter ist, scheint sich hier als Vorteil zu erweisen. Die Einsprachefrist läuft noch bis 11. Februar. Zur noch ungesicherten Finanzierung will sich Monika Gelzer nicht äussern. Ein Gesuch beim Swisslos-Fonds ist hängig. Ob die Idee der "musikalischen Performance in mobilem Haus" (Kantonsblatt) ein Erfolg wird, will der Chef-Performer nicht voraussagen: "Es ist ein Versuch mit Risiko."

30. Januar 2014

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Steigende Bildungs- und Sozialkosten belasten das Ergebnis der Gemeinde Reinach, so dass für 2019 ein Defizit von 1,67 Millionen Franken budgetiert werden muss.

Olivier Aebi wird per 1. Februar 2019 neuer CEO des Basler Ingenieur- und Planungsunternehmens Gruner AG und Nachfolger von Kurt Rau ab, der die Gruner-Gruppe interimistisch leitet.

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Andrea Schenker-Wicki, die Rektorin der Universität Basel, ist durch den Universitätsrat für weitere vier Jahre bestätigt worden.

• Am 1. Oktober beginnen in Basel die Vorarbeiten für den Bau des unterirdischen Kunstmuseum-Parkings mit der Umlegung unterirdischer Leitungen.

Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

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• Der 41-jährige Betriebsökonom Daniel Arni, derzeit noch Leiter der Fachstelle Messen und Märkte im Präsidialdepartement, wird ab Dezember neuer Leiter der Basler Allmendverwaltung und Nachfolger von Niklaus Hofmann.

• Die Elektra Baselland (EBL) senkt auch im Jahr 2019 wieder ihre Strompreise, diesmal um 3,1 Prozent.

• Die Basler Kantonalbank eröffnet am 27. August direkt vis-à-vis des Badischen Bahnhofs ihre neue Filiale Rosental, was schon am 25. August gefeiert wird.

• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

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• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

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