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Die beiden Basel wählten gegen den Trend

Von PETER KNECHTLI

Jetzt, da sich der erste Pulverdampf der National- und Ständeratswahlen verzogen hat, wird eines sofort deutlich: Die beiden Basel wählten antizyklisch, sie folgen nicht dem eidgenössischen Trend nach rechts. Zwar werden insbesondere die SVP- und FDP-Protagonisten an der Ergolz und am Rhein sofort einwenden, sie hätten teilweise massiv an Wählerstimmen zugelegt. Das stimmt: Im Baselbiet scheint die SVP gar die 30 Prozent-Marke geknackt zu haben. Ebenso trifft zu, dass die SP fast 20'000 Wählerstimmen verloren hat und eines ihrer beiden Mandate zeitweise in der Schwebe lag.

Nur: Das Hauptziel einer substanziellen bürgerlichen Machterweiterung in der Währung von Mandaten haben SVP und FDP klar verfehlt. In Basel-Stadt ergab sich gar ein Links-Trend, indem die "Basta"-Grossrätin Sibel Arslan den Sitz von CVP-Nationalrat Markus Lehmann wegschnappte und der ökoliberale LDP-Erziehungsdirektor Christoph Eymann den FDP-Nationalrat Daniel Stolz aus "Bern" verdrängte.

Eymann, der vor vier Jahren noch erfolglos für den Nationalrat kandidiert hatte, spielte den Liberalen mit seinem entschlossenen Eintreten für die Universität Basel eine kaum dagewesene Sympathiewelle und sich selbst ein seltenes Comeback dieser Art zu. Dem 63-jährigen Kleinbasler mit seinem unverkrampften, offenen Stil und seiner klaren Sprache sind im politischen Spätherbst seiner Karriere keinerlei Ermüdungs-Erscheinungen anzumerken.

Im Baselbiet scheiterte die SVP-FDP-Listenverbindung, indem weder der SVP noch den Freisinnigen ein Sitzgewinn gelang und auch die heimlich herbeigewünschte Abwahl der CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter misslang. Auffällig ist einzig das sehr gute Einzelergebnis des vor vier Jahren gewählten SVP-Nationalrats Thomas de Courten, das freilich ausgerechnet die überparteilich akzeptierte Grüne Maya Graf unerwartet noch toppte. Die neugewählte bodenständige Bubendörfer Malermeisterin Sandra Sollberger erweist sich als würdige Nachfolgerin von Christian Miesch.


"Die Wirtschaftskammer sollte ernsthaft
eine Repositionierung erwägen."



E
in schwarzer Tag war dieser Sonntag aber auch für die FDP und ihren klaren Promotions-Kandidaten Christoph Buser, der weder gegen den weit ins bürgerliche Lager grasenden SP-Ständerat Claude Janiak reüssierte noch seine Parteifreundin Daniela Schneeberger zu schlagen vermochte. Hätten Freisinnigen einen so leidenschaftlichen und teamorientierten Wahlkampf geführt wie die nach der Frühlings-Schlappe hochmotivierten Grünen, wäre der zweite Sitz zumindest in Griffnähe gelegen.

So hingegen fokussierte sich die FDP einseitig auf den einzigen Mann, der neben Daniela Schneeberger reale Chancen auf ein Ticket nach Bern gehabt hätte: Christoph Buser. Doch nun zeigte sich, dass der Direktor der Wirtschaftskammer Baselland aber auch im bürgerlichen Lager auf Vorbehalte stiess – nicht weil ihm persönlich die politische Potenz fehlte, sondern weil er für eine Verbands-Organisation steht, die sich im Kanton zu einer Supra-Macht entwickelt hat, vor der im Ernstfall die Regierung wie jede bürgerliche Nomenklatura zittert.

