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"Noch so üble Katastrophen": Basler Fasnachts-Sujet 2011

Sie sind da: Die so ersehnten "drey scheenschte Dääg"

Warmes, trockenes Wetter sorgte für gute Stimmung beim Basler Fasnachts-Auftakt


Von Ruedi Suter


Die drei unvergleichlichen Tage Basels fanden heute um punkt 4 Uhr ihren fulminanten Anfang. Das Fasnachtssujet der 482 Gruppierungen: "Zämme fägts". Gestartet wurde mit warmem Wetter und – wen wundert's – in bester Stimmung.


Ja, wir dürfen erleichtert vermelden: Auch dieses Jahr wurde in Basels jählings verdunkelter Innenstadt mit einem tausendstimmigen Aufstöhnen heute um punkt 4 Uhr der Morgenstreich begrüsst, die Fasnacht 2011 angepfiffen und eingetrommelt. "Morgestraich – vorwärts marsch!" brüllten die wackeren Tambourmajore und schon setzten sich die Cliquen mit ihren Laternen geordnet in Bewegung, gefolgt und gesäumt von Abertausenden von Schau- und Hörfreudigen, die wenigstens für einmal im Jahr in aller Herrgottsfrühe locker aus den Federn gehüpft zu sein schienen.

Die Luft war neun Grad warm, und der zunächst trockene Himmel liess im Verlaufe des frühen Morgens nur ein paar wenige, durchaus erträgliche Regentropfen in die Gassen fallen. Die winzigen oder auch riesigen Laternen – viele zeugten auch diesmal von eigentlichen Spitzenleistungen an malerischem Können und Esprit. Sie sind ein geschmackvoller Beweis dafür, dass in dieser Stadt Menschen leben, die kunstfertig und mit Witz und Ironie Ereignisse aller Art eines vergangenen Jahres zu interpretieren wissen.

Und seien es auch noch so üble Katastrophen wie die von Menschen gemachte Verölung des Meeres im Golf von Mexico. Da sind wir doch jetzt schon gespannt, wie die gerade jetzt parallel zur Fasnacht ablaufenden Geschehnisse um das Monstererdbeben in Japan vom letzten Freitag und die Wasserstoffexplosionen im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi an der Fasnacht 2012 thematisiert werden.

"Mir gsehn schwarz"

Diesmal widmeten sich die Cliquen mit ihren Ladäärne-Süüschees natürlich – wie meistens – auch den Basler Regierenden, dem Papst, dem Bundesrat und dem Militär, dem Verhältnis zwischen Mann und Frau, dann aber auch der schlingernden Basler Zeitung, dem umkämpften Rauchverbot, den "fremden" Basler "Läggerli", dem Zügeln der Basler Zolli-Affen, eben der Ölkatastrophe ("Mir gsehn schwarz") oder dem französischen Staatspräsidenten Sarkozy ("L'éclat c'est moi"), um ein paar wenige zu nennen.

Klar, dass Besuchende wie Aktive – 12'000 sollen es laut Fasnachts-Comité wiederum sein – neben den musikalischen und intellektuellen Genüssen auch auf das obligate Morgestraich-Frühstück nicht verzichten wollten. So weit wir beobachten konnten, fanden auch diesmal "Määlsuppen" (Mehlsuppen), "Kääswaijen" (Käsekuchen) und "Ziibelewaijen" (Zwiebelkuchen) reissenden Absatz.

Gewaltige Leistungen

Wie viele Besucherinnen und Besucher jeweils die berühmte Fasnacht der Basler und Baslerinnen besuchen, kann nur geschätzt werden. Man rechnet mit sorgfältig geschätzten 200'000 Besuchenden. Auch keine genauen Zahlen gibt es über jene Stadtbewohner, denen das fasnächtliche Treiben in der Rheinstadt auf den Wecker geht und die aus Basel "flüchten".

Gemäss einer Studie der Fachhochschule beider Basel (FHBB) aus dem Jahre 2005 "werden weit über 500'000 Arbeitsstunden pro Jahr" ehrenamtlich für die Fasnacht eingesetzt. "Dies entspricht einer Leistung von rund 300 vollen Arbeitsstellen im Dienste von einzigartiger Gesellschaftsverbindung durch alle sozialen Schichten sowie wertvoller Traditionspflege", heisst es anerkennend. Auch finanziell sind die "drei schönsten Tage" interessant.
Um eine der eindrücklichsten – pardon – Karnevale der Welt durchzuführen, würden jährlich gegen 30 Millionen Franken ausgegeben. Die Studie: "Damit ist die Fasnacht ein wichtiger und fester Wert für das regionale Gewerbe."

Heute morgen allerdings, noch vor dem Lichterlöschen zum Auftakt des Morgenstreichs, wunderte sich die Polizei über "einen eher unüblich hektischen Fasnachtsauftakt", wie ihr Sprecher Klaus Mannhart in einer Medienmitteilung erklärte. Der Grund: In der Nacht sei es "immer wieder zu Schlägereien teils der gröberen Art" gekommen, so dass die "Schugger" eingreifen mussten.

Aber auch die Sanität war beschäftigt. Sie musste allein nach 2 Uhr insgesamt 12 Einsätze bestreiten, um Leute mit Verletzungen oder einem zu hohen Alkoholpegel ins Spital zu schaffen. Vor allem in der Steinentorstrasse seien betrunkene Leute "immer wieder" aufeinander losgegangen. Überdies machten stocknüchterne Wagenbesitzer der Polizei zu schaffen, weil neun von ihnen "vergessen" hatten, ihre Karossen aus der Fasnachtszone wegzustellen. Die Autos mussten abgeschleppt werden.

