Kommentare

<< [ 1 | (...) | 141 | 142 | 143 | 144 | 145 | 146 | 147 | 148 | 149 | 150 | (...) | 211 ] >>

Blogger füs Grobe, raus aus den Verstecken!

Von PETER KNECHTLI

Die OnlineReports-Recherche über anonyme Blogs als zunehmendes Kampf- und Denunzierungs-Tool im Internet hat über die Landesgrenzen hinaus - auch auf zahlreichen Web-Plattformen Reaktionen hervorgerufen. Leser und Leserinnen äusserten Betroffenheit ("ich wusste gar nicht, dass es das gibt") und Bestürzung darüber, dass Blogger, die sich teils als professionelle Journalisten verstehen und über einen gewerkschaftlichen Hintergrund verfügen, einem Hobby als versteckte Verfolger nachgehen.

Dass anderseits einige Maulhelden auf ihren Plattformen zu Jaulhelden mutierten, war zu erwarten. Denn längst ist ein Teil der Blogger-Szene weit weg von dem, was er ursprünglich als "virtuelles Tagebuch" und als neue Form in die Internet-Kommunikation darstellen wollte: Entwickelt hat sich ein zunehmend rabiate Angriffs-Szene, die sich darin gefällt, im Schutz der Anonymität die Grund-Regeln des menschlichen Anstands zu verletzen, und glaubt, ihr fieses Versteckspiel als Graswurzel-Kult und "Freiheit des Internet" hochjubeln zu müssen.

Als beste Realsatire muss die kürzlich im Brustton der Überzeugung geäusserte Meinung eines Gesichts- und Namenlosen bezeichnet werden, in einer direkten Demokratie brauche es "Menschen mit Zivilcourage". Es fehlt nur noch, dass sich Blog-Hooligans bei ihrem Pöbeln auf das Recht auf Meinungsäusserungs-Freiheit berufen. Wer in der Schweiz - anders als in Diktaturen, wo Internet-Gemeinschaften die staatliche Zensur überlisten können - anonym publiziert, verwirkt das Recht, sich auf Demokratie und Zivilcourage zu berufen.

Ein Streifzug durch Blog-Angebote zeigt allerdings, dass zahlreiche Anbieter, die ihre Selbstverantwortung wahrnehmen, über ein Impressum und über klare Publikationsregeln verfügen. Ein gutes Beispiel ist jenes von Tom "Bloggingtom" Brühwiler, der nicht nur einen klaren Absender, sondern auch eine Urheberrechtsbestimmung aufführt.

In der Blogger-Szene ist sogar eine Strömung auszumachen, die sich ernsthaft mit der Rolle, Wirkung und ethischen Basis ihrer veröffentlichten Kommentare auseinandersetzt. Es ist ein erfreuliches Zeichen, dass jetzt ausgerechnet aus der Blogger-Szene die Forderung nach Einführung einer Impressums-Pflicht ertönt. Diese Forderung ist zu unterstützen, weil sie nötig ist, um eine fällige Korrektur herbeizuführen: Die Verantwortung muss auch in Blogs offen deklariert werden. Nur so kann verhindert werden, dass Feiglinge aus dem Hinterhalt Kampagnen gegen Personen, Firmen oder Institutionen führen und die Freiheit des Internets zu persönlichen Zwecken oder Racheakten missbrauchen.

Es ist ausserdem nicht einzusehen, weshalb eine Impressumspflicht, wie sie für die traditionellen Medien wie Zeitungen oder Radio und Fernsehen gilt, nicht auch für Blogs gelten soll. Blogger reden sich zwar damit heraus, sie publizierten bloss in Form eines "asynchronen Bartheken-Gesprächs unter Gleichgesinnten". Diese etwas gar blauäugige Definition vertuscht das Wesentliche: Blogger plaudern nicht privat, sondern in aller Öffentlichkeit. Sie suchen im Internet ganz bewusst Öffentlichkeit und Wirkung. Darum ist an Blogger derselbe Anspruch auf Anstand zu stellen wie an Journalisten in Informations-Medien.
 
Pseudonyme Blogger mögen ihren diabolischen Spass daran haben, Leser und Strafverfolger an der Nase herumzuführen. Sie dürfen sich aber nicht zu wundern, wenn der Ruf der Justiz nach verstärkten Kontroll- und Identifikations-Möglichkeiten eines Tages auch in der Politik mehrheitsfähig werden sollte. Und es ist wohl zutreffend, was der Basler Staatsanwalt Beat Voser sagt: Wenn der "Leidensdruck" der Beschimpften, Bedrohten, Genötigten und an den Pranger gestellten stark genug sein wird, dann wird die Freiheit im Internet zu Ende sein - und mit ihr die fehlinterpretierte Freiheit der Kapuzen-Blogger.

Dass sich auch in traditionellen Schweizer Verlaghäusern die äusserst zweifelhafte Mode eingeschlichen hat, anonyme Leserbriefe zu publizieren oder die Absender nicht mehr zu indentifizieren, ist keine Rechtfertigung für krasse Entgleisungen, die sich Blogs in immer aggressiverer Form zu eigen machen. Zu bemängeln ist vielmehr, dass auch im herkömmlichen Journalismus Ethik-Debatten und selbstkritische Reflexionen im Umgang mit neuen Medien höchstens noch in kleinen Zirkeln, aber keineswegs mehr auf breiter Basis stattfinden. Der Konkurrenz- und Renditedruck - Motto: Mitreiten auf Trends - lässt die Auseinandersetzung um gesellschaftliche Werte zusehends erodieren.

Dies dürfte auch ein Grund dafür sein, weshalb sich im Web die Gattung der groben Anonymen so lange so ungehindert entwickeln konnte.

Report: Immer mehr Gift-Spritzen aus dem virtuellen Hinterhalt

28. November 2008
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Totalausfall der Infomatik"

OnlineReports.ch
vom 27. September 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Der Redaktor fand die Taste nicht mehr.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Krichgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).