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Neu im Handelsregister eingetragene Firma GreenPiece: Nichts mit Greenpeace zu tun

GreenPiece treibt aus Zierhanf-Töpfen

Solothurner Pflanzenhändler will "GreenPiece" heissen, aber nicht Greenpeace sein


Von Peter Knechtli


Die Firma in Gerlafingen SO wollte "GreenPiece GmbH" heissen und mit Zierhanf handeln. Doch das Handelsregisteramt lehnte wegen Gefahr der Verwechslung mit der Umweltschutz-Organisation Greenpeace ab. Die Pflanzer geben nicht auf: Jetzt firmieren sie weiter unter "GreenPiece" aber mit dem Zusatz "Pflanzenhandel GmbH". Die Umweltschützer wollen das phonetische Plagiat prüfen.


"Greenpiece Pflanzenhandel, Tschannen", meldet sich am Telefon eine aufgeräumte Stimme aus dem solothurnischen Obergerlafingen. Befragt nach dem Grund, den gleich klingenden Namen der weltbekannten Umwelt-Organisation "Greenpeace" zu verwenden, verdüstert sich die Stimmung des Geschäftsführers schlagartig. Dazu wolle er sich nicht äussern: "Ich habe die Nase voll. Alles wegen dieser Bünzli-Schweizer in Solothurn."

"GreenPiece GmbH" abgelehnt

Vergangenes Jahr hatte der Pflanzenhändler Pech mit dem Versuch, die neugegründete Familienfirma unter dem Namen "GreenPiece GmbH" im Handelsregister eintragen zu lassen: Nicht nur der Solothurner Handelsregisterführer Gerhard Winistörfer wies die Anmeldung ab. Auch das Solothurner Obergericht widersetzte sich der Namensschöpfung und wies einen Rekurs des Pflanzenbetriebs ab.

Begründung: "Mit der Fantasiebezeichnung GreenPiece verbindet sich zwangsläufig die Vorstellung jener weltweit tätigen Organisation, die mit spektakulären Aktionen versucht, die Öffentlichkeit auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen und sie für entsprechende Anliegen zu senibilisieren."

Produktion von Zierhanfstecklingen

Gleich zweifach ist die Original-Umweltorganisation im Zürcher Handelsregister eingetragen: Einmal als Stiftung ("Greenpeace Schweiz") und einmal als GmbH ("Greenpeace Umweltschutzverlag"). "Unabhängig davon ist der Name 'Greenpeace' aber ein allgemein bekannter und mit einem festen Bedeutungsinhalt besetzter Begriff", hält das Obergericht in der Abweisung der Beschwerde fest. Eine Unterscheidung werde verunmöglicht, ja "eine Täuschung des Publikums wäre unabwendbar".

Der Familienbetrieb liess sich aber von der Grund-Idee nicht abbringen und suchte nach neuen Variationen. Am Freitag war die neue und von Handelsregisterführer Winistörfer nunmehr genehmigte Firmenbezeichnung im Schweizerischen Handelsamtsblatt veröffentlicht: "GreenPiece Pflanzenhandel GmbH". Zweck: "Produktion von Zierhanfstecklingen und Pflanzen."

Umweltschutz-Organisation will prüfen

Wie Original-Greenpeace auf die phonetische Zweitverwertung reagiert, ist laut Greenpeace-Anwalt Lorenz Hirni noch offen. Bisher hatte die Umwelt-Organisationen von den GreenPiece-Plänen formell keine Kenntnis: "Wir werden in den nächsten Wochen entscheiden, ob wir gegen die Firmenbezeichnung vorgehen oder nicht." Letztlich zuständig sei Greenpeace International in Amsterdam. Es sei nicht das erste Mal, dass "versucht wird, vom Namen Greenpeace zu profitieren".

Der wenig auskunftsfreudige GreenPiece-Pflanzer Tschannen beteuerte gegenüber ONLINE REPORTS immerhin, er strebe "keine Verwechslung" mit den Oeko-Aktivisten an und wolle die Umwelt-Organisation auch nicht aufs Korn nehmen: "Ich bin sogar Spender bei Greenpeace."

31. Januar 2000


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BZ online
Byline vom 18. Oktober 2019
zu einem Artikel über
umstrittene Wahlkampfhilfe
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Endlich eine Tageszeitung, welche die Gender-Thematik halbwegs ernst nimmt.

RückSpiegel


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