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"Keine Berührungsängste": Sitz des Tropeninstituts in Basel

Tropeninstitut soll von der Socinstrasse ins Baselbiet ziehen

Novum in den Beziehungen beider Basel: Weltweit renommiertes urbaslerisches Forschungszentrum plant Neubau in Allschwil


Von Peter Knechtli


Ein weltweit renommiertes, urbaslerisches Forschungs- Lehr- und Dienstleistungszentrum soll ins Baselbiet ziehen: Das Tropeninstitut prüft in Allschwil einen Standort für einen Neubau. Es wäre die erste universitäre Institution im Landkanton.


Von aussen wirkt es nobel: Das in der Bevölkerung als Schweizerisches Tropeninstitut bekannte "Swiss Tropical and Public Health Institute" (so die etwas umständliche offizielle Bezeichnung) an der Basler Socinstrasse 57. Kaum vorstellbar, dass hier über sechshundert Angestellte aus allen Kontinenten ihrer Arbeit nachgehen.

Das weltweit führende Institut in Lehre, Forschung und Dienstleistungen im Bereich der Parasitologie, Infektionsbiologie, Epidemiologie und der internationalen Gesundheit ist, was seine Platzbedürfnisse betrifft, Opfer seines eigenen Erfolges geworden: Es ist in sieben Gebäuden verteilt und platzt aus allen Nähten. Ein Um- oder Erweiterungsbau ist unter diesen Bedingungen undenkbar. Folge: Direktor Marcel Tanner (61) und das Kuratorium des Tropeninstituts suchen seit einem halben Jahr einen Neubau-Standort.

Kanton bestätigt Informationen

Joakim Rüegger, Leiter Hochschulen im Basler Erziehungsdepartement und staatlicher Vertreter im Kuratorium, bestätigt Informationen von OnlineReports: Als Standort für einen Neubau haben die Führungsorgane das Familiengarten-Areal "Bachgraben" in Allschwil – Ecke Kreuzstrasse / Hegenheimermattweg – im Fokus. Ganz im Umfeld verschiedener Life science-Unternehmen wie Actelion. Die Rede ist von einem Investitionsvolumen in Höhe von 90 Millionen Franken.

Der liberale Basler Erziehungsdirektor Christoph Eymann sagte OnlineReports auf Anfrage, er habe "keine Berührungsängste gegenüber dem Baselbiet". Wichtig sei, "dass das Tropeninstitut einen Standort erhält, an dem es sich weiter entwickeln kann". Dass eine universitäre Perle von weltweiter Bedeutung die Stadt zu verlassen gedenkt, stört Eymann nicht. "Ich begrüsse sehr, dass der Standort Allschwil sowohl die Nähe zur Universität wie zur Pharmaindustrie sicherstellt." Ein geeigneter Standort, so Eymann, wäre ich Basel-Stadt ungleich schwieriger zu finden.

Neue Ära in der Koexistenz

Dass sich das Baselbiet angesichts seiner Wirtschafts-Offensive und der Bemühungen um Ansiedlung wertschöpfungsintensiver Unternehmen nicht gegen den Zuzug des Tropeninstituts wehrt, liegt auf der Hand. Auch wenn von dieser Institution keine Steuergelder zu erwarten sind, so überwiegt der Gewinn an Renommee eines äusserst erfolgreichen Forschungsunternehmens klar.

SP-Bildungsdirektor Urs Wüthrich, der von diesem Projekt angetan sein soll, war für OnlineReports nicht erreichbar. FDP-Landrat Christoph Buser, der Direktor der Wirtschaftskammer Baselland und Initiator der Wirtschaftsoffensive, findet "recht wichtig", dass das Baselbiet dieses "tolle Institut" erhalten soll, auch wenn es "Platz braucht und keine Steuererträge abwirft". Es könne angesichts des künftigen Investitionsbedarfs der Universität Basel nicht ausgeschlossen werden, dass es im Baselbiet dereinst zu einer Volksabstimmung kommen werde. Buser: "Da ist es gut, wenn ein so renommiertes Unternehmen wie das Tropeninstitut bei der Bevölkerung eine gewisse positive Betroffenheit schafft."

