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Einspruch, Markus Somm! Dank an die Bundesrätinnen

Von PETER KNECHTLI

Markus Somm, in einem atomindustriellen Milieu aufgewachsener Chefredaktor der "Basler Zeitung", hat mit einer Härte in die Tasten gehauen wie selten zuvor: Am Tag nachdem der Bundesrat mit dem geordneten Ausstieg aus der Kernenergie den Weg in eine atomfreie Energiezukunft geebnet hatte, titelte er "Die Blinden" und schrieb: "Diese Regierung verdient es, abgewählt zu werden." Natürlich meinte er nicht SVP-Bundesrat Ueli Maurer, sondern hauptsächlich die vier Frauen im Bundesrat. Diese vier Frauen hätten "mit fast esoterischer Selbstsicherheit" die Energiepolitik der kommenden Jahrzehnte vorgeprägt.

Ich sehe es genauso, wie Somm – nur in die gegenteilige Richtung. Zutreffend ist, dass der Bundesrat letzten Mittwoch einen historischen Entscheid gefällt hat: Aufhören mit einer von vielen schon immer angezweifelten Energietechnologie, die im Falle eines nuklearen Fallouts die Deportation der Bewohner ganzer Landesteile zur Folge hat. Wer dieses Risiko im Interesse einer hinreichenden Energieversorgung noch für vertretbar hält, an dessen Geisteszustand darf gezweifelt werden – von Verantwortungsfähigkeit schon gar nicht zu reden.

Nicht zufällig sind es neuerdings linke Politiker, die ihre Liebe zur "Heimat" beschwören. "Der Boden, auf dem wir leben, dieses Land und seine Menschen sind unsere Heimat. Und von dieser Heimat wollen wir nie vertrieben werden", war an der Anti-AKW-Grossdemonstration in Kleindöttingen zu hören.

So denkt vermutlich die deutliche Mehrheit des Schweizer Volks: Es will sich weder durch fremde Vögte noch durch unverantwortliche Technologien vertreiben lassen.

"Der Atomausstieg war der richtige Entscheid
zum richtigen Zeitpunkt."




Dass der längst fällige Richtungsentscheid nun Wirklichkeit wurde, ist in der Tat auf die feminine Majorität in der Landesregierung, ihre Sensibilität und Verantwortungsfähigkeit zurückzuführen. Vermutlich stimmten die vier Frauen für den Ausstieg und die drei Männer dagegen. Dieser Grundsatzbeschluss ist die bisher einschneidendste Spätfolge der Abwahl von SVP-Bundesrat Christoph Blocher. Wäre er nicht durch seine damalige Parteifreundin Eveline Widmer-Schlumpf ersetzt worden, wäre jetzt, gut zwei Monate nach "Fukushima", kein Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen worden.

Wenn Markus Somm im "Regionaljournal" "gschmuch" wird darüber, dass ausser ihm, der NZZ und – er weiss es im voraus – auch die nächste Ausgabe der "Weltwoche" kaum ein Medium den Ausstiegs-Entscheid kritisierte, dann zeigt das vor allem andern, dass der Bundesrat in der öffentlichen Meinung zum richtigen Zeitpunkt den richtigen und von der Volksmehrheit offensichtlich getragenen Entscheid gefällt hat.

Dazu gehört der Umstand, dass mit Doris Leuthard ausgerechnet jene Bundesrätin den Ausstieg verkünden und die politische Ernte einfahren kann, die aus dem Atom-Kanton Aargau stammt, mit der Atomindustrie eng verflochten ist und bis vor kurzem noch als stramme Nuklearbefürworterin galt. Dies mag etwas schmerzhaft sein für die linken und grünen Atomkraftgegner und ihre politischen Repräsentanten, die seit Jahrzehnten die Abkehr von der Hochrisiko-Technologie verfolgt haben. Doch es könnte politisch nicht optimaler sein, dass jetzt die CVP-Magistratin das Kapitel Atomenergie in der Schweiz besiegelt hat.

