© Fotos by Beat Ernst, Basel, und OnlineReports.ch
"Trend-Thema Lebensmittel": Nutzungs-Objekt Basler Markthalle

Neu: Essen, trinken, geniessen in der Basler Markthalle

Nach Fehlstart: Die "baubüro insitu AG" der Architektin Barbara Buser wird neue Nutzerin


Von Monika Jäggi


Die "baubüro insitu AG" der Architektin Barbara Buser wird neue Nutzerin der Basler Markthalle. Unter dem Motto "Essen-Trinken-Geniessen" soll marktfrische Küche kommendes Jahr der gähnenden Leere im Kuppelbau am Basler Bahnhof ein Ende bereiten.


"Wir wollen ein attraktives und lebendiges Umfeld schaffen, damit Passanten die Markthalle wieder aufsuchen", erklärt Architektin Barbara Buser ("baubüro in situ AG", Bild) im Gespräch mit OnlineReports. Die Firma, bekannt unter anderem für die Umnutzung des Gundeldingerfeldes, hat mit dem Konzept "Essen – Trinken – Geniessen: Ça vaut le détour" das Rennen um die neue Nutzung der Markthalle gemacht, über die in den letzten Wochen viel spekuliert wurde.

Der historische Kuppelbau liegt in idealer Lage und bloss einen Katzensprung vom Basler Bahnhof SBB entfernt. Künftig soll nichts mehr an die gähnende Leere in der grossen Halle vom letzten Jahr erinnern. Hauptziel sei die Wiederbelebung der Markthalle, so Buser. Wegen einem Kleidergeschaft mache niemand einen Umweg, ist sie sich bewusst. "Aber das Thema Lebensmittel ist im Trend und entspricht dem neuen Zeitgeist."

Eine Markthalle bleibt eine Markthalle

"Ziel ist es, die Markthalle einer Nutzung zuführen, die auch etwas mit der Geschichte des Ortes zu tun hat", sagt die umtriebige Unternehmerin. Allerdings wolle man keinen Umschlagplatz für Früchte und Gemüse schaffen, sondern einen Ort, wo frische Lebensmittel und Getränke vor Ort in der Markthalle hergestellt und direkt konsumiert werden können – und dies mit allen Sinnen. "Das Essen wird frisch zubreitet sein, die Besucher sollen es sehen und riechen können und es soll gut schmecken."

Da der Markthalle ein attraktives Platzangebot im Freien fehlt – ein offener Platz beispielsweise – sollen auch die Eingangssituation bei der Viaduktstrasse und die Treppe Richtung Heuwaage-Viadukt bespielt werden, als Raumergänzung zum Angebot im Innern des Kuppelbaus. Buser: "Die Menschen halten sich wieder vermehrt draussen auf – auch zum Essen. Dem wollen wir mit der neuen Nutzung Rechnung tragen."

Vierjährige Testphase

Das baubüro insitu AG habe das Konzept zur Neunutzung eingereicht, nachdem sie von der Besitzerin, der Credit Suisse Anlagestiftung Real Estate Switzerland dafür angefragt worden sei, so Buser. Die Anlagestiftung kaufte 2011 die die Markthalle Basel von der Allreal Markthalle AG. Nach Abschluss umfangreicher Renovations-, Umbau- und Neuarbeiten wurde der zweigeschossige Kuppelbau ab Frühjahr 2012 ziemlich erfolglos für Verkauf, Gastronomie und Veranstaltungen genutzt. Selbst das Einfliegen von Sex-Sternchen konnte den Nutzungs-Misserfolg nicht verhindern.

Die gesamte Liegenschaft umfasst den denkmalgeschützten Kuppelbau mit den Randbauten sowie den unmittelbar an die Markthalle anschliessenden Hochhaus-Neubau. Das Konzept der "baubüro insitu AG" betrifft jedoch nur die Kuppelhalle auf Erdgeschoss Niveau. Neu eröffnet werden soll die grosse Halle unter der Kuppel im Januar 2014. Die Zwischenzeit soll als Aufbauphase genutzt werden. In einer vierjährigen Testphase wird sich zeigen, ob das Konzept der direkten Lebensmittelherstellung, des Verkaufs und Geniessens an Ort funktionieren wird.

Konzept mit zukünftigen Mietern entwicklen

Baulich wird sich im historischen Kuppelbau nicht viel ändern. Vier der sieben Holzpavillons werden bleiben, drei werden geöffnet: "Neu wird in einem der Pavillons eine Küche eingebaut." Büros werde es keine geben, sondern Marktstände, die vermutlich in der Mitte der Halle gruppiert werden, je nach Anbieter. An den Ständen können Nahrungsmittelprodukte frisch zubereitet, gekocht, verkauft und konsumiert werden.

Wer die zukünftigen Standmieter sind, ist noch nicht klar. "Das ist Teil unseres Konzeptes, das wir bewusst offen halten. Wir wollen dieses zusammen mit den zukünftigen Mietern entwickeln", erklärt die Mieterin das weitere Vorgehen. "Wir sammeln Ideen und wählen aus. Alle können sich über unsere website bewerben. Das Projekt muss aber in irgendeiner Form mit Nahrungsmitteln zu tun haben."

Barbara Buser denkt dabei an Wochenmärkte und regelmässige Saisonmärkte wie beispielsweise ein Pilzmarkt im Herbst, ein Spargelmarkt im Frühling oder einen Käsemarkt im Winter. Aber auch die Nudel- oder Pralinenherstellung vor Ort sowie das anschliessende Konsumieren sind Möglichkeiten genauso wie das Konsumieren einer frisch zubereiteten Fischsuppe. Buser spinnt den Faden weiter: "Es gibt so viele Möglichkeiten. Auch Kochbücher anzubieten wäre möglich."

Markthalle in Zürich West

Gegeben ist das Thema der zukünftigen Nutzung, das mögliche Profil zukünftiger Mieter ist skizziert. Ansonsten ist vieles offen, so auch die Kosten eines möglichen Umbaus und seine Finanzierung. Auch ein Baugesuch wurde nicht eingereicht. "Wir brauchen keine neuen Bewilligungen", sagt die Architektin. "Events und Gastrobetriebe sind bereits bewilligt, mehr brauchen wir vorläufig nicht." Sie spricht die Akustik der lärmenden Hallen an. "Auch damit werden wir arbeiten können." Buser ist zuversichtlich: In Zürich West gebe es bereits ein ähnlich funktionierendes Projekt im Eisenbahn-Viadukt. "Auf dem Gundeldingerfeld sind wir auch so vorgegangen. Und es hat geklappt."

"Ça vaut le détour" steht übrigens für "Es lohnt sich, für das Angebot den Umweg in die Markthalle zu machen."

28. Juni 2013

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"Sättigung an Verkaufsflächen bestätigt"

Im März 2012 wurde die Markthalle als Erlebnis- und Einkaufszentrum eröffnet. Doch das Erwachen des Wahrzeichens Kuppel (drittgrösster Massivkuppelbau der Welt) zu neuem Leben war von kurzer Dauer, Ende März 2013 schon der letzte Verkaufstag. Auch zwischenzeitlicher Star-Glamour konnte dies nicht verhindern. Die Pinguine hätten wohl nicht so schnell kalte Füsse bekommen. Denn der Zoo Basel wollte die Markthalle für ihr Polarium-Projekt kaufen. Pinguine, Seeotter, Oktopusse, Seeanemonen, Riesenkrabben, ein Restaurants und Veranstaltungen sollten unter dem einmaligen Kuppeldach Platz finden. Die Regierung entschied anders, Ziel war eine höhere Wertschöpfung. Die Chance einer grossen touristischen Attraktion in zentraler Lage direkt beim Bahnhof war vertan. Die 1929 erbaute, denkmalgeschützte Markthalle wurde 2006 für 19 Millionen Franken der Zürcher Allreal AG verkauft. 2011 verkaufte Allreal weiter an die Credit-Suisse-Anlagestiftung nach den Sanierungen und dem Bau des Turms mit 45 Wohnungen. Geschätzter Marktwert damals rund 94 Millionen. Wieder einmal bestätigt sich die Sättigung an Verkaufsflächen in Basel. Eine Erfahrung mehr, nach dem kärglichen Erfolg des Stücki Shopping!

 

Dem baubüro insitu AG und der Architektin Barbara Buser kann man zum Mut für das neue, spannende Konzept gratulieren und ihnen viel Glück und Erfolg wünschen!


Otto Kunz-Torres, Basel


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"Die Basler Stadtgärtnerei behauptet, dass es mit den Wegwerfgrills besser geworden sei."

BZ Basel
Newsletter vom
15. Mai 2018
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Eine höchst interessante Aussage. Sie braucht nur noch in den Verständlichkeits-Modus transferiert zu werden.

Veranstaltungs-Hinweis

 

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RückSpiegel


Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am Samstag, 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier (10 bis 16 Uhr) neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".

• Der frühere Basler Grossrat und FDP-Nationalrat Urs Schweizer tritt per 15. Mai 2018 nach 15 Jahren als Präsident des ACS beider Basel zurück.

• Nach den Kontrollen an der vergangenen Basler Fasnacht bleiben Pferde von Chaisen und Vorreitern weiterhin erlaubt.

• Die 43-jährige Elisabeth Heer Dietrich wurde mit 82 von 84 Stimmen glanzvoll zur neuen Baselbieter Landschreiberin gewählt.

• Die Revitalisierung der unteren Wiese hat sich aufgrund der vielen Hochwasser um den Jahreswechsel so stark verzögert, dass das Basler Tiefbaumt sie nicht rechtzeitig vor der Fischschonzeit abschliessen konnte und bis Ende Mai pausieren muss.

• Die Rechnung 2017 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 251 Millionen Franken ab und liegt damit 108 Millionen Franken über dem Budget.