Ivo Bachmann - Host City

<< [ 1 | (...) | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 ] >>

Basel und das nächtliche Pjöngjang

Katzenjammer im Fussball-Land. Eine triste und bedrückte Stimmung. 0:4 gegen die Deutschen! Das sei, kommentiert ein Fan, nun wirklich "ein Ablöscher". Womit wir auch schon beim Thema sind – nämlich beim Anzünden und Ablöschen in dieser Stadt. Beginnen wir beim Basler St. Jakob-Park. Das Fussballstadion erstrahlt an Spielabenden in einer imposanten Farbenpracht, leuchtet nachts in kräftigem Rot. Schau an, denkt der Vorbeireisende: Da muss es aber emotional zugehen, muss eine tolle Stimmung herrschen. Also hinein in die farbige City, hinein ins pulsierende Nachtleben.

Man kann nur hoffen, dass der späte Gast einen guten Stadtplan, vielleicht gar eine Taschenlampe bei sich hat. Denn nachts in Basel ein belebtes Zentrum auszumachen, ist gar nicht so einfach. Man kann sich vor den Messeturm verirren, vielleicht einen der Bahnhöfe finden oder ein hell erleuchtetes Werkgelände. Der baulich schönste, zentrale Teil der Stadt aber verschliesst sich dem Blick des Besuchers wie eine Dunkelkammer. Erst recht zu späterer Stunde, wenn eine amtliche Zeitschaltuhr zum allgemeinen Lichterlöschen auch beim Rathaus und beim Münster mahnt. Dann zieht sich der Rhein durch die Stadt wie der Taedong durchs nächtliche Pjöngjang.

Wirklich schade. Basel hat eine herrliche, weitgehend intakte Altstadt. Die Gebäudekulisse am Rheinufer zwischen Wettstein- und Johanniterbrücke ist atemberaubend schön. Das effektvoll beleuchtete Hotel "Les Trois Rois" lässt erahnen, wie einladend sich die Stadt am Fluss auch zu nächtlicher Stunde präsentieren könnte.

Wer seine Vorstellung noch ausschmücken möchte, fährt rheinabwärts nach Köln. Die dortige Lichtgestaltung des Rheinufers hat auch international viel Beachtung und Lob gefunden. Noch schöner könnte es in Basel sein.

Die Industriellen Werke IWB besorgen die öffentliche Beleuchtung der Stadt Basel. Sie schalten und walten über rund 20'000 Leuchten. Doch der weitaus grösste Teil – über 15'000 – erhellt vor allem Strassenasphalt und Strassenverkehr – wie vor Jahrzehnten, als die Fuhrwerke noch mit schummrigem Licht unterwegs waren.

Moderne Beleuchtungskonzepte machen die Umgebung wahrnehmbar, die topografischen Umrisse, die Fassaden. Sie inszenieren Räume statt Strassenoberflächen. Die Stadt wird dadurch abends nicht nur wohnlicher, sondern auch sicherer.

Immerhin: Erleuchtung ist in Sicht. Nach jahrzehntelangem Hin und Her hat der Basler Grosse Rat im Jahr 2005 tatsächlich acht Millionen Franken freigegeben für den ersten Teil eines neuen städtischen Beleuchtungskonzeptes. Eine "gestalterische Lichtführung" soll den "charakteristischen Charme der Stadt Basel" auch nachts erlebbar machen. Manche Dunkelzone soll verschwinden, der Münsterhügel einen "feinen Silhouetteneffekt" erhalten. Doch wie zu erwarten war: Der Ankündigung folgten ausufernde Diskussionen mit Anwohnern, Denkmalpflegern, Heimat- und Naturschützern.

Die Argumente wiederholen sich: Man will seine Ruhe haben, möglichst alles beim Alten belassen. "Ein Eingreifen in diese Stille würde als störend empfunden", hiess es schon 2002 in einem – negativen – Gerichtsentscheid zu einem geplanten neuen Rheinuferweg am Fuss des Münsterhügels; eine nächtliche Beleuchtung komme an diesem sensiblen Ort "von vornherein nicht in Betracht".

Bis zur Euro 08 wird somit erst ein kleiner Teil des neuen Konzepts umgesetzt sein. Dafür sind nach wie vor alle Strassenmittelstreifen schön prächtig beleuchtet. Und natürlich der St. Jakob-Park. Ihn wird der Reisende finden. Und hoffentlich, auch ausserhalb des Stadions, keine triste Stimmung.

31. März 2008
 Ihre Meinung zu dieser Kolumne
(Mails ohne kompletten Absender werden nicht bearbeitet)
Ivo Bachmann, geboren 1963 in Rain bei Luzern, war unter anderem Chefredaktor des "Beobachters" und der "Basler Zeitung". Heute ist er Publizist und Inhaber der Beratungsfirma bachmann medien in Basel und Zürich. Er betreibt eine Internet-Seite unter www.feldstudien.ch. Er lebt und arbeitet in Zürich und Basel.

© Foto by OnlineReports.ch

ivo.bachmann@bachmannmedien.ch

(Die Kolumnisten sind in ihrer Meinung frei;
sie braucht sich nicht mit jener der Redaktion zu decken.)
fileadmin/templates/pics/echo.gif

"Mir reicht die Nachtbeleuchtung fremder Schlafzimmer"

Schon was gehört von Lichtverschmutzung? Mir reichen die gen Himmel und in fremde Schlafzimmer abstrahlenden privaten Nachtbeleuchtungen - seien es Fluter gegen unerwünschte Eindringlinge oder so genanntes Stimmungslicht im Garten oder auf der Terrasse.


Eva Caflisch, Zürich



"So lustfeindlich"

Basel ist sowas von verpennt und lustfeindlich.


PJ Wassermann, Hersberg


www.onlinereports.ch
© Das Copyright sämtlicher auf dem Portal www.onlinereports.ch enthaltenen multimedialer Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) liegt bei der OnlineReports GmbH sowie bei den Autorinnen und Autoren. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Die Redaktion bedingt hiermit jegliche Verantwortung und Haftung für Werbe-Banner oder andere Beiträge von Dritten oder einzelnen Autoren ab, die eigenen Beiträge, wenn auch mit Zustimmung der Redaktion, auf der Plattform von OnlineReports publizieren. OnlineReports bemüht sich nach bestem Wissen und Gewissen darum, Urheber- und andere Rechte von Dritten durch ihre Publikationen nicht zu verletzen. Wer dennoch eine Verletzung derartiger Rechte auf OnlineReports feststellt, wird gebeten, die Redaktion umgehend zu informieren, damit die beanstandeten Inhalte unverzüglich entfernt werden können.

 

fileadmin/templates/pics/gelesen.gif
"Auch EU-Mitareiter tot nach Terroranschlag" und "EU-Mitarbeiter in Mali getötet"

Basler Zeitung
Schlagzeilen vom 20. Juni 2017
zu zwei Meldungen über dasselbe Ereignis
fileadmin/templates/pics/gelesen.gif

Solche Doubletten zeugen meist von einer optimalen redaktionellen Absprache.

RückSpiegel


20 Minuten online nahm die OnlineReports-News über die Basler verkehrs-Betriebe (BVB) an der Grenze ihrer Belastung auf.

Die BZ Basel und das Regionaljournal gingen aktuell auf die OnlineReports-Recherche über einen Manipulations-Versuch der BVB-Direktion im Vorfeld der Wahlen in die Personalkommission ein.

Barfi zog die OnlineReports-Story über die umstrittene Umnutzung des "FKK-Clubs" in ein Bordell an der Amerbachstrasse in Basel nach.

Die OnlineReports-News über den Personalabbau auf der Basler Hauptpost wurde durch Telebasel aufgenommen.

Telebasel online ging in seinem Bericht über die SP-Prämieninitiative auf einen Kommentar von OnlineReports ein. 

Die Weltwoche zitierte in ihrem Bericht über den Basler Scharia-Befürworter Aziz Osmanoglu aus einem Gerichts-Bericht von OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrem Bericht über die "Maulwurfjagd gegen Mitarbeiter der Basler Verkehrs-Betriebe" auf einen OnlineReports-Artikel.

Im Artikel über die Versetzung eines Kadermanns im Basler Jusitz- und Sicherheitsdepartement nimmt die Basler Zeitung auf eine OnlineReports-Recherche Bezug.

In den BaZ-Standpunkten des Schweizer Fernsehens nennt NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler OnlineReports als Element der Basler Medienvielfalt.

Die Basler Zeitung und die Volksstimme zogen die OnlineReports-Nachricht über den Massen-Exodus aus der Parteileitung der FDP Baselland nach.

Die BZ Basel nahm die OnlineReports-News über die Wahl von Beatriz Greuter zur neuen "Birshof"-Direktorin auf.

Barfi
nahm im Bericht über Waschbären in der Stadt Bezug auf eine OnlineReports-Reportage über Waschbären, die Toronto bevölkern.

Die Volksstimme nahm die OnlineReports-Erstmeldung über den Tod des früheren FDP BL-Präsidenten und Untersuchungsrichters Ernst Heimann auf.

Barfi und die Basler Zeitung nahmen die OnlineReports-News über die Schliessung des Nobel-Restaurants "Schifferhaus" auf.

Die Basler Zeitung bezog sich in ihrer Nachricht über die Absage von Saskia Schenker als FDP BL-Präsidentin auf OnlineReports.

Die NZZ nennt Pionier OnlineReports in ihrem Beitrag über die Finanzierung von Online-Medien.

Die Basler Zeitung und die Basellandschaftliche Zeitung berichteten unter Bezugnahme auf OnlineReports über die Trennung der BVB von zwei Kaderleuten.

Das OnlineReports-Interview mit dem designierten FCB-Besitzer Bernhard Burgener nahmen die Fussball-Plattform 4-4-2.com, die Basellandschaftliche Zeitung und die Schweiz am Wochenende auf.

Telebasel berief sich in seinem Bericht über die Interpellation von "Basta"-Grossrat Beat Leuthardt über den designierten FCB-Präsidenten Bernhard Burgener auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung berief sich in ihrer Meldung über Betriebs-Wegweiser-Posse auf OnlineReports.

Die Schweiz am Wochenende nahm eine OnlineReports-Story über den Gang der BVB ans Bundesgericht wegen einer Auflösung des Arbeitsverhältnisses auf.

In ihrem Bericht über den Streit um die schmale Treppe im neuen Gelterkinder Hallenbad bezogen sich die Basler Zeitung und die Volksstimme auf OnlineReports.

Die Basler Zeitung griff die OnlineReports-Recherche über markante bauliche Veränderungen im Nord-Teil des Basler "Dreispitz"-Areals auf.

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

• Die Baselbieter Regierung beantragt dem Landrat, die formulierte Gesetzesinitiative "zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes" für rechtsgültig zu erklären.

Massimo Di Nucci übernimmt am 1. Juni die Leitung des Basler Zivilstandsamtes und folgt damit auf Mirjam Cattin, die Ende Mai in den Ruhestand tritt.

Ruedi Illes wird ab 1. Juli neuer Leiter der Sozialhilfe Basel-Stadt und damit Nachfolger von Nicole Wagner.

• Das dreitägige Hafenfest zum 75-jährigen Bestehen der Hafenanlagen in Birsfelden lockte mit seinen vielseitigen Attraktionen rund 40'000 Besuchende an.

Peter F. Rapp (71) tritt als Verwaltungsrats-Präsident der Rapp-Gruppe zurück und übergibt die Funktion Daniel Kramer (58), der dem Verwaltungsrat seit vergangenem Jahr angehört.

• Nach Auswertung der Erfahrungen aus dem ersten Jahr hat der Allschwiler Gemeinderat entschieden, die separate Kunststoffsammlung per 2018 definitiv einzuführen.

• Nach zwei Tarifsenkungen in den Jahren 2015 und 2016 erhöhen die IWB die Erdgastarife diesen Monat: Biogas-Erdgas um 0,8 Rappen pro Kilowattstunde für die Kunden im Kleinbezugstarif (Gas zum Kochen und für Durchlauferhitzer) und um 1 Rappen pro Kilowattstunde im Allgemeinen Tarif (Gas zum Heizen).

• Der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland hat die Volksinitiativen "Bildungsressourcen gerecht verteilen und für das Wesentliche einsetzen!" und "Stopp dem Abbau an den öffentlichen Schulen!" eingereicht.