Kommentare

<< [ 1 | (...) | 181 | 182 | 183 | 184 | 185 | 186 | 187 | 188 | 189 | 190 | (...) | 213 ] >>

Mit Tapferkeits-Ritualen gegen Anita Fetz

Von PETER KNECHTLI

Es war am Wahl-Sonntag nicht zu übersehen: Hängende Köpfe und fahle Gesichter unter den bürgerlichen Parteistrategen im Basler Wahlzentrum: Die SP-Kandidatin Anita Fetz erzielte im ersten Wahlgang mehr Stimmen als die Kandidierenden aller vier in einer strategischen Allianz zusammen geschlossenen bürgerlichen Parteien zusammen. Der unkoventionell dynamisch beworbenen SP-Nationalrätin gelang mit grüner Unterstützung ein politischer Erfolg, der in Basel seinesgleichen sucht, und der selbst von ihrer Partei nicht erwartet worden war.

Natürlich profitierte die SP von der durch die Freisinnigen angezettelte Rentenreform-Debatte und der anhaltenden Prämien-Explosion, natürlich leitete der Ozon-Sommer kein Wasser auf die bürgerlichen Mühlen. Doch der Hauptgrund für den überwältigenden "Let's Fetz"-Erfolg waren die bürgerlichen Parteien selbst: Ihr Kalkül, die SP-Kandidatin mit vier Konkurrenz-Kandidaturen in den zweiten Wahlgang zu zwingen, ist kläglich gescheitert.

Die Verlegenheits-BüZa hat genau zu dem geführt, was die meisten Beobachter - auch OnlineReports - vorausgesagt hatten: Zu einem Desaster, das an Selbstdemontage kaum zu überbieten ist. Zu keinem Zeitpunkt trat das in sich gespaltene Allianz-Ticket geschlossen auf. Im Gegenteil: Im Verlaufe des Wahlkampfs wurde rasch deutlich, wie sich FDP, CVP, Liberale und SVP gegenseitig Knüppel zwischen die Beine warfen.

Bei aller Achtung davor, dass sich die bürgerlichen Ständerats-Kandidierenden überhaupt zur Verfügung gestellt haben: Da stehen nun vier Persönlichkeiten mit dem Beleg des Stimmvolks in der Hand, dass sie individuell nicht den Hauch einer Mehrheitsfähigkeit zu bieten haben. So beschaffte Fetz fast achtmal mehr Stimmen als die Parteipräsidenten Markus Lehmann (CVP) und Urs Schweizer (FDP).

Dass selbst Noch-Nationalrätin Christine Wirz-von Planta nicht annähernd eine Chance hatte, war in diesem Ausmass nicht vorhersehbar. Fest stand dagegen, dass sie auch mit dem stimmenbringenden "Bisher"-Etikett keinen "Eymann-Effekt" auslösen konnte: Anders als ihr öko-liberaler Nationalrats-Vorgänger Christoph Eymann forcierte sie Wirtschaftsinteressen so, wie sie sich um das links-grüne Spektrum konsequent foutierte. Damit setzte sie auch den Verlust des Nationalrats-Mandats auf's Spiel.

Eine moderate Genugtuung ist da für die SVP-Kandidatin Angelika Zanolari, dass sie innerhalb der bürgerlichen Vierer-Allianz mit Abstand am meisten Stimmen holte und somit zu einem zweiten Wahlgang wohl hätte antreten wollen. Man braucht die zumeist aggressive und schwarz-weiss gefärbte Politik der SVP-Politikerin nicht zu teilen, um ihrem Ergebnis einen gewissen Respekt entgegen zu bringen.

Einmal hat die Parteipräsidentin wie eine Löwin gekämpft - so dass sie beinahe noch ihren bisherigen SVP-Nationalrat Jean Henri Dunant aus dem Amt hebelte; darüber hinaus aber besetzte sie insbesondere bezüglich des Ausländerproblems ein äusserst brisantes Thema, vor denen die andern bürgerlichen Parteien ebenso wie die Links-Grünen Augen, Mund und Ohren zu sehr verschlossen.

Der Grund für das desaströse Abschneiden der bürgerlichen Parteien liegt aber auch in der Personal-Not: Gegen das linke Stimmenwunder mit Poch-Vergangenheit wollte sich ganz einfach auch der potenziell valabelste bürgerliche Kandidat - der freisinnige Polizeidirektor Jörg Schild - nicht verheizen lassen. So gerieten die Kandidaturen der heutigen oder früheren Parteivorsitzenden zu aussichtslosen Tapferkeits-Ritualen. Zum Glück blieb Basel-Stadt unter diesen Voraussetzungen ein zweiter Wahlgang erspart.

