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"Unterwasserlärm kann töten": Küstengewässer vor Tansania

Sterbende Meereswelten oder die fehlende Unschuld der Schweizer

Die Organisationen "OceanCare" und "Fair-fish" versuchen den Schweizern die Meeresgeheimnisse näherzubringen


Von Ruedi Suter


Den Ozeanen droht der Kollaps. Als Abfalldeponien missbraucht und von zahlreichen menschlichen Aktivitäten übernutzt, ist die Zukunft der Meere und ihrer Lebewesen arg gefährdet. Am Zustand der für die Menschheit wichtigen Ozeane sind auch Schweizer und Schweizerinnen als Bewohner eines Binnenlandes mitverantwortlich.


Ein Meer hat die Schweiz keines. Aber Schweizer und Schweizerinnen haben trotzdem einiges mit dem zunehmend desolateren Zustand der Weltmeere zu tun. Ihre im Alpenland produzierten Abgase und Abfälle, verweht oder von den Flüssen in die Meere gespült, tragen dazu bei, die Lebensräume der Ozeane in gigantische CO2- und Mülldeponien zu verwandeln.

Denn rund 80 Prozent der weltweiten Ozeanverschmutzungen entstehen im Landesinnern. Die Ozeane, wichtigster Sauerstoffproduzent der Erde, werden fortlaufend saurer, da sie viel CO2 speichern. Dies kann nicht ewig andauern – auch der "Speicher Meer" ist einmal voll. Das Treibhausgas bedroht in den Ozeanen, einmal verwandelt in Kohlensäure, die Tier- und Pflanzenwelt, zerstört Korallen, Muscheln, Schalentiere und damit zentrale Grundlagen der Unterwasser-Nahrungskette.

Baldiges Planschen im "Plasticwasser"?

Herr und Frau Schweizer verwenden aber auch haufenweise Plastic, das beispielsweise als Petflasche oder Plasticsack oder zu Kleinstgebilden zerrieben ebenfalls in den Meeren landet. In ihnen treiben unterdessen mindestens fünf halbe Kontinente von Plasticzivilisationsmüll. Einer der grössten kreist im Nordpazifik als "Great Pacific Garbage Patch", ein von Auge kaum wahrnehmbares  Riesengebilde aus Mini-Pellets von der vierfachen Grösse Deutschlands.

Schliesslich ernähren sich Schweizer und Schweizerinnen auch gerne von Meerfischen, und in den Ferien baden und tauchen zahlreiche Touristen aus dem Bergland im Meerwasser. Und schliesslich benutzen sie Techniken, die mit Rohstoffen hergestellt oder angetrieben werden, welche zuvor ebenfalls den Meeren entrissen worden sind. Ein Trend, der mit dem neuen Wettrennen der Staaten und Konzerne auf Rohstoffe im Meeresboden zunehmen wird. Kurzum: Den Menschen des Binnenlandes Schweiz ist es kaum möglich, die Hände in Unschuld zu waschen. Auch sie sind – indirekt oder direkt – Teil der alarmierenden Meereszerstörung.

In 40 Jahren keine Meerfische mehr?

Dass auch den Meeren mit einem veränderten Konsumverhalten besser Sorge getragen werden muss, dringt hierzulande aber ebenfalls langsam ins allgemeine Bewusstsein. Dies nicht zuletzt dank dem Einsatz zweier kleiner und effizienter Nichtregierungsorganisationen. Die eine heisst "Fair-fish", aufgebaut vom Journalisten Heinzpeter Studer. Die Organisation (www.fair-fish.ch) kämpft aufklärend und auf diversen Ebenen für eine bessere Behandlung des Mitwesens Fisch.
 
"Fair-Fish" zeigt nicht nur Fischern, wie ein Fisch ohne Quälerei getötet werden kann, die Organisation warnt beharrlich auch vor dem Leerfischen der Meere. Die Hälfte aller Fischbestände ist ihrer Erkenntnis nach bereits bis an die Grenzen befischt, "ein Viertel sogar überfischt". Die Konsequenz für uns Konsumierende liefert sie auch gleich mit: Mehr als einmal im Monat Fisch zu essen, führe noch rascher zu leeren Weltmeeren. Denn sollte der heutige Raubbau an den Meeren und die Fischwilderei durch industrielle Fischereiflotten so weitergehen, glauben diverse Experten, gebe es in 40 Jahren keine Meerfische mehr. Damit hätte die Menschheit ein sich heute bereits abzeichnendes Ernährungsproblem unvorstellbaren Ausmasses mehr zu bewältigen.