Es muss grosszügig darüber hinweg gesehen werden, dass die CVP-Spitze den Atom-Ausstieg nun als das Ergebnis der Mitte-Politik und des Antrags ihrer Bundesrätin verbuchen wird – auch wenn weitgehend andere politische Lager und besorgte Volksbewegungen während Jahrzehnten den Boden dafür vorbereitet haben.

Die vier Bundesrätinnen sind bemerkenswert: Jede vor ihnen hat, im Gegensatz zu ihren drei männlichen Kollegen, ihr individuelles, deutlich wahrnehmbares Profil, auch wenn es nur Lernfähigkeit ist. Sie waren es – bevorstehende Wahlen hin oder her –, die mit Verantwortung und Mut den Schalter in Richtung erneuerbare Schweiz gekippt haben. Dafür ist ihnen zu danken.

Stromlücken, Markus Somm, wird es in der erneuerbaren Schweiz nicht geben. Die gibt es in Tokio – wegen "Fukushima".

28. Mai 2011
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(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
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"Ich muss nicht mehr lange leiden"

Es gibt eine Grenze, die Somm auch mit seinem Kommentar zum Ausstieg des Bundesrates aus der Atomenergie wiederum überschritten hat.

 

Ich muss aber nicht mehr lange leiden, ab kommendem Sommer bricht für mich die BAZ-Lücke an, weil ich das Abo schlicht auslaufen lasse.

 

Wenn sich noch einige weitere Abonennten dazu entschliessen, könnten sich für Somm vielleicht doch noch Langzeitschäden abzeichnen.


Gerhard Trottmann, Mumpf



"Auf den Punkt"

Wie immer auf den Punkt gebracht!


Jan Krieger, Basel



"Diese Intoleranz ist ungewohnt"

Ob der Entscheid des Bundesrats richtig und verantwortungsbewusst war, werden wir in einigen Jahren sehen. Mutig war er jedenfalls nicht, denn er entspricht genau dem, was zweifellos die Mehrheit der Bevölkerung zur Zeit denkt. Solche Entscheide werden üblicherweise von Journalisten als "populistisch" beklagt. Offenbar gilt das dann nicht, wenn die Mehrheit der Journalisten die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung teilt, was ja eher selten vorkommt, bei der Frage des Atomausstiegs jedoch der Fall ist. Dass man solche Entscheide dann sogar als "mutig" qualifiziert, ist dann doch des Guten zuviel.

 

Ausser dem Bekenntnis zum Ausstieg aus der Atomkraft und dem Verteilen von Geld passiert kurzfristig nichts. Weh tun soll es erst später. Ob dieses Konzept, das an die aktuelle Finanzpolitik einiger Staaten erinnert, tragfähig ist, wird sich zeigen und bis dahin bedarf es sachlicher, intelligenter Auseinandersetzungen. Wenn eigenes Denken jedoch bereits im Keim erstickt wird, indem Andersdenkende als nicht verantwortungsfähig und von zweifelhaftem Geisteszustand beschimpft werden, erschrickt man. Vor allem, wenn solche Sätze ausgerechnet auf OnlineReports zu lesen sind, wo bisher Denkverbote keinen Platz fanden und wo derartige Intoleranz besonders ungewohnt wirkt. Andersdenkende als Geisteskranke zu bezeichnen und in unerbittlicher Konsequenz sogar in psychiatrische Kliniken zu sperren, das gehörte bekanntlich zu den untauglichen Methoden der späten Sowjetunion. In der aktuellen Energiepolitik (und auch anderswo) haben solche Ansätze nichts zu suchen. Sie führen zur Stromlücken.


