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"Das ist der Sauerstoff": Christoph Merian Stiftungs-Manager*

Quartierzentrum St. Johann Anfang 2009 bezugsbereit

Christoph Merian Stiftung treibt Quartierentwicklung weiter und bietet sich als Stiftungsverwalterin an


Von Peter Knechtli


Die Projekte der Christoph Merian Stiftung (CMS) zur Aufwertung des Basler St. Johann-Quartiers schreiten fast alle planmässig voran. Eine Verzögerung erfährt der Umbau des Quartierzentrums. Gleichzeitig bietet sich die CMS als Verwalterin von Vermögen, das in eine "gute Sache" investiert werden soll.


Das Basler St. Johann-Quartier wird um ein beträchtliches Stück lebendiger: 15 von 17 Projekten zum Ideenwettbewerb "St. Johann denkt" sind laut Abteilungsleiter Walter Brack, innerhalb der CMS für Soziales und Stadtentwicklung zuständig, bereits realisiert. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb von der Christoph Merian Stiftung, die sich nach ihrem Schwerpunkt-Engagement im Kleinbasel bis ins Jahr 2010 auf die Entwicklung des St. Johann-Quartiers fokussieren will.

Quartier soll lebenswerter werden

250'000 Franken investierte die Stiftung in eine vielfältige Auswahl an Projekten, die das Leben im Quartier einfacher, schöner und bereichernder machen sollen: Vom "Schreibbüro", das Bewohnende bei Bedarf beim Briefeschreiben unterstützt, über Begegnungs- und niederschwellige Sportaktivitäten bis zur offenen Velowerkstatt, zum Quartiermarkt und zum multikulturellen Kinder- und Jugendfest reichen die Projekte.

Dieser Wettbewerb ist nur ein Projekt innerhalb eines Zehn-Punkte-Programms, das die CMS im Februar 2006 präsentierte. So arbeitet seit Anfang dieses Jahres Nicole Fretz als Quartierkoordidnatorin. Sie wird nach dem Umbau in das Quartierzentrum einziehen, das sich in der Liegenschaft des früheren Restaurants "Landskrongarten" befinden wird. Letztes Jahr erwarb die CMS das Haus von der Pensionskasse "Abendrot".

Neues Zentrum, neuer Pavillon

Allerdings geriet das Zentrums-Projekt ins Stocken: Statt im Winter 2007/2008, wie ursprünglich geplant, kann die umgebaute Liegenschaft erst Anfang 2009 bezogen werden, wie Projektleiterin Monika Wirth bekanntgab. Grund: Die Umbaupäne waren so umfangreich, dass sie angesichts des Kostendachs von 2,4 Millionen Franken überarbeitet werden mussten. Noch dieses Jahr sollen die Baueingaben erfolgen, Baubeginn soll im Mai/Juni kommenden Jahres sein. Dafür konnte die CMS bereits vier wichtige Quartierinstitutionen als Mieter gewinnen und das Haus damit vollständig belegen: Den Quartiertreffpunkt Davidseck, die Kontaktstelle für Eltern und Kinder, die Quartierkoordinatorin und die Spitex St. Johann.

Ein weiteres Belebungs-Projekt ist ein neu geschaffener Pavillon im St. Johanns-Park, in dem ein Café, ein offener Kindertreff ("Spilruum St. Johann") und der Neutrale Quartierverein St. Johann einziehen werden. Überdies soll der Bevölkerung ein Veranstaltungsraum zur Verfügung gestellt werden. 45 Teams beteiligten sich am Wettbewerb, der eine Teilumgestaltung des Parks miteinschliesst. Ende Januar werden die Projekte juriert. Die Eröffnung ist im Jahr 2010 geplant. In die Kosten von vier Millionen Franken teilen sich die CMS und der Kanton.

CMS als Stiftungsverwalterin

Am heutigen Mediengespräch positionierte sich die CMS einmal mehr als Stiftung, die andere Stiftungen verwaltet und über weiteren Zuwachs an Vermächtnissen nicht unglücklich wäre. Willkommen sind laut Direktor Christian Felber Stifter, die ihr Vermögen oder Teile davon "gemeinnützig einsetzen" möchten. Bereits heute verwaltet die CMS 21 Stiftungen mit einem Vermögen von 90 Millionen Franken. Bis in fünf Jahren will Felber auf deutlich über 100 Millionen Franken wachsen. Daneben besteht auch die Möglichkeit, mit kleineren Beträgen ab 10'000 Franken, genau definierte Projekte zu unterstützen (wie etwa den Einbau einer Verstärkeranlage im Kleinbasler Kulturzentrum "Union"). Die CMS richtet sich an Stifter, die ihr Geld nicht auf Banken hüten, sondern sinnvoll und nachhaltig investieren möchten. Dies, sagte Felber mit Bezug auf die Projekte im St. Johann, "ist auch unser Sauerstoff": "Was uns antreibt, sind Inhalte."

CMS-Präsident Lukas Faesch sieht in der verstärkten Zusammenarbeit unter Stiftungen ein beträchtliches Wachstums- und Wirkungspotenzial. Doch stecke das Kooperationsbewusstsein "noch in den Kinderschuhen". Grund: Noch immer sei es das Selbstverständnis vieler Stiftungen, "lieber im Stillen zu wirken als im Rampenlicht und damit unter Beobachtung der Öffentlichkeit zu stehen". Komme es zu einer Kooperation, müssten die Stiftungen lernen, "eigene Eitelkeiten rigoros zu verbannen" und das "mediale Interesse" gleichmässig auf die Akteure zu verteilen.

Gundeldinger Quartier am Horizont

Vielleicht können die Früchte künftiger Stifter schon in einem neuen Wirkungsfeld der CMS in Richtung Dreispitz-Areal geerntet werden: Nach dem St. Johann-Quartier will sich die Christoph Merian Stiftung dem Gundeldinger Quartier zuwenden.

* v.l.n.r.: Lukas Faesch, Christian Felber, Monika Wirth, Walter Brack

30. Oktober 2007

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Heidi Mück und Tonja Zürcher bleiben laut Wahl durch die Mitglieder für weitere zwei Jahre Co-Präsidentinnen von "Basta".