© Fotos by Martin Forter
Altholz-Verarbeitung in Italien (rechts), Schweizer Lieferant Trans-Littoral

Kontaminiertes Schweizer Altholz wird in Italien zur Spanplatte

Möbel und Spanplatten aus fragwürdigen Ausgangsstoffen kommen nach der Verarbeitung in Italien zurück in die Schweiz


Von Martin Forter


Vorsicht beim Kauf italienischer Möbel aus Spanplatten: Die Produkte könnten chemisch belastet sein, weil auch Schweizer Lieferanten kontaminierts Altholz an italienische Spanplatten-Unternehmen liefern. Ab 2003 sollen neue Richtwerte für die Altholz-Verarbeitung gelten, doch Experten geht dies zu wenig weit.


Ein LKW der Fribourger Firma Tans-Littoral fährt im italienischen Frossasco bei Turin vor. Er hat Altholz aus der Schweiz geladen, aus dem die Firma Annovatti neue Spanplatten herstellt. Sie werden später zu Designmöbeln oder Küchenschränken weiterverarbeitet - auch für den Schweizer Markt.

Altholz, das viele italienischen Spanplattenhersteller als Rohstoff verwenden, ist meist kein sauberes Material: Der halb verrottete Dachbalken, die abgeschossene Küchenkombination, die alte Gartenbank und der morsche Tomatenstecken haben gemeinsam, dass ihr Holz oft mehrfach chemisch behandelt wurde: Mit der Farbe oder der Beschichtung kamen Schwermetalle darauf, gegen das Faulen wurde krebsförderndes Teeröl (PAK) hineingepresst und - um den Holzwurm zu bekämpfen - hochgiftiges PCP sowie Lindan aufgetragen.

Insektizide, Schwermetalle und Holzbehandlungsmittel

Das Konsumentenmagazin "Saldo" hat neue Spanplatten von vier norditalienischen Herstellern analysieren lassen, die auch kontaminiertes Altholz aus der Schweiz verarbeiten (OnlineReports berichtete erstmals darüber). Fazit: In allen vier Proben fand die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) Spuren von giftigen Insektiziden und Holzimprägnierungsmitteln. Die Schadstoffkonzentrationen stellten zwar "keine gesundheitliche Gefahr dar", wenn die Spanplatte aus Altholz als Schrank in der Küche steht, kommentiert Peter Schmid von der Empa die Analyseergebnisse. Die Resultate "zeigen aber, dass belastetes Altholz verarbeitet wurde. Da kann es dann durchaus einmal eine Charge geben, die stark belastet ist und möglicherweise gesundheitliche Auswirkungen haben kann."

Das könnte bei einer Spannplatte aus dem modernsten Werk des italienischen Branchenriesen Di Saviola Mauro in Mortara südwestlich von Mailand der Fall sein: 1900 Milligramm Chlor pro Kilogramm (mg/kg), 198 mg/kg Blei und 17,6 mg/kg Kupfer fanden Analytiker. "Einen Kasten aus dieser Spanplatte würde ich nicht in meine Küche stellen", kommentiert die Toxikologin Margret Schlumpf von der Uni Zürich den Schadstoffgehalt. Auch Beat Frey vom Buwal meint: "Das sind inakzeptable Werte".

Illegaler Export ist billiger als Verbrennung im Inland

211'000 Tonnen Altholz, rund ein Drittel der jährlich in der Schweiz anfallenden Menge, exportierten Schweizer Firmen letztes Jahr nach Italien - so die Huber AG, die Gloggner AG, Della-Santa und Trans-Littoral. Auf Shredderplätzen wurde das Material gesammelt, sortiert, kleingehackt und abtransportiert.

Doch das Aussortieren von chemisch belastetem Holz funktioniert schlecht, wie Kontrollen an der Grenze im Jahr 2000 gezeigt haben: Beim beprobten Altholz wurde gemäss einem Schreiben des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) vom November 2000 "ein zu hoher Gehalt" an krebsfördernden PAKs nachgewiesen. PAK-belastetes Altholz aber darf gemäss Buwal "nicht zur Herstellung von Spanplatten verwendet werden". Wird es aber: Denn der illegale Export von belastetem Altholz ist billiger als die Verbrennung im Inland.

