Kommentare

<< [ 1 | (...) | 51 | 52 | 53 | 54 | 55 | 56 | 57 | 58 | 59 | 60 | (...) | 159 ] >>

Zerrissene Familie: Fakten jetzt auf den Tisch!

Von PETER KNECHTLI

Diese Geschichte ist dramatisch an allen Ecken und Enden. Die Eritreerin Zufan flüchtet aus dem Diktatoren-Staat über das Mittelmeer, strandet schwanger in Lampedusa, kommt mit drei Kindern in die Schweiz, ins Laufental. Die Existenz des Vaters verschweigt sie. Es wird ihr kein Asyl gewährt. Sie erhängt sich in der Psychiatrischen Klinik in Liestal. Inzwischen ist auch aus Italien auch der Vater der Kinder, Michael Ghebremeskel, in die Schweiz eingereist. Nach dem Tod der Mutter werden die Kinder voneinander getrennt untergebracht – nicht beim Vater.

Inzwischen ist der Vater als Flüchtling anerkannt, auch die drei Söhne erhielten ein Asylrecht. Doch bis auf den heutigen Tag leben sie getrennt vom Vater, der in Reigoldswil lebt, in zwei verschiedenen Familien-Heimplätzen in Sissach und Rheinfelden.

Dramatisch ist der Fall aber nicht nur aus der individuellen Optik des Flüchtlings Michael Ghebremeskel und seiner mutterlosen Söhne. Dramatisch ist der Fall auch, weil er längst über die Medien als Druckmittel geführt wird – gemanagt vom Seltisberger Unternehmer Ernst Madörin, der dem Eritreer im Reigoldswiler Exil kraftvoll und auch mit Geldeinsatz zur Seite – oder besser: vor ihm – steht.

Es ist offensichtlich, dass Madörin einigen Medien gezielt Informationen zutrug und ihnen zu einer heissen Story verhalf. In seinem Flugblatt, das er vor einigen Tagen in Sissach und Lausen verbreiten liess, griff er bei der Schuldzuweisung gar zum verbalen Zweihänder. Ihm hat's den Nuggi rausgehauen, weil er mit seinen Bemühungen der Kinder-Zusammenführung bisher nicht zum Ziel gelangt ist.

"Die Behörden wäre fraglos legitmiert,
den Fall öffentlich zu klären."




So sehr Madörins humanitärer Einsatz verdienstvoll sein mag, so schwierig ist es dem unbefangenen Beobachter, sich ein zuverlässiges Bild machen. Am fragwürdigsten ist, dass bisher sämtliche Informationen nur aus dem Blick einer Partei den Weg an die Öffentlichkeit fanden. Die Behörden schwiegen wie immer, wenn es um vormundschaftliche Fragen geht – aus guten Gründen. So stehen heute massive Vorwürfe an Justizdirektor Isaac Reber, an die Sissacher Heim-Familie und an die Laufentaler Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) im Raum.

Den Medien ist daraus kein Vorwurf zu machen. Aber aus der einseitigen Information können Leserinnen und Leser letztlich nicht klug werden.

Zentrale Fragen sind unbeantwortet: Ist Michael Ghebremeskel der deutschen Sprache genügend mächtig? Wäre er in der Lage, seine drei Buben allein zu betreuen? Hat sich Regierungsrat Reber nicht um den Fall gekümmert? Steht es um die Betreueung von zwei seiner Söhne in der Sissacher Pflegefamilie so schlecht, wie es der Flyer behauptet? Ist der zuständige Leiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde so wankelmütig und bürokratenstur wie behauptet? Liegen nicht wichtige, bisher nicht bekannte Fakten vor, die den heutigen Zustand rechtfertigen könnten? Waren Vater und Mutter tatsächlich verheiratet? Liegt formell eine Vaterschafts-Erklärung vor? Lief das Verfahren rechtsstaatlich korrekt? Was haben die Behörden an Abklärungen unternommen? Wir wissen es nicht.

Der Fall hat durch seine einseitige Öffentlichkeit eine Dimension angenommen, dass die Behörden früher oder später wohl nicht darum herum kommen, ausnahmsweise Transparenz zu schaffen: Zu erklären, weshalb ein eritreischer Vater von seinen nur wenige Kilometer von ihm entfernt lebenden eritreischen Buben getrennt bleiben muss – oder unter welchen Umständen eine Zusammenführung in Frage kommen könnte.

Die Behörden, und insbesondere Sicherheitsdirektor Isaac Reber, wären jetzt – nachdem die Gegenseite von sich aus die Öffentlichkeit gesucht hat – fraglos genügend legitimiert, den Fall öffentlich zu klären.