Dieter Völlmin, Lausen



"Ich habe mich wahnsinnig aufgeregt"

Ich habe den Kommentar von Markus Somm auch gelesen und mir am Freitag leider auch seinen Auftritt als Wochengast im "Regionaljournal" angetan. Ich habe mich wahnsinnig über diese undifferenzierten Äusserungen aufgeregt – und über den, aus dessen Feder resp. Mund sie kommen. Es kann doch in einer Demokratie nicht sein, sagte er da im "Regi", dass alle ("von St. Margrethen bis Genf") gleicher Meinung sind. Nein, das kann nicht sein, da hat er Recht. Und es ist ja auch gar nicht so. Economie Suisse und andere Vertreter von Partikularinteressen werden die Absichtserklärung des Bundesrates schon zu vereiteln wissen. Bei Doris Leuthard beginnt der Wille dem Vernehmen nach auch schon zu bröckeln. Da braucht es die BaZ und ihren Chefredaktor (im Verbund mit NZZ und – wen wundert's – der "Weltwoche") als Retter der Meinungsvielfalt gar nicht.

 

Um dem tendenziösen und undifferenzierten Geschreibsel des BaZ-Noch-Chefredaktors nachträglich einen seriösen Touch zu verleihen, hat der emeritierte neoliberale Wirtschaftsprofessor Silvio Borner dann in der Samstags-Ausgabe gleich nochmals in die gleiche Kerbe gehauen. Er hat seine Worte auch nicht eben zimperlich, aber immerhin mit mehr Anstand gewählt. Und an einzelnen Punkten ist vielleicht sogar etwas Wahres dran. Damit hat er Somms Kommentar vom Vortag "geadelt" und ihm seine (pseudo-)wissenschaftliche Legitimation erteilt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.


Gaby Burgermeister, Basel



"Das Richtige für unsere Kinder"

AKW-Betreiber, Wirtschaftsverbände, die SVP und Teile der FDP versuchen uns in den letzten Jahren immer wieder, ihr Credo der Angst vor einer Stromlücke und vor den wirtschaftlichen Folgen wie Arbeitslosigkeit und höheren Stromkosten einzuimpfen. Ihr einziger Ausweg ist der Bau neuer Kernkraftwerke.

 

Wir können heute zwischen verschiedenen Risiken wählen. Auf der einen Seite können wir auf die Kernkraft setzen, mit der wir für etwa weitere hundert Jahre Strom produzieren können. Diese Wahl beinhaltet allerdings das "kleine" Risiko einer atomaren Katastrophe wie in Fukushima, in Tschernobyl und in Harrisburg mit mehr oder weniger Toten, Verlust von wertvollen Siedlungs- und Produktionsflächen für Nahrungsmittel und Spätfolgen wie missgebildete Kinder (siehe Tschernobyl). Als zweites "vernachlässigbares" Risiko bleibt eine immer grösser werdende Menge an radioaktivem Abfall, die bis zu 100‘000 Jahre eine Bedrohung für alles Leben darstellt.

 

Auf der anderen Seite steht das Risiko einer Stromlücke, welche unsere Lebensweise "vorübergehend" einschränken könnte, vor allem dann, wenn wir keine Alternativen entwickeln.

Wir wählen also zwischen der Angst vor einer möglichen Katastrophe oder der Hoffnung auf neue Möglichkeiten umweltfreundlicher Stromproduktion. Diese neuen Möglichkeiten wie Windenergie, Photovoltaik und andere, heute noch unbekannte Formen, führen aber "leider" dazu, dass wir nicht mehr auf ein riesiges Übertragungsnetz angewiesen sind, welches Swissgrid nun für viel Geld "von uns" ausbauen will. Und auch die mächtigen Produzenten würden einiges an Macht und Gewinn einbüssen, wenn viele ihren Strom selber produzieren.

 

Wir müssen aus diesen Risiken eine Wahl treffen, und wenn ich dabei an meine Kinder und zukünftigen Grosskinder denke, entscheide ich mich vernünftigerweise für das Risiko der Stromlücke, welches wahrscheinlich nie eintreffen wird, weil es genügend fähige Menschen in der Schweiz und auf der Welt gibt, welche in den nächsten Jahren mit der Unterstützung aus staatlichen Quellen die Energieversorgung mit umweltfreundlichen Techniken sicherstellen werden.

 

Die Natur zeigt uns mit ihren vielfältigen Methoden der Energiegewinnung schon lange, dass es Energie in Hülle und Fülle gibt. Es liegt an uns, daraus zu lernen, und so das Richtige für unsere Kinder zu wählen.


