Joël Thüring: "Einwurf"

<< [ 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | (...) | 33 ] >>

Es ist Zeit für eine ÖV-Revolution!

Der öffentliche Verkehr ist derzeit wieder in aller Munde. Nicht nur wegen der Situation bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB), sondern auch aufgrund des ablehnenden Entscheides zum Margarethenstich und den Dauerbaustellen in der Innenstadt. Besonders diese Baustellen und die Instandhaltungs-Massnahmen sind ein grosses Ärgernis. Oder haben Sie noch den Überblick darüber, welches Tram vom Claraplatz zur Heuwaage fährt oder wie man vom Burgfelderplatz nach Birsfelden kommt? Nein? Dann sind Sie keine Ausnahme.

Die Vollsperrung der Innenstadt-Achse ist insbesondere für das Gewerbe eine immense Belastung. Man hört, dass Läden bis zu 40 Prozent Umsatzeinbussen zu beklagen haben. Angesichts der anderen grossen Herausforderungen ist das von den BVB verursachte und verschuldete Infrastrukturplanungs-Chaos eine Katastrophe.

Ich frage mich täglich, weshalb mit der Sperrung der Mittleren Brücke und den damaligen Umleitungen im Sommer nicht wenigstens gleichzeitig der Abschnitt Steinenberg hätte saniert werden können. Das hätte das Chaos zwar nicht minimiert, die Ausfalldauer aber reduziert und weitaus weniger gestört, wie nun die zweite Vollsperrung innert eines Jahres.


"So wie jetzt jedenfalls kann es
nicht mehr weitergehen."



W
enn Sie jetzt denken, dass es besser wird, muss ich Sie enttäuschen. Gemäss dem Bericht der BVB zum aktuellen Netzzustand sind nur gerade 20 Prozent der Infrastruktur "gut", weitere 40 Prozent sind "schadhaft" oder "schlecht". Die baulichen Herausforderungen werden in den kommenden Jahren nicht geringer, die Schienenbelastung nimmt laufend zu und somit steigt auch die Ausfall- und Umleitungsquote weiter. Für die Läden, die Attraktivität unserer Stadt und die Bevölkerung sind das also wahrlich schlimme Aussichten.

Was ist zu tun? Neue Tramprojekte – das abgelehnte "Erlenmatt-Tram" oder der gescheiterte Margarethenstich lassen grüssen – sind kaum mehr mehrheitsfähig und auch sonst weht der Wind in eine andere (Verkehrs-)Richtung. Deshalb braucht es jetzt eine ÖV-Revolution und im Rahmen der Entwicklung des Tramnetzes 2020 neue Ideen.

Tramverbindungen aus den Aussenquartieren sollen wieder als Zubringer in die Innenstadt dienen. Nicht jedes Tram muss durch die Innenstadt brausen. Es reicht, wenn höchstens zwei Linien die Achse Barfüsserplatz-Marktplatz-Mittlere Brücke-Rheingasse bedienen. Bis hin zum Bankverein, Steinenberg/Theater sowie Messeplatz/Claraplatz können alle anderen Tramlinien als Zubringer funktionieren. Und selbst der aktuell fahrende "Barfi-Bus" könnte damit weiter seine Existenzberechtigung haben.

Damit reduziert sich automatisch die Tramdichte, und weniger Linien sind von Verspätungen und Ausfällen betroffen. Denn heute gilt: Bleibt ein Tram in der Innenstadt stehen oder wird ein Schienenabschnitt erneuert, sind praktisch alle Tramlinien von Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen betroffen. Das macht es unübersichtlich und starr, mindert die Attraktivität der Stadt und – das erscheint mir wichtig – auch des öffentlichen Verkehrs insgesamt. Kommt man von A nach B nicht mehr zügig voran, verzichtet man auf die Tramnutzung. Mittelfristig beisst sich da die Katze selber in den Schwanz.

Natürlich, dass bedeutet, dass Sie allenfalls einmal umsteigen müssen, um durch die Innenstadt fahren zu können. Aber seien wir ehrlich, wenn sie dafür wieder einigermassen frustlos, regelmässig und zeitig durch die Stadt kommen können, werden auch Sie sicherlich bald wieder viel Freude am ÖV finden. Ergänzend kann man sich dann auch überlegen, neue Verbindungen über andere Achsen einzuplanen. So wie jetzt jedenfalls kann es nicht mehr weitergehen. Dieses Tramnetz hat definitiv keine Zukunft mehr.

