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"Unser Bestes gegeben": Unfallort Hallenbad "Gitterli" in Liestal

Liestaler Badeunfall: Vorwürfe an Aufsichtspersonal

Bei Bergung und Rettung der beiden beinahe ertrunkenen Knaben seien die Bademeister überfordert gewesen


Von Peter Knechtli


Ein schlimmer Badeunfall ereignete sich gestern Sonntagnachmittag im Liestaler Hallenbad "Gitterli". Dass zwei Buben überlebten, war vor allem auch der unerschrockenen Hilfe von zivilen Badegästen zu verdanken. Eine Retterin und ein Helfer üben nun harte Kritik an den Bademeistern. Die Aufsichtsverantwortlichen weisen die Vorwürfe zurück: "Wir haben unser Bestes gegeben."


Im Hallenbad "Gitterli" war Kinderspielnachmittag, das Bassin war dicht mit spielenden Kindern belegt, als sich die schreckliche Situation abspielte. Ein Bub versank nach einem missglückten Sprung auf eine Spielzeuginsel im Schwimmerbecken ebenso wie sein Bruder, der ihn retten wollte. Wie lange die beiden acht- und neunjährigen Buben unter Wasser waren, ist unklar. Offenbar müssen die beiden dunkelhäutigen Badegäste, beide des Schwimmens unkundig, auch deshalb nicht sofort entdeckt worden sein, weil zumindest einer von ihnen auf den schwarzen Bahnstreifen am Bassinboden lag. Erst auf Signale der älteren Schwester hin konnten die beiden Buben geborgen werden.

"Mühe mit Krisen-Management"

Die 30jährige Pflegefachfrau Franziska Belasi* befand sind im Hallenbad, als der - durch ein Mädchen ausgelöste - Alarm losging und sie auf die beiden regungslos am Bassinrand liegenden Buben aufmerksam wurde. Ein Arzt war bereits mit der Reanimation beschäftigt, als die Frau ebenfalls einen Buben reanimierte. "Ich will mich nicht negativ über die Bademeister äussern, aber sie waren nach Alarmausbruch ziemlich lange nicht zur Stelle." Auch die Kassen-Frau habe "nicht gewusst, wo die Bademeister sind" und wie sie erreicht werden könnten. Unterdessen hatten sich um den Unfallort zahlreiche Schaulustige versammelt. Die Bademeister hätten indes das Krisenmanagement "nicht im Griff gehabt" und die Schaulustigen nicht aus der Halle verwiesen.

Diese Aufgabe übernahm dann ein Badegast, der sich - wie er OnlineReports erklärte - wunderte, wie ein Bademeister scheinbar gemütlich zur Unfallstelle schritt. Auch hätten die Aufsichts-Profis nicht den Eindruck erweckt, in der Zusammensetzung des Reanimiergerätes sehr geübt zu sein. Die Bademeister hätten "zu keiner Zeit der Bergung und Rettung eine zentrale Rolle gespielt". Badegäste hätten schliesslich Tücher herbei gebracht, um die unterkühlten Knaben einzuwickeln.

"Bademeister holte sie aus dem Wasser"

Eine ganz andere Position nimmt "Gitterli"-Geschäftsführer Christoph Leupi ein. Er weist die Vorwürfe zurück: "Wir haben alle uns Bestes gegeben", sagte er gegenüber OnlineReports. Zutreffend sei, dass sich der zuständige Bademeister zum Zeitpunkt des Unfalls nicht in der Schwimmhalle befand, sondern zufälligerweise in der daneben liegenden Loge, in der er ein Mädchen mit einer Platzwunde behandelte. Der Alarm aber sei auf Veranlassung dieses Bademeisters ausgelöst worden. Er sei es auch gewesen, der die beiden Buben aus dem Wasser geholt habe. Darauf hätten sich der Bademeister, zwei zufällig anwesende Ärzte des Kantonsspitals Liestal und weitere Helfende um die Verunfallten gekümmert.

