Joël Thüring: "Einwurf"

<< [ 1 | (...) | 31 | 32 | 33 ]

Das positive Fazit einer negativen Schlagzeile

Das ist sie jetzt also, meine erste OnlineReports-Kolumne. Ich habe mir lange überlegt, was ich zu meinem Einstieg schreiben könnte. Natürlich gab es auch in diesem Sommer viel Erzählstoff – sei es zur (für mich erfreulichen) Sommerhitze, zum Grexit, dem Flüchtlingsstrom oder der Frankenstärke. Die jüngeren Publikationen in der "Basler Zeitung" über mein Versäumnis bei der fristgerechten Bezahlung der Wehrpflichtersatzabgabe haben mich aber dazu bewogen, dass ich in meinem Erstling sehr persönlich werde.

Doch keine Sorge, es folgt nun weder eine private noch eine politische Rechtfertigung und auch kein BaZ-Bashing. Dennoch haben mich die öffentlich erhobenen Vorwürfe verändert. Ich musste erfahren, dass ich als Person des öffentlichen Lebens anders wahrgenommen werden, und dass eigene Schwächen und Fehler eher ans Tageslicht kommen können.

In diesen Momenten erlebte ich insbesondere persönliche Beziehungen als wichtigen Rettungsanker. Ein Umfeld, das einem nicht fallen lässt, das da ist, zuhört oder Tipps gibt. Manchmal braucht es gar nicht viele Worte, alleine schon zwischenmenschliche Nähe ist Balsam. Trotzdem blieb ich in einer ersten Phase einsam.



Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Mitgefühl ist wertvoll, doch letztlich prallen die Ratschläge in einer ersten Betroffenheit an einem ab. Das gute Zureden konnte ich zwar wahr- und aufnehmen – aber im Kopf nicht direkt verarbeiteten. Rückblickend bin ich froh, dass ich mich nicht zu einer Kurzschluss-Reaktion hinreissen liess. Die Versuchung war da.


"Ich versuche jetzt wieder, Dinge anzupacken
und im Alltag Fuss zu fassen."



N
achdem ich meinen Kopf wieder etwas sortiert hatte, wurde mir rasch bewusst, wie wertvoll diese zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Plötzlich gelang es mir dank der Mithilfe meines persönlichen Umfelds, die Geschehnisse mit einer gewissen Distanz zu betrachten. 

Gerade in der Politik sind die sogenannten "zwischenmenschlichen Beziehungen" nicht selbstverständlich, häufig aber bestehen sie – was Menschen ausserhalb der Politik eher unverständlich erschienen mag – gerade auch über Parteigrenzen hinweg. Meist waren es neben privaten Freunden und der Familie auch Angehörige aus dem entgegengesetzten politischen Lager, die mir sehr viel Halt gaben, Mitgefühl bekundeten oder gar Aufmunterung spendeten. Sie äusserten sich via Telefon, Whatsapp, E-Mail oder sie boten mir ein persönliches Gespräch an.

Diese Menschen gaben mir in den vergangenen Wochen sehr viel Mut, Zuversicht und letztlich die Kraft, eine solche Medien-Exposition zu überstehen. Mir bleibt als schöner Teil einer nicht einfachen Geschichte in Erinnerung, wer sich alles um mich gekümmert hat. Ich möchte all jenen Menschen, sollte ich es bis jetzt noch nicht getan haben, herzlich danken.

Ich befinde mich nach einer ersten Lähmung jetzt in einer Phase, in der ich versuche, wieder einige Dinge anzupacken und im Alltag Fuss zu fassen. Es fällt mir aber immer noch schwer, über meinen Gefühlszustand zu schreiben. Dennoch erkenne ich nun auch die Chance, gewisse Dinge in meinem Leben neu zu bestimmen – wohl etwas, was ohnehin von Zeit zu Zeit nötig ist, aber gern auf die nächste und übernächste Woche verschoben wird (einige von Ihnen wissen vielleicht, was ich damit meine).

Mehrfach habe ich erkannt, wie viel sich in einer solchen Situation relativiert. Probleme werden zu "Problemchen", Sorgen zu "Sörgeli". Werte wie Freundschaft und sozialer Austausch gewinnen an Bedeutung. Das ist das positive Fazit einer negativen Schlagzeile.

Als Folge davon werde ich wohl künftig sicher auch die eine oder andere Berichterstattung in den Medien über andere Dinge in einer anderen Relation sehen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Peter Knechtli an mir als Kolumnisten festgehalten hat. Zögern Sie nicht, mir auch in meinen künftigen Kolumnen zu widersprechen. Kritik und Anregungen nehme ich sportlich entgegen. Ich freue mich auf diesen Austausch.

7. September 2015
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Joël Thüring, geboren 1983, ist gelernter Kaufmann und Inhaber des KMU-Betriebes "Aspero AG" mit Mandaten im Consulting-Bereich. Politisch ist er seit 2001 in der SVP tätig und amtet als Basler Grossrat und Bürgergemeinderat sowie als Leiter des Parteisekretariates der SVP Basel-Stadt. Amtsjahr 2017/2018 Präsident des Basler Grossen Rates. Neben diesen politischen Tätigkeiten ist er unter anderem Vorstandsmitglied der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen. Der überzeugte Single lebt in einem Grossbasler Aussenquartier.

joel.thuering@aspero.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

Alles mit scharf

Der Hirnriss im Kopfkino
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Im Theater Basel hat es gebrannt (...) Sachschäden entstanden keine."