Unerlaubte Schadstoffe in Möbeln

Unklar ist, wieviel kontaminiertes Altholz ausgeführt wird: Für die Schweiz gibt es keine entsprechenden Zahlen. Deutsche Experten schätzen, dass 20 bis 30 Prozent des Altholzes, das aus unserem Nachbarland in die italienischen Spanplattenfabriken exportiert wird, unerlaubt hohe Schadstoffgehalte aufweist. Ein Mitarbeiter einer Schweizer Spanplattenfabrik ist überzeugt, dass diese Zahlen auch für unser Land gelten: "Für den Export wird alles kleingehackt" - und kommt später als neues Möbelstück wieder in unsere Läden zurück. Um die nichtsahnenden KonsumentInnen davor zu schützen, möchte Margret Schlumpf vom Zürcher Tox-Institut die Schadstoffwerte deklariert sehen: "Dann würden solche Möbel nicht mehr gekauft".

13. September 2001


ALTHOLZ

MFo. Gemäss Mathias Tellenbach will das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) beim Export von Altholz "an der Quelle Abhilfe schaffen": Richtwerte sollen die Trennung von chemisch belastetem und unbelastetem Altholz in der Schweiz vereinfachen und verbessern. Ab 2003 soll zudem das Verarbeiten von Altholz bewilligungspflichtig werden. Nach Ansicht von Experten gehen diese Massnahmen zu wenig weit: Sie fordern eine Produktenorm für Spanplatten. Diese müsste festlegen, was eine Spanplatte alles enthalten darf und was nicht. Nur so kann nach Ansicht der befragten Fachleute verhindert werden, dass weiterhin kontaminiertes Altholz zu Spanplatten und damit zu neuen Möbeln verarbeitet wird.


 Ihre Meinung zu diesem Artikel
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)

www.onlinereports.ch - Das unabhängige News-Portal der Nordwestschweiz

© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigene Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

Auf dieser Website gibt es Links zu Websites Dritter. Sobald Sie diese anklicken, verlassen Sie unseren Einflussbereich. Für fremde Websites, zu welchen von dieser Website aus ein Link besteht, übernimmt OnlineReports keine inhaltliche oder rechtliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Websites Dritter, die auf OnlineReports verlinken.

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Rentenmassaker auf Kosten der Staatsangestellten"

Juso Baselland
Betreff einer Medienmitteilung
vom 31. Mai 2018
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Kriegsberichterstattung von der Baselbieter Polit-Front.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

20 Minuten, die BZ Basel, theworldnews.net, die Basler Zeitung, die Tageswoche, die Bauernzeitung und Telebasel nahmen die OnlineReports-Story über das gescheiterte Projekt von "Urban Farmers" in Basel auf.

Die BZ Basel, die Basler Zeitung und das Regionaljournal zogen die OnlineReports-Meldung über die Schliessung der Basler Buchhandlung "Narrenschiff" nach.

Die Basler Zeitung nahm die OnlineReports-Nachricht vom Tode des früheren BLKB-Bankrats-Präsidenten Werner Degen auf.

In ihrem Bericht über die "FDP Baselland auf seltsamen Wegen" (Schlagzeile) nimmt die Basler Zeitung zentral auf einen OnlineReports-Primeur über den neu auftauchenden Namen Daniel Recher Bezug.

Die Kommentar-Plattform Infosperber geht auf die Berichterstattung von OnlineReports zum Mord an Martin Wagner ein.

In ihrem Kommentar zu "Lukas Engelberger, der Pressezensor" nimmt die Basler Zeitung eine Metapher ("medienrechtliche Namesburka") von OnlineReports auf.

InsideParadeplatz.ch empfahl den Lesern die Lektüre des OnlineReports Porträts des getöteten Medienanwalts Martin Wagner.

Die OnlineReports-Erstnachricht über den gewaltsamen Tod des Basler Wirtschaftsanwalts Martin Wagner in Rünenberg haben unter anderen der Tages-Anzeiger, BZ Basel, Le Temps, Tageswoche, 20 Minuten, Watson, Telebasel, die Volksstimme, der Blick und nau.ch aufgenommen.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.