Benno Hartmann, Malters



"Landesmütter am Anfang der intelligenten Energiegewinnung"

Der Mensch, gerade auch der schreibende, zeichnet sich durch seine Sprache aus. Wie ist sie entstanden? Die Wissenschaftler arbeiten mit Hypothesen. Eine besagt, unsere Sprache sei im Zusammenhang mit dem Verlust unseres Fells entstanden sowie unserem aufrechten Gang: Der Säugling kann sich nicht mehr am Fell seiner Mutter festklammern und diese braucht ihre Hände zum Arbeiten. Sie muss ihr Kind also hinlegen. Eine traumatische Erfahrung für die kleinen Frühmenschen.

 

Wie reagiert die Mutter? Sie überbrückt die Distanz mit beruhigendem Singsang und ersten Worten. Die Sprache entsteht. Die Mutter steht am Anfang der intelligenten Entwicklung des Menschen. Und die Landesmütter wohl gerade am Anfang der intelligenten Entwicklung unserer zukunfstorientierten Energiegewinnung. Das ist keine Esotherik. Höchstens Instinkt.


Markus Heiniger, Biel-Benken



"Lieber durch Schaden klüger werden"

Sehr geehrter Herr Thomas Lüthi, können Sie mir sagen, welche Bundesrätin "vorbehaltlos und subito alle Kernkraftwerke in der Schweiz abstellen" will, wie sie schreiben? Habe ich und mit mir Abertausende von Bürger etwas verpasst? Ich meine auch die Zahl 2034 gelesen zu haben, haben eventuell Sie da was verpasst? Und weiter schreiben sie: "Vor ein paar Wochen wollte der Bundesrat noch neue Kernkraftwerke bauen lassen. Nach 'Fukushima' nun nicht mehr." Nun, mir sind Leute lieber, die durch Schaden anderer klüger werden, als solche, die Schaden von anderen in Kauf nehmen wollen und erst nachher (eventuell) gescheiter sind.


Bruno Heuberger, Oberwil



"Undemokratisch und unfair"

Peter Knechtli zweifelt an meinem Geisteszustand. Denn ich gehöre zu jenen, die nicht vorbehaltlos und subito alle Kernkraftwerke in der Schweiz abstellen wollen. Die Kernenergie bleibt für mich eine Option für die Zukunft. Es gibt für mich viele Fragen, die zu klären sind: Kann sich "Fukushima" in der Schweiz wiederholen, wie hoch sind die Risiken der Schweizer Kernkraftwerke, wie weit ist die Reaktorforschung, wann werden die Reaktoren der nächsten Generation gebaut, die sicherer sind und so weiter.

 

Dann müssen wir uns klar werden: Wieviel für die Energie zu bezahlen sind wir bereit, ohne Kernenergie; wieviel Komfort- und Wohlstandsverzicht wollen wir hinnehmen, wenn die Energielücken ohne Kernenergie nicht gedeckt wird – viele Fragen sind offen. Das Volk sollte erst entscheiden, wenn diese Fragen beantwortet sind. Diese Diskussion nicht zu führen, wäre verantwortungslos.

 

Und vergessen wir nicht: Vor ein paar Wochen wollte der Bundesrat noch neue Kernkraftwerke bauen lassen. Nach "Fukushima" nun nicht mehr. Ich plädiere für eine sachliche Diskussion. Es ist undemokratisch und unfair, einfach nur Hasstiraden gegen jene zu werfen, die über die Kernkraft als Zukunftsoption diskutieren möchten.


Thomas Lüthi, Sissach



"Selbstverliebte Verve"

Dieser Somm der BaZ schärft immerhin die politische Meinungsbildungskultur Basels. Vielleicht entstünden ähnliche Effekte, wenn der apostolisch nuntiale Pressesprecher des Vatikans zum Chefredaktor von Al-Jazzera wechseln würde. Wer weiss. Wer aber, wie Somm, mit selbstverliebter Verve, unreflektierter Häme und propagandistischer Schreibe für die menschenverachtendste Technologie mit tödlicher Gefahr für Kontinente und Folgen für Hunderttausend Generationen (überwachte Endlagerung) plädiert, riskiert, dass er bald einmal auf den Mond geschossen wird.