Bericht über die Vorgeschichte

23. Juli 2014
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Rundumschlag könnte grossen Schaden anrichten"

Bei allen Fragen rund um das Kindesschutzrecht muss immer das Wohl der Kinder im Zentrum stehen. Leider muss befürchtet werden, dass der Rundumschlag mit der Flugblatt-Aktion letztlich gerade da grossen Schaden anrichtet. Wirklich betroffen machen in diesem Zusammenhang aber auch die Angriffe des Flugblattverfassers auf die Pflegefamilie und deren minderjähriger Kinder, unter Inkaufnahme massiver Persönlichkeitsrechts-Verletzungen. Kein Zweck heiligt solche Mittel. Und dass auch diese Medaill zwei Seiten hat, zeigt im Übrigen ein Leserbrief in der heutigen "Basellandschaftlichen Zeitung".

 

Was die im Kommentar aufgeworfenen zentralen Fragen angeht, so ist gerade für diese derzeit einzig und alleine das Kantonsgericht zuständig. Die Sicherheitsdirektion als Aufsichtsbehörde der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden darf Entscheide derselben ausdrücklich weder ändern noch aufheben (Einführungsgesetz ZGB, §65 Ziffer 3). Dieser Sachverhalt wurde Herrn Madörin – anders als behauptet – in meinem Auftrag durch den Generalsekretär der Sicherheitsdirektion bereits zweimal in ausführlichen persönlichen Gesprächen erläutert, nebst umfangreichem Telefon- und Schriftverkehr. Leider scheint der Flugblattverfasser fehlende Zuständigkeit mit Nichtstun zu verwechseln, und dies wider besseres Wissen.

 

Für die Beurteilung, ob die Kesb im vorliegenden Fall richtig gehandelt hat oder nicht, ist zunächst also ausschliesslich das Kantonsgericht zuständig. Die geforderten Fakten kann also nur das Kantonsgericht auf den Tisch legen. Im Mittelpunkt muss aber stets stehen, dass für die Kinder die bestmöglichste Lösung gefunden werden kann. Das ist in diesem Fall schon schwierig genug, und diese öffentliche Diskussion schadet mit Sicherheit mehr als sie nützt.


Isaac Reber, Sicherheitsdirektor Baselland, Liestal



"Das geschieht nicht einmal in den Todeszellen der USA"

Der "Fall Michael Ghebremeskel" hat grundsätzllich zwei wichtige Aspekte: einen menschlich-moralischen und den verwaltungstechnischen.

 

1. Es kann doch nicht angehen, dass man ewiesenermassen zusammengehörige Kinder, die aus einem anderen Kulturkreis stammen, von einander und von ihrem Vater, der wahrscheinllch die gleiche Sprache spricht, trennt und getrennt unterbringt.

 

Es kann auch nicht sein, dass man einem Vater das Besuchsrecht entzieht (juristisch: sistiert) und die Betroffenen (Kinder und Vater) behördlich einander entfremdet. Das geschieht nicht einmal in den USA, wo Kinder auch ihre Väter in der Todeszelle besuchen können. Das Recht auf Kontakte anerkennt sogar die EMR-Konvention, welche die Schweiz unterschrieben hat.

 

2. Die Entscheide die Entscheide der Kesb werden in der Regel (und es wird hier nicht anders sein) von Sozialarbeiterinnen vorbereitet und durchgesetzt. Die so genannt professionellen Entscheidungsträger/innen, Juristen, Psychologen, Pädagogen usw, nicken die Anträge gedankenlos ab. Sie verlassen sich in der Regel darauf, dass gegen die Entscheide Beschwerden erhoben werden, die dann von den Kantonsgerichten korrigert werden müssen.

 

Man stelle sich nun vor, wie lange es dauert, bis das Kantonsgericht die realiätsfremden Entscheide im "Fall Michael Ghebremeskel" korrigiert werden.

 

Isaac Reber verhält sich wie seine Kollegen in andern Kantonen. Er versucht die Sache auszusitzen, denn sie ist weder angenehm noch "sein alleiniges Bier".

Angenommen, einer dieser eritreischen Buben wäre Legastheniker. Dann wäre für die Hilfe oder Behandlung die letztlich Direktion für Bildung und Sport zuständig. Darum würde sich unser Herr Wüthrich wohl reissen. Und wenn einer der andern Buben noch eine Zahnspange bräuchte, oder eine Brille, würde das in die Direktion des Herrn Weber fallen. So etwas würde halt Bewegung in unsere Regierung bringen.


Albert Wirth, Liestal



"Wir warten auf klare Fakten"

Danke Peter Knechtli! Dieser Kommentar war dringend. Er ist gut. Bravo! Der damit verbundene Druck auf die Behörden, die Forderung nach Transparenz und Offenheit sind nun wirklich sofort angesagt. Ich/wir warten auf klare Fakten. In allernächster Zeit.


