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"Derzeit schwierigster Kunde": Versteckte Information auf KPT-Website

KPT macht "Tarifpolitik auf dem Buckel der Versicherten"

Unangenehme Überraschungen für halbprivat und privat Versicherte in Privatkliniken der Region Basel


Von Peter Knechtli


Wer bei der KPT privat oder halbprivat versichert ist, tut bei einer geplanten Behandlung in einer Privatklinik der Region Basel gut daran, das Kleingedruckte zu lesen. Sonst kommt die Überraschung hinterher: Das Unternehmen zahlt für Zusatzversicherte nur den Preis der Grundversicherung. Die Kliniken sind sauer.


Die Krankenversicherung KPT, die in der Vergangenheit mehrere Turbulenzen in der Führungsetage erlebte, wirbt mit dem Slogan "Einfach gut versichert". Mag sein für Grundversicherte, die auch das Kleingedruckte auf der Website genau gelesen haben. Privat- oder Halbprivat-Versicherte aus der Region Basel aber, die mit ihren höheren Prämien auch die Leistungen für die Grundversicherung decken helfen, sollten genau hinsehen.

Denn an Behandlungen, die Halbprivat- oder Privatversicherte – in der Meinung, von der freien Spitalwahl profitieren zu können – im Basler Clara-Spital, in der Merian Iselin Klinik oder in der "Reha Rheinfelden" beziehen, zahlt die KPT nur Leistungen aus der Grundversicherung.

Uneinig über Preise

In der Tiefe ihrer Website begründet die KPT diese Einschränkung so: "Leider können immer wieder mit einzelnen Kliniken keine Tarifverträge abgeschlossen werden, weil die Preisvorstellungen für die Vergütung der Leistungen zu weit auseinander liegen." Mit diesen Leistungserbringern schliesse die KPT "keine Zusatzversicherungs-Verträge" ab, sonst wären "ein stärkeres Wachstum der Gesundheitskosten und Prämienerhöhungen die Folge".

Auf Anfrage von OnlineReports begründete KPT die Vertragslosigkeit damit, dass "die Kliniken unser Angebot einer massvollen Tariferhöhung ablehnten beziehungsweise wir ihre überdurchschnittliche Tariferhöhung ohne Leistungs- und Qualitätsverbesserungen nicht einfach akzeptieren wollten".

Wer als Versicherter diese Umstände nicht ganz präzise recherchiert, kann frustrierende Erfahrungen machen. Wer beispielsweise als KPT-Privatpatient in der Merian Iselin Klinik einen Bänderriss behandeln lässt, weil dort sein Vertrauensarzt als Belegarzt operiert, erhält von seiner Krankenversicherung gerade mal die gesetzliche Pauschale von 250 Franken pro Tag bezahlt, was der Leistung der Grundversicherung entspricht.

Einschränkungen in der Rehabilitation

Auch die bekannte Rehabilitationsklinik "Reha Rheinfelden" hat mit der KPT Probleme im vertragslosen Bereich der Zusatzversicherungen von Halbprivat und Privat-Versicherten, wie die Versicherung "ihren Kunden trotz entsprechender Versicherungsdeckung eine Kostenübernahme in der 'Reha Rheinfelden' verweigert", wie der administrative Direktor Matthias Mühlheim gegenüber OnlineReports erklärte. Dies führe dazu, dass die "Reha" potenzielle Kunden "leider abweisen muss, ausser die Patienten greifen in die eigene Tasche".

Laut Mühlheim schränkt die KPT in der Zusatzversicherung die Deckung für Leistungen in Rehabilitations-Kliniken auf 60 Tage innerhalb von fünf Jahren ein. Das bedeute, "dass ein KPT-Privatpatient unter Umständen von der Privatabteilung in die Allgemeinabteilung wechseln muss". Doch gerade in der neurologischen Rehabilitation sei die Aufenthaltsdauer – beispielsweise nach einem schweren Schlaganfall – "recht hoch". Auch könne es zu einer zweiten Rehabilitation innerhalb von fünf Jahren kommen, was dann immer noch auf das "Budget" von 60 Tagen geht.

"Versicherte fallen aus allen Wolken"

Die KPT-Kunden seien sich dieser Bestimmung im Kleingedruckten der Versicherungsbedingungen "nicht bewusst". Sie unterschieden nicht zwischen Akutspital, Rehabilitationsklinik oder Psychiatrie. Deshalb fielen sie "aus allen Wolken, wenn sie während eines Rehabilitations-Aufenthalts mit dieser Tatsache konfrontiert werden und die Klasse wechseln müssen".