Die Pläne markieren eine neue Ära in der Koexistenz der beiden Basel. Erstmals würde das Baselbiet zum Standort eines universitären Instituts, das als urbaslerische Einrichtung gilt, und dessen Gründung durch Rudolf Geigy in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts zurückgeht. Der Rudolf Geigy-Stiftung gehört ein grosser Teil der Liegenschaften, in denen sich das Institut befindet. Mit den moderaten Mieteinnahmen finanziert die Stiftung wiederum Stipendien, Doktoranden-Publikationen oder den Rudolf Geigy-Förderpreis.

Pläne "ganz am Anfang", Finanzierung offen

Allerdings betonten sämtliche Beteiligten gegenüber OnlineReports, die Pläne einer Verschiebung nach Allschwil befänden sich "noch ganz am Anfang". Tropeninstitut-Direktor Marcel Tanner, den OnlineReports wenige Augenblicke vor seinem Abflug in die USA erreichte, sagte: "Es muss noch vieles konkreter werden."

Laut Joakim Rüegger besteht die grösste Schwierigkeit derzeit noch in der Finanzierung. So ist noch völlig offen, ob der Neubau gekauft oder über einen Investoren gemietet werden soll. Ebenso wurde das Projekt in den Regierungen der beiden Basel noch nicht ausführlich diskutiert. Immerhin, so ist zu vernehmen, sei auch eine öffentlich-private Partnerschaft nicht ausgeschlossen.

Das Tropeninstitut erzielt einen Umsatz von rund 70 Millionen Franken. Über 80 Prozent davon erwirtschaftet es über Einnahmen von Dritten für Forschungsaufträgen und Dienstleistungen für Besteller aus aller Welt wie der Weltbank, der WHO oder der Bill Gates Foundation. 12 Millionen Franken betragen die regelmässigen Beiträge der öffentlichen Hand – so durch den Bund und Basel-Stadt, aber auch durch die Universität Basel, die Baselland mitfinanziert. Formell gehört das Tropeninstitut nicht ins Hoheitsgebiet der Universität, aber es mit ihr vertraglich assoziiert. Das Unternehmen zählt über 700 Mitarbeitende – mehr als 600 in Basel und über hundert in der ganzen Welt.

Umsatz verdreifacht

Haupttreibkraft auf der Suche nach dem Standort war Marcel Tanner, seit 1997 Direktor. Seinem unermüdlichen Schaffen und seiner grossen Motivationsfähigkeit ist es zu verdanken, dass sich der Umsatz seines Unternehmens seither verdreifacht hat. Insider bezeichnen Tanners Erfolgsgeschichte des Tropeninstituts als eine "Sensation".

Auf den Standort "Bachgraben" kam er auf ganz einfache und direkte Weise. Die Kontakte ergeben sich sozusagen aus dem Alltag: Das Bürgerspital, das dort eine Areal-Entwicklung beabsichtigt, betreibt in unmittelbarer Nachbarschaft, an der Socinstrasse 55, das Alterszentrum "Sonnenrain". Und so kamen die Partner ins Gespräch.

Umzug in drei bis fünf Jahren

Mit dem heutigen Stand, so Tanner zu OnlineReports, habe das Institut "harmonisch und natürlich seine kritische Masse erreicht". Der Neubau soll nur noch Raum-Reserven für einen moderaten Ausbau bieten. Einen Umzug nach Allschwil – die Rede ist von einem Realisierungshorizont von drei bis fünf Jahren – würde Tanner denn auch sehr begrüssen. Jedenfalls wäre er bei einer dereinstigen Eröffnung seines Lebenswerks in Allschwil "gern dabei, wenn auch nicht mehr unbedingt als Direktor", wie er lachend hinzufügte – und das Flugzeug bestieg.

12. November 2013


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In einem Satz


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Anna Wegelin, bisher Leiterin Marketing und Kommunikation bei Pro Senectute beider Basel, wird ab 1. Juni "Head of Communication" beim Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.

• Statt mit einem budgetierten Defizit von knapp zwei Millionen Franken schliesst die Rechnung 2016 der Stadt Liestal mit einem Verust von 950'00 Franken ab.