Susanne Haller, Basel


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Weinstein setzte Spione auf Opfer ab"

BZ Basel
vom 8. November 2017
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

... nachdem er sie zu Miniaturen erniedrigt hatte.

RückSpiegel


Der Tages-Anzeiger und 20 Minuten nahmen in ihren Berichten über den gefährlichen Zwischenfall mit einem Intercity-Zuges der SBB in Stein-Säckingen auf OnlineReports Bezug.

In ihrem Interview mit der neuen BVB-Präsidentin Yvonne Hunkeler nahm die Basler Zeitung auf OnlineReports Bezug.

Die Basler Zeitung nahm den OnlineReports-Feature über den Einbruch im Restaurant "Dalbestübli" auf.

Die Volksstimme zitierte in ihrer Presseschau über die Säuli-Metzgete in Sissach aus der OnlineReports-Reportage.

Im Bericht über Rechtsprobleme des Bordells an der Basler Amerbachstrasse zitiert Barfi aus OnlineReports.

Ausführlich geht die Basler Zeitung auf einen kritischen OnlineReports-Gastkommentar über den Eigenmietwert-Steuerfall um Rösly M. ein.

In seinem Beitrag über "Die Basler Sinnkrise" zitiert der Tages-Anzeiger aus dem OnlineReports-Leitartikel "Willkommen im Baselbiet: Nichts geht mehr", in dem es um einen "Kanton in der Sinn-Krise" geht.

barfi, die BZ Basel, die Tageswoche, die Badische Zeitung und das Baublatt haben die OnlineReports-Story über den Abbruch des "Rostbalkens" und die geplanten Hochhäuser beim Basler Bahnhof SBB aufgenommen.
 
Infosperber.ch geht in einem Kommentar über das "Dauer-Bashing" der Behörden durch die Medien auf die Konter-Position von OnlineReports ein.

Die Basler Zeitung nahm in ihrer Berichterstattung über den "Fall Wessels" auf einen OnlineReports-Kommentar Bezug.

Die Basler Zeitung, die BZ Basel, die SDA und die Badische Zeitung gingen auf den OnlineReports-Primeur über die Berufung des türkischen Basler Polizei-Assistenten gegen den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft ein.

20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Der Landbote nahm die OnlineReports-Story über den Stromeinkauf der Gemeinde Muttenz beim Stadtwerk Winterthur auf.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Das Basler Energieunternehmen IWB plant, im Februar 2018 elf neue Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in Quartierstrassen auf Allmend zu installieren.

• Entgegen der Parole der kantonalen CVP sagte der CVP-Wahlreis Liestal Nein zum "8. Generellen Leistungsauftrag für den öffentlichen Verkehr" und damit Ja zum "Läufelfingerli".

Raymond Cron wird als Nachfolger von Andreas Büttiker ab 1. Januar 2018 neues Verwaltungsratsmitglied des EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg.

• Der Basler Grosse Rat hat die Standesinitiative der SP gegen der Schliessung von Quartier-Poststellen überwiesen.

• Die bürgerlichen Jungparteien von Basel-Stadt ziehen ihre Zweirad-Initiative zurück, da sie mit dem vom Grossen Rat beschlossenen Gegenvorschlag ihre Hauptforderungen als erfüllt betrachten.

• Die Baselbieter Wahlen des Landrats und des Regierungsrats für die Amtsperiode vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 finden am 31. März 2019 statt.

• Weil mit dem als Gegenvorschlag verabschiedeten neuen Bürgerrechtsgesetz und den Anpassungen auf Bundesebene die Anliegen der Initianten erfüllt sind, zieht die SVP Basel-Stadt ihre Volksinitiative "Keine Einbürgerung von Kriminellen und Sozialhilfeempfängern" zurück.

• Mit der Gründung der Sektion Waldenburg wollen die Grünen Baselland im Wahlkreis Waldenburg den verlorenen Landratssitz zurück erobern.

• Der Binninger Mike Keller ist neuer Präsident des Trinationalen Eurodistricts Basel (TEB) bis Frühjahr 2019 und somit Nachfolger des neuen Basler Stadtentwickers Lukas Ott, der alle politischen Ämter niederlegt.

• Der an der Harvard-Universität arbeitende Forscher Professor Alexander F. Schier wird ab 2018 neuer Leiter des Biozentrums der Universität Basel.

• Das Unternehmerpaar Marc Friedrichsen und Julia Reidemeister übernahm Mitte Oktober die "Boutique Danoise" an der Aeschenvorstadt in Basel im 50. Jahr ihres Bestehens von Thomas und Astrid Bachmann.

Hoffmann-La Roche will bis ins Jahr 2020 den Wasserverbrauch pro Mitarbeitenden um zehn Prozent senken.

• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.