Franco Fregnan, Liestal



"Wir werden mit Lücken leben müssen"

Grossen Beifall auch aus der Westschweiz für Peter Knechtli, der diesen ausgewogenen und sachlichen Kommentar formuliert hat! Ich bin sehr stolz auf unsere Bundesrätinnen und finde sie extrem cool. Auch die Vorstellung von Doris Leuthard in der "Arena" war überzeugend.

 

Allerdings hätte ich auch Didier Burkhalter und sogar Schneider Ammann zugetraut, dass sie bei diesem Entscheid "Mut zur Lücke" bewiesen haben.

 

Wir werden mit Lücken leben müssen und täten gut daran, den Gürtel jetzt ohne Zwang enger zu schnallen. Bei ihrer Aussage "wir wollen nicht auf unseren Komfort verzichten" konnte ich Doris Leuthard nicht ganz folgen. Aber vielleicht wird sie diese Aussage nach den Wahlen nochmals überdenken.


Hans Jürg Matter, Vevey



"Nicht irgend ein verträumtes kleines Grüppchen"

Herr Markus Somm hat auch nicht realisiert, dass 20'000 friedlich demonstrierende Menschen in Döttingen nicht irgend ein verträumtes kleines Grüppchen sind, das sich gegen die Weiterverwendung der Atomkraft in der Schweiz gewandt hat, sondern dass diese Massen das vorgängig verlangt haben, was diese vier aus seiner Sicht "esoterischen Frauen" nun zum vedankenswerten Ziel bestimmt haben.


Markus Christen, Basel



"Undemokratisch und sehr despektierlich"

Mit dem Kommentar von Peter Knechtli bin ich voll einverstanden. Ich möchte jedoch zu Markus Somm noch etwas ergänzen. In der Schweiz haben wir Gottlob die volle Meinungsfreiheit. Entweder ist man für etwas oder dagegen. Dabei sollte man eine gegenteilige Meinung mit Anstand respektieren. Die Worte von Herrn Somm über unsere vier Bundesrätinnen mit dem Titel "Die Blinden" und "Diese Regierung verdient es, abgewählt zu werden" ist undemokratisch und sehr despektierlich! Von einem Chefredaktor erwarte ich ein höheres Niveau! Herr Somm macht eine schlechte Werbung für neue Abonnenten der BaZ.


Heinz Jäggi, FDP-Ortspräsident, Buus



"Echte Nächstenliebe"

Herr Somm, der 26. Mai, an dem der Bundesrat den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen hat, ist durchaus auch ein Freudentag für Sie!

 

Wenn Sie und Ihre Mitstreiter die Atomkraftwerke als unverzichtbar sehen, weil sie so kostengünstigen Strom liefern, so müssten Sie dem Bundesrat, respektove den vier hysterisch-esoterischen Weibern dankbar sein für ihren Entscheid. Jetzt erhalten nämlich Ihre und alle andern Nachkommen die Chance, auch noch davon profitieren zu können.

 

Das geht so: Jetzt werden die AKWs für ein paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte abgestellt und können irgendwann wieder in Betrieb genommen werden. Dann, wenn es längst kein neues Uran mehr gibt, der Energiepreis unglaublich teuer geworden ist, dann werden sie – Dank unserer heutigen Sozialkompetenz und dem noch gelagerten Uran in den alten, aber noch perfekten AKWs – einen überraschenden wirtschaftlichen Aufschwung inszenieren können. So quasi per Knopfdruck. Ihre und unsere geliebten Nachkommen werden uns dankbar sein.

 

Der Zeitpunkt dafür wird eintreffen, wenn das Abfallkässeli am Bötzberg neu gespiesen werden muss, wenn unser gespartes Geld dafür aufgebraucht sein wird. Dank diesem finanziellen Aufschwung, werden sie der geerbten Pflicht, unseren Abfall zu hüten, etwas leichter nachkommen können. Das ist echte Nächstenliebe, oder?