Prime News
Newsletter
vom 1. Oktober 2019
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Solche Feuerchen hat man gern.

RückSpiegel


nau.ch schrieb die OnlineReports-Recherche über den FDP-Wahlversand an Basler Neu- und Jungwähler zu einem eigenen Artikel um und verwertete auch die OnlineReports-Illustration dazu.

In der Besprechung des Films "Bruno Manser – Stimme des Regenwalds" nahm die BZ auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

Die BZ nahm den OnlineReports-Primeur über eine Rückzahlung der wegen Veruntreuung angeklagten ex-Kassierin der katholischen Kirchgemeinde Grellingen auf.

Die Basler Zeitung greift in ihrem Bericht über die E-Trottinett-Anarchie auf ein OnlineReports-Interview zurück.

In ihrem Bericht über die Hühnerhaltung auf einem Basler Mehrfamiienhaus nimmt die BZ Bezug auf eine frühere Recherche von OnlineReports.

Die BZ bezog sich in ihrer Recherche über die Abgänge von Kaderärzten am Kantonsspital Baselland auf einen Bericht in OnlineReports.

Die BZ berief sich in einem Bericht über die Massenkündigungen am Schorenweg auf eine OnlineReports-News.

Die Schweiz am Wochenende und die Basler Zeitung haben die OnlineReports-News über den Bombenalarm am EuroAirport aufgenommen.

Das SRF-Regionaljournal, Telebasel, die Schweiz am Wochenende und Prime News haben den OnlineReports-Primeur über die Schliessung des Basler Kinos "Rex" nachgezogen.

In ihrem Bericht über den Gelterkinder Antennenposter-Streit bezog sich die Basler Zeitung auf OnlineReports.

Die BZ nahm die OnlineReports-News über den Rücktritt der Basler Unispital-Verwaltungsrätin Irmtraut Gürkan aus dem Vorstand des Universitäts-Klinikums Heidelberg auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Die Grünen Liestal und Umgebung haben Marie-Theres Beeler an der Mitgliederversammlung vom 22. Oktober für die Legislatur 2020-2024 für den Stadtrat nominiert.

Am 9. August 2019 hat Eva Meuli dem Landrat ihren Rücktritt als Präsidentin der Abteilung Sozialversicherungs-Recht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft per 31. März 2020 erklärt.

Am 14. Oktober, lediglich drei Wochen nach Ausschreibung der Publikumsöffnung der ADEV Ökowärme AG, waren alle 3000 neu ausgegebene Namenaktien gezeichnet.

Die Universität Basel richtet am 1. Februar 2020 mit dem Biologen Carsten Gründemann eine Stiftungsprofessur für translationale Komplementärmedizin ein.

Wechsel in der Geschäftsführung der Suchthilfe Region Basel: Barbara Held übernimmt die Leitung per Januar 2020, nachdem Walter Meury – ein Pionier in der Suchtarbeit – Ende Jahr in den Ruhestand geht.

Der Basler Regierungsrat Hans-Peter Wessels, Riehens Gemeindepräsident Hansjörg Wilde und Gemeinderat Daniel Hettich haben die erneuerte Lörracherstrasse in Riehen feierlich eingeweiht.

Veronica Schaller
, frühere Basler Sanitätsdirektorin und zuletzt Kulturbeauftragte der Stadt Bern, wurde zur neuen Präsidentin von "Curaviva Basel-Stadt", dem Verband der Basler Alterspflegeheime, gewählt.

Designierte Verwaltungsratspräsidentin der Schweizerischen Rheinhäfen ist Martina Gmür, Petra Mösching wird Mitglied des Verwaltungsrats.

Der Verein Region Oberbaselbiet wählte den aus dem Fricktal stammenden Gerry Thönen, der die Oberbaselbieter Gemeinden bis zur Gründung des Regionalvereins betreute, zum Geschäftsführer.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 70-Jahr Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Israel organisiert die Schweizer Botschaft in Israel im September diverse Anlässe mit Bezug zu Basel.

Die Parteileitung des CVP-Wahlkreises Liestal hat einstimmig beschlossen, Elisabeth Augstburger für die Ständeratswahlen vom 20. Oktober zu unterstützen.

Schweizerische Rheinhäfen: Benedikt Weibel hat seinen Rücktritt als Verwaltungsrats-Präsident per 31. Dezember 2019 bekannt gegeben; Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, trat per 30. Juni zurück.

Beat Tschudin (48), seit rund zwölf Jahren den Fachbereich Fahrzeugbewirtschaftung der Baselbieter Polizei, übernimmt ab Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens der Bau- und Umweltschutzdirektion als Nachfolger von Christian Oberhausser, der Ende August in vorzeitige Pension geht.

• Das Basler Gesundheits-Departement hat den Umzug von der St. Alban-Vorstadt an seinen neuen Hauptstandort an der Malzgasse 30 in Basel abgeschlossen.

Tom Ryhiner und Balz Stückelberger wurden an einer ausserordentlichen Generalversammlung in den Verwaltungsrat der St. Clara AG und damit gleichzeitig in den Verwaltungsrat des Claraspitals gewählt.

• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).