Joël Thüring: "Einwurf"

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Das positive Fazit einer negativen Schlagzeile

Das ist sie jetzt also, meine erste OnlineReports-Kolumne. Ich habe mir lange überlegt, was ich zu meinem Einstieg schreiben könnte. Natürlich gab es auch in diesem Sommer viel Erzählstoff – sei es zur (für mich erfreulichen) Sommerhitze, zum Grexit, dem Flüchtlingsstrom oder der Frankenstärke. Die jüngeren Publikationen in der "Basler Zeitung" über mein Versäumnis bei der fristgerechten Bezahlung der Wehrpflichtersatzabgabe haben mich aber dazu bewogen, dass ich in meinem Erstling sehr persönlich werde.

Doch keine Sorge, es folgt nun weder eine private noch eine politische Rechtfertigung und auch kein BaZ-Bashing. Dennoch haben mich die öffentlich erhobenen Vorwürfe verändert. Ich musste erfahren, dass ich als Person des öffentlichen Lebens anders wahrgenommen werden, und dass eigene Schwächen und Fehler eher ans Tageslicht kommen können.

In diesen Momenten erlebte ich insbesondere persönliche Beziehungen als wichtigen Rettungsanker. Ein Umfeld, das einem nicht fallen lässt, das da ist, zuhört oder Tipps gibt. Manchmal braucht es gar nicht viele Worte, alleine schon zwischenmenschliche Nähe ist Balsam. Trotzdem blieb ich in einer ersten Phase einsam.



Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Mitgefühl ist wertvoll, doch letztlich prallen die Ratschläge in einer ersten Betroffenheit an einem ab. Das gute Zureden konnte ich zwar wahr- und aufnehmen – aber im Kopf nicht direkt verarbeiteten. Rückblickend bin ich froh, dass ich mich nicht zu einer Kurzschluss-Reaktion hinreissen liess. Die Versuchung war da.


"Ich versuche jetzt wieder, Dinge anzupacken
und im Alltag Fuss zu fassen."



N
achdem ich meinen Kopf wieder etwas sortiert hatte, wurde mir rasch bewusst, wie wertvoll diese zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Plötzlich gelang es mir dank der Mithilfe meines persönlichen Umfelds, die Geschehnisse mit einer gewissen Distanz zu betrachten. 

Gerade in der Politik sind die sogenannten "zwischenmenschlichen Beziehungen" nicht selbstverständlich, häufig aber bestehen sie – was Menschen ausserhalb der Politik eher unverständlich erschienen mag – gerade auch über Parteigrenzen hinweg. Meist waren es neben privaten Freunden und der Familie auch Angehörige aus dem entgegengesetzten politischen Lager, die mir sehr viel Halt gaben, Mitgefühl bekundeten oder gar Aufmunterung spendeten. Sie äusserten sich via Telefon, Whatsapp, E-Mail oder sie boten mir ein persönliches Gespräch an.

Diese Menschen gaben mir in den vergangenen Wochen sehr viel Mut, Zuversicht und letztlich die Kraft, eine solche Medien-Exposition zu überstehen. Mir bleibt als schöner Teil einer nicht einfachen Geschichte in Erinnerung, wer sich alles um mich gekümmert hat. Ich möchte all jenen Menschen, sollte ich es bis jetzt noch nicht getan haben, herzlich danken.

Ich befinde mich nach einer ersten Lähmung jetzt in einer Phase, in der ich versuche, wieder einige Dinge anzupacken und im Alltag Fuss zu fassen. Es fällt mir aber immer noch schwer, über meinen Gefühlszustand zu schreiben. Dennoch erkenne ich nun auch die Chance, gewisse Dinge in meinem Leben neu zu bestimmen – wohl etwas, was ohnehin von Zeit zu Zeit nötig ist, aber gern auf die nächste und übernächste Woche verschoben wird (einige von Ihnen wissen vielleicht, was ich damit meine).

Mehrfach habe ich erkannt, wie viel sich in einer solchen Situation relativiert. Probleme werden zu "Problemchen", Sorgen zu "Sörgeli". Werte wie Freundschaft und sozialer Austausch gewinnen an Bedeutung. Das ist das positive Fazit einer negativen Schlagzeile.

Als Folge davon werde ich wohl künftig sicher auch die eine oder andere Berichterstattung in den Medien über andere Dinge in einer anderen Relation sehen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Peter Knechtli an mir als Kolumnisten festgehalten hat. Zögern Sie nicht, mir auch in meinen künftigen Kolumnen zu widersprechen. Kritik und Anregungen nehme ich sportlich entgegen. Ich freue mich auf diesen Austausch.

7. September 2015
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Joël Thüring, geboren 1983, ist gelernter Kaufmann und Inhaber des KMU-Betriebes "Aspero AG" mit Mandaten im Consulting-Bereich. Politisch ist er seit 2001 in der SVP tätig und amtet als Basler Grossrat und Bürgergemeinderat sowie als Leiter des Parteisekretariates der SVP Basel-Stadt. Amtsjahr 2017/2018 Präsident des Basler Grossen Rates. Neben diesen politischen Tätigkeiten ist er unter anderem Vorstandsmitglied der Mobilen Jugendarbeit Basel und Riehen. Der überzeugte Single lebt in einem Grossbasler Aussenquartier.

joel.thuering@aspero.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)

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"Ein Angriff, der im Sande verstrandet."

Schweizer Fernsehen
Fussballkommentar
FC Basel-FC St. Gallen
2. Juni 2017
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Ein Satz, der im Strand vergandet.

RückSpiegel


Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Für die Ende Jahr zurücktretende Beatrice Inglin-Buomberger sollen sich die Juristin Elisabeth Burger Bell und der Ökonom Thomas Riedtmann in derkommenden sechsjährigen Amtsdauer in der Funktion der Ombudsstelle teilen.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.

• Dank eines Jahresgewinns von 107 Millionen Franken können die Industriellen Werke Basel (IWB) dem Kanton Basel-Stadt eine Gewinnausschüttung von 37 Millionen Franken (Vorjahr: 20 Millionen Franken) abliefern.

• Der 24-jährige Kleinbasler Marco Natoli ist als Nachfolger von Patrick Huber neuer Präsident der Jungen CVP Basel-Stadt.

• Die LDP Riehen/Bettingen nominiert Daniel Hettich als Kandidat für die kommenden Wahlen in den Riehemer  Gemeinderat.

• Per 1. Januar 2019 stellen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) neu auch das Fahrpersonal der Buslinie 50 ("Flughafen-Bus"), die bisher durch das PostAuto-Fahrpersonal betrieben wurde.

• Das Beschaffungsvolumen der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion fiel letztes Jahr mit rund 117 Millionen Franken gegenüber den Vorjahren "eher bescheiden" aus, wobei 60 Prozent auf Bau- und 30 Prozent auf Dienstleistungsaufträge entfielen.