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"Frage der Relativität": Arbeit an der Abfüllanlage

Der Brotaufstrich der Nation wird 60

Das Nestlé-Produkt "Le Parfait" wird seit letztem Jahr in der Basel Thomy-Fabrik hergestellt


Von Peter Knechtli


Stramm steckt er in der Tube: "Le Parfait", der Brotaufstrich der Nation, wird 60-jährig. Was viele nicht wissen: Das Nahrungsmittel wird seit Anfang vergangenem Jahr in Basel produziert – in der bekannten Thomy-Fabrik in Kleinbasel.


In der Schweiz gibt es wohl kaum einen Haushalt, in dem nicht schon einmal eine Tube "Le Parfait" auf dem Tisch lag. Der Brotaufstrich des "Schweizer Klassikers" (Selbstdeklaration) gehört zu den volkstümlichen Edelnahrungsmittel wie "Ovomaltine": Nicht alle, aber die meisten lieben es. Heute Mittwoch lud der Nahrungsmulti Nestlé zu einem Medienrundgang in die Thomy-Fabrik an der Horburgstrasse am Rande der Erlenmatt, in der insgesamt 170 Personen arbeiten und zur Hauptsache traditionell vor allem Mayonnaise und Senf herstellen.

60'000 Tuben täglich

Anfang 2008 erhielt der Standort Basel ein "neues Familienmitglied", wie sich Fabrik-Direktorin Susanne Kulhanek ausdrückte: Die Produktion der vier "Le Parfait"-Linien wurde von Fribourg nach Basel verlegt, was in der Chemie- und Bankenstadt bisher so gut wie nicht bewusst war: Basel wurde sozusagen heimlich zur Brotaufstrich-Hauptstadt der Schweiz. An den 700 Tonnen gemessen machen die 60'000 "Le Parfait"-Tuben, die täglich die Fabrik im Kleinbasel verlassen nur gerade vier Prozent der Produktion aus. Doch dies reicht aus, um den Handel in der ganzen Schweiz zu beliefern.

Seit seiner Erfindung im Jahr 1949 ist der Brotaufstrich in seiner Zusammensetzung unverändert. Der Hauptbestandteil ist Schweineleber aus schweizerischer Produktion, die stundenfrisch in einer Menge von rund 120 Tonnen pro Jahr angeliefert wird. Dazu kommen Hefe und – je nach Geschmacksrichtung – Gewürze wie Zwiebelgranulat, Herbsttrompete, Majoran, Bohnenkraut sowie Sonnenblumenöl und Palmöl, das für den "Schmelz" verantwortlich ist: Das Gefühl, die Paste vergehe auf der Zunge wie Butter.

Hygiene und Qualitätssicherung

Auf die Frage von OnlineReports "Wie gesund ist 'Le Parfait'?" antwortete die Direktorin, vielleicht etwas überrascht, erst mit einer Frage: "Wie gesund ist 'Le Parfait'?" Und dann: "Es ist eine Frage der Relativität." Denn natürlich eignet sich die Gaumenfreude nicht zur Schlankheitskur. Aber sie enthalte, so fügte Susanne Kulhanek unverzüglich an, "wertvolle Bestandteile einer Vollwert-Ernährung", so insbesondere Proteine, Eisen und Vitamin B1. Mit andern Worten: Der Umgang mit der lachsfarbenen Schweins-Delikatesse liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Konsumierenden.

Produktions-Chef Martin Daum, ein Ernähungstechnologie mit unüberhörbar bayrischem Ursprung, betonte auf dem Rundgang durch den Betrieb mehrfach die hohen Anforderungen an Qualität und Hygiene. Ist die pastetenartige Masse erst einmal in die Tuben abgefüllt, werden ganze Paletten in Autoklaven während eineinhalb Stunden bei einer Temperatur von 121 Grad sterilisiert. Bevor die Fertigprodukte in den Handel gelangen, bleiben sie während drei Wochen im Betrieb. Diese Reife-Zeit ist erforderlich, damit das Produkt die nötige Konsitenz erlangt. Zudem wird sie auch noch zur Qualitätskontrolle genutzt.

Ungeöffnet ist der "Brotaufstrich mit Leber" (offizielle Umschreibung) während rund acht Monaten haltbar. Theoretisch. In der Praxis dürfte die Tube schon nach acht Tagen leer sein. Dem rüstigen kulinarischen Sechziger gratuliert der Schreibende, der am heutigen Tag sein Bestehen in gleicher Länge konstatieren kann.

11. November 2009


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Antwort an Beatrice Alder

Ob die Tubendeckel von Hand aufgeschraubt werden, war bei der Betriebsführung nicht ersichtlich, da die Gebinde in verarbeitungsfertiger Form angeliefert wurden. Deutlich erkennbar war aber in der Abfüllanlage, dass die Tuben an ihrem Ende (sofern der Deckel den Anfang bildet) offen sind, damit der Abfüllstutzen eingeführt werden kann. Nach dem Abfüllen wird das Tuben-Ende zugepresst.


