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"Konsumenten können Einfluss nehmen": Bio-Produkte-Promotoren*, Bio-Produkte

Online-Plattform für Bio-Produkte aus der Region

WWF weitet Internet-Dienstleistung zur Promotion von Regio-Produkten massiv aus


Von Peter Knechtli


Immer mehr sinnvolle Dienstleistungen bietet das Internet. Ein Beispiel ist der Einkaufsführer "regioprodukt.ch" des WWF Region Basel: Die Service-Plattform zeigt eine breite Übersicht von Produzenten und Anbietern ökologisch bewusster und einheimischer Lebensmittel und Dienstleistungen an. Ein Augenschein auf dem "Isletenhof" oberhalb von Sissach.


Der eine Trend ist auf der Strasse zu beobachten: Es wird blind eingekauft, was sich über den Mund dem Magen zuführen lässt - egal, auf welchem Erdteil und unter welchen Bedingungen produziert. Hauptsache: Der Preis ist tief und der Bauch gefüllt. Die andere Tendenz bleibt aber auch unübersehbar: Ein wachsendes Kundensegment, das Nahrung bewusst hinterfragt und konsumiert - und auch einen höheren Preis zu zahlen bereit ist. Die wichtigsten Kriterien dieser Käuferinnen und Käufer sind möglichst ökologische, gesunde und vor allem einheimische Produkte. Das Problem bisher: Die Vermarktungsmöglichkeiten sind nicht zuletzt aus finanziellen Gründen beschränkt. Wer weiss denn schon, wo die Anbieter und Produzenten einer gesuchten Spezialität zu finden sind?

Auch einzelne Nicht-Bio-Produkte

Der WWF Region Basel hat sich schon vor längerem zum Ziel gesetzt, die Möglichkeiten des Internet zu nutzen und unter dem Logo "Regio-Produkt" detaillierte Informationen anzubieten. Jetzt hat er diese ausserordentlich nützliche Service-Plattform deutlich erweitert: Neben den Anbietern aus der Region Basel - inklusive der elsässischen und badischen Nachbarschaft, was sich vor allem bei den Weinangeboten in einer breiten Palette ausdrückt - sind nun auch Betriebe aus den Kantonen Aargau, Solothurn sowie Graubünden und der ganzen Ostschweiz mit wenigen Klicks zu finden.

Laut Jost Müller, dem WWF-Geschäftsführer beider Basel, geht es seiner Organisation darum, "den ökologischen Konsum zu fördern und den Bio-Bauern zu helfen, die Direktvermarktungs-Möglichkeiten zu verbessern. Müller warnte denn auch: "Was Regio ist, muss nicht Öko sein." Doch er räumte auch ein, dass die umfangreiche Datenbank nicht nur rein biologische Produkte anbietet. So sind in den Segmenten "Käse", "Bier" und "Regiomilch" auch Verkäufer aufgeführt, die konventionell produzieren. Ausschlaggebend für ihre Berücksichtigung sei der Umstand, dass diese Produkte in der Region produziert werden und - Beispiel Bier - gegenüber grossen ausländischen Anbietern Eigenständigkeit markierten und den Kunden somit eine Auswahlmöglichkeit ermöglichten. Müller räumte ein, dass die Abgrenzung nicht immer einfach sei. Aber "edukative Aspekte" spielten bei der Berücksichtigung der Anbieter eine wichtige Rolle.

Schwerpunkte unter den aufgeführten Angeobten sind landwirtschaftliche Produkte von Beeren über Fleisch bis Obst und Käse. Aber bis hin zum Wohnen ("Oekostrom" und "Brennholz") zum Garten und Essen bis hin zu Beratung und Bildung (hier ist als "Produkt" auch der WWF selbst aufgeführt) reichen die Detail-Hinweise und Kontaktadressen des Online-Oeko-Wegweisers.

60 neue Hochstammbäume über Sissach

Was ein ökologischer Bauernhof sein kann, präsentierten die "Regioprodukt"-Promotoren heute Mittwochmorgen an einer Freiluft-Medienorientierung auf dem "Isletenhof" hoch über Sissach. Schafzucht und Hochstammobst sind die Schwerpunkte auf dem Betrieb von Pascal Benninger, seiner Partnerin Astrid Schönenberger und ihren drei Kindern im Alter zwischen vier und neun Jahren. Über die Direktvermarktung per Post erreicht die Familie eine Kundschaft, die weit über die Region Basel hinausgeht. Auf der Landschaftsidylle unter der Sissacher Fluh wurden seit Übernahme des Hofs im Jahr 2000 rund 60 neue Hochstammbäume gepflanzt.

Der Betrieb erzielt - Direktzahlungen des Bundes und des Kantons inbegriffen - einen Umsatz von rund 150'000 Franken, den 100 Stellenprozent erarbeiten. Er kann insbesondere während der Kirschenernte und beim Abpacken der Trockenfrüchte auf freiwillige Unterstützung engagierter Bürgerinnen und Bürger zählen. Dennoch sind viele Konsumierende bereit, für die hochwertigen Produkte einen höheren Preis zu zahlen. Dafür, so Bauer Benninger, "können sie direkt auf die Erhaltung einer natürlichen Landschaft Einfluss nehmen". Kommt hinzu, wie ein Test von OnlineReports ergab: Die Produkte von Trockenfrüchten bis Schaf-Rauchwürsten munden köstlich.