2. Oktober 2017
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Joël Thüring, geboren 1983, ist gelernter Kaufmann und Inhaber des KMU-Betriebes "Aspero AG" mit Mandaten im Consulting-Bereich. Politisch ist er seit 2001 in der SVP tätig und amtet als Basler Grossrat und Bürgergemeinderat sowie als Leiter des Parteisekretariates der SVP Basel-Stadt. Amtsjahr 2017/2018 Präsident des Basler Grossen Rates. Neben diesen politischen Tätigkeiten ist er unter anderem Vorstandsmitglied der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen. Der überzeugte Single lebt in einem Grossbasler Aussenquartier.

joel.thuering@aspero.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Parlament an den Stadtrand"

Bei dieser Idee stünden sich die Umsteigenden und Passanten auf den Füssen herum, das Parlament müsste an den Stadtrand verlegt werden, weil das Rathaus unzugänglich wäre. Steinenberg und Mittlere Brücke zu: gleich Chaos total. Unfassbar, dass ein Politiker in höchstem Amt auf solche absurde Ideen kommen kann.


Michael Przewrocki, Basel



"Katze beisst sich in den Schwanz"

Aus dem Neubad her zum Bethesda-Spital muss man schon heute einmal umsteigen, vom Allschwilerplatz her sogar zweimal – ganz ohne Baustelle. Und ich kann dem Autor versichern: Ich habe keine Freude daran. Der 37er-Bus fährt am Sonntag alle halbe Stunde. Wenn man Pech hat, kann eine Reise vom Allschwilerplatz zum Bethesda-Spital eine Stunde dauern – für einen Weg. Soll das der ÖV der Zukunft nach der Vorstellung der SVP werden? Nach dem Motto: Die Nachfrage ist zu gross, also müssen wir das Angebot reduzieren?

Der Autor mag recht haben, dass es so nicht weitergehen kann. Aber ich denke, wenn man für jede Fahrt durch die Stadt umsteigen muss, verliert der öffentliche Verkehr auch an Attraktivität. Diese Katze beisst sich auch in den Schwanz: Immer weniger Leute nutzen den öffentlichen Verkehr, weil man nirgendwo mehr ohne Umsteigen hinkommt. Also dünnen die BVB den Fahrplan noch mehr aus. Worauf noch weniger Leute Tram oder Bus fahren und die BVB ganze Linien stilllegen. Und so weiter …
 
Die Ursache für die vielen Baustellen ist wohl im vernachlässigten Unterhalt in den letzten Jahrzehnten zu suchen. Und weil immer mehr und immer schwerere Trams mit unbeweglichen Drehgestellen verkehren, werden die Schienen noch schneller abgenützt. Oft bröckelt aber auch der Teer, vor allem bei Weichen klaffen immer schneller Löcher im Asphalt. Vielleicht sollte man bei der Qualität von Stahl und Beton/Teer genauer hinschauen?

Ich habe keine Patentlösung, aber was Herrn Thüring und seinen Parteikolleginnen und -kollegen vorschwebt, ist es sicher auch nicht.


Gaby Burgermeister, Basel



"Wir baden aus, was verschlampt wurde"

Wirklich revolutionär und kundenfreundlich wäre es, wenn die BVB ihren Kundinnen und Kunden einen einmaligen Gutschein, eine Tafel Schokolade oder sonst etwas Kreatives überreichen würden, so quasi als Dankeschön für die überproportional geforderte Geduld. Als BVB-Kundin war ich ganz konkret betroffen von der Vollsperrung Mittlere Brücke, von der Vollsperrung Steinenberg und neu nun nochmals zwei Wochen von der Vollsperrung Grosspeterbrücke.

Ausgehend von einem Abo in Höhe von 800 Franken habe ich im Wert von 150 Franken die BVB nur mit Hindernislauf oder gar nicht benutzen können. Um nicht falsch verstanden zu werden: Es geht mir um die Geste der BVB. Natürlich sanieren die BVB die Geleise für unsere Sicherheit. Die Kundinnen und Kunden sind aber in keinster Weise verantwortlich für die Misere in der Planung dieses ÖV-Betriebes. Im Gegenteil: wir Kundinnen und Kunden baden nun aus, was verschlampt worden ist.


Beatrice Isler, Basel


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gehort.gif
"Tagelange Hitzetage"

Tagesschau SRF
Katja Stauber
in der Hauptausgabe
vom 4. August 2018
fileadmin/templates/pics/gehort.gif

... und nächtelange Nächte. 

Veranstaltungs-Hinweis


BÜRGERGEMEINDE-TAG IM BASLER STADTHAUS
Die Bürgergemeinde der Stadt Basel lädt zum Bürgergemeinde-Tag: Besuchen Sie die Ausstellung zum Wettbewerb «Innovation Basel» und verweilen Sie bei Speis, Trank und Sound von u.a. «Flagstaff» im schönen Innenhof.
Samstag, 18. August, 10–16 h | Stadthausgasse 13
 

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


Roland Stark, Kolumnist der Basler Zeitung, nahm in seinem Text über Meinungsvielfalt auf OnlineReports Bezug.

In der Meldung über das neue Basler Nachrichten-Portal "Prime News" bezogen sich die BZ Basel, Nachrichtenagentur SDA und das Branchenmagazin Persönlich auf OnlineReports.