Konnte Busers Vorgänger Hans-Rudolf Gysin die von ihm aufgebaute Hausmacht seines KMU-Dachverbandes noch geschickt patronal mit seinem Nationalrats-Mandat verbinden, hat sein Nachfolger den Definitions-Anspruch der Wirtschftskammer eher noch verstärkt. Damit gewinnt der dossierfeste Ökonom im kräftemässig nicht zu unterschätzenden inneren Kreis der KMU-Wirtschaft an Schlagkraft, was er im Baselbieter Volk an Übereinstimmung verliert. Dies hat das "Buser-Plebiszit" klar gezeigt.

Die Zeit ist gekommen, da die Wirtschaftskammer eine Repositionierung ernsthaft erwägen muss mit dem Ziel, nicht nur ihre eigene Klientel grandios zu bedienen, sondern darüber hinaus auch die Wirkung ihrer Handlungsweise auf Gesellschaftsverträglichkeit hin zu überprüfen. Wenn Christoph Buser sensibel genug ist, das Grummeln unter der Oberfläche wahrzunehmen und nicht nur als "Wahlkampfgetöse" zu verstehen, könnten ihm die Türen nach Bern zu gegebener Zeit doch noch aufgehen.

18. Oktober 2015
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peterknechtli@onlinereports.ch

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"Berechtigte Forderung"

Der "heisse Baselbieter Wahlherbst" wird zur kalten Dusche für FDP-Führung, Wirtschaftskammer und insbesondere deren omnipräsenten New-Generation-Manager. "Repositionierung", eine berechtigte Forderung, aber für erfolgsverwöhnte Verbandsvertreter wohl ein etwas (zu) schwer zu buchstabieren.


Pius Helfenberger, Münchenstein


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Alles mit scharf

Schlagende Argumente
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"Insgesamt kamen 1'000 Mitarbeiter und 450 Milliarden Euro Umsatz in die Schweizer Gruppe."

Schweiz am Wochenende
vom 20. Mai 2017
über den Zukauf der
deutschen "Bilfinger Hochbau"
durch Implenia
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Das muss eine Firmen-Perle sein: 450 Millionen Euro Umsatz pro Mitarbeiter.

RückSpiegel


Telebasel online geht in ihrem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.

• Ab 1. Januar 2018 soll die "Sanitätsnotrufzentrale beider Basel" (SNZbB) für die Entgegennahme von Notrufen und die Disposition der Einsätze in der Region verantwortlich sein, wodurch die bisherigen Zentralen der Sanität Basel und des Kantonsspitals Baselland zusammengelegt werden.

• Die Basler Ethnologin Tabea Buri wird als Nachfolgerin von Dominik Wunderlin neue Leiterin der Abteilung Europa am Museum der Kulturen Basel (MKB).

Manuela Hobi ist die neue Präsidentin der Sektion CVP Grossbasel Ost, dies als Nachfolgerin von Andreas Peter.

Anna Wegelin, bisher Leiterin Marketing und Kommunikation bei Pro Senectute beider Basel, wird ab 1. Juni "Head of Communication" beim Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut.

• Statt mit einem budgetierten Defizit von knapp zwei Millionen Franken schliesst die Rechnung 2016 der Stadt Liestal mit einem Verust von 950'00 Franken ab.

Stephan Bachmann, Direktor des REHAB Basel, ist von der Mitgliederversammlung zum Präsidenten der "Basler Privatspitäler-Vereinigung" gewählt worden.

• Die "Basler Zeitung" erhöht ihren Jahresabonnements-Preis von 466 auf 485 Franken.

• Das Kunstmuseum Basel besetzt per 1. Mai drei Stellen neu: Daniel Kurjaković übernimmt den neu geschaffenen Posten des Kurators Programme, Anita Haldemann wird Leiterin des Kupferstichkabinetts, und Ariane Mensger wird Kuratorin am Kupferstichkabinett.

• Der 56-jährige Renzo Simoni, bis im Juni noch CEO der AlpTransit Gotthard AG, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat der Gruner AG gewählt.