Immer wichtiger: Vermarktungs-Tool Internet

Der "Isletenhof" pflegt eine Kooperation mit der nahe gelegenen Hofgemeinschaft "Unter der Fluh", in der die grüne Nationalrätin Maya Graf zumindest politisch den Ton angibt. Die Parlamentarierin zeigte sich "überzeugt, dass der Regio-Markt eine Zukunft hat". Durch die Nähe von Produzent und Konsument könne Identifikation und Bewusstsein geschaffen werden, "was die industriellen globalisierten Märkte nicht mehr bieten können". Als Beispiel nannte sie die "Regio-Molkerei", die morgen Donnerstag in Frenkendorf eröffnet wird, aber auch Schlachthöfe, Brennereien, Bäckereien und Mostereien. Durch regionalen Einkauf, so Maya Graf weiter, bleibe zudem "das handwerkliche Knowhow erhalten" und "die Stadt-Land-Verbindung intakt".

Dass das Internet vor Oeko-Bauern nicht Halt gemacht hat und in der Vermarktung eine immer wichtigere Rolle spielt, unterstrich Pascal Benninger: Er bietet seine Produkte über die eigene Website an und die Bestellungen über Mail hätten in den letzten drei Jahren um rund 50 Prozent zugenommen.


* v.l.n.r.: Nationalrätin Maya Graf, WWF-Geschaftsführer Jost Müller, Bio-Produzenten Astrid Schönholzer mit Tochter Zoe und Pascal Benninger.

Adressen: www.regioprodukt.ch, www.isletenhof.ch

23. Mai 2007


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"Mir tun die bisherigen Bioläden leid"

Als bewusster Konsument kaufe ich schon lange vorzugsweise Bio-Produkte. Wenn möglich aus der Regio, wenn es um Gemüse und Früchte geht. Hingegen besorge ich mir all die anderen Bio-Produkte vorzugsweise in Deutschland oder Frankreich, in Grenznähe. Seit Allnatura in Weil die Türen an bester Lage öffnete, ist der Laden zu meinem Favoriten aufgestiegen. Die meisten Bio-Produkte, die hier in Basel angeboten werden, sind in der Regel doppelt so teuer als in Weil! Eindeutig verdienen sich hier Grossimporteure eine goldene Nase, indem sie die Bio-Produkte viel zu teuer an Basler Läden weiterverkaufen. Mir tun die hiesigen Bioläden leid, die durch die unsauberen Praktiken ihrer Lieferanten in der Schweiz gezwungen werden, Bio-Import-Lebensmittel derart teuer verkaufen zu müssen. Mir fallen übrigens immer mehr Landsleute auf, die wie ich düben Bio-Produkte einkaufen.


Eric Cerf, Basel


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RückSpiegel


Die OnlineReports-Nachricht des Todes von Hannes Bertschi wurde von der Basler Zeitung, für die der Verstorbene auch gearbeitet hat, aufgenommen.

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Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

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Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

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"Seit der Spieler-Revolte Anfang Dezember hat das Team von Marcel Koller aus sieben Spielen ein Unentschieden und sieben Siege geholt."

BZ Basel
vom 28. Februar 2019
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Die Revolte hat auch Rechenkünste beflügelt.

In einem Satz


• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.

Titus Hell ist als Nachfolger von David Pavlu zum neuen Präsidenten der Jungfreisinnigen Basel-Stadt (JFBS) gewählt worden.

Anna Ott gibt das Amt als Vizepräsidentin der Grünen Baselland aufgrund ihres Masterstudiums in Nordeuropa ab; eine Nachfolge steht noch nicht fest.

• Das von der Fondation Franz Weber massgeblich unterstützte Referendum gegen ein Ozeanium auf der Basler "Heuwaage" ist mit 4'649 Unterschriften zustande gekommen.

• Der Reinacher Gemeinderat hat beschlossen, ab Februar 2019 mit einem neuen TV-Sendeformat zu starten, das wöchentliche Fernsehsendungen mit Inhalten aus Gemeinde und Vereinen bietet.

• Der Basler "Basta"-Grossrat Daniel Spirgi tritt per 12. Februar 2019 nach nur zweieinhalb Jahren aus dem Kantonsparlament zurück, der Grüne Jérôme Thiriet rückt nach.

Henriette Götz wird am 1. Mai 2019 die Nachfolge von Danièle Gross als Kaufmännische Direktorin am Theater Basel antreten.

• Mit 12'673 Studierenden und Doktorierenden, die sich im Herbstsemester 2018 für ein Studium an der Universität Basel eingeschrieben haben, ist die Gesamtzahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen.

• Der EuroAirport begrüsste am 4. Dezember seinen 8 Millionsten Passagier und erzielte damit die höchste Jahres-Frequenz seit Gründung im Jahr 1946.

Erik Rummer (48) ist seit 2002 bei den IWB, seit 2016 als Leiter Public Relations, übernimmt auf Jahresbeginn die Leitung des Bereichs Kommunikation & Marketing und folgt damit auf Lars Knuchel, der sich selbstständig macht.