Viktor Krummenacher, Bottmingen



"Es war äusserst dringlich"

Tausend Dank, sehr verehrter Peter Knechtli! Es war äusserst dringlich dem Übelkeit erregenden Erguss von Herrn Somm zu kontern!


Melanie Vogel, Basel



"Das Aufheulen darf nichts mehr ändern"

Der Einspruch von Peter Knechtli spricht mir aus dem Herzen. Im Gegensatz zu den Ewiggestrigen Markus Somm, Gerold Bührer und Silvio Borner entspricht der Kommentar von OnlineReports der satten Mehrheit der Bevölkerung in der Nordwestschweiz. Der Bundesrat hat am letzten Mittwoch nach Lucens (VD), Harrisburg, Tschnernobyl und Fukushima die Kurve dank der Frauenmehrheit gekriegt. Es ist nun zu hoffen, dass die Parteien, die jeweils die Eigenverantwortung hervorstreichen, sich endlich auf die Zukunft unserer Kinder, Enkel und weiterer Generationen besinnen. Die ExponentInnen der SVP, der FDP und einzelne CVP-Rechtsaussen mögen nun über den Schatten springen und mit den fortschrittlichen Kräften unseres Landes dafür sorgen, dass uns das Restrisiko von Mühleberg, Beznau I und II, Gösgen und Leibstadt nicht doch noch den Rest gibt. Das Aufheulen der Ewiggestrigen darf am "richtigen Entscheid zum richtigen Zeitpunkt" nichts mehr ändern.


Werner Strüby-Schaller, pens. Gymnasiallehrer, Aesch



"Nur noch drei Chefredakteure"

Es gibt weltweit wohl nur noch drei Chefredakteure bedeutender Tageszeitungen, die die "friedliche" Nutzung der Atomkraft kritiklos und glaubensstark unterstützen: Die Leiter der KP-Organe in Nordkorea ("Rodong Sinmun") und China ("Renmin Ribao"), sowie Markus Somm von der "Basler Zeitung".

 

Welche Abonnenten und Abonnentinnen in der Nordwestschweiz (und darüber hinaus) mit derart undifferenzierten Propagandakommentaren eigentlich geworben werden sollen, bleibt das Geheimnis des Verlegers der BaZ und seiner publizistischen Giftspritze.


Roland Stark, Basel



"Das ist nicht die Stimme der Nordwestschweiz"

Wäre die "Basler Zeitung" die "Stimme der Nordwestschweiz", müsste man sich ernsthaft fragen, was ist in diese Region gefahren, dass sie solche Kommentare absondert. Dabei ist der dort befindliche Kanton Basel-Stadt doch von seiner Verfassung her verpflichtet, sich dafür einzusetzen, eine Energieversorgung ohne Atomstrom anzustreben. Nun nimmt die Landesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie ins Visier und schon wird diese Vorhaben als Akt der Kurzsichtigkeit, gar der Blindheit, bezeichnet.

 

Aber Halt: Diese Betrachtungsweise ist ja gar nicht der Tenor der Nordwestschweiz, der Baslerinnen und Basler, nein, es ist die geistige Irrfahrt eines Journalisten, der sich in dieser Zeitung zum Chefideologen einsetzen liess. Der hier gegen die "vier Frauen" im Bundesrat losziehen darf, der sich nicht entblödet, irgendwelche Zukunftsszenarien bezüglich Altersheim-Aufenthalt der Bundesräte von sich zugeben, die nur noch grotesk wirken. Nein, diese journalistische Absonderung ist nur schwer zu ertragen. Das ist der vorläufige Höhepunkt des unseriösen Instant-Journalismus des Herrn Somm.


Steffi Lüthi, SP-Grossrat, Basel



"Heute Fukushima, morgen vielleicht Leibstadt oder Mühleberg"

Wer ist hier blind? Jeder, der die Augen davor verschliesst, dass auch in der Schweiz ein Gau möglich ist! Heute ist es Fukushima, morgen vielleicht Leibstadt oder Mühleberg. Und dann, Herr Somm und Konsorten, bekommt ein Vers der schweizerischen Nationalhymne eine ganz neue Bedeutung: "Trittst im Morgenrock daher, verbrennst du dich im Strahlenmeer ..."