Die OnlineReports-Redaktion, Basel



"Gesellschafts-Lehre aus der Tubenfabrik"

Ein dickes Kompliment und herzlichen Dank für die heutige Ausgabe mit der neben den Kurznachrichten hervorragenden Berichterstattung übers "Parfait" (ich bekomm schon langsam wieder Appetit!). Dazu eine Frage: Werden den Tuben die Deckel immer noch im Leerzustand von Hand draufgedreht, sodass die Tuben dann anschliessend von hinten eingefüllt und maschinell verschlossen werden können? Ich habe diese Arbeit als Schülerin während der Ferien in einer Tubenfabrik an der Oetlingerstrasse ausgeführt und dabei viel gelernt über das Funktionieren der Gesellschaft.


Beatrice Alder, Basel


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"Die Forschung knabbert schon länger an einer offenen Frage der Evolution"

Basellandschaftliche Zeitung
vom 26. Juni 2016
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Wer sich mit dem Mund statt mit dem Geist an offene Fragen heranmacht, knabbert noch lange.

RückSpiegel


Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung nahmen die OnlineReports-News über den Appellationsgerichts-Entscheid zur Überbauung eines grünen Innenhofs an der Maiengasse in Basel auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung nahm die OnlineReports-Recherche über die Forderung nach einem Demo-Verbot an Sitzungstagen des Basler Grossen Rates auf.

Die TagesWoche und die Basler Zeitung verwiesen in ihren Berichten über die Krise im Historischen Museum Basel auf OnlineReports.

In ihrem Rückblick "Armes, armes Basel" zitierte die Basler Zeitung aus OnineReports.

Auf einen OnlineReports-Bericht über Probleme mit Musliminnen im basler Frauenbad Eglisee nahm die TagesWoche Bezug.

Die TagesWoche verwies auf die Analyse der neusten Leserzahlen der Printmedien aus der Region Basel.

Die TagesWoche ging auf kontroverse Standpunkte zur Handschlag-Verweigerung in OnlineReports ein.

Roland Stark ging in der Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Kolumne von Joël Thüring über die Möglichkeit einer Sommer-Olympiade in Basel ein.

Auf die OnlineReports-News über die Zahlungsunfähigkeit der "Baugesellschaft BL AG" ging die Basler Zeitung ein.

In ihrem Bericht über die GPK-Kritik an der Seltisberger Gemeinderätin Vanessa Duss Jacobi berief sich die Basler Zeitung auf eine Recherche von OnlineReports.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrem Bericht über das Kriech-Tram auf der Klybeckstrasse aud OnlineReports.

Die OnlineReports-Nachricht vom Tod des früheren Liestaler Stadtpräsidenten Jürg Wüthrich nahm die Basler Zeitung auf.

Das SRF-Regionaljournal, die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Spray-Attacke auf den Sitz der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt auf.

Das SRF-Regionaljournal, die TagesWoche und die Basler Zeitung bezogen sich in ihren Berichten über den Abgang von Oliver Jacobi als Baselbieter Kantonsingenieur auf Recherchen von OnlineReports.

Telebasel, die Basler Zeitung, 20 Minuten und die Basellandschaftliche Zeitung stützten sich in ihren Berichten über Sibel Arslans Rücktritt auf OnlineReports.

Die TagesWoche, Telebasel, die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung nahmen die OnlineReports-Meldung über den Weggang von Sibel Arslan bei der Baselbieter Sicherheitsdirketion auf.

Den OnlineReports-Bericht über den krankgeschriebenen Baselbieter Kantonsingenieur Oliver Jacobi zog die Basler Zeitung nach.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung nahmen die OnlineReports-Recherche über rechtliche Probleme beim Eigenheim-Bau des Baselbieter Kantonsingenieurs in Seltisberg auf.

Die Basellandschaftliche Zeitung zog die OnlineReports-Recherche über Tricksereien beim Eigenheim-Bau des Baselbieter Kantonsingeieurs nach.

Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, zitierte in seiner Kolumne einen OnlineReports-Kommentar aus dem Jahr 2010 zur "Bespielung" von Basler Plätzen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Sanität Basel-Stadt und das Kantonsspital Baselland prüfen, die Sanitätsnotruf-Zentralen für ihre jeweiligen Einsatzgebiete zusammenzulegen.

Stephan Naef (54) wird per 1. Oktober neuer Finanzchef der EBM als Nachfolger von Cédric Christmann, der intern als Geschäftsführer die EBM Energie AG übernimmt.