Das SRF-Regionaljournal bezog sich in seiner Meldung über die Selbst-Vergiftung des Basler Museumsdirektors Michael Kessler auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über den Streit der Basler SVP mit ihrem Grossrat Patrick Hafner über Ausstände bei den Mandatabgaben auf.

Das SRF-Regionaljournal und die Schweiz am Wochenende nahmen auf die OnlineReports-Recherche über den durch die Suva verfügten Baustopp am neuen Werkhof in Sissach Bezug.

Die WochenZeitung verweist darauf, dass textfokussierte Nachrichtenportale wie OnlineReports gemäss dem Entwurf des neuen Bundesgesetzes über elektronische Medien nicht in den Genuss einer Bundesförderung kämen.

20 Minuten
entlarvte die von OnlineReports vermeldete Besetzung des Gewächshauses auf dem Dreispitz-Lok-Depot als Scheinbesetzung.

Die Basler Zeitung nahm in ihrem Bericht über den Rückzug des potenziellen Baselbieter FDP-Regierungs-Kandidaten Daniel Recher Bezug auf OnlineReports.

20 minuten online
bezog sich im Bericht über die Email-Affäre um Joël Thüring auf OnlineReports.

Die BZ Basel nahm in ihrer Meldung über Christian Kellers Abgang bei der "Basler Zeitung" Bezug auf eine vorangegangene Nachricht in OnlineReports.

Barfi.ch
und die Gundeldinger Zeitung zogen die OnlineReports-Meldung über den Velofriedhof am Basler Bahnhof SBB weiter.

Die OnlineReports-Erstnachricht vom Tod des ehemaligen Basler Regierungsrates Lukas "Cheese" Burckhardt wurde von Barfi.ch, der BZ Basel, die Basler Zeitung, vom SRF-Regionaljournal und von der Nachrichtenagentur SDA aufgenommen.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-Meldung über die Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft zum Urteil gegen den Basler Datenschnüffler-Polizisten auf.

Die BZ Basel zog die OnlineReports-News über den Einbürgerungs-Streit der drei baselstädtischen Bürgergemeinden mit dem Kanton Basel-Stadt und den Gang ans Bundesgericht nach.

Die Schweiz am Sonntag schrieb eine OnlineReports-Nachricht über die rechtlichen Schritte der Wirtschaftskammer Baselland gegen die "Basler Zeitung" ab.

In ihrem Artikel über Markus Ritters Abgang aus dem Basler Präsidialdepartement bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der FCB-Captain und Innenverteidiger Marek Suchy hat sich am 12. August im Spiel gegen den FC Sion einen Teilriss der Achillessehne am linken Fuss zugezogen und fällt damit für unbestimmte Zeit aus.

• Die Wirtschafts- und Abgabekommission des Grossen Rates unterstützt den "Basler Kompromiss" zur Umsetzung der Steuervorlage 17 und stimmt dem Ratschlag der Regierung mit einer Änderung zu.

• Nach zwei Jahren wechselt in Basel-Stadt das Präsidium der Fraktion "Grünes Bündnis" wieder von "Basta" (Beatrice Messerli) zu den Grünen (Jürg Stöcklin).

Pierre Lavielle, der Präsident des EuroAirport-Verwaltungsrats, ist am 2. August unerwartet gestorben.

• Verschiedene Baselbieter Gemeinden wie Therwil oder Gelterkinden haben aufgrund der Trockenheit ein totales Verbot des Abbrennens von jeglichen Feuerwerkskörpern (Raketen, Vulkane, Heuler usw.) erlassen, bevor auch der Kantonale Krisenstab ein generelles Verbot aussprach.

• Der Riehener CVP-Einwohnerrat Patrick Huber tritt von seinem Amt als Vizepräsident der Basler CVP und als Leiter der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf Ende Juli zurück.

Patrick Huber wird im August neuer Geschäftsführer der Basler Bankenvereinigung (BBVg) als Nachfolger von Raphael Vannoni.
 
"Parterre Basel" ist die neue Pächterin des Basler Konzertlokals "Atlantis" am Klosterberg.

Ueli O. Kräuchi, Geschäftsführer des Verbandes Basellandschaftlicher Gemeinden (VBLG), gibt die Leitung der VBLG-Geschäftsstelle per 31. März 2019 altershalber ab.

• Das Bürgerspital Basel übernimmt per 1. Januar 2019 die Spektrum Werkstätte für Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel.

• Die Gewerkschaft Unia hat am 4. Juli 2'300 Unterschriften für das Referendum gegen längere Ladenöffnungszeiten eingereicht.

• Der Basler Gewerbeverband reichte zusammen mit den Parteien FDP und SVP, der "IG Lysbüchel" sowie verschiedenen Branchenverbänden das Referendum "gegen die Fehlplanung Lysbüchel" mit 2'972 Unterschriften ein.

Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.