Stephan Bachmann, Direktor des REHAB Basel, ist von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten der "Basler Privatspitäler-Vereinigung" gewählt worden.

• Die "Basler Zeitung" erhöht ihren Jahresabonnements-Preis von 466 auf 485 Franken.

• Das Kunstmuseum Basel besetzt per 1. Mai drei Stellen neu: Daniel Kurjaković übernimmt den neu geschaffenen Posten des Kurators Programme, Anita Haldemann wird Leiterin des Kupferstichkabinetts, und Ariane Mensger wird Kuratorin am Kupferstichkabinett.

• Der 56-jährige Renzo Simoni, bis im Juni noch CEO der AlpTransit Gotthard AG, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der Gruner AG gewählt.

• Die Jungliberalen Basel-Stadt haben beschlossen, sich als Sektion den Jungfreisinnigen Schweiz anzuschliessen.

• Der ACS beider Basel erhebt Einsprache gegen die vom Basler Bau- und Verkehrsdepartement verfügte Einführung von "Tempo 30" auf der Inzlingerstrasse in Riehen.

• Obschon in 54 von 123 untersuchten Baselbieter Schulturnhallen Legionellen in den Warmwassersystemen nachgewiesen wurden, spricht die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion von einem "moderaten Gesundheitsrisiko".

• Ein Viertel von 96 durch das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt kontrollierten Augenkosmetika-Proben mussten beanstandet werden wegen nicht zugelassener Farbmittel, Phthalaten, Nitrosaminen sowie Deklarationsmängeln.

• Nach Feststellungen der Polizei werden vor allem im Unterbaselbiet während des Tages vermehrt Fahrräder aus Mehrfamilienhäusern, insbesondere aus Kellerabteilen, gestohlen.


• Die Wahlvorbereitungs-Kommission beantragt dem Basler Grossen Rat, als Nachfolger des auf Ende Mai zurücktretenden Leiters der Kriminalpolizei Beat Voser dessen bisherigen Stellvertreter Hans Ammann zu wählen.

• Der Kanton Basel-Stadt plant auf dem Dreispitz einen Neubau für die Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW).

• BVB-Finanzchef Stefan Popp wurde vom Verwaltungsrat per sofort zum Vizedirektor ernannt.

Dominik Wunderlin, Vizedirektor und Leiter Abteilung Europa, wird nach über 30 Jahren Tätigkeit am Museum der Kulturen Basel am 5. April pensioniert.

• Die Basler SVP hat ihre "Generationen-Initiative", die eine Senkung der Nettoschuldenquote von heute 6,5 auf neu 5,5 Promille verlangt, mit knapp 3'400 Unterschriften bei der Staatskanzlei eingereicht.

• Im oberen Teil der Inzlingerstrasse in Riehen soll ab Sommer "Tempo 30" gelten, wodurch die Verkehrssicherheit für Fussgängerinnen und Fussgänger und für Velofahrende erhöht werden soll.

• Die Homosexuellen Arbeitsgruppen Basel (habs) ändern "unter dem Einfluss des modernen Gender-Verständnisses zur bunten Community sexueller und geschlechtlicher Identitäten" ihren Namen in "habs queer basel".

Ivo Corvini-Mohn wird neuer Präsident des Personal-Verbandes Polizei Basel-Landschaft (PVPBL) als Nachfolger von Sven Oppliger.

• Der Basler Gewerbeverband hat die beiden Initiativen "Zämme fahre mir besser" mit 3'811 Unterschriften und "Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer" mit 3'917 Unterschriften im Rathaus eingereicht.

Riehen muss den Kunstrasen auf der Grendelmatte ersetzen, wofür dem Einwohnerrat ein Kredit von 520’000 Franken beantragt wird.

• Die frühere Baselbieter Juso-Copräsidentin Samira Marti (Ziefen) wird Vizepräsidentin der SP-Kantonalpartei, wobei sie den ehemaligen Juso-Präsidenten Florian Schreier (Birsfelden) ersetzt.

• Die Kantonstierärzte der beiden Basel haben die regionalen Verfügungen über die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe als abgeschlossen erklärt.