Die diesjährige Basler Fasnacht wird – doch daran mag zurzeit kein Tambour und keine Tambourin, kein Pfyffer und keine Pfyfferin denken – am Mittwoch, 16. März, ihr Ende finden. Bis dahin dauert es für die echten Fasnächtler noch eine schöne Ewigkeit. An diese schliesst sich allerdings gleich eine nächste, diesmal aber qualvolle Ewigkeit an. Sie wird bis zum Lichterlöschen am Morgestraich 2012 ausgehalten werden müssen.

14. März 2011

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"Personenwagen entfernt sich nach Kollision mit Velo von der Unfallstelle"

Polizei Basel-Landschaft
Titel einer Medienmitteilung
vom 28. Mai 2019
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In solchen Fällen schalten die PWs den Flucht-Autopiloten ein.

RückSpiegel


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Telebasel, das Regionaljournal, die Basler Zeitung und die BZ Basel nahmen den OnlineReports-Primeur über die Massenkündigung von Mietern der Hochhäuser am Basler Schorenweg auf.

In einer Buchbesprechung über LSD zitierte die Basler Zeitung aus einem OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2006.

La Liberté zitiert in einer Vorschau Peter Knechtli zur geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler in der Region Basel.

In ihrem Bericht über den Verkauf der "Winkler Livecom" durch die MCH Group zitiert die Basler Zeitung einen OnlineReports-Bericht aus dem Jahr 2007.

In ihrer Analyse über die Zukunft der Basler Medienlandschaft ging die BZ Basel auch auf OnlineReports ein.

Die BZ Basel schrieb OnlineReports eine Meldung über eine Baselbieter Richter-Karriere ab.

Die Basler Zeitung und Telebasel griffen die OnlineReports-Recherche über die aggressive Mietzins-Erhöhung der Schweizerischen Rheinhäfen gegenüber dem privaten Sportboot-Hafen auf.

Telebasel zitierte zur Einleitung des "Sonntalks" über Prämienverbilligungen aus dem OnlineReports-Kommentar "Anton Lauber muss sozialer werden".

Die NZZ nimmt in ihren Hintergrund-Artikel über "Basel in der Abseitsfalle" auf einen OnlineReports-Leitartikel Bezug.

Eine Kolumne in der Basler Zeitung erinnert daran, dass OnlineReports über die Verlegung der Tram-Haltestelle vom Spalentor in die Spalenvorstadt berichtet hat.

Die Basler Zeitung publiziert aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Porträt zur Entwicklungsgeschichte.

Prime News führte aus Anlass des 20-jährigen Bestehens von OnlineReports ein ausführliches Interview mit Chefredaktor Peter Knechtli.

In ihrem Bericht über einen hartnäckigen Streit um das Basler Restaurant "Löwenzorn" nimmt die Basler Zeitung auf einen früheren OnlineReports-Bericht Bezug.

Die Nachrichtenagentur SDA erwähnt OnlineReports und seine schwarzen Zahlen seit zwanzig Jahren im Zusammenhang mit der Einstellung der "Tageswoche".

Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Am 21. Juni fand der Spatenstich für den Neubau des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts) im BaseLink-Areal in Allschwil statt.

• Die Generalversammlung der "SVP Frauen Basel-Stadt" wählte Gianna Hablützel-Bürki einstimmig zur neuen Präsidentin.

• Nach elfjähriger Tätigkeit als Bürgerrätin der Basler Bürgergemeinde tritt die Juristin Gabriella Matefi auf Ende Jahr zurück.

• Die Nationalratsliste der Jungen LDP: Benjamin Grob, Emélie Dunn, Benjamin von Falkenstein, Adrienne Strahm und Michael Hug.

• Der frühere BVB-Kommunikations-Chef Stephan Appenzeller tritt die Nachfolge von Stephan Maurer als Präsident der IGöV Nordwestschweiz an.

• Die Nationalrats-Kandidierenden der EVP Baselland: Elisabeth Augstburger, Liestal; Sara Fritz, Birsfelden; Martin Geiser, Gelterkinden; Andrea Heger, Hölstein; Werner Hotz, Allschwil; Lukas Keller, Bottmingen

• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

• Die Wintersingerin Nicole Roth wird neue Präsidentin der Jungen SVP Baselland (JSVP BL).

Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

• Der Arzt, Uni-Dozent, LDP-Grossrat, Meister E.E. Zunft zum Goldenen Stern und Aktivfasnächtler Raoul Furlano ist neuer Obersperber des Basler Sperber-Kollegiums.

• Eine Baselbieter Rentnerin übergab einem "falschen Polizisten" Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken.

• Bei einem budgetierten Gewinn von 3 Millionen Franken schloss die Baselbieter Staatsrechnung mit einem Überschuss von 56 Millionen Franken.

• Die "Starke Schule Baselland" hat den Rückzug der Initiative "Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern" bekanntgegeben.

• Ein Referendums-Komitee hat am 30. März 5’000 Unterschriften für das Referendum gegen die "Lautsprecher-Beschallung" in Basel der Staatskanzlei übergeben.

• Die Rechnung 2018 des Kantons Basel-Stadt schliesst mit einem Überschuss von 283 Millionen Franken ab und liegt damit um 150 Millionen Franken über dem Budget.

• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

• Die Einführung von Mitarbeitergesprächen und einer leistungsabhängigen Lohnentwicklung bei den Baselbieter Kantonsangestellten führt dazu, dass die "Liga der Baselbieter Steuerzahler" ihre Verfassungsinitiative "Für eine vernünftige staatliche Personalpolitik" zurückzieht.

• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

• Die Grünliberalen Frauen Schweiz haben die bisherige Vizepräsidentin, die Oberwilerin Tanja Haller, zu ihrer neuen Präsidentin gewählt.