23. September 2003
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Peter Knechtli, ist Chefredaktor und Gründer von OnlineReports.ch.

peterknechtli@onlinereports.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"FDP und Liberale sollen fusionieren"

Nach diesem Wahlsonntag müssen FDP und LDP ernsthaft über die Bücher gehen und endlich jenes Projekt anpacken, dass sie schon seit Jahren vor sich herschieben: Die Fusion beider Parteien. Die einen haben den Namen und die nationale Plattform und die anderen haben die Köpfe. Man soll sich ja nicht der Illusion hingeben, bei der SVP handle es sich um eine Eintagsfliege. Diese Partei wird sich in den nächsten fünf Jahren personell stark verändern. Sie wird an Attraktivität gerade bei jungen bürgerlichen Wählern zulegen, nicht zuletzt deshalb, weil die Karriere-Pipeline nicht verstopft ist. Nach dem Rücktritt von Ueli Vischer nächstes Jahr werden die Liberalen und die FDP starke Argumente und profilierte Köpfe benötigen, um ihren Regierungsanspruch von drei Sitzen zu rechtfertigen (SVP ante portas!). Ein Trost bleibt der CVP: Sie kann künftig viel Geld sparen – in dem sie bei nationalen Wahlen schon gar nicht mehr antritt.


Manfred Messmer, Basel



"Bürgerliche Parteien können jetzt über die Bücher gehen"

Die bürgerlichen Parteien- ich zähle die SVP nicht zu Ihnen - haben mit diesem Wahlausgang in Basel eine Chance erhalten. Ihnen sind die Querelen eines zweiten Wahlganges erspart geblieben, die notgedrungen entstanden wären, wenn Anita Fetz nicht im ersten Wahlgang erfolgreich gewesen wäre. So haben sie die Chance, ernsthaft über die Bücher zu gehen und wieder von rechts in die Mitte zurückzukehren und eine eigenständige Politik zu betreiben, die ohne Schielen auf die SVP Strickmuster auskommt. Denn davon bin ich als einer, der zu den Wählenden auf der Siegerseite in Basel gehört, überzeugt. Die SP und die Grünen brauchen eine wirklich in der Mitte politisierende bürgerliche Konkurrenz. Nur so geraten sie nicht in die Gefahr, das SVP-Strickmuster in einer linken Variante zu fahren. Das würde zu einer weiteren Verluderung der Politik führen.


Xaver Pfister, Basel



"Dieser Analyse ist nichts mehr hinzuzufügen"

Genau so ist es - dieser Analyse ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Natürlich gäbe es parteispezifische Bemerkungen zu machen, aber die "verklemme" ich mir jetzt, weil die grosse Richtung einfach stimmt. In einem Jahr wieder bei den Grossrats-Wahlen - und in vier Jahren wieder bei den National- und Ständerats-Wahlen: Die so gemachten Erfahrungen werden ja wohl (hoffentlich) einfliessen.


Gisela Traub, Basel


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Vier- bis fünfgeschossige Wohnungen für rund 1'200 Menschen und rund 400 Arbeitsplätze sollen entstehen."

Basler Zeitung
vom 23. Oktober 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Einzige Voraussetzung: Die 1'200 Menschen müssen stehend schlafen können.

RückSpiegel


Telebasel, die BZ und die Badische Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die technisch bedingte Umkehr einer "Austrian Airlines"-Maschine nach Wien auf

Die Basler Zeitung und die BZ nahmen die OnlineReports-Nachricht zum Tod des Konjunkturforschers Christoph Koellreuter auf.

20 minuten online, Blick, nau.ch, das SRF-Regionaljournal und Telebasel nahmen den OnlineReports-Primeur über den Unfalltod des Basler Umweltschützers Martin Vosseler auf.

nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Der 19-jährige Geografie- und Geschichtsstudent Nino Russano wird als Nachfolger von Nicolas Eichenberger neuer Präsident der Juso Basel-Stadt.

Der Basler Bürgerrat hat eine spürbare Senkung der Einbürgerungsgebühren beschlossen, von der sowohl ausländische als auch Schweizer Bewerbende profitieren.

Die Verlängerung der BVB-Tramlinie 3 nach Saint-Louis kostete rund 84 statt 93,7 Millionen Franken und ist somit um fast zehn Millionen Franken günstiger als geplant.

Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, dem Staatspersonal per 1. Januar 2020 einen Teuerungsausgleich von 0,5 Prozent auszurichten.

Die Forscherin Michaela Kneissel nimmt anstelle des Ende Jahr ausscheidenden Ulrich Vischer Einsitz im Universitätsrat der Universität Basel.

Nach dem Rücktritt der neuen Basler Regierungsrätin Tanja Soland aus dem Grossen Rat rückt die ehemalige Juso-Präsidentin Jessica Brandenburger ab 1. Dezember ins Parlament nach.

Die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Jungen Grünen Bündnisses Nordwest vom 3. November 2019 wählte als Nachfolger von Dominik Beeler Simon Fankhauser in das Co-Präsidium.

Zu sieben Fällen von Sachbeschädigungen an Autos kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag, 2. November, in der Umgebung der Tramhaltestelle "Vogesenstrasse" in Reinach.

Der Gemeinderat von Riehen erwartet für die Planperiode 2020 bis 2023 jährliche Defizite von 1,3 bis 2,5 Millionen Franken.

Susanne Wäfler-Müller (42) wird ab dem 1. Mai 2020 die Führung der Kantonsbibliothek Baselland übernehmen und auf Gerhard Matter folgen, der im Frühjahr in den Ruhestand gehen wird.

Zu Beginn des Schuljahrs 2021/22 wird Informatik als obligatorisches Fach in allen Baselbieter Gymnasien eingeführt.

Die SP Baselland empfahl an ihrer Delegiertenversammlung vom 22. Oktober, im zweiten Ständerats-Wahlgang die grüne Maya Graf zu wählen.

Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebenen Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.