Esther Murbach, Basel



"Ohne bewohnbare Schweiz keine Wirtschaft"

Gratulation und vielen Dank für die klare Stellungnahme. Nach Fukushima und dem Bundesratsentscheid letzte Woche dämmert es endlich einer Mehrheit in Politik und Wirtschaft, dass das Restrisiko – eine unbewohnbare Schweiz – zu gross ist, um einfach den strammen absoluten Freiheitsverfechter zu überlassen.

 

Der immer mehr ziemlich abseits stehende Markus Somm und mit ihm auch "Weltwoche" und vor allem auch Economiesuisse mit Gerold Bührer bäumen sich zwar noch wortgewaltig auf, da sie langsam merken, dass sie die Unterstützung von der Mehrheit der Schweizer Bevölkerung und der Wirtschaft verlieren und immer mehr ein kleiner werdendes Grüppchen bilden, das den Zug verpasst. Da nützen auch alle wirtschafltichen Argumente nichts mehr. Denn ohne bewohnbare Schweiz benötigen wir auch keine Wirtschaft mehr.


Andreas Appenzeller, Hölstein



"Aus Vernunft und gesundem Menschenverstand"

Sie sprechen mir aus dem Herzen. Als ich den Artikel von Herrn Somm gelesen hatte, wollte ich sofort einen Leserbrief an die BaZ schreiben. Zum Glück habe ich es sein lassen. Er hätte nur so gesprüht von Gift und Galle. Was wir aber daraus lernen können und müssen, ist die Erkenntnis, wie es herauskommt, wenn eine lokale Zeitung einen "auswärtigen" Chefredaktor einfliegen lässt, nur um mehr nationale Aufmerksamkeit zu erreichen.

 

Der Artikel von Herrn Somm wird nun als wichtige Meinung aus der Nordwestschweiz wahrgenommen. Das stimmt aber beileibe überhaupt nicht. Es zeigt nur überdeutlich, dass Herr Somm die Region, in der er derzeit arbeitet, gerade überhaupt nicht kennt und deren Stimmung in keinster Weise spürt. Er wäre gescheiter Chefredaktor der Aargauer oder der Mittellandzeitung geworden. Die Nordwestschweiz ist und war nie aus politischen Gründen gegen AKWs, sondern aufgrund von Vernunft und gesundem Menschenverstand. Beides scheint Herrn Somm – zumindest in dieser Frage – leider abhanden gekommen zu sein.


André Weissen, Grossrat CVP, Riehen



"Aus Fördergeldern werden Steuereinnahmen"

Genau richtig – dem ist nichts hinzuzufügen. Ausser vielleicht, dass die Stromlücke keinesfalls entstehen wird. Und auch, wenn der Bund hohe Fördergelder sprechen sollte, kommen diese in Form von mehr Steuereinnahmen wieder zurück, denn erneuerbare Energien schaffen Arbeitsplätze, und zwar mehr als in der Atomwirtschaft. Das kann man gut in Deutschland sehen. Es ist also auf jeden Fall empfehlenswert, die erneuerbaren Energien stärker zu fördern, und eine einheimische Industrie, vor allem für Sonnenenergie, aufzubauen.


Markus Schöpfer, Allschwil



"Eine sehr wirksame Strategie"

Danke Herr Knechtli, für Ihren Konter in Richtung Markus Somm mit Ihrer Gegendarstellung. Es gilt zu realisieren, dass die Rechte – und mit ihr auch die Atombefürworter – einer sehr wirksamen Strategie folgen, den sogenannten "steten Tropfen", welcher den Stein höhlt. Und genau diese Strategie benötigt Gegenwind, möglichst dauerhaft und mit dieser klaren Sprache.


Bruno Rossi, Gelterkinden


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"Totalausfall der Infomatik"

OnlineReports.ch
vom 27. September 2019
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Der Redaktor fand die Taste nicht mehr.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).