Tödliches Lärm-Inferno unter Wasser

Die andere schweizerische Organisation mit Zielsetzung  Wasserlebewesenschutz heisst "OceanCare". Sie hat eben letzte Woche von der UNO den Spezialberater-Status zugesprochen erhalten. Ihre treibende Kraft, Mitbegründerin und Präsidentin Sigi Lüber, kämpft seit über zwei Dekaden gegen die Jagd auf Meeressäuger, unter anderem auch an der Internationalen Walfang-Kommission (IWC). Der neu errungene UNO-Status freut Lüber: "Mit dieser Anerkennung wird es für uns einfacher werden, unsere Anliegen vor wichtigen UNO-Gremien zu vertreten und für Wale und Delphine sowie für den Schutz und Erhalt ihres Lebensraums einzustehen."

"OceanCare" (www.oceancare.org) thematisiert heute auch über die 2002 von ihr gegründete "Europäische Koalition für lärmfreie Ozeane" (Ecso) als führende Kraft ein noch oft verdrängtes Problem: Der von Menschen erzeugte Unterwasserlärm in den extrem fragilen Unterwasserwelten. Der für 55 Fischarten und Korallen bereits nachgewiesenermassen gesundheits- oder gar lebensbedrohende Krach wird unter anderem von immer grösseren Schiffsmotoren, aber auch von den Sonarsystemen der Kriegsflotten, von Detonationen bei Marineübungen,  Unterwassersprengungen durch illegale "Dynamitfischer" und zunehmend auch von seismischen Unterwassermessungen der Erdölindustrie zum Aufspüren neuer Ölquellen auf den Meeresböden verursacht.

"Wale verlieren durch Lärm ihre Orientierung"

"Statt Symptombekämpfung möchten wir international die Voraussetzungen ändern, um den Fischen das Weiterleben zu ermöglichen", erklärte Sigi Lüber gegenüber OnlineReports. Deshalb kämpfe man für die Errichtung neuer Schutzzonen in den Ozeanen, gegen die selbstmörderische industrielle Überfischung und eben – für "stille Ozeane". Denn der Lärm sei für die oftmals sehr sensiblen Meereswesen häufig auch tödlich.

So verletze er beispielsweise "die hochempfindlichen Hörorgane" der Wale und Delphine. Oder er verunmögliche die Kommunikation oder die Suche nach Nahrung und Paarungspartnern. Lüber: "Im schlimmsten Fall verlieren Wale ihre Orientierung, sie stranden – und verenden qualvoll. Die UNO ist das ideale Gremium, um eine Lösung für dieses grenzüberschreitende Problem zu fordern und umzusetzen."

Das überall anschwellende Unterwassergetöse und seine verheerenden Auswirkungen auf die Fischwelt bewegt auch Janice Jakait, eine deutsche Spitzensportlerin. Sie entschloss sich, im Dezember mit einem Ruderboot in den Atlantik zu stechen und geschätzte vier Monate lang mutterseelenallein nach Amerika zu rudern. Das sind 7’000 Kilometer über eine einst wundervolle Wellenwelt, die tief unter ihr wieder zu ihrer alten Ruhe finden soll.

29. August 2011

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Weitere RückSpiegel

In einem Satz


• Da die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung in Basel-Stadt im kommenden Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent ansteigen, passt die Regierung die Prämienbeiträge des Kantons für Haushalte mit bescheidenem Einkommen im gleichen Umfang an.

• Für den 9. Basler Pop-Preis sind folgende Bands nominiert: Alma Negra (Electronic World Music, Basel), Audio Dope (Electronic Music, Basel), Schammasch (Avantgarde Metal, Liestal), We Invented Paris (Indie-Pop, Liestal) und
Zeal & Ardor (Black Metal/Gospel, Basel.

• Weil sich FDP und SVP nicht auf eine gemeinsame Kandidatur für die Ersatzwahl in den Stadtrat von Liestal einigen konnten und "alle offiziell Kandidierenden wählbar" sind, verzichtet die CVP auf eine Wahlempfehlung.

• Die Wettbewerbs-Kommission hat entschieden, den geplanten Zusammenschluss zwischen dem Universitätsspital Basel und dem Kantonsspital Baselland ohne Auflagen zu genehmigen.

Endress+Hauser übernimmt die deutsche IMKO Micromodultechnik GmbH mit Sitz in Ettlingen, einen Hersteller innovativer Systeme zur Feuchtemessung, und beschäftigt die 19 Mitarbeitenden weiter.

• Verhaftet wurde ein 25-jähriger Spanier, der dringend verdächtigt wird, am 10. September eine Frau im Basler Erlenmattquartier vergewaltigt zu haben.

• Bei der Einreise von Frankreich nach Basel wurde ein etwa 50-jähriger Bulgare erwischt, der 800 Gramm Kokain mit sich führte.

• Die 57-jährige Juristin und frühere Leiterin der Basler Sozialhilfe Nicole Wagner wird Mitglied der Stiftung Habitat, wo sie die zurücktretende Beatrice Oeri ersetzt. 

• Nachdem im Baselbiet die Initiative zum Ausbau des Hochleistungsstrassennetzes rechtsgültig zustande gekommen ist, hat sich das Initiativekomitee aufgrund der laufenden Arbeiten zu einem allfälligen Gegenvorschlag mit einer Unterbrechung der Behandlungsfrist bis maximal 30. September 2019 einverstanden erklärt.

• Die Baselbieter Apotheken dürfen neu – mit Auflagen – nicht nur Grippe-Impfungen, sondern auch weitere Impfungen und Folge-Impfungen durchführen.

• Ab 9. September ist die Umfahrung Liestal im Bereich des Ergolzviadukts wieder ohne Einschränkungen befahrbar.

• Der Kanton Basel-Stadt rechnet für das Jahr 2018 mit einem Budgetüberschuss von 138 Millionen Franken.

Gottlieb Keller, Mitglied der Konzernleitung und Chefjustitiar der Hoffmann-La Roche, hat in der Deutschen Botschaft in Bern das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

• Die Fraktion "Grünes Bündnis" des Bürgergemeinderats Basel nominierte Brigitta Gerber einstimmig für das Amt als Bürgerrätin.

• Den städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Felix Platter-Areals in Basel hat das Team Enzmann Fischer Partner AG / Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH gewonnen.

• Die Gemeinderäte der direkt betroffenen Gemeinden des Leimentals – von Binningen bis Burg – befürworten übereinstimmend den Bau der Tramlinie 17 über den Margarethenstich, da diese einen "klaren Mehrwert" darstelle.

Monique Juillerat, bisher als Mitglied der Geschäftsleitung von "familea" für die externe und interne Kommunikation verantwortlich, wird ab 1. September neue Kommunikations-Verantwortliche der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion.

• Der Kanton Baselland verkauft das "Chuenimatt-Areal" der Bricks Group AG zur Realisierung des Konzeptes "Tri-innova", das eine schrittweise Entwicklung von unterschiedlich grossen Flächen für Dienstleistungs-, Labor-, Produktionsnutzungen sowie Co-working vorsieht.

Spitex Muttenz schliesst die Pflegewohnung Seminarstrasse per 30. November dieses Jahres.

• Die Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) verkaufen ihren Anteil an der Rheinhafen-Gesellschaft Weil am Rhein an die Stadt Weil am Rhein.

• Das Rote Kreuz Basel eröffnet am 11. August einen neuen Secondhand-Kleiderladen im Kleinbasel, konkret: am Claraplatz.

• Der 47-jährige Ökonom Michael Harr, verheiratet und Vater zweier Kinder, übernimmt ab 1. August die Geschäftsleitung der Pro Senectute beider Basel.

• Die Basler Regierung legte die Abgeltung der Staatsgarantie durch die Basler Kantonalbank (BKB) für die Jahre 2017 bis 2020 auf jährlich 8,8 Millionen Franken fest.

• Mit Datum vom 1. Juli wird die Kunstkommission für das Kunstmuseum Basel vom Rechts-Professor Felix Uhlmann präsidiert, der den langjährigen Vorsitzenden Peter Mosimann ablöst.

• Die Basler Regierung hat der Bau- und Finanzgesellschaft Zum Greifen AG den Zuschlag für Bau und den Betrieb eines neuen Quartierparkings unter dem Landhof-Areal erteilt.

• Die von der UNICEF erst kürzlich rezertifizierte "kinderfreundliche Gemeinde" Riehen gibt ihr Wissen an 40 Bürgermeister aus Südkorea weiter, die die Basler Landgemeinde besuchen.

• Da der Vereinszweck erfüllt sei, hat die Generalversammlung den "Verein Kunschti Eglisee" am 16. Juni mit 30 zu 4 Stimmen aufgelöst.

• Nationalrat Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, wurde als neues Mitglied in den Verwaltungsrat des Karger Verlags gewählt.

• Der Kanton Basel-Stadt führt eine neue, zusammenhängende Fussgängerorientierung ein, mit der sich ortsunkundige Gäste, aber auch Einheimische in Basel künftig durch neue Stadtpläne auf Stelen besser zurechtfinden sollen.

• Die kantonale Volksinitiative "Recht auf Wohnen" wurde mit bisher 3'188 gültigen Stimmen der Basler Staatskanzlei überreicht.

• Der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf löst kommenden September Elisabeth Schneider-Schneiter im Präsidium der "Starken Region Basel/Nordwestschweiz" ab.

Dominik Prétôt, der frühere CEO von Telebasel, wird per 1. Januar 2018 mit einem 50 Prozent-Pensum neuer Informations-Beauftragter der Römisch-katholischen Landeskirche Baselland.