Das stört Reha-Direktor Mühlheim. "Einerseits ist es an uns, den KPT-Kunden die Hiobsbotschaft zu überbringen, dass sie von der Privatabteilung, für die sie versichert sind, nun in ein Mehrbettzimmer in der Allgemeinabteilung wechseln müssen." Andererseits gehe es aber auch "um den Stellenwert" der Rehabilitation als hochspezialisiertes und komplexes medizinisches Fachgebiet. Die KPT scheine diesbezüglich "noch in schon lange vergangenen Kurklinik-Zeiten zu verhaften".

Mit ähnlichen Problemen ist auch das Clara-Spital konfrontiert, mit dem im Bereich der Zusatzversicherungen ebenfalls ein vertragsloser Zustand herrscht, wie Direktor Peter Eichenberger gegenüber OnlineReports ausführte.

"Diese Tarifpolitik ist eine Sauerei"

Laut Stephan Fricker, dem Direktor der Merian Iselin Klinik, bestehen die Probleme mit der KPT seit rund einem Jahr. Sie wolle einfach "die marktüblichen und mit andern Versicherern fixierten Tarife für die Zusatzversicherten nicht mehr zahlen", betont er. "Dabei sind wir gleich teuer wie bei jedem andern Versicherer." Die geltenden Einschränkungen für Halbprivat- und Privatversicherte seien den KPT-Kunden nicht bewusst. Es liege dann an den Belegärzten oder an der Klinik, den Versicherten die unangenehme Wahrheit mitzuteilen.

Die mittelgrosse, in Bern domizilierte Versicherung, ursprünglich vor allem für Bundesangestellte geschaffen, hat in der Region Basel einen Marktanteil von wenigen Prozent. Dennoch sei sie, so Fricker "unser momentan schwierigster Kunde". Das Unternehmen wolle die Kosten der Zusatzversicherung nicht übernehmen, um "vom Fallpauschale-Sockelpreis der Grundversicherung zu profitieren", an den der Kanton 56 Prozent zahlt. Fricker nimmt kein Blatt vor den Mund: "Diese Tarif-Politik auf dem Buckel der Versicherten ist eine Sauerei."

"Auf schriftliche Information bewusst verzichtet"

OnlineReports sind auch Privat-Versicherte der KPT bekannt, die sich in ähnlicher Tonalität äussern. Sie mockieren sich darüber, dass sie von ihrer Versicherung nicht über den vertragslosen Zustand informiert wurden.

Die KPT dazu: "Auf eine schriftliche Information haben wir bewusst verzichtet. Nicht, weil wir etwas verstecken wollen, sondern weil sich der vertragslose Zustand sehr schnell ändern kann." Dazu komme, dass die Information nur für jene Versicherten relevant sei, bei denen ein Wahleingriff bevor steht. "Das waren in der Region Basel rund zwei Dutzend Fälle." Für die Information und Aufklärung der Versicherten spielten Spitäler und Ärzte daher eine zentrale Rolle, sagt KPT. "Aus diesem Grund haben wir die Sachlage mit der Basler Belegärztevereinigung besprochen."

An einer Lösung interessiert

Allerdings sehen sowohl das Claraspital als auch die Merian Iselin Klinik einen Silberstreifen am Horizont: Im August sind Gespräche mit der KPT angesetzt mit dem Ziel, eine Lösung herbeizuführen. Die KPT dazu: "Wir sind aber nach wie vor an einem Tarifvertrag mit den Kliniken interessiert und bedauern die aktuellen Unannehmlichkeiten."

Auch die "Reha Rheinfelden" ist "sehr daran interessiert, eine Lösung zu finden", wie Chef Mühlheim zu OnlineReports sagt: "Wir schliessen mit der KPT gerne einen Vertrag für die Zusatzversicherung ab, aber nicht zu den Konditionen ihres Verhandlungspartners Sanitas, der bessere Leistungen hat und auch gegenüber den Kunden transparent ist." Für die KPT "erübrigt" sich allerdings "ein weiteres Gespräch, da der Direktor der Reha-Klinik unsere Allgemeinen Vetragsbedingungen nicht akzeptieren will".

Vielleicht nimmt sich sogar Thomas Zeltner, der neue Verwaltungsrats-Präsident der KPT, des Falles an. Er war früherer Direktor des Bundesamts für Gesundheit.

22. Juli 2016

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BZ Basel
vom 28. Februar 2019
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In einem Satz


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Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

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Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

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Titus Hell ist als Nachfolger von David Pavlu zum neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) gewählt worden.

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Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.