• Der Verwaltungsrat der BVB hat per 1. September den 50-jährigen Bruno Stehrenberger, Leiter Betriebsführung und Mitglied der Geschäftsleitung der SBB-Division Infrastruktur, zum neuen Leiter Infrastruktur und Mitglied der Geschäftsleitung gewählt.

• Die Fraktion der Grünen Baselland wird für die Wahl zum Landratspräsidenten den Pratttler Parlamentarier Philipp Schoch vorschlagen.

• Der Zoo Basel erhöht die Eintrittspreise ab 1. Juli 2016: Ein Erwachsenenticket kostet neu 20 Franken (bisher 18 Franken) und ein Kinderticket neu 9 Fanken (bisher 7 Franken); die Preise für die Jahres-Abonnemente werden ab 1. Januar 2017 erhöht.

• Das Umwelt-Abo im Tarifverbund Nordwestschweiz kann ab sofort mit einem frei wählbaren Gültigkeitsbeginn bezogen werden – egal ob Monats- oder Jahresabonnement.

• Der Landrat hat dem neuen Baselbieter Energiegesetz, das eine Energieabgabe und ein Fracking-Verbot enthält, zugestimmt.

• Der Basler Wirtschaftsminister Christoph Brutschin (SP) wurde neuer Präsident der Konferenz der kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren.

• Das Jugendkultur-Festival (JKF) will "mit Überzeugung" an seinem Nachhaltigkeitskonzept inklusive Mehrweggeschirr festhalten.

Fritz Jenny, Vizepräsident "Rehab Basel AG und Direktor des Bürgerspitals Basel, übernimmt das Rehab-Präsidium von Heinrich Koller, der altersbedingt zurücktritt.

• Der Basler FDP-Grossrat Helmut Hersberger ist neuer Präsident des Hauseigentümerverbands Basel-Stadt.

• Der Allschwiler Gemeindeverwalter Dieter Pfister verlässt seinen Posten auf 31. Dezember 2016.

Schweizer Grenzwächter erwischten Anfang Juni am Autobahnzoll Basel-Weil einen 36-jährigen Albaner, der versuchte, 3,2 Kilogramm Kokain in einem Versteck in seinem Auto von Deutschland in die Schweiz zu schmuggeln.

• Die 55-jährige Deutsche Sissy Raith, die ihre Trainerlaufbahn im Jahr 2003 beim FC Bayern München begann, wird neue Trainerin des ersten FCB-Frauen-Teams.

Priska Keller, die frühere Kantonalsekretärin der Basler CVP, wurde zur Präsidentin der CVP Riehen/Bettingen gewählt als Nachfolgerin von Christian Griss.

• In den ersten vier Wochen der Sommerferien werden die Tram-Gleise in der Basler Falknerstrasse zwischen der Postkurve und dem Barfüsserplatz ersetzt, weshalb zwischen dem Barfüsserplatz und der Schifflände der Trambetrieb in dieser Zeit ausfällt.

• Die Basler GGG Ausländerberatung, die älteste und grösste Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten im Kanton, tritt seit dem 2. Juni neu unter dem Namen GGG Migration auf.

• Die Burgergemeinde Laufen-Stadt ist bereit, das Amtshaus Laufen vom Kanton zu übernehmen unter der Voraussetzung, dass die Liegenschaft vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen umgewidmet wird.

• Laut Antrag der Baselbieter Regierung an den Landrat soll Roland Hochuli neuer Leitender Staatsanwalt der Hauptabteilung Strafbefehle und Nachfolger von Roland Müggler werden.

• Bei Kontrollen im April durch die Gemeinde Reinach und dem Abfuhrunternehmen Anton Saxer wurden 181 Abfallsäcke beanstandet und stehen gelassen.

• Ein 25-jähriger Kosovare, der am 6. November letzten Jahres an der Rheinstrasse in Liestal einen Avia-Tankstellen-Shop überfallen hatte, konnte in Frankreich verhaftet werden.

• Die Basler Grünliberalen haben eine Volksinitiative eingereicht, mit der sie die Dauer der Ruhegehalts-Zahlungen für Regierungsräte auf maximal drei Jahre beschränken wollen.

• Nach einer ersten Beratung des Budgets 2017 rechnet die Baselbieter Regierung für das nächste Jahr mit Einsparungen über 7,7 Millionen Franken beim Personalaufwand, da beim Verwaltungspersonal und den Lehrpersonen 58 Vollzeitstellen gestrichen wurden.

• Leicht erhöhte Radon-Werte haben Messungen des Kantons in einem Raum im Untergeschoss des Reinacher Schulhauses Surbaum festgestellt.

• Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels und Edwin Tschopp, Geschäftsführer des Erlen-Vereins, eröffneten den neuen Veloweg Lange Erlen, wodurch Velofahrenden eine attraktive und direkte Verbindung zwischen Riehen und Kleinhüningen zur Verfügung steht.