Der zweite - für das Freibad zuständige - Bademeister sei tatsächlich etwas später eingetroffen, weil er sich "in der hintersten Ecke des Gartenbades aufgehalten" habe. Leupi wies auf die Schwierigkeit des Bademeisters hin, möglichst das ganze Bad unter angemessener Kontrolle zu halten. Zutreffend sei, dass sich anfänglich zahlreiche Schaulustige am Unfallort aufgehalten hätten, und "dass wir Mühe hatten, die Leute wegzubringen". Den Rettungskräften sei der Zugang zur Unfallstelle aber nicht versperrt gewesen. Er habe die Situation deshalb auch "nicht als ein Drunter und Drüber empfunden". Die Bademeister würden regelmässig in Sicherheitsfragen aus- und weitergebildet. Dass in einem solchen Ernstfall Hektik und Nervosität aufkämen, sei normal. Leupi verwies auch auf einen andern Aspekt, der Bademeistern zu schaffen macht: "Es wird halt schon schwierig, wenn die Eltern im Schwimmbad ihre Kinder abgeben, die nicht schwimmen können."

Die beiden Verunfallten waren Tamilien. Der jüngere Knabe sei, so erfuhr OnlineReports, "einigermassen wohlauf". Der Zustand seines älteren Bruders ist nicht bekannt.

* Name durch Redaktion geändert

8. Mai 2006


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"Eltern sind in erster Linie für Kinder verantwortlich"

Vor allem die Mutter müsste zur Rechenschaft gezogen werden, die ihre schwimmunkundigen Kinder einfach im Bad abstellt und sich dann entfernt. Schliesslich sind die Eltern in erster Linie für ihre Kinder verantwortlich.


Alexandra Nogawa, Basel


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• Die Stadt Weil am Rhein und der Kanton Basel-Stadt veranstalten gemeinsam einen städtebaulichen Studienauftrag für das Areal Otterbach Süd in Weil am Rhein, das sich im Eigentum der Einwohnergemeinde der Stadt Basel befindet.

• Der SP-Vizepräsident Mustafa Atici tritt Ende Mai aus dem Grossen Rat zurück und nach damit seiner Nachfolgerin Michela Seggiani Platz.

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Anna Holm wird Präsidentin der Juso Baselland, Jasmine Bosshard und Noam Schaulin firmieren als Vizepräsidium.

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• Die Universität Basel vergibt den Auftrag zur Realisierung des Ersatzneubaus Departement Biomedizin an das Basler Architekturbüro Burckhardt+Partner.

• Der Ständerat hat am 7. März einstimmig die Aufnahme der Projektierungskosten für die Durchmesserstrecke Herzstück in den Bahnausbauschritt 2035 beschlossen.

Michael Wilke wird neuer Leiter der Fachstelle Diversität und Integration in der Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt und Nachfolger von Andreas Räss, der neuer Leiter des Baselbieter Amts für Migration und Bürgerrechte wird.

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• Die Basler Regierung spricht sich im Rahmen der Konsultation zum Entwurf des institutionellen Abkommens Schweiz-EU für eine Unterstützung des vorliegenden Abkommens aus.

• Die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) haben mit fast 128 Millionen Fahrgästen letztes Jahr 2,2 Prozent weniger Fahrgäste befördert – dies vor allem wegen Gleiserneuerungs-Arbeiten.

• Das von SVP- und FDP-Kreisen getragene Komitee gegen das vom Grossen Rat beschlossene Neubauprojekt "Naturhistorisches Museum / Staatsarchiv" hat fristgerecht das Referendum mit über 2'700 Unterschriften eingereicht.

• Das Basler Tiefbauamt erteilt Gabriel Pellicanò und Alfredo Ogi den Zuschlag für den Betrieb des Gastro-Kiosks "Hamburgeria Pellicano" an der Feldbergstrasse, der ab Frühjahr in Betrieb gehen soll.

• Mit 18'000 Besuchenden, davon 14'000 Kindern und Jugendlichen und über 300 Schulklassen verzeichnet die "tunBasel" einen Besucherrekord, der sogar das Spitzenjahr 2017 übertraf.

• Die Juso Basel-Stadt haben ihre Nationalrats-Bewerbenden nominiert: Seyran Dilekci (20), Nicolas Eichenberger (28), Livia Kläui (21), Nino Russano (18) und Lucas Wirz (29).

Jochen Kirsch wird neuer Direktor der "Mission 21" und somit Nachfolger von Claudia Bandixen, die Ende August in Pension geht.

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