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Das Sparpaket versetzte "Elba" den Todesstoss

Von PETER KNECHTLI

Bis Sonntagnachmittag um zwölf Uhr war ich fest davon überzeugt, dass die Entwicklungsplanung Leimental-Birseck-Allschwil vom Baselbieter Volk mit deutlicher Mehrheit angenommen werden wird. Die Überzeugung hing mit der traditionellen Autofreundlichkeit des Land-Kantons zusammen.

Ich erinnerte mich an den teils heftigen Widerstand gegen die damalige H18, die Umfahrung Sissach und die H2, der vielleicht nicht ganz umsonst war, aber in der Volksmeinung keine Chance hatte. Da konnte – wie im Fall der H2 – noch so häufig daran erinnert werden, dass der Laufmeter Strasse über 100'000 Franken kostet. Das Volk hatte genug vom Stau. Referendum gegen Strassenbau-Vorlagen, so schien es im Baselbiet während Jahrzehnten, schien zwecklos, da ohnehin aussichtslos.

Und nun legen Regierung und Parlamentsmehrheit ein langfristiges Planungskonzept vor, das in einem Zeithorizont von 30 Jahren aufgrund der prognostizierten steigenden Bevölkerungsentwicklung Investitionen in Strassenbau und öffentlichen Verkehr in Höhe von 1,8 Milliarden Franken vorsieht. Die SP, die statt für einen "Ausbau" der Infrastruktur für einen "Umbau" plädiert, ergreift wie eine Verzweiflungstat das Referendum. Man musste sich beim Blick auf den Resultate-Bildschirm erst ein paarmal die Augen reiben, bis ein Schlussergebnis sichtbar wurde, das einer eigentlichen Sensation gleichkommt: Das Volk sagt Nein zu einem Projektierungskredit von 11,2 Millionen Franken.


"Die Folgen der verheerenden Finanzpolitik
werden jetzt glasklar sichtbar."



W
arum plötzlich die überraschende Wende? Misstraute es den Bevölkerungsprognosen, lehnt es eine Bevölkerungsentwicklung gar als unerwünscht ab? Erachtet es die Investitionen für zu hoch und zu riskant? Sicher ist: Dieses Abstimmungsergebnis markiert eine historische Zäsur. Erstmals schaltet das Volk die Ampel auf rot. So nicht.

Nach meiner Wahrnehmung griff die Analyse der Stimmbürger, die zum Volksentscheid führte, nicht allzu tief. Die knochentrockenen Erläuterungen im grauen Abstimmungsbüchlein bot auch nicht die erforderlichen Grundlagen dafür.

Vielmehr stand diese Planungsvorlage komplett schräg in der Landschaft. Da weibeln die Behörden ein Ja des Volkes für eine Projektierung mit Milliarden-Folgen, während die Staatsbeamten um die Bleistift-Beschaffung zittern müssen. Da will die Regierung die Subventionierung des in der Bevölkerung tief verankerten Umwelt-Abos streichen (das letztlich die Strassen entlasten hilft). Da soll an Bildung und Kultur gespart werden. Das alles ist dem Volk nicht entgangen: Das Sparkonzept der Regierung versetzte "Elba" den Todesstoss.

Die Gründe für den Scherbenhaufen sind nicht in der Zukunft, sondern in der Vergangenheit zu suchen. Es war die verheerende Steuersenkungs-Politik des freisinnigen Regierungsrats Adrian Ballmer, der den Kanton in eine eigentliche Notlage trieb und die aktuelle Regierung zu einem Radikahlschlag zwang mit Folgen, die jetzt glasklar sichtbar werden. Dass die Kantonsfinanzen derart aus dem Ruder laufen, hätte nie geschehen dürfen.

Es war aber auch die bürgerliche Parlaments-Mehrheit, die in den letzten Jahren Strassenbau-Vorhaben in Milliardenhöhe bewilligte und dabei das finanzielle Gleichgewicht der Staatskasse mehr als einmal aus den Augen verlor. Jetzt hat die Basis des Kantons – Gemeinden und die knapp 23 Prozent Stimmberechtigten – die Notbremse gezogen, wohl nicht zuletzt auch aus Sorge darum, dass der Druck auf die Kommunen zunehmen könnte.

Das jähe Ende eines Planungs-Projekts mit dem so verheissungsvollen Namen "Elba", das die Regierung zugestandenerweise umsichtig vorbereitet hatte, ist vermutlich nicht der einzige Scherbenhaufen, den die staatliche Streich- und Kürzungspolitik noch hinterlassen wird.

Es wäre indessen verblendet zu glauben, mit dem Entscheid vom Wochenende sei die Phase des Strassenbaus im Baselbiet abgeschlossen. Der Bau des Zubringers Allschwil, der die Gemeinde und das Bachgraben-Quartier mit der Nordtangente verbinden soll, ist unbestritten. Was jedoch aus der Entwicklungsplanung in der südlichen Agglomeration Basels wird, muss nun die Politik entscheiden: Als Ansätze bieten sich die kostengünstigere "Umbau"-Variante der SP an oder eine überarbeitete Planung mit redimensionierten Wachstumszielen.

9. November 2015
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In einem Satz


Liestal hat den Bruttokredit in der Höhe von 4,96 Millionen Franken für den Bau der städtischen Velostation und den Bau der erhöhten Velospur in der Unterführung der Oristalstrasse mit 2'386 Ja-Stimmen gegen 732 Nein-Stimmen sehr deutlich angenommen.

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Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

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• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.