© Fotos by Christof Wamister, OnlineReports.ch
"Abweisend und trist": Binninger Gemeinde-Portal "Dorenbach Center"

Das Tor zur reichen Gemeinde Binningen wirkt verslumt

Die Erneuerung des "Zentrums Dorenbach" wird durch einen Rekurs blockiert


Von Christof Wamister


Das "Dorenbach Center" in Binningen wird zwar noch bewohnt, aber die Geschäfte sind innerhalb der letzten sechs Jahre alle ausgezogen. Die Umgebung macht einen recht verwahrlosten Eindruck. Ein umfassendes Umbauprojekt kommt nicht voran, weil ein Rekurs dagegen beim Verwaltungsgericht eingereicht wurde.


Binningen gehört mit Allschwil und Birsfelden zu den drei basellandschaftlichen Gemeinden, die mit der Stadt Basel praktisch zusammengewachsen sind. Aber nirgendwo grenzt der Kern einer Gemeinde so direkt an das Stadtgebiet wie am Dorenbach. Der Auswärtige, der nach Binningen hineinfährt, merkt zwar nicht, dass er hier eine Kantonsgrenze überfährt, aber er bemerkt in der Binninger Hauptstrasse noch die Resten einer alten Gemeinde-Hauptstrasse.

Ein unansehnliches Wohnhaus

Der Eingang zur Binninger Hauptstrasse am Dorenbach-Kreisel hat Portal-Charakter. Aber vor allem auf der rechten, südwestlichen Seite wirkt dieses Tor etwas ramponiert, wenn nicht sogar verslumt. Unmittelbar an der Kantonsgrenze steht ein siebenstöckiges, unansehnliches Wohnhaus im rechten Winkel zur Strasse und verdeckt zum Teil die Sicht auf das Hauptproblem: Das 1977/1979 erbaute "Dorenbach Center" wird zwar weiterhin bewohnt, Sockel- und Untergeschoss stehen aber leer.

Die Architektur der siebziger Jahre mit ihren abgerundeten Balkonen ist etwas in die Jahre gekommen, und das Gebäude wirkt abweisend und trist. Nach dem Auszug der Migros im Jahr 2006 haben die übrigen Ladengeschäfte ebenfalls das Weite gesucht.  Nur das von einer türkischen Familie geführte Café "Rapido" (vormals "Fantasia") hält die Stellung und erfreut sich bei In- und Ausländern und insbesondere Senioren einer gewissen Beliebtheit.

Der abgesehen von diesem Lichtblick triste Eindruck wird verstärkt durch eine Baulücke, die an Stelle eines 2007 abgebrannten Hauses klafft. In diesem Herbst wurde sie immerhin für den Kürbisverkauf benutzt. Daran angrenzend findet sich eine kuriose Hinterhof-Architektur mit einem isoliert stehenden Wohnblock, einem Gewerbebetrieb, einem funktionslosen Transformatorenturm und der alten Bade- und Waschanstalt. Alles in allem nicht gerade ein Ruhmesblatt für eine reiche Vorortgemeinde.

Quartierplan durch renommierte Architekten

Angesichts dieses Durcheinanders aus älterer Bausubstanz und Siebzigerjahre-Mief erkannte die Kommune den Erneuerungsbedarf: Für das Areal "Zentrum Dorenbach" liess sie einen Quartierplan und für das angrenzende Gebiet Hauptstrasse Nordwest ab 2007 einen Teilzonenplan erarbeiten.

Das renommierte Basler Architekturbüro Morger/Dettli (Messeturm, Claraturm) entwarf für die Eigentümerin, die "Zürich Lebensversicherung", ein Umbau- und Totalerneuerungsprojekt mit viel Glas. Die Nutzflächen im Parterre sollen vergrössert und durch grosse Schaufenster gegen aussen transparent werden. Beim Wohnblock sollen die Balkone vergrössert und das Dachgeschoss durch eine Attikawohnung gekrönt werden. Die erforderlichen Parkplätze dürfen nur unterirdisch realisiert werden.

Aufwertung von Center zum Zentrum

Gemäss den Vorgaben der Gemeinde soll das "Dorenbach Center" zum "Zentrum Dorenbach" aufgewertet und neu genutzt werden, so dass es den "Ansprüchen und Bedürfnissen an ein modernes Einkaufszentrum wieder genügt", wie es im Planungsbericht heisst. Die in Nähe der vielbefahrenen Binninger Hauptstrasse gelegenen Wohnungen, heisst es weiter, seien besser vor Lärm zu schützen. Das Mitwirkungsverfahren wurde von den Binningern nicht gerade rege benützt. Es blieb bei einer einzigen Stellungnahme und einer Einsprache, die es allerdings in sich hat, wie sich im weiteren Verlauf zeigte.

Im November 2011 wurde der Quartierplan Dorenbach vom Binninger Einwohnerrat verabschiedet und Ende August 2012 von der Baselbieter Regierung genehmigt; die Einsprache wurde abgewiesen. Gegen die Abweisung rekurrierte der Einsprecher aber an das Verwaltungsgericht, wie von Horst Reher von der Binninger Bauverwaltung zu erfahren war. Damit verzögert sich das Projekt "Zentrum Dorenbach" erneut.

Wer hinter Einsprache und Rekurs steht, ist nicht bekannt. Es handelt sich vermutlich um einen Grundeigentümer, der durch seine Nachbarschaft zur Planungsparzelle für eine Einsprache legitimiert ist.

Bauherrin gibt sich wortkarg

Die "Zürich Versicherung" will sich laut Mediensprecher Frank Keidel zum weiteren Vorgehen erst äussern, wenn der Quartierplan rechtskräftig bewilligt ist. Mit dem Weiterziehen der Einsprache an das Verwaltungsgericht verzögert sich das Verfahren weiter. Erst wenn ein Baugesuch publiziert wird, ist davon ausgehen, dass der Investitionsentscheid des Versicherungskonzerns gefallen ist. Auf die Fragen, ob denn schon ein Hauptmieter anstelle der Migros in Aussicht sei und ob sie mit der Zahl der Parkplätze zufrieden sei, schweigt sich die "Zürich" bis jetzt aus.

So rottet das "Dorenbach"-Gebäude weiter vor sich hin, beim Versicherungskonzern summieren sich die verlorenen Mietzinseinnahmen und die Anwohner ärgern sich. "Wenn ich meine Versicherungen bei diesem Unternehmen hätte, würde ich sie alle künden", meinte ein Gewerbetreibender. Aber im Moment sieht es so aus, als liege die Verantwortung für den Stillstand nicht bei der Versicherung, sondern bei einem einzigen Einsprecher.

14. November 2012


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Ihre maximale mobile Download-Geschwindigkeit ist ab sofort 1.5-mal schneller als vorher. Sie surfen also neu mit bis zu 15 Mbit/s."

Swisscom
SMS
vom 8. Juni 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Solchen Tempo-Versprechen gegenüber ist Vorsicht geboten. Seien wir mal froh, wenn die Geschwindigkeit nicht sinkt.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.