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Tochter will vor Gericht aussagen: Angeschuldigter Politiker Samuel Wehrli

Obergutachten zum Sex-Fall Wehrli: Nicht nur Entlastung für CVP-Politiker

Kritik an Befragungsmethode, aber auch Hinweise auf sexuelle Handlungen


Von Peter Knechtli


Neuer Aspekt in der Sex-Affäre um den Prattler CVP-Politiker Samuel Wehrli: Ein Obergutachten übt an der polizeilichen Befragung von Wehrlis Tochter heftige Kritik. Suggestiv sei das Mädchen in eine den Vater belastende Rolle gedrängt worden. Doch das Gutachten enthält bei genauem Hinsehen auch Passagen, die Wehrli im früheren Umgang mit seiner Tochter belasten.


Seit über einem Jahr - durch OnlineReports an die Öffentlichkeit gebracht - kämpft der Prattler Politiker und frühere Vizepräsident der CVP Baselland, Samuel Wehrli, mit einer Flut an Beschwerden für das, was er als Gerechtigkeit empfindet. Er ist der "sexuellen Handlungen mit Kindern, Vergewaltigung und Schändung" angeschuldigt, während acht Wochen sass er in Untersuchungshaft. Noch immer ermittelt das Statthalteramt in Liestal in diesem in mehrfacher Beziehung einmaligen Fall. Laut Angaben des heute elfjährigen Mädchens Melissa* soll es der von seiner Frau geschiedene Vater bei der Wahrnehmung des Besuchs- und Ferienrechts seit 1996 "mehrmals am Geschlechtsteil ausgegriffen" haben. Seit Anfang vorletzten Jahres soll er auch mehrmals versucht haben, mit seinem Penis in die Scheide der Tochter einzudringen. "Einmal", so der Vorwurf, "sei ihm dies auch gelungen". Ebenso habe er das Mädchen mit Farbstiften am After belästigt und ihm Sex-Fotos zugeschickt.

Polizei befragte suggestiv

Wehrli bestritt die Behauptungen immer und äusserte den Verdacht, seine Tochter könnte durch die geschiedene Mutter zu Falschanschuldigungen angestiftet worden sein. Im Zentrum steht eine auf Videoband dokumentierte Befragung durch eine Fachbeamtin der Zürcher Kantonspolizei. Mit diesem Dokument geht jetzt ein ein Obergutachten der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Poliklinik Bern scharf ins Gericht, wie die "Basler Zeitung" meldet. Laut dem Gutachten, das OnlineReports vorliegt, ist die "polizeiliche Befragung von Melissa Wehrli zur Durchführung einer Aussagenanalyse mittels Realkriterien nicht zu verwenden". Die Befragung durch eine Fachbeamtin der Zürcher Kantonspolizei sei stark suggestiv gewesen und in entscheidenden Passagen habe die Polizeibeamtin das Mädchen durch Dreireden regelrecht von der Fährte abgebracht.

Die Obergutachtenden können deshalb die Schlussfolgerungen der Erziehungs- und Familienberatungsstelle Basel, die den Aussagen des Mädchens höhe Glaubwürdigkeit attestiert, "nicht bestätigen". Die Experten empfehlen ferner, auf eine weitere Befragung des Kindes zu verzichten.

Wehrli wird auch belastet

Aus dem Gutachten allerdings zu schliessen, Samuel Wehrli habe sich gegenüber seiner Tochter nichts Strafbares zuschulden lassen kommen, ist im jetzigen Zeitpunkt nicht gerechtfertigt. So spricht das Gutachten auch von "inadäquatem Verhalten" des Kindsvaters, indem es Einzelheiten aus der Untersuchung dokumentiert. Vater und Onkel hätten Melissa nach dem Duschen in die Waden gekniffen und dazu gelacht. Wehrli habe darauf beharrt, dass das Mädchen nackt schlafe. Wehrli habe mit seiner Freundin im Beisein seiner Tochter einen Erotikfilm betrachtet und sei dann "nackt vor dem Fernseher herumgetanzt". In einer persönlichen Anhörung durch die beiden Gutachtenden verneinte Melissa "dezidiert" die Frage nach andern Tätern. "Ebenfalls dezidiert" verwies die Tochter darauf, dass die der Polizei gemachten Angaben "wahrheitsgetreu" seien. Ausserdem geht die Tochter davon aus, "dass sie auch vor Gericht Gelegenheit haben werde, Stellung zu nehmen".

Tochter will vor Gericht aussagen

"Fall Wehrli muss zu den Akten gelegt werden", titelte die "Basler Zeitung". Diese These allein aufgrund des Obergutachtens ist allerdings sehr gewagt, weil die Berner Expertise Wehrli in substanziellen Teilen auch belastet. Nach Vermutungen von OnlineReports wird der Fall sicher nicht so schnell zu den Akten wandern. Auch wenn für Samuel Wehrli weiterhin die Unschuldsvermutung gilt, ist eine Anklageerhebung keineswegs ausgeschlossen. Der Liestaler Statthalter Daniel Spichty wollte sich zum laufenden Verfahren nicht äussern. Er erklärte gegenüber OnlineReports lediglich, dass die Akten "im Verlaufe des nächsten Monats an die Staatsanwaltschaft überwiesen werden, sofern seitens der Parteien keine neuen Beweisanträge gestellt werden".

* Name geändert

18. Juli 2001

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"Sein Ersatz, Denis Zakaria, ist ein Versprechen für die Zukunft, gestern war er ein Ballfriedhof der Gegenwart."

Basler Zeitung
vom 4. Juni 2018
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Offensiv-Metaphorik der Sportberichterstattung.

Frisch pubertiert

Küssen, nicht spucken!
RückSpiegel


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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


Dominique Tellenbach, bisheriger Direktor der Berufsfachschule Basel, wird ab 1. Februar 2019 neuer Rektor der beiden Gewerblich-industriellen Berufsfachschulen Liestal und Muttenz gewählt.

Alexander Lenzlinger wird ab 1. August neuer Finanzchef der IWB und Nachfolger von Michael Ackermann, der eine längere berufliche Auszeit nimmt.

• Die Grünen Baselland folgten dem Vorstand und nominierten Isaac Reber für die Regierungsratswahlen 2019 (dritte Amtsperiode).

• Die Basler Grünliberalen lancieren in Riehen eine Petition zum Thema Kunststoff-Recycling, die sowohl in Riehen wie in Basel eingereicht wird.

• Seit 1. Juni ist Bettina Bühler als Nachfolgerin von Birgit Sachweh Geschäftsführerin des Frauenhauses beider Basel.

• Laut einer Studie des Versicherungskonzerns "Baloise" ist Fussball die "gefährlichste Sportart der Welt", da sich jeder vierte Sportunfall in dieser Gattung ereignet.

Anja Bandi übernimmt Anfang Juni von Marc Lüthi die Gesamtleitung der Abteilung Bestattungswesen der Stadtgärtnerei Basel.

• Noch eine neue Aufgabe für die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger: Sie wird anstelle der zurücktretenden Christine Gorrengourt Verwaltungsrätin der BLT.

Erfolgreich verlief der ausserordentliche Sirenentest am 23. Mai in beiden Basel.

• Der Baselbieter FDP-Landrat Andreas Dürr wurde als Nachfolger von Urs Schweizer zum neuen Präsidenten des ACS beider Basel gewählt.

• Die Basler Energieversorgerin IWB steigerte 2017 den Umsatz auf 739 Millionen Franken, doch fiel der Jahresgewinn mit 74 Millionen Franken wegen Wertberichtigungen und Rückstellungen um 33 Millionen Franken niedriger aus als im Vorjahr.

• Die Baselbieter FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger wurde zur Vizepräsidentin des Schweizerischen Gewerbeverbands gewählt.

• Nach Konditionstrainer Marco Walker verlässt nun auch Fitness-Chef Werner Leuthard (56) per Ende Saison den FC Basel.

Barbara Gafner soll zur neuen Vorsteherin der unabhängigen staatlichen Finanzkontrolle des Kantons Baselland gewählt werden.

• Die Baselbieter FDP-Sektionen Binningen und Bottmingen haben in getrennten Abstimmungen die Fusion zur FDP Binningen-Bottmingen beschlossen.

• Die BKB-Filiale am Basler Neuweilerplatz 1, während der letzten Monate umfassend modernisiert, wurde am 5. Mai mit einem Eröffnungsfest für das Quartier neu eröffnet.

• Die Baselbieter Grünen werden in der Oberwiler Dorfpolitik aktiv, indem sie die Themen und das personelle
Engagement der sich auflösenden Neuen Liste Oberwil (NLO) übernehmen.

• Der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer übernimmt per 1. Mai das Präsidium der Stiftung "éducation21", einer Fachagentur der Schweizerischen Erziehungsdirektoren-Konferenz (EDK), die sich der Bildung für nachhaltige Entwicklung widmet.

10'454 Patienten weist die Psychiatrie Baselland für das Geschäftsjahr 2017 aus.

Peter Brodmann wird neuer Baselbieter Kantonschemiker und Leiter des Amts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen als Nachfolger von Peter Wenk, der Ende August in Pension geht.

• Die Grünen Baselland nominieren im Hinblick auf die Delegiertenversammlung vom 5. Mai in Olten Landrätin Florence Brenzikofer als Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

• Der Gemeinderat von Birsfelden hat auf einen Vorstoss von Désirée Jaun (SP)beschlossen, als erste Gemeinde in der Nordwestschweiz die Auszeichnung als "Fair Trade Town" anzustreben.

• In der Amtsperiode 2018-2022 bilden die Grünliberalen (GLP) im Einwohnerrat Riehen gemeinsam mit dem parteilosen David Moor eine Fraktion.

• Die Basler Badesaison beginnt im beheizten Sportbad St. Jakob (28. April), in den unbeheizten Becken des Gartenbads St. Jakob (12. Mai), im Gartenbad Eglisee (19. Mai) und im Gartenbad Bachgraben infolge Sanierungsarbeiten (2. Juni 2018).

• Die SP Muttenz hat an ihrer Generalversammlung Kathrin Schweizer einstimmig als Regierungsrats-Kandidatin der SP Baselland nominiert.

• Nach fast zwanzig Jahren Tätigkeit verlässt Moderatorin Tamara Wernli Telebasel, weil sie sich künftig aufs Schreiben konzentrieren will.

• Die Gemeinde Riehen ist laut der Einschätzung des Gemeinderates "weiterhin kein Hotspot für kriminelle